SO Jetzt haben wir die aktuellen Regionalzahlen und die verbreitete Stimmung drückt sich nun auch in Zahlen aus. Es gibt keine Arbeitssuchenden mehr!
Bezirk Bühl 2,6 %, Gaggenau 3,2 % etc.
Darin enthalten sind natürlich noch Sprachunkundige, Unwillige, Überbrücker, Kranke etc.. Die Zahl der offenen Stellen steigt auch weiter an - wobei viele Firmen gar keine Meldung mehr beim Arbeitsamt abgeben - wenn keine Bewerber für den EINEN Arbeitsplatz eingehen, warum dann 3 offene Stellen melden?
Was tun als AG? Die Löhne steigen übertariflich, die Mieten in Mittelbaden sind human, größere Städte (Karlsruhe, Straßburg, Freiburg) sind nicht weit, landschaftlich liegt man am Westrand (Sonnenseite) vom Schwarzwald und an der Grenze zu Frankreich - sehr schön gelegen, die Badener sind aufgeschlossen und freundlich, Ba-Wü zahlt zusätzliches Landeserziehungsgeld, Kitas ausreichend vorhanden, beste Noten bei Wachstum, Lebensqualität, Bildung etc.
WARUM wandern zehntausende in die Schweiz und nach Österreich aus und ziehen nicht nach BW?
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Ergebnis 1 bis 6 von 6
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01.11.2007, 04:59
Arbeitslosigkeit in Mittelbaden
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01.11.2007, 08:04
AW: Arbeitslosigkeit in Mittelbaden
WARUM...?
Vielleicht weil man aus der Schweiz/Österreich in den letzten 5 bis 15 Jahren nicht laufend Hiobsbotschaften zu hören bekam? (Mag auch daran liegen, dass hierzulande nicht unbedingt viele Nachrichten über diese Nachbarländer verbreitet werden, anders als z. B. über Frankreich hört man andauernd etwas)
Überleg doch mal, was in D alles abging:
- Wenn die Pendlerpauschale wieder kommt und Sozialversicherungsbeiträge gesenkt werden, steigen Energie- und Lebensmittelpreise
- Wenn wir gerade mal anderthalb Jahre Aufschwung haben ist die nächst Eintrübung genauso weit
- Wenn Fachkräftemangel diagnostiziert wird schreien Politiker nach Einwanderern
- Wenn endlich mal wieder Lohnerhöhungen durchgesetzt werden, steigt unmittelbar die Inflation (von Märchensteuererhöhung ganz zu schweigen)
oder, aus meinem ganz privaten Lebenslauf: Wenn Du endlich die Prüfung der Weiterbildung geschafft hast (mit einem guten Ergebnis, nach nächtelangem und wochenendlangem Lernen, schließt Deine Firma. Du bewirbst Dich, wirst laufend zu Vorstellungsgesprächen eingeladen. Aber da es nicht Deine Stärke ist, mit Worten zu brillieren, ist es auch ein Jahr später noch nichts mit der Festanstellung. Zum Glück gibt es noch Zeitarbeitsfirmen, unter denen auch "weiße Schafe" und der Lebensunterhalt ist gesichert, zumindest bis zum Ende des Einsatzes).
Ich glaube nicht, dass wir eine Nation der Jammerer sind. Aber D hatte zu viele schlechte und (bisher) zu wenige gute Nachrichten. Ob sich die Balance in ein bis zwei Jahren wieder ausgleicht? Die goldenen Achziger Jahre (habe sie hier nicht erlebt, aber es soll so gewesen sein) nochmal?
Nein, ich würde nicht auswandern, da ich eine Einwandererin bin und meine Heimat wegen mangelnder Perspektiven verlassen habe (mit D nicht zu vergleichen). Trotzdem denke ich oft, wenn ich Sendungen zum Thema im TV verfolge: Die suchen auch nur ihr Glück und manchmal heißt es wirklich: Wer wagt, der gewinnt.
Ich freue mich auf weitere Ansichten und eine angeregte Diskussion.
Grüßle aus der Region Nordschwarzwald
H.
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01.11.2007, 08:21
AW: Arbeitslosigkeit in Mittelbaden
Ich bezweifle, daß ein Auswanderer (zbsp. nach Ö) über die Details der örtlichen Pendlerpauschale, Koalitionsdifferenzen, Skandale etc. explizit informiert ist. In D kennt man jeden Politiker und hat die Wiederholungen satt - in Ö hört man im Radio das DER Posbischil den Stangler beleidigt haben soll ... NA UND
Was ich damit sagen will: Wenn man auswandert dauert es Jahre bis man im Detail versteht, daß die Politik dort auch nicht besser ist.
