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    verwirrt Von Teil- in Vollzeit wechseln

    Hallo,

    ich weiß gerade nicht, ob ich mich unter emotionalen oder rationalen Gesichtspunkten für einen Jobwechsel von Teil- in Vollzeit entscheiden soll.

    Stand jetzt:

    - Schulverwaltung / Schule / Alleinkraft Grundschule / Ferien größtenteils frei
    - 15 Stunden-Woche (Arbeitszeit ist fix wegen der Schulform und der Schüleranzahl)
    - Verdienst etwa 1100 Euro brutto
    - Arbeitsstätte 2 Minuten zu Fuß
    - sehr sehr gutes Arbeitsklima, meine Chefin und das Kollegium sind Bombe
    - hatte vor dieser Tätigkeit eine sehr schlimme Mobbingerfahrung mit einem Dreigestirn vom Feinsten


    Möglichkeit ab August 2021

    - Schulverwaltung / Schule / Alleinkraft weiterführende Schule / Ferien größtenteils frei
    - 39 Stunden-Woche (Arbeitszeit ist fix wegen der Schulform und der Schüleranzahl)
    - Verdienst etwa 3100 brutto
    - Arbeitsstätte 45 Minuten mit dem Fahrrad / Bahn fällt leider zu oft aus
    - Chef und Zweitchef machten auf mich einen sehr guten Eindruck


    Weitere Infos:

    Mein Mann ist der Hauptverdiener, wir haben eine 11-jährige Tochter, die davon profitiert, dass ich soviel Zeit für sie habe (Distanzunterricht konnte ich komplett unterstützen), die Miete ist günstig, uns geht es finanziell gut ohne dass ich mehr arbeiten müsste.

    ABER

    In einer aktuellen Diskussion hier im Forum ging es um Altersarmut. Wenn mein Mann und ich uns trennen würden, müsste ich später Flaschen sammeln und da habe ich nicht wirklich Lust drauf.

    Oder anders gesagt, ich möchte finanziell wieder unabhängig sein und mein eigenes Süppchen kochen. Dazu muss ich so langsam wieder eine Vollzeitstelle annehmen was ich generell nicht hochproblematisch finde

    DENNOCH

    machen mir zwei Sachen die Entscheidung eines baldigen Wechsels schwer:

    Meine 11-jährige Tochter hat zwei kurze Tage die Woche in der Schule. Sie kann theoretisch alleine Zuhause bleiben. Leider ist sie, ich würde es schon so nennen, eine Außenseiterin. D.h., sie ist ständig alleine und darüber nicht glücklich, Freundschaften halten nicht.
    Wenn sie Nachhause kommt ist sie froh, dass ich da bin und sie mir ihren Frust erzählen kann.
    Ich möchte dieses Thema nicht vertiefen, wir arbeiten seit langer Zeit daran und haben bis jetzt keinen Erfolg gehabt (Therapie, Beratungsstelle, schulpsych. Dienst, Gespräche mit Lehrern...). Ich hätte es sehr gerne anders für sie und sie leidet ziemlich unter ihrem Alleinsein. Wenn ich dann auch noch den ganzen Tag weg bin...

    Dann die jetzige Arbeitsstelle mit 15 Wochenstunden. Ich liebe diesen Job. Ein besseres Miteinander in einer anderen Schule ist kaum vorstellbar.

    Nie im Leben würde ich diesen Job an den Nagel hängen, wenn ein Geldkoffer vom Himmel fiele oder mir ein unbekannter Erblasser ein Vermögen hinterließe.

    Also rein emotional fällt mir der Gedanke eines Jobwechsels sehr schwer.

    Wenn ich mir allerdings meinen Rentenbescheid anschaue, bleibt mir nichts anderes übrig als so langsam in die Puschen zu kommen und wie früher, Vollzeit zu arbeiten.

    Ich wiederhole noch mal, jetziger Arbeitsplatz ist auf 15 Wochenstunden festgenagelt (seltsame Regelungen im Schulbereich).

    Letztes Jahr hatte ich noch eine weitere Schule dazu genommen = 30 Wochenstunden und nur noch ein hin- und hergerenne zwischen zwei Schulen. Das ist also keine Option mehr.

    Wie würdet Ihr Euch entscheiden?

    Bin auf Eure Ansichten gespannt.

    Eine Bitte: bleibt sachlich und schildert, warum Ihr wie entscheiden würdet.

    Es gibt leider einige Forenteilnehmer, die andere Forenteilnehmer vehement angehen.

    Lieben Dank!

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    AW: Von Teil- in Vollzeit wechseln

    Ich habe lange Teilzeit gearbeitet - viel zu lange de facto (war möglich, weil mein Vater viel Geld fließen hat lassen*). Meine Pension wird mager ausfallen, obwohl ich noch 22 Jahre vor mir habe.

    Ich bin allerdings schon immer Alleinerzieherin und muss mich und Tochter finanzieren (bald dann auch das Studium der Tochter).

