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    Sehr unglücklich mit meinem Job - welche Perspektive habe ich?

    Hallo Leute, ich hoffe hier auf Unterstützung, Begleitung oder auch auf Lösungen. Aber natürlich weiß ich, dass ihr keine Zauberkräfte habt, also ist mir schon geholfen, wenn ich mich hier mit euch austauschen kann, weil ich das sonst nirgends so wirklich kann.

    Heute ist der Tag, an dem ich einfach sowas von resigniert realisiere, dass es so – unter diesen Umständen und mit den (Nicht)Perspektiven, die ich habe – nicht weitergehen kann. Ich muss was tun, ich muss überlegen, was ich ändern kann, damit es mir besser geht. Und wenn es auch nur die Aussicht darauf ist, dass sich in absehbarer Zeit was ändert, dann würde mir das auch schon helfen. So schaffe ich es jedenfalls nicht mehr.

    Es geht um meinen Job. Ich bin schon seit Jahren sehr sehr unglücklich.
    Als sich dieses Unglücklichsein zum ersten Mal gezeigt hat, dachte ich mir, das ist eben so, Arbeit muss nicht Spaß machen, Hauptsache, ich kriege meinen Gehalt. Und ich dachte auch, dass es vielleicht nur eine Phase, eine Art Motivationstief ist.
    Aber es ist leider in den letzten drei Jahren immer nur schlimmer geworden und nicht mehr besser. Ich kann nicht mehr. Ich kann nicht mehr arbeiten. Ich bin wie gelähmt. Das ist so schlimm für mich, weil mich mittlerweile wahrscheinlich alle für ein faules Miststück halten. Aber ich kann einfach nicht.

    Ich nehme mir jeden Tag wieder vor, durchzubeißen, nicht nachzudenken und einfach zu machen, aber sobald ich mein Büro betrete, legt sich diese bleierne Schwere auf mich und es ist für mich schier unmöglich, auch nur die einfachsten Dinge zu erledigen.

    Ich hasse mein Arbeit sooo sehr, dass ich jeden Tag frustriert und ausgelaugt nach Hause komme, obwohl ich gerade mal so das Minimum getan hab. Dann hab ich trotzdem immer das Gefühl, ich müsste mich jetzt für den „harten“ Tag belohnen, das heißt, ich muss in meiner Freizeit ganz viel kompensieren. Ich belohne mich mit einem guten Essen, mit einem Glas Wein, mit Ausflügen usw, es muss immer irgendwas „Besonderes“ sein. Ich kann nicht einfach mal nur einen Abend lang mit einem guten, erfüllten Gefühl auf der Couch liegen und alle Fünfe gerade sein lassen, weil ich dann das Gefühl habe, dass es ein komplett verlorener Tag ist.

    Von Montag bis Donnerstag also bin ich quasi 10 Stunden (Freitag Gottseidank nur den halben Tag) mit etwas beschäftigt, was ich wirklich abgrundtief verabscheue und hasse.

    Vielleicht muss ich dazu erklären, dass ich keinen „normalen“ Bürojob mache. Ich habe leider einen Job, bei dem man ganz viel Herzblut und Engagement zeigen sollte, es braucht hier kreative Köpfe, die sich für dieses Thema, das ich bearbeiten muss, interessieren und auch wahnsinnig viel Energie darin investieren. Wie gesagt, für mich leider, für andere, denen dieses Thema am Herzen liegt, wäre mein Job wahrscheinlich ein Lottosechser.

    Das bringt mich schon zum nächsten Punkt. Ich hab so ein schlechtes Gewissen. Ich weiß, dass meine Arbeit alles andere als „hart“ oder gar unzumutbar ist und ich weiß, dass es so viel Bessere dafür gäbe und ich würde meinem Chef nichts mehr auf dieser Welt wünschen, als dass ich endlich einen anderen Job finde und er diese Stelle mit jemandem besetzen kann, der das Ganze mit Ehrgeiz und Herzblut bearbeitet.

    Aber ich finde nichts. Ich bin auf meinen Gehalt angewiesen, ich kann es mir nicht leisten, weniger zu arbeiten oder jetzt noch (ich bin 39) eine Ausbildung anzufangen. Ich habe finanzielle Verpflichtungen zu erfüllen und einen Lebensstandard, der momentan das Einzige ist, das mich aufrecht hält. Würde ich hier finanziell etwas verlieren, würde es mir noch schlechter gehen.

    Fakt ist, ich fühle mich in meiner Arbeit so unwohl, dass ich am liebsten davonlaufen würde. Alle um mich herum, meine KollegInnen, sind so begeistert von dem Thema und mich widert dieses Thema einfach nur an. Ich hab absolut nix dafür übrig, kann mich null damit identifizieren und ich kann nicht so tun, als würde ich das, was ich machen muss, als wichtig oder essentiell empfinden. Das ist es für mich nicht. Ich fühle mich total fehl am Platz.

