Hallo,
ich habe eben erfahren, dass ich nächsten Monat an einem „retreat“ für ausgewählte, leitende Angestellte teilnehmen darf.
Die letzte Veranstaltung dieser Art, damals noch im ganz engen Geschäftsleitungs-Kreis, war ein großes Besäufnis und hat für einige Kollegen wohl (angeblich - ist natürlich nur ein Gerücht) im Puff geendet.
So – mit ein bisschen „Glück“ bin ich die einzige Frau dort. Ich bin nicht sonderlich trinkfest und werde recht schnell fröhlich und ausgelassen, aber benehme mich nicht daneben.
Diese Veranstaltung scheint mir aber anders ausgerichtet – da ist Kampftrinken angesagt, sie ist auch bewusst auf Freitag gelegt und wir fahren dafür raus und übernachten irgendwo.
Ich muss also mittrinken und lustig sein, soweit ok. Aber ich habe die Befürchtung, dass es damit nicht getan sein wird.
Wie gehe ich am besten damit um – am liebsten würde ich absagen, aber natürlich ist das nicht gern gesehen.
Dazu kommt, dass mein direkter Vorgesetzter in knapp 4 Jahren in Rente geht. In der Vergangenheit ist diese Position stets durch einen Kollegen aus meiner Hierarchie-Ebene besetzt worden. Hier „konkurriere“ ich mit 2 Kollegen, die beide bereits jetzt deutliches (der eine sogar überdeutliches) Interesse an diesem Job bekunden. Dadurch hat insgesamt der Druck zugenommen, das eigentlich sehr kollegiale Verhältnis wird zunehmend angespannter.
Beide Kollegen werden natürlich teilnehmen (der eine sagt sogar seinen Urlaub dafür ab)..
Lee
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 178
Thema: Betriebsbesäufnis
-
31.05.2007, 17:15
Betriebsbesäufnis
asa nisi masa
-
31.05.2007, 17:40Inaktiver User
AW: Betriebsbesäufnis
Leeremick -
geh einfach hin.
Wenn du dabei bist, wird ziemlich sicher der Puffbesuch ausfallen.
Und keiner erwartet, dass man (oder frau) beim Kampftrinken bis zum bitteren Ende mitmacht. Ich höre auch irgendwann auf, und das ist dann eben so. Im Zweifelsfalle setz dich neben eine tolerante Grünpflanze und gieße sie gelegentlich unauffällig. Hab ich bei Banketten in China auch schon machen müssen (und hatte den Eindruck, dass auch "Eingeborene" Lieblingspflanzen hatten).
Solange du selbst - wie du sagst - lustig wirst ohne auf den Tischen zu tanzen, sollte es kein Problem sein. Ganz ehrlich - wenn der Zweck der Übung wäre herauszufinden, wer zuletzt unter dem Tisch landet oder mit vollem Kopp noch im Puff "Leistung" bringt, dann würdest du wohl nicht eingeladen.
Aber vielleicht habe ich in zu zivilisierten Firmen gearbeitet?
djgm
-
31.05.2007, 17:54
AW: Betriebsbesäufnis
Geht es denn um den Puffbesuch oder um die Gefahr, u.U. selbst als Jagdbeute herhalten zu müssen?Ich muss also mittrinken und lustig sein, soweit ok. Aber ich habe die Befürchtung, dass es damit nicht getan sein wird.
ahnt
Kraafaufgewacht und umgezogen: befriendsonline.net

-
31.05.2007, 18:02Inaktiver User
AW: Betriebsbesäufnis
Lee,
die Situation kommt mir vage bekannt vor - da ist Fingerspitzengefühl gefragt, vor allem, um rechtzeitig den "best plan of action" zu antizipieren.
Wie Du schon richtig schreibst: Absagen ist keine Option. Du kannst Deine "Standfestigkeit" erhöhen, indem Du vorsorglich im Vorfeld gut und vor allem sehr fettreich isst. Im öffentlichen Rahmen kannst Du mit einer "freundlichen" und vor allem grosszügigen Spende Bedienung und Barpersonal dazu bringen, dass sie Dir etwas ausschenken, das nach Drink ausschaut, aber keiner ist, so dass Du einen klaren Kopf bewahren kannst.