    Ich denke, es sollte jede Person möglichst auch alleine über die Runden kommen - eben auch in Bezug auf die Pension (natürlich unter Berücksichtigung ind. Lebensumstände wie Behinderung usw.).

    Ich arbeite nun seit letztem Jahr endlich Vollzeit - vorher zwischen 20 und 35 Stunden.

    Zufriedenheit im Job ist ein hohes Gut. Wenn du eine Möglichkeit siehst dein individuelles Risiko der Altersarmut abzufedern und in Teilzeit zu bleiben - warum nicht. Dafür wird aber wohl eine gemeinsame, möglichst krisensichere Lösung mit deinem Mann konstruiert werden müssen.

    * Ich bin meinem Vater sehr dankbar dafür, aber es hat auch Schattenseiten - Geld ist nicht neutral. Im Rückblick würde ich mich rascher und entschlossener auf eigene Beine stellen.
    Never be afraid, never.

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    AW: Von Teil- in Vollzeit wechseln

    ich kann nur für mich sprechen: ich habe mein ganzes arbeitsleben (mittlerweile 40 jahre) voll durchgearbeitet. elternzeit bei der grossen: 6 monate. bei der kleinen: 1 1/4 jahre.

    ich konnte es mir wirtschaftlich nicht leisten teilzeit zu arbeiten. bzw. bei der grossen gabs noch nicht mal die möglichkeit aus der elternzeit kommend auf teilzeit zu gehen.

    ich konnte es mir "leisten" mich vom vater der kinder zu trennen als es nicht mehr möglich war mit ihm zusammen zu leben.

    und ich bin froh und dankbar dass ich da unterstützung bei der kinderbetreuung hatte um im beruf bleiben zu können.

    aussage meiner grossmutter, die zwei weltkriege erlebt hat: bekomme nur soviele kinder wie du alleine grossziehen kannst.

    und der blick auf den rentenzettel- ist grund genug da in wallung zu kommen.

    meine meinung: was lebe ich, gerade bei töchtern, meinen kindern vor? frauen zuhause, an den herd und an den waschtrog??
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

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    AW: Von Teil- in Vollzeit wechseln

    Hmm, also ich würde den Vollzeitjob annehmen. Deine Tochter ist kein kleines Kind mehr und kann auch ein paar Stunden alleine zu Hause bleiben. Und wenn du wieder da bist, kann sie sich immer noch bei dir auskotzen...
    Hat sie keine Hobby-Aktivitäten, die sie nachmittags machen kann? Dann wäre die Zeit schneller rum ...
    Wenn wir Narben haben, heißt es, dass die Wunden verheilt sind

    (Thomas D.)

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    AW: Von Teil- in Vollzeit wechseln

    Zitat Zitat von Hollabackgirl Beitrag anzeigen
    In einer aktuellen Diskussion hier im Forum ging es um Altersarmut. Wenn mein Mann und ich uns trennen würden, müsste ich später Flaschen sammeln und da habe ich nicht wirklich Lust drauf.


    Wenn ich mir allerdings meinen Rentenbescheid anschaue, bleibt mir nichts anderes übrig als so langsam in die Puschen zu kommen und wie früher, Vollzeit zu arbeiten.
    Letzteres war der Hauptgrund für mich, aufzustocken.
    Viele Dinge fallen mir einfach so zu,.......Augen zum Beispiel.

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    AW: Von Teil- in Vollzeit wechseln

    durchaus möglich dass sich deine tochter in dieser situation weiterentwickelt und selbständiger wird.

    gib ihr diese möglichkeit.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

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    AW: Von Teil- in Vollzeit wechseln

    Hollabackgirl, das ist sicher keine leichte Entscheidung.

    Was sagt denn dein Mann dazu? Könnte er sich vorstellen, den Rentenverlust, den du zweifelsohne erleidest, irgendwie aufzufangen? Dafür gibt es viele Möglichkeiten. Viele Finanzberater*innen haben sich auf Frauen spezialisiert.
    Er könnte z.B. einen monatlichen Ausgleich für dich auf einen Sparfond einzahlen. Du möchtest ja auch weniger arbeiten, weil eure gemeinsame Tochter "Probleme" hat.

    Wenn das nicht möglich ist, dann wird es schwierig. Ich habe mich mit Ende 30 von meinem Mann getrennt und wegen meiner beiden Kinder immer Teilzeit (30 Stunden) und dazu in oft auch noch schlecht bezahlten Jobs gearbeitet. Jetzt, mit 56, kommen mir die Tränen, wenn ich an meine Rente denke - obwohl ich seit vielen Jahren wieder Vollzeit arbeite wird dies das Loch nicht stopfen.

    Meine Freundinnen und ich, viele in ähnlichen Situationen, sinnieren oft darüber, wie ungerecht die Welt doch ist - vor allem für die Mütter.

