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    Frust im Job - oder bin ich selbst schuld?

    Hallo zusammen,

    die Situation in meinem Job war noch nie besonders stabil (alle paar Monate ein Umorganisation oder ein neuer Job), allerdings habe ich seit einem Jahr habe ich einen Chef, mit dem ich vorher schon nicht konnte und meines Erachtens begründete Differenzen hatte (frauenfeindliche Sprüche, Ideenklau etc.) Trotzdem habe ich am Anfang auf Null geschaltet und versucht alles neutral anzugehen. Nach ein paar Monaten stellte sich aber heraus, dass er sich nicht verändert hatte und ich war zunehmend frustriert. Die vom vorherigen Chef versprochenen Perspektiven lösten sich in Luft auf etc. Seitdem gehe ich nicht mehr gerne arbeiten, lästere ständig rum, bin wegen jeder Kleinigkeit gleich auf 180 und - was am schlimmsten ist: ich fange an, mich und mein Leben zu hassen. Ich frage mich: stelle ich zu hohe Ansprüche, bin ich ein Loser, ein Nörgler. Bin ich selbst schuld daran, dass mir mein Job keinen Spass macht? Mein Selbstbewusstsein ist komplett im Keller...

    Was meint Ihr dazu?

    Viele Grüsse,
    Snow

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    AW: Frust im Job - oder bin ich selbst schuld?

    Warum hältst Du so an diesem Unternehmen fest? Es gibt doch Alternativen, oder nicht? Alternativen zu einem Leben, in dem man beginnt, sich selbst zu hassen, gibt es immer! Man sieht sie oft nur nicht mehr, wenn man genug frustriert ist. Man traut sich auch immer weniger zu, oder? Das Selbstbewußtsein sinkt auf der ganzen Linie.

    Es tut Dir nicht gut, ob zu Recht oder zu Unrecht, ist doch unwichtig. Es geht um DEIN subjektives Gefühl. Es ist bekannt, daß Unzufriedenheit im Job einen nicht gesünder macht. Ich würde mich verändern, und zwar schnellstmöglich. Ich habe mal drei Jahre in einem frustrierenden Arbeitsverhältnis ausgeharrt, rückblickend muß ich sagen: Das war nicht nur total überflüssig, sondern hat mich auch einiges an Substanz gekostet. Fehlentscheidung, Lehrgeld, nie wieder.

    LG Karla
    The original Karla
    est. 2006


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    AW: Frust im Job - oder bin ich selbst schuld?

    Liebe Karla,

    vielen Dank für Dein Feedback! An guten Tagen will ich auch wirklich was ändern... Doch so manches Mal kommen dann die Zweifel auf: Was, wenn es gar nicht der Job ist? Was, wenn ich es bin? Eine notorische Nörglerin, Schwarzseherin, Haar-in-der-Suppe-Sucherin... Wieviel muss muss man sich im Job gefallen lassen, was ist ein Grund unzufrieden zu sein etc. Kannst Du das nachvollziehen?

    LG,
    Snow

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    AW: Frust im Job - oder bin ich selbst schuld?

    Ja kann ich nachvollziehen, klar. So ist das, wenn das Selbstbewußtsein im Keller ist, dann fragt man sich ständig: Bin ich doof, oder was?? Manchmal glaube ich auch, es liegt an ur-ur-uralten Schuldgefühl-Mechanismen, dass man da im Alltag schneller wieder hineingerät als mancher andere. Oder ein frauenspezifisches Ding.

    Entscheidend ist jedenfalls, daß Du Dich nicht wohl fühlst!
    Das ist nicht mit richtig oder falsch zu bewerten!
    Es ist so, das reicht. Also muß sich etwas ändern. ES ändert sich aber nicht, sondern DU änderst etwas. Schreib Dir das auf Plakate meinetwegen, wenn Du das vergißt, da braucht man vielleicht kleine Brücken. Ich hatte eine Zeitlang ein Bild gemalt "Ich schaffe das!". Hilft wirklich!

    Tu etwas für Dich, damit es Dir bald wieder besser geht.
    Du kannst auch mit jemandem reden, der Dir ein ehrliches Feedback gibt, wer könnte das sein?? Jemand, der Dich kennt, und dem Du vertraust? Hast Du da jemanden?
    Oder noch eine Idee:
    Ich habe früher gelegentlich in schwarzen Stunden meine Sorgen mit jemandem von der "Telefonseelsorge" besprochen, das war immer sehr, sehr hilfreich. Diese lieben Menschen erreicht man Tag und Nacht und bekommt Antworten auf die Fragen, die einen (besonders ja nachts) umtreiben. Ich kann es nur empfehlen.

    LG Karla
    The original Karla
    est. 2006


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    AW: Frust im Job - oder bin ich selbst schuld?

    mich interessiert mal, ob du generell so eine "schwarz seherin" bist oder auschließlich nur im job?
    NORI

    **Gott schuf die Katze,
    damit der Mensch einen Tiger zum streicheln hat**



    Und
    Du tust mir nichts und das tust du gut**


    **Schwester von den lieben Schwestern
    püppi,hibi,air,nuubi,zora u. littl. starseeker**

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    AW: Frust im Job - oder bin ich selbst schuld?