ICH habe schon viele Auswanderer gesehen die sagen: in Norwegen verdient man viel Geld, in der Schweiz hat man einen sicheren Arbeitsplatz, in Österreich ...
ABER geh mal in ein Arbeitsamt in Brandenburg. Das Angebot in der Region ist bescheiden. WENN dann ein Umzug in Frage kommt - innerhalb von D wird kein Überbrückungsgeld über die Bezugsdauer von ALG 1 gezahlt - für Auswanderer sehr wohl. Jede Arbeitsagentur hat verfügbare Daten über Jobs im Ausland - aber werden auch Daten über Jobs in BaWü weitergegeben?
Im mittleren bis unteren Beschäftigungsbereich bringt keine Fernbewerbung oder ein umständliches Probearbeiten auf Distanz keinen sicheren Erfolg. Wenn aber ein "guter" Schlosser aus Brandenburg nach BW zieht und sich dann vor Ort bewirbt hat er SICHER mehrere Jobs zur Auswahl.
Warum denn dann die Aussage von Vielen "in D gibt es keine Arbeit" und in BW sucht man händeringend Fachkräfte?
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01.11.2007, 08:43
AW: Arbeitslosigkeit in Mittelbaden
Ob Daten über Jobs in BaWü weitergegeben werden? Das kannst Du Dir selbst beantworten. Geh unter der Website des AA rein, auf Stellensuche. Dort kannst Du den zutreffenden Beruf auswählen und die Suche regional einschränken (oder auch nicht). Nichts einfacher als das. Dort stehen ALLE dem AA gemeldeten freien Stellen drin, mehr hat ein Sachbearbeiter auch nicht. Und wer zu Hause kein Internet hat, kann sich an dem im Foyer der Arbeitsämter stehenden PCs einloggen und informieren.
Natürlich sind nicht alle Auswanderer in jeder Hinsicht bestens unterrichtet über die Situation im Zielland. Und mangelnes Wissen über negative Aspekte lässt den Schluss zu, dass diese nicht so zahlreich vorhanden sind. Was gewissermaßen dann das persönliche Risiko (oder der persönliche Glücksfall) der Beteiligten darstellt, je nachdem wie sich die Realität später offenbart.
Grüßle
H.
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01.11.2007, 18:00
AW: Arbeitslosigkeit in Mittelbaden
Aha. Gut, dass Du das sagst. Ich habe das schon deutlich schneller mitbekommen, da muss wohl was falsch mit mir sein.
Zitat von Nadine2
UNd dann ziehen die erst in das Land und suchen sich dann einen Job? Diese Reihenfolge kenne ich nur aus den einschlägigen Fernsehserien. In meinem privaten Umfeld war es bisher immer andersrum. Man suchte nach einem neuen Job, schloss dabei auch das Ausland nicht aus, und wenn man einen Job hatte, zog man dort hin. Sei es Inland, sei es Ausland.ICH habe schon viele Auswanderer gesehen die sagen: in Norwegen verdient man viel Geld, in der Schweiz hat man einen sicheren Arbeitsplatz, in Österreich ...
In unserem Fall gab es die passenden Stellen nun mal nicht in Mittelbaden, sondern im Ausland.
Grüße,
EdelherbDie Ente bleibt draußen.
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01.11.2007, 20:45
AW: Arbeitslosigkeit in Mittelbaden
#edelherb
Jeder soll dort glücklich werden wo er will. Ich habe selbst längere Zeit im Ausland gelebt. Sicherlich "sollte" man eine Arbeitsplatz haben bevor man umzieht - NUR ist diese "Sicherheit" eben nur bedingt. Für mich ist zBsp. HIER ein Job zBsp. als Chemielaborantin SICHER, weil die Nachfrage deutlich höher als das Angebot ist. Also auch wenn ich DEN Arbeitsplatz verliere - kein größeres Problem!
Wir haben zBsp. einer bekannten Familie (ER früher als Soldat in D stationiert, SIE Deutsche geheiratet und in die USA ausgewandert) eine faktische Garantie für Arbeit gegeben. Sie sind dann wieder nach D zurückgezogen und wir haben IHN dann branchenfremd bei uns eingestellt - ER hatte nach 3 Wochen und 3 Bewerbungen zwei Jobangebote.


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