Ist der Rahmen eher privater Natur, helfen nur nicht ganz astreine Massnahmen. Dazu würde ich hier im Forum eher nichts schreiben wollen. Ganz wichtig finde ich, etwaige sexuelle Avancen (die möglicherweise kommen werden) freundlich, aber bestimmt so umzulenken, dass man sich am "morning after" ohne hard feelings direkt in die Augen schauen kann. Das kann sehr tricky sein, wie ich aus eigener Erfahrung weiss.
Grüssle
Seawasp
-
31.05.2007, 21:39
AW: Betriebsbesäufnis
Es geht darum, dass bereits im Vorfeld, eine "Stimmung" herrscht, die dann zum Puff-Besuch führt. Ich habe einen der Herren bereits betrunken bei Betriebsfeiern erlebt, manchmal wird er "nur" anhänglich, manchmal auch grapschig. Und sein Humor ist dann auch nicht meiner. Ganz ehrlich, ich finde ihn (betrunken) ziemlich widerlich.
Zitat von Kraaf
Ihr habt schon recht - kontrolliert trinken ist wohl angesagt - aber ich frage mich, ob das Ganze nüchtern überhaupt erträglich sein wird.
Die Firma hat im letzten Jahr bereits einen Betriebsausflug zum Oktoberfest gemacht - auch da war Kampftrinken angesagt, aber in erheblich größerer Runde, so dass ich wesentlich unauffälliger wenig trinken konnte. Dennoch habe ich mir im Nachhinein anhören dürfen, dass ich wohl keinen Spaß hatte, weil ich ja nicht auf den Tischen getanzt und nur wenig geschunkelt habe.
Ich muss irgendwie eine vernünftige Balance hinkriegen, dass ich nicht anschließend als verbiesterte Spaßbremse gelte, aber eben sauber aus der Sache rauskomme.
Einen schönen Abend wünscht
Leeasa nisi masa
-
31.05.2007, 22:53
AW: Betriebsbesäufnis
Hab das mit dem Zitieren nie gemacht und will es mir zu so später Stunde auch nicht mehr anlesen.
Zur Bermekung "Du hättest wohl nicht so Deinen Spaß gehabt..." kann man ruhig antworten: "Doch, aber auf meine Weise..." Auf Nachfrage kann man noch hinzufügen "Ich erinnere mich nämlich noch an alles, was geschah."
Achherrje das Kampftrinken. Glaub mir, wenn man das mitmacht gegen die innere Überzeugung merken die Leute das. Dann gilst Du als angepasst. Ob diese Eigenschaft eine Führungskraft aufweisen soll/muss... Ob die Beförderung wirklich davon abhängt, dass Du mithälst beim Besäufnis? Bist Du sicher, dass hierbei der olympische Gedanke allein (dabeisein ist alles) nicht ausreicht?
Grüßle
H.
-
01.06.2007, 01:19
AW: Betriebsbesäufnis
Hey,
habe bereits ähnliche Erfahrungen gemacht - im Notfall einfach eine imaginäre Grippe/Erkältung,...vorschieben, so daß man aufgrund der eingenommenen Medikamente/Antibiotika nicht so viel (oder keinen) Alkohol trinken darf.
Ein größeres Problem stellt die Tatsache dar, wenn es um Anzüglichkeiten oder gar einen Puff Besuch geht. Bei einer Aufbruchstimmung Richtung Puff kann man sich eventuell aufgrund der wie oben genannt imaginären Erkältung/Grippe,...vorzeitig ins Bett verabschieden; bei Anzüglichkeiten sollte Frau aber genau dort (im Bett) nicht landen ;-) .
Viel Spaß bei der Feier und berichte doch mal hinterher :-)
-
01.06.2007, 07:34Inaktiver User
AW: Betriebsbesäufnis
Hmmm ...
Da mir beschwipste bis besoffene Menschen zutiefst zuwider sind, würd ich an deiner Stelle nicht hingehen. Ich nehme grundsätzlich nicht an idiotischen Veranstaltungen wie Kampftrinken teil. Punkt. Egal, ob die Karriere dabei auf dem Spiel steht (wobei ich persönlich nicht glaube, dass die Teilnahme oder Nicht-Teilnahme an einem Besäufnis über Beförderungen entscheidet.)