    Vielleicht kannst du die Vollzeitstelle erstmal annehmen und wenn du merkst, dass es zu viel ist, reduzieren? Schulsekretärinnen teilen sich oft die Jobs. Hast du schon einmal was von Brückenteilzeit gehört? Ein interessantes Modell.

    Ich wünsche dir eine gute Entscheidung.
    Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos...

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    AW: Von Teil- in Vollzeit wechseln

    Zitat Zitat von bazeba Beitrag anzeigen
    Ich habe lange Teilzeit gearbeitet - viel zu lange de facto (war möglich, weil mein Vater viel Geld fließen hat lassen*). Meine Pension wird mager ausfallen, obwohl ich noch 22 Jahre vor mir habe.

    Zufriedenheit im Job ist ein hohes Gut. Wenn du eine Möglichkeit siehst dein individuelles Risiko der Altersarmut abzufedern und in Teilzeit zu bleiben - warum nicht. Dafür wird aber wohl eine gemeinsame, möglichst krisensichere Lösung mit deinem Mann konstruiert werden müssen.
    Bei mir ist es umgekehrt: ich habe immer Vollzeit (18 Jahre) gearbeitet, meine "Familie" konnte mich nicht unterstützen. Dann kam meine Tochter, da war ich erst alleinerziehend und seitdem in Teilzeit (11 Jahre). Der Rentenbescheid ist ernüchternd.

    Ich danke Dir für Deine Sicht der Dinge. Ja, Zufriedenheit im Job ist unbezahlbar. Durch die vorherige Mobbingerfahrung (ich wusste nicht wie schäbig und missgünstig Menschen sein können) bin ich übervorsichtig.

    Dank des Forums fange ich langsam an, mich um eine modernere Form der Altersabsicherung zu kümmern. Mich auf die Ehe verlassen möchte ich nicht.

    Wenn doch jemand eine Glaskugel reichen könnte, damit ich sehen könnte, wie es mir in dem anderen Job ergeht.

    Ich habe viel zu viel Bammel und machen mir tausend Gedanken. Genau das Gegenteil meines jüngeren Ichs.

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    AW: Von Teil- in Vollzeit wechseln

    Ja auch in Vollzeit kann der Rentenbescheid ernüchternd aussehen....

    Hallo Hollabackgirl,

    Jetzt weiß ich wieder, wer du bist, wir hatten schon mal einen schönen Austausch.

    Mir wäre der Sprung von 15h auf 39h definitiv zu groß, vorallem in Verbindung mit dem neuen Arbeitsweg.
    Gibt es keine andere Alternative?
    Ich würde es nicht machen.
    Auch ein Hamster-Rad sieht von innen wie eine Karriere-Leiter aus.

    Es reicht, was du siehst und empfindest. Das Kind muss keinen Namen haben.
    Zitat von Rezeptfrei September 2014

    LG Milk_

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    AW: Von Teil- in Vollzeit wechseln

    Zitat Zitat von Gartenzwergin Beitrag anzeigen
    Hollabackgirl, das ist sicher keine leichte Entscheidung.

    Was sagt denn dein Mann dazu? Könnte er sich vorstellen, den Rentenverlust, den du zweifelsohne erleidest, irgendwie aufzufangen? Dafür gibt es viele Möglichkeiten. Viele Finanzberater*innen haben sich auf Frauen spezialisiert.
    Er könnte z.B. einen monatlichen Ausgleich für dich auf einen Sparfond einzahlen. Du möchtest ja auch weniger arbeiten, weil eure gemeinsame Tochter "Probleme" hat.
    Mein Mann hält sich da bedeckt bzw. er weiß, wie sehr ich mich nach finanzieller Unabhängigkeit sehne und unterstützt mich auch, indem er beispielsweise das morgendlichen Kinderfrühstück zaubert, damit ich zeitig ins Büro kann.

    Zur finanziellen Unterstützung: wir haben ein gemeinsames Konto, da zwicke ich jeden Monat Geld für unsere Sparbücher ab. Er lässt mir da komplett freie Hand.


    Zitat Zitat von Gartenzwergin Beitrag anzeigen
    Vielleicht kannst du die Vollzeitstelle erstmal annehmen und wenn du merkst, dass es zu viel ist, reduzieren? Schulsekretärinnen teilen sich oft die Jobs. Hast du schon einmal was von Brückenteilzeit gehört? Ein interessantes Modell.

    Ich wünsche dir eine gute Entscheidung.
    Im öffentlichen Dienst ist es zum Glück recht einfach zu wechseln. Meine jetzige Stelle gefällt mir so gut, dass ich mich sonntags auf montags freue, krass oder?.

    Ich möchte Dir sagen, auch wenn Du Angst vor der Rente hast, dass ich größten Respekt vor Menschen wie Dir habe, die ihre Kinder alleine großziehen müssen oder großgezogen haben. Euch gebührt jeglicher Lottojackpot und Wohlstand jetzt und im Alter.

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