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Thema: Bonus/Gehalt

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    Bonus/Gehalt

    Sehr geehrte Community, ich 22 arbeite Vollzeit in einer Arztpraxis. Es war wirklich ein sehr anstregendes Jahr. Während andere im Homeoffice geschützt arbeiten konnten, war für meine Kollegen und mich alles wie sonst.

    Es hat auch echt lange gedauert, bis die Chefs den Ernst der Lage erkannten und Mundschutz und Schutzkleidung zur Verfügung stellten - zumal es heute immer noch problematisch ist und die Bitte um einen neuen Mundschutz in Diskussionen ausartet in Form von: Ich hab dir doch Dienstag schon einen gegeben. Es mussten erst 2 Mitarbeiter an Corona erkranken, bis sich was änderte.

    Wir hatten letztes Jahr keine Weihnachtsfeier. Die Chefs konnten da schon einiges an Geld einsparen. Ich hab auch durch Zufall erfahren, dass sie Coronahilfen bekamen, aber "nur" ein paar Tausend Euro, wie sie selbst sagen. Ich hatte mich schon gewunert, das sie einen Teil der Praxis renoviert hatten, aber nichts in bessere Sicherheit für uns investiert hatten, wie z. B. in die Anmeldung; ein besserer Spritzschutz usw.
    Es wurde einfach vergrößert: ein Abstellraum in ein