    Ich habe auch nicht den Anspruch, dass meine künftige Arbeit (sollte ich jemals eine andere finden ) mega anspruchsvoll oder spannend sein muss. Am liebsten wäre mir zwar schon etwas Kommunikatives, etwas mit KundInnenkontakt, weil ich gut mit Leuten kann, aber ich hätte auch kein Problem, Bescheide auszustellen oder Förderungen abzuwickeln. Irgendwas, wo ich nicht quasi ein „Freak“ sein muss, um mich damit zu identifizieren. Irgendwas normales, mit normalen Leuten, die so sind wie ich, mit denen ich mich auch mal über etwas anderes als die Arbeit unterhalten kann und für die die Arbeit nicht ihr einziger Lebensinhalt ist.

    Versteht mich nicht falsch, meine KollegInnen in der Abteilung sind super lieb und nett, so etwas wie Gezicke oder Intrigen gibt es bei uns nicht und das weiß ich natürlich sehr zu schätzen. Aber wie gesagt, wir schwimmen auf komplett unterschiedlichen Wellen. Ich kann nicht nachvollziehen, wie man sich so wie sie für dieses Thema engagieren kann und wahrscheinlich werden sie wiederum nicht verstehen, was ich überhaupt dann auf so einer Position wie der meinen mache.

    Vielleicht noch eine wichtige Information. Ja, es mag vielen sauer aufstoßen, aber ich arbeite im ÖD und ich bin so dankbar und froh um die Rahmenbedingungen, die sich mir bieten. Ich bin fix verbeamtet und ich möchte unter keinen Umständen diesen Status aufgeben. Also versuche ich eben schon seit geraumer Zeit, mich intern auf andere Stellen zu bewerben. Bisher leider ohne Erfolg. Entweder ich hatte die entsprechenden Qualifikationen nicht (im ÖD wird natürlich ganz viel im Bereich Rechnungswesen und Buchhaltung gesucht und diese Ausbildung habe ich nicht) oder keine Ahnung – vielleicht hat es sich schon herum gesprochen, dass ich faul und unengagiert bin??! Davor fürchte ich mich eh am meisten. Denn ich bin das eigentlich nicht. Ich hatte letztes Jahr eine Zeit lang im Coronazentrum ausgeholfen und da war sooo immens viel zu tun und obwohl mich das stresstechnisch wirklich an meine Grenzen gebracht hat (weil total chaotisch und ständig wechselnde Schichten und Bedingungen), habe ich diese Arbeit zehntausendmal lieber gemacht als die, die ich jetzt mache.

    Also, ich KANN arbeiten und ich habe auch nicht den Anspruch, dass mich meine Arbeit komplett erfüllen muss. Aber ich möchte etwas tun, was für mich zumindest irgendeinen Sinn hat und gaaanz weit weg von dem Thema ist, das ich jetzt bearbeite. Ich möchte einfach eine normale Arbeit. Klar, auch dann würde ich wahrscheinlich immer wieder mal demotiviert sein oder mal angepisst, das geht doch glaub ich jedem mal so. Aber ich müsste mich nicht mehr verstellen und ich käme mir auch nicht vor wie ein Schmarotzer, der sein Geld kassiert, ohne mit echtem Engagement bei der Sache zu sein. Denn das fühlt sich alles andere als gut an.

    Was sagt ihr zu meinem Problem? Könnt ihr mir Tipps geben? Was kann ich verändern? Wo kann ich ansetzen? Gibt es Mittel und Wege, sich selbst zu überlisten, damit ich meinen Job noch länger machen kann, obwohl mich alles daran anwidert? Ich brauche einfach soo dringend irgendeine Perspektive, die mich aufrecht hält, ich hab das Gefühl, ich bin kurz vor dem Zusammenbruch.

    Oh Gott, sorry, es ist soo lang geworden, aber es hat gut getan, sich mal alles von der Seele zu schreiben und ich hoffe echt auf Rat und Unterstützung. Danke euch schon mal im Voraus!

  2. Inaktiver User

    AW: Sehr unglücklich mit meinem Job - welche Perspektive habe ich?

    Kannst Du das Problem mal in zwei Sätzen zusammenfassen? Das wäre schon allein für Dich hilfreich.

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    AW: Sehr unglücklich mit meinem Job - welche Perspektive habe ich?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Kannst Du das Problem mal in zwei Sätzen zusammenfassen? Das wäre schon allein für Dich hilfreich.
    Ich bin sehr unglücklich mit meinem Job. Ich habe keine Perspektive.