    Hm, liebe Nori, das ist jetzt eine gute Frage... Ich denke, dass ich grundsätzlich niemand bin, der alles durch die rosarote Brille sieht. Ich versuche Situationen grundsätzlich genau zu analysieren, aber trotzdem kann ich ziemlich emotional sein und mich schnell aufregen. Aber bin ich deshalb eine Schwarzseherin?

    Liebe Karla, ja, das mit dem Reden, aber vorallem mit dem ehrlichen Feedback ist so ein Ding. An die Telefonseelsorge trau ich mich nicht ran, obwohl ich Dir gern glaube, dass es Dir immer geholfen hat. Und kennen, tun die mich ja auch nicht... Die Menschen, die mich am besten kennen sind mein Freund und meine Schwester: mein Freund ist grundsätzlich kein besonders kommunikativer Typ und meine Schwester lebt im Ausland und arbeitet so viel, dass manchmal wochenlang gar nichts von ihr höre. Sie raten mir natürlich auch alle beide, mir was neues zu suchen. Was mich wohl im Moment noch hemmt, ist die Angst, dass es nachher nicht besser wird...

    LG,
    Snow

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    AW: Frust im Job - oder bin ich selbst schuld?

    Zitat Zitat von Snowprincess25
    Sie raten mir natürlich auch alle beide, mir was neues zu suchen. Was mich wohl im Moment noch hemmt, ist die Angst, dass es nachher nicht besser wird...
    Hallo Snow,

    wenn Dir die zwei Menschen, die Dich am besten kennen, dazu raten Dir was Neues zu suchen wird da wohl was dran sein. Die haben die Veränderungen in Deinem Verhalten sicher mitbekommen. Und nach dem, was Du schreibst, hängt Dein Motivationstief und das Drumherum mit Deinem "neuen" Chef zusammen. Wieso willst Du Dir länger als unbedingt nötig von diesem Typ Dein Leben vermiesen lassen?

    Ich habe selber mal in einem Laden gearbeitet, wo der Chef ein sehr eigenwilliges Führungsverhalten an den Tag gelegt hat. Frei nach dem Motto: Tadel sind immer angebracht, Lob nie. Ich hab mich echt davon beeindrucken lassen: Selbstbewusstsein im Keller . Bis es mir gereicht hat und ich mir was Neues gesucht habe. Und schon allein, dass ich wieder ein ZIEL hatte und das aktiv angegangen bin hat mir mein Selbstbewusstsein wieder gerade gerückt. Du befindest Dich vielleicht in einer Art "Opferposition", Du denkst Du kannst nichts ändern. Aber das kannst Du sehr wohl !!

    Ob es nachher besser wird kann Dir natürlich niemand sagen, das ist halt Risiko. Aber mit ein bisschen Sorgfalt bei der potentiellen Arbeitgeberauswahl solltest Du auf jeden Fall besser kommen als in Deiner jetzigen Position. Du schaffst das !

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    AW: Frust im Job - oder bin ich selbst schuld?

    Hallo Snowprincess,

    mal ganz abgesehen von tatsächlichen Problemen im Job, hast Du da schon ein richtiges Gespür, was das hier angeht:

    "Seitdem gehe ich nicht mehr gerne arbeiten, lästere ständig rum, bin wegen jeder Kleinigkeit gleich auf 180 und - was am schlimmsten ist: ich fange an, mich und mein Leben zu hassen."

    Die eine Sache ist immer das Problem selbst. Der Ärger über Versprechungen, die nicht eingehalten werden, über andere Leute, über den Job ... - die andere Sache ist aber tatsächlich ständiges Nörgeln und sich-weiter-reinreiten. DAS ist ja tatsächlich der Teil, der vollkommen an Dir liegt.

    Du schreibst: "Was, wenn es gar nicht der Job ist? Was, wenn ich es bin?" - Ist sicherlich beides. Aber vom Nörgeln ist noch nichts besser geworden. :-)

    Also hinsetzen, aufschreiben, was alles nicht okay ist und dann schauen: Was kann ich dran ändern und was nicht? - Ein "Ich-will-wechseln,aber-woanders-ist-es-ja-vielleicht-auch-so" bringt Dir ja schonmal gar nichts. Entweder Du bleibst und schaust, dass Du es im Rahmen des Möglichen besser machst, dran lernst und Dich vielleicht parallel anders umschaust. Oder Du wechselt tatsächlich, dann hilft Dir die Analyse dessen, was Dich stört, was jobbezogen ist und was tatsächlich die eigene Einstellung und Verhalten ist, es beim nächsten Mal vorher auszuloten oder idealerweise nicht soweit kommen zu lassen.

    Ich weiß, dass das, wenn man in der Situation steckt und alle Details kennt und schon länger mitmacht, zu einfach klingt. Aber es ist ja der einzige Weg, dass Du konstruktiv mit Dir und der Sache umgehst. Leiden, schimpfen und nörgeln taucht Dich (und wenn's dumm läuft Dein Umfeld) nur noch weiter rein.

    Schönen Sonntag
    Gitte

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