Aber ich kann verstehen, wenn totale Verweigerung keine Obtion ist, andere haben dazu eine etwas lockerere Einstellung als ich.
Mitgehen und kontrolliert mittrinken ist vielleicht eine Möglichkeit - falls du das wirklich durchziehen kannst und dir die Kontrolle nicht nehmen lässt.
Oder aber du gehst mit, verzichtest jedoch von anfang an konsequent auf Alkohol. Das ist vielleicht fast einfacher durchzuziehen, als anfangs mitzumachen und irgendwann aufzuhören. Als Begründung kannst du tatsächlich anbringen, dass du wegen einer Entzündung auf starken Antibiotika bist und deshalb nicht trinken darfst. Die Begründung funktioniert in der Regel recht gut. (Es gäbe noch eine andere: "Ich bin schwanger", aber dafür ist das Umfeld bestimmt nicht das richtige
)
Naja, und wenn blöde Sprüche kommen, von wegen du könntest dich ohne Alkohol bestimmt nicht so gut amüsiert haben, kannst du cool erwidern, dass du nicht auf Alkohol angewiesen bist, um dich zu amüsieren. Oder wenns noch etwas schärfer sein darf, kannst du sagen, dass es amüsant genug war, die Betrunkenen zu beobachten.
Ganz ehrlich - ich würde nicht mitgehen. Aber wenn du dich entschliesst mitzugehen, dann würd ich an deiner Stelle keinen einzigen Tropfen trinken. Das ist einfacher als irgendwann mitten im Wettbewerb aufzuhören. Wenn du von Anfang an nicht mitgemacht hast, läufst du quasi ausser Konkurrenz mit, d.h. du wirst nicht getestet, wie viel du verträgst.
Und du wirst vermutlich weniger angemacht und begrabscht. Weil du eh etwas abseits bist und weil beschwipste Frauen für Männer als einfachere Beute gelten als nüchterne.
Aber in jedem Fall ist es wichtig, dass du jedes Betatschen und auch die gröberen verbalen Anzüglichkeiten von Anfang an freundlich aber konsequent abstellst. Auch hier: es ist einfacher, gleich zu Beginn den Tarif durchzugeben, als irgendwann mitten drin auszuscheren.
-
01.06.2007, 07:53
AW: Betriebsbesäufnis
Versuch am besten, immer ein Glas Wein in der Hand zu haben, so sieht keiner, wieviel Du trinkst. Kannst es dann langsam gehen lasen.
Wenn Runden Bier gezapft werden ist das nicht so einfach was auszulassen.
Bei Schnäpsen das erste Glas nehmen und dann versuchen unauffällig zu entsorgen, irgendwie. Ich kann das ganz gut.
Viel Glück.
Ich würde auf jeden Fall hingehen, sonst läuft die Karriere an Dir vorbei.
LG
M.
-
01.06.2007, 07:54
AW: Betriebsbesäufnis
Nee, Weggehen gilt nicht, zumal, wenn man diesen Kreis von Leuten braucht, um beruflich weiter zu kommen - und um zu verhindern, dass einer der beiden anderen Herren statt dessen den Chefstuhl besetzt...
Augen auf und durch
... heißt die Devise. Wie Seawasp sagte, fettreiche Kost essen, Weinschorlen trinken, sich mit dem Kellner verbünden.
Dann noch: sich am Tisch an eine Ecke setzen und für die verbliebene Seite einen angenehmen Tischnachbarn suchen (kann man ja als einzige Frau ganz gut - kann man auch vorher jemanden ansprechen "Ich würde gerne mit Ihnen noch kurz was besprechen, können wir uns nebeneinandersetzen?")
Zum Schluß: wer sich hemmungslos betrinkt bei so einer Feier kommt sicher bestens an an dem Abend, befördert werden aber oft eher die, die nüchtern daneben stehen. Siehs mal so...
Kottan: "I rauch ned, i trink ned und i hob nix mit andere Frauen"
Elvira: "Gar koan Fehler?"
Kottan: "Doch, i liag manchmal"
______________________________________
Profilbild © Analuisa


Zitieren