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    AW: Sehr unglücklich mit meinem Job - welche Perspektive habe ich?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Kannst Du das Problem mal in zwei Sätzen zusammenfassen? Das wäre schon allein für Dich hilfreich.
    Und ja, für mich ist es vielleicht hilfreich, aber für die community? Sie würde wohl nicht viel daraus ableiten können, wenn ich hier nur die zwei Sätze geschrieben hätte. Deshalb habe ich ein bisschen Hintergrundinformation mit reingepackt, um vielleicht ein Gefühl zu vermitteln, wie es mir geht. Ich weiß, es ist sehr lang geworden, entschuldige dafür.

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    AW: Sehr unglücklich mit meinem Job - welche Perspektive habe ich?

    Zitat Zitat von andratuttobene Beitrag anzeigen
    Ich bin fix verbeamtet und ich möchte unter keinen Umständen diesen Status aufgeben.
    ....
    ..... und einen Lebensstandard, der momentan das Einzige ist, das mich aufrecht hält.
    Liest sich grauenhaft. Arbeit und Geld ist nicht alles. Du brauchst einen Plan. Vielleicht sogar auf dein sicheres, bequemes ÖD-Netz verzichten. Finde raus, was dir Spaß machen könnte und ob es dazu eine Arbeit gibt … wälze eventuell dein Leben und deine Ansichten um. Alles ist besser, als in einem ungeliebten Job zu verschimmeln. Könntest du das? Diese Herausforderung angehen? Hast du Kinder?

    Zitat Zitat von andratuttobene Beitrag anzeigen
    Gibt es Mittel und Wege, sich selbst zu überlisten, damit ich meinen Job noch länger machen kann, obwohl mich alles daran anwidert?
    Krank werden.
    Und hiermit küre auch ich die Verlogenheit des Jahrzehnts:

    "Hallo, schön dass Sie da sind!..."

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    AW: Sehr unglücklich mit meinem Job - welche Perspektive habe ich?

    Ich verstehe nicht das du nicht offen mit deinem vorgesetzte darüber sprichst.

    Der wurde ja auch froh sein, wenn jemand anderes deine Stelle hat und mehr als "minimum" macht.
    Betrunken flirten ist wie hungrig Einkaufen gehen.

    Man geht mit Sachen nach Hause, die man eigentlich gar nicht will
    .

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    AW: Sehr unglücklich mit meinem Job - welche Perspektive habe ich?

    .
    Geändert von roderic (17.11.2021 um 21:39 Uhr)

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    AW: Sehr unglücklich mit meinem Job - welche Perspektive habe ich?

    Zitat Zitat von andratuttobene Beitrag anzeigen
    Ich bin sehr unglücklich mit meinem Job. Ich habe keine Perspektive.
    Der erste stimmt. Der zweite meiner Meinung nach nicht. Da müsste stehen: ich hätte gerne einen anderen, bin aber nicht gewillt, etwas von dem aufzugeben, was ich jetzt habe: Geld, Sicherheit, Verbeamtung mit allem, was da an Vorteilen dazugehört.

    Schon toll, dass man heute auf einem handtellergroßen Hochleistungscomputer
    mit nanobeschichtetem Glas, Touchscreen und Lithium-Ionen-Akku
    ins Internet schreiben kann, dass man nicht an Wissenschaft glaubt.

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    AW: Sehr unglücklich mit meinem Job - welche Perspektive habe ich?

    Hast du dich bisher nur intern beworben oder auch abei anderen Behörden? Es wird ja auch im ÖD andere Institutionen geben.

    Ich verstehe schon, welche Vorteile dein Job bietet, aber vielleicht siehst du dich wirklich mal außerhalb dieses Nests um. Kann sein, dass du deinen Beamtenstatus verlierst, aber so verlierst du weiterhin deine Lebensfreude. Und ganz ehrlich, die ist um nichts in der Welt zu ersetzen.

    Also, raus auf den freien Arbeitsmarkt.
    "...es gibt höchstens hoffnungslose Menschen, aber nie hoffnungslose Situationen..."
    Sprichwort auf Oxtorne


    Willst du Gott zum Lachen bringen, erzähle ihm von deinen Plänen.

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    AW: Sehr unglücklich mit meinem Job - welche Perspektive habe ich?

    Zitat Zitat von Unendlichkeit Beitrag anzeigen
    Kann sein, dass du deinen Beamtenstatus verlierst, aber so verlierst du weiterhin deine Lebensfreude. Und ganz ehrlich, die ist um nichts in der Welt zu ersetzen.


    Wie alt bist du denn? Kannst du dir vorstellen, ein paar Sachen über den Haufen zu werfen (betoniertes Sicherheitsbedürfnis)?
    Was hast du gelernt, was kannst du gut, wofür brennst du?
    Und hiermit küre auch ich die Verlogenheit des Jahrzehnts:

    "Hallo, schön dass Sie da sind!..."

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