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  1. Inaktiver User

    Beginnt Engagement und Wichtigsein erst ab 50h / Woche?

    Was meint Ihr dazu:

    Ich beobachte immer wieder, dass Menschen, die viel Zeit am Arbeitsplatz verbringen, als fleißig, engagiert und vor allem als wichtig betrachtet werden. Die Tatsache, abends um 20 Uhr noch im Büro anzutreffen zu sein, wird verbunden mit Entscheidungsträgern, Managern, Unverzichtbaren. Allen Reden von erstrebter Work-Life-Balance und befürchtetem Burn-Out-Syndrom zum Trotz.

    Wer eine Teilzeitstelle hat und seine Arbeitszeit ganz bewusst limitiert, aus welchen Gründen auch immer, wird gern als mäßig motiviert, gesundheitlich angeschlagen oder weniger leistungswillig angesehen, und weniger ernst genommen.

    Ein Kollege von mir ist so einer: schiebt 10 Wochen Urlaub vor sich her, arbeitet nicht unter 50 h, oder sagen wir besser, ist nicht unter 50 h anwesend. Er macht seinen Job gut, aber sucht am Arbeitsplatz auch die Fliesen für sein neues Haus aus, spielt Sudoku, telefoniert privat, und ist eben anwesend. Ein anderer, der seine Arbeit durchzieht und dann geht, muss sich Sprüche anhören "hast du heute einen halben Tag frei?" (bei Verschwinden um 16:30 Uhr!).

    Es ist doch bekannt, dass gerade Teilzeitarbeiter sehr effizient arbeiten. Warum setzt sich diese Erkenntnis nicht durch?

  2. Inaktiver User

    AW: Beginnt Engagement und Wichtigsein erst ab 50h / Woche?

    Gute Frage!

    Ich fand auch immer die "Stundenaufbauer" und "Stundenabsitzer" im Job ziemlich dämlich. Ich war immer schnell mit meinen Aufgaben fertig weil ich effizient arbeiten kann. Der Spruch "Teilzeitbeschäftigt heute" ging mir auch immer auf den Geist. Leider ist es aber auch heute noch immer so, daß es gern gesehen wird, wenn man noch im Büro ist, wenn der Chef geht...habe mich immer daran gehalten weil ich Karriere machen wollte und auch gemacht habe.

    Heute bin ich schon einige Jahre selbständig und da arbeitet man ja eigentlich immer - also Selbst und ständig *g*

    Und ich erledige auch alles vom "Job" aus - geht ja auch nicht anders, wenn man immer im Büro ist - so gings mir früher ja auch. Das spielt aber wohl keine Rolle - anwesend sein und damit bekunden, daß man Interesse hat - sicher auch an der "Familie Firma" aber das ist noch wieder ein anderes Thema

    Lilie

  3. Inaktiver User

    AW: Beginnt Engagement und Wichtigsein erst ab 50h / Woche?

    Das Problem treibt mich und meine Kollegen derzeit auch um. Wir haben seit geraumer Zeit einen neuen Chef, der 13-Stunden-Arbeitstage wohl als normal ansieht und uns schon mehrfach erzählt hat, dass er an seiner alten Stelle oft 80 bis 90 Stunden in der Woche gearbeitet hat.
    Außerdem wird gemault, dass dann, wenn er abends gegen 20 Uhr von einem Termin nochmal ins Büro kommt, keiner mehr da ist: Man hätte doch noch einiges zu besprechen gehabt.....

    Eigentlich können einem Menschen leid tun, die offensichtlich keine Freunde und keine Hobbys haben. Aber es nervt halt doch, wenn man von denen immer so durch die Blume erfährt, dass man sich durchaus mehr engagieren könnte. Obwohl man - in dem Fall ich - weiß, dass ich in meinen Teilzeitstunden ein enormes Pensum wegschaffe.

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    AW: Beginnt Engagement und Wichtigsein erst ab 50h / Woche?

    Ich habe solche Ansagen v.a. hier im Job des öfteren von hinten reingeschossen bekommen. Und ganz ehrlich ... LMAA! Nie wieder! Ich habe meinen Job gekündigt ohne eine Alternative zu haben und werde mich jetzt selbständig machen. Da arbeite ich viel udn ich weiss, wofür ... nämlich für MICH. Wenn ich jemanden hier sitzen habe, der physisch anwesend ist, aber nichts richtig auf die REihe kriegt, das soll besser sein als abzuarbeiten und dan gehen zu können?! Meine Motivation ist aktuell so weit im Keller, dass ich noch Punkte mitbringen müsste, um auf Null zu kommen.

    Firmen, die solche Ansprüche an ihre Mitarbeiter haben, die sollten mal überdenken, das irgendwas nicht passen kann. Ebenso Chefs, die erwarten, empfangen zu werden, wenn sie ins Büro kommen ... Selber nicht planen und arbeiten können, aber von anderen erwarten, dass sie springen.

    Nie mehr!
    Wer dir die Flügel stutzt, der hat das Fliegen nie gelernt. Blieb immer nur am Boden und wäre doch so gern geflogen.

  5. Inaktiver User

    AW: Beginnt Engagement und Wichtigsein erst ab 50h / Woche?

    Wenn einer für 3 arbeitet ist es für die Unternehmen ja auch billiger. Die Konsequenzen, die das mit sich bringt, sind doch dann Privatsache.

  6. Inaktiver User

    AW: Beginnt Engagement und Wichtigsein erst ab 50h / Woche?

    Mir hat ein Vorgesetzter mal vorgeworfen das ich nicht 100% geben würde.
    Darauf habe ich im geantwortet:
    "Stimmt, nur die 60% die ich hier bezahlt bekomme."
    Ich bin nur 9 Monat früher gefeuert worden als er.
    Ob er sich noch an seinen Spruch erinnert?

    Derzeit suche ich wieder einen neuen Job.
    Wenn ich de bekomme für den ich mich beworben habe verdiene ich mal wieder ein bisschen weniger Geld, habe aber weniger als die Hälfte an Zeitaufwand.
    Der Job den ich jetzt machen stielt mir die Zeit die ich brauche für mich und mein Kinder und damit mein Leben.
    Ich habe aber nur dieses eine Leben und das will ich jetzt leben und nicht erst wenn ich Rentnerin bin.
    Traurig für einen Vorgesetzten wenn er ausser der Firma kein Leben hat.

    Ist mir schon klar das ich es mit dieser Arbeitseinstellung beruflich nie zu etwas bringen werde.

    Q.

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    AW: Beginnt Engagement und Wichtigsein erst ab 50h / Woche?

    Früher hatte ich auch einige Kollegen, die der Meinung waren, seinen Fleiß und seine Leistungsbereitschaft könne man nur durch endloses Ausharren am Arbeitsplatz zum Ausdruck bringen.
    Meine Antwort war dann immer: ich bin so schnell, daß ich mein Pensum in der tariflich vereinbarten Arbeitszeit schaffe!

    In meinem jetzigen Job arbeite ich nicht mal die volle vereinbarte Zeit, statt 40 arbeite ich höchstens 35 Std/Wo.: weil mein Chef mich nach Hause scheucht! Und er zeigt sich erfreut über mein Engagement und hat mir auch schon gesagt, daß ich wichtig bin. Geht doch.
    life is all about
    finding people who
    are your kind of
    CRAZY

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    AW: Beginnt Engagement und Wichtigsein erst ab 50h / Woche?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Mir hat ein Vorgesetzter mal vorgeworfen das ich nicht 100% geben würde.
    Darauf habe ich im geantwortet:
    "Stimmt, nur die 60% die ich hier bezahlt bekomme."
    life is all about
    finding people who
    are your kind of
    CRAZY

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    AW: Beginnt Engagement und Wichtigsein erst ab 50h / Woche?

    hi!
    @graupapagei: du kannst meine gedanken lesen, genau zu diesem Thema wollte ich posten
    Ich hatte bis Ende März diesen Jahres einen 30 Stunden/Woche Job, der allerdings in im "Dauerbetrieb" auf 50 Stunden/Woche ausgeartet ist (Telekommunikationsbranche, mehr brauch ich eh nicht zu sagen) . Habe dann gekündigt und hab mir einen 38,5 Stunden/Woche Job in einer ruhigeren Branche gesucht. Ich dachte mir lieber regelmässig 38,5 Stunden als dauernd 50 und mehr Stunden. Tja und was weiss ich jetzt was ich vorher nicht wusste? Diese 38,5 Stunden sind schon wieder keine echten sondern es werden mehr und mehr mehr.....
    Es ist echt zum kotzen. ich bin motiviert und engangiert (glaub ich jedenfalls) aber ich will einfach nicht dauernd Überstunden machen müssen. das Wirklich schlimme ist ja: auch in der neuen Firma wird es halt gerne gesehen wenn man erst nach 17 Uhr nach Hause geht. nur mit kind ist das nicht so einfach.....
    tja lösung weiss ich auch keine, sorry mein posting hilft jetzt sicher niemandem, ist auch etwas wirr.
    lg smuek

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    AW: Beginnt Engagement und Wichtigsein erst ab 50h / Woche?

    Schwierig.
    1) Es ist ganz klar, dass es Leute gibt, die in 50 Stunden weniger schaffen als andere in 35 - aber das ist nicht unbedingt die Regel.
    Und wenn man mit ihnen zusammenarbeitet kennt man auch diese Pappenheimer bald

    2) Wer wirklich 10 Stunden am Tag arbeitet braucht wirklich mehr Pausenzeit - weil jeder Mensch alle paar Stunden eine Pause braucht. Auch: Es IST schwierig Arzttermine, Behördengespräche etc. außerhalb der Arbeitszeit zu legen, wenn man 10 Stunden/Tag im Betrieb ist.

    3) Anderseits: Es geht auch generell eine Menge Zeit für Übergaben, Informieren und Einlesen drauf. Wenn jeder, der in der Abteilung arbeitet, die Info xy bekommen muss, dann fallen halt bei den 20 Stunden-Teilzeitarbeitern eben 10 % der Arbeitszeit dafür an, bei den 50-Stundlern eben nur 4 %. Auch fällt nicht so viel Kommunikation mit anderen an etc. Da kann man schon mal um 16:00 Uhr eine Kaffeepause machen und man arbeitet immer noch effizienter.

    4)Was nicht zu unterschätzen ist: Es IST für Vollzeitkollegen lästig, immer die einzelnen Teilzeitstundenpläne im Kopf zu haben.
    Also: Wenn ich weiß, dass ich übermorgen x machen muss und dafür die Info y von Mitarbeiter A brauche und die Info z von Mitarbeiter B, dann rufe ich die beiden einfach der Reihe nach an - sofern sie denn beide heute arbeiten. Wenn aber einer nur Montags arbeitet und der andere nur Vormittags und ich evtl. nach der Info z nochmals mit Mitarbeiter A sprechen muss, dann wird das eine Aktion, die geplant werden muss. Wir haben auch Abteilungen, da trifft man nach 16:00 Uhr niemanden mehr - ist wirklich lästig, wenn es eben mal ein dringendes Problem gibt.

    5) Gerade bei verantwortungsvollen Arbeiten fallen die Probleme halt eben nicht nur dann an, wenn die Teilzeitarbeitenden gerade im Betrieb sind - und dann darf jemand, der eben nur grob informiert ist, das Gespräch mit dem schreienden Kunden führen.

    6) Meiner Erfahrung nach ist es einfach so, wenn jemand seine
    Arbeit gut macht und verantwortungsbewusst arbeitet, dann wird es immer mehr - weil eben jeder weiß, dass an dem Telefon jemand sitzt, der einem hilft.

    7) Tja und nach all den Überlegungen: Wenn ich in einen fremden Betrieb kommen würde und nun ad hoc sagen müsste, wo die Leute sind, die "die Bude am laufen halten" dann würde ich auch schauen, wo um 19:00 Uhr noch Licht brennt - wobei ich sicher einigen wirklich unrecht tun würde. Es gibt Leute, die sind so gut, die schaffen in 35 Stunden wirklich das gleiche, wie andere in 50. (Aber die werden dann so lang befördert, bis sie eben auch wieder an IHRE Leistungsgrenze kommen) und es gibt andere, die nur den gepflegten Büroschlaf wollen - aber das sind Ausnahmen.

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