Hallo, ich brauch mal euren Rat.
Seit 8 Monaten arbeite ich stundenweise in einer neu eröffneten Niederlassung eines Grosshändlers. Für 6 Monate bekam mein Chef für mich eine Einarbeitungspauschale vom Arbeitsamt.
Seit März ist diese Sonderzahlung beendet. Nun mault mein Chef, dass die Vertriebszahlen in seinen Augen nicht stimmen, soll heißen, die neue Niederlassung schreibt noch keine "schwarzen Zahlen".
Er macht Druck und erwartet von mir, dass ich unbezahlte Mehrarbeit leiste um, wie er sagt, mehr Zeit zur Verfügung zu haben, damit die, von ihm erwarteten, Umsätze stimmen.
Ich sehe sein Anliegen nicht ein. Mehrarbeit ist ok, aber mit vollem Lohnausgleich. Ich habe jetzt nur ein geringes Bruttoeinkommen und fahre an jedem Arbeitstag 50 km mit dem Auto um zur Arbeit bzw. nach Hause zu fahren.
Wenn ich nun noch unbezahlte Mehrarbeit leiste, dann wird mein Job zum Hobby und ich bringe noch Geld mit.
Was würdet ihr an meiner Stelle machen!
Liebe Grüße
shoanna01
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Ergebnis 1 bis 10 von 19
Thema: Unbezahlte Mehrarbeit
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04.05.2007, 23:51
Unbezahlte Mehrarbeit
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05.05.2007, 00:07Inaktiver User
AW: Unbezahlte Mehrarbeit
Der will doch nur auf deinem Rücken die Sonderzahlung kompensieren, die er nicht mehr bekommt.
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05.05.2007, 00:16
AW: Unbezahlte Mehrarbeit
Was steht denn in deinem Arbeitsvertrag dazu?
Zitat von Shoanna01
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05.05.2007, 06:30
AW: Unbezahlte Mehrarbeit
Hallo shoanna,
Guter Hinweis.
Zitat von BlauerHimmel
In meinem Arbeitsvertrag steht beispielsweise, dass ich eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 40 Stunden habe und das ich in einem "Vertrauensarbeitszeitmodell" arbeite. Keine Stechuhr, keine Überstunden.
Ich arbeite ca. 45-50 Stunden die Woche. Aber - dank meines Vertrags - komme ich nicht auf die Idee nach vollem Lohnausgleich zu fragen. Statt dessen haben wir im Unternehmen regelmäßig Diskussionen über Auslastungen. Das Ziel dieser Gespräche ist, die Auslastung so "einzustellen", dass eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 40 Stunden heraus kommt.
Ich finde es legitim, wenn ein Chef offen und ehrlich sagt, dass der Laden nicht profitabel ist. Man sollte dann in einem Gespräch klären mit welchen Maßnahmen man die Rentabilität erhöhen kann. Dabei müssen gegebenen Randbedingungen erfüllt bleiben. Randbedingungen solltest Du dabei priorisieren.
Beispiel: Mir ist es zur Zeit relativ egal, ob ich 40 oder 50 Stunden die Woche arbeite - das ist aber meine persönliche Entscheidung, basierend auf meiner aktuellen Situation. Mein Arbeitsumfeld und Karriereaussichten sind mir jedoch sehr wichtig. So ergibt sich für mich eine "Rangfolge" der Randbedingungen.
Einen Haken hat dieses Vorgehen jedoch: Es hilft ungemein wenn der Chef bereit ist, offen über die Geschäfte zu reden.
Aber grundsätzlich stelle ich mir die Frage: Was kann ich tun, damit es meinem Arbeitgeber gut geht? Denn wenn es meinem Arbeitgeber gut geht, geht es mir auch gut.
Also: Kannst Du zu Deinem Chef gehen und mit ihm klären, vor welchen Herausforderung die Firma steht? Vielleicht könnte ja auch ein Modell funktionieren, bei dem Du Dich am Unternehmenserfolg beteiligen lässt. Das heißt, dass Du mit Deinem Chef über einen variablen Gehaltsanteil verhandelst, auf dessen Basis Deine Mehrarbeit vergütet wird. Es gibt viele Möglichkeiten.
Persönlich finde ich jedoch eine Haltung nicht gut, bei der der Arbeitnehmer genau nach seiner geplanten Tagessarbeitszeit den "Stift fallen lässt". Arbeitszeiten und Arbeitsverhältnisse müssen "atmen" können - manchmal zugunsten des Arbeitgebers, manchmal zugunsten des Arbeitnehmers.
Grüße,
Thomas
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05.05.2007, 10:31
AW: Unbezahlte Mehrarbeit
Ich glaube dieser Punkt ist wichtig, nämlich, dass sie stundenweise dort arbeitet und auch bezahlt wird. Eine Arbeit die nur stundenweise bezahlt wird, kann man ja nicht mit einem normalen Arbeitsvertrag vergleichen.
Zitat von Shoanna01
Ich arbeite neben meinem Studium als Kinderfrau und werde dort auch stundenweise bezahlt. Ich würde auch komisch gucken, wenn mir die Mutter sagen würde, so Du bist heute 8 Stunden da und bekommst aber nur 6 Stunden bezahlt.Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.
(von John Lennon)
Ich will selbst den Herren machen,
Mag nicht länger Diener sein.
(Mozart - Don Giovanni)
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05.05.2007, 10:49
AW: Unbezahlte Mehrarbeit
Das ist juristisch gesehen nicht richtig. Auch über eine stundenweise Tätigkeit gibt es einen (möglicherweise mündlich geschlossenen) Arbeitsvertrag. Wenn vorher also abgesprochen war, dass Überstunden abgegolten oder nicht abgegolten werden, gilt dies als vereinbart. Falls nichts dementsprechendes vereinbart wurde, gelten die gesetzlichen Regelungen.
Zitat von Datakrfj
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05.05.2007, 10:52
AW: Unbezahlte Mehrarbeit
Das ist natürlich richtig, aber für mich macht es schon einen Unterschied ob ich für eine Vollzeitstelle Überstunden mache, oder ob ich bei einer Stelle Überstunden mache, wo ich erstens vielleicht noch nicht mal genau weiß, was ich am Ende des Monats raus bekomme, weil ja nur stundenweise bezahlt wird und keine festen Stunden für den Monat vereinbart wurden und ich vielleicht sowieso nur wenige Stunden pro Woche dort arbeite.
Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.
(von John Lennon)
Ich will selbst den Herren machen,
Mag nicht länger Diener sein.
(Mozart - Don Giovanni)
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05.05.2007, 18:26Inaktiver User
AW: Unbezahlte Mehrarbeit
Wenn das wirklich so ist, ist es ja prima.Denn wenn es meinem Arbeitgeber gut geht, geht es mir auch gut.
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05.05.2007, 19:16Inaktiver User
AW: Unbezahlte Mehrarbeit
Shoanna,
mein erster Reflex: Raus da bzw. such Dir einen AG, der NICHT über deinen Lohn jammert.
Sorry, aber: AG hat doch gerade mindestens 50 Prozent Lohnzuschuss bekommen - und echauffiert sich dann drüber, wenn er dir den vollen Lohn zahlen muss? Da hat einer im Budget Mist gebaut, würde ich da sagen.
Entweder, ein AG kann sich einen AN leisten. Oder nicht. Ganz einfach. Auch ein AN hat nix zu verschenken.
Pass bitte auf die Lohnabrechnung auf. Und auch darauf, dass die Lohnzahlung pünktlich erfolgt.
Und: Die meisten AGs, die ich kenne, interpretieren das flexible Lohnmodell sehr für sich. ANs dürfen gerne Überstunden ableisten, Wochenendschichten schieben, wenn es aber darum geht, im Hochsommer eine Stunde früher in ruhigeren Zeiten zu gehen, wird rumgezickt. Etwas einseitig, die Geschichte.
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05.05.2007, 19:17Inaktiver User
AW: Unbezahlte Mehrarbeit
@ Kopfkissen,
Deinen Punkten würde ich so zustimmen, aber NICHT im vorliegenden Fall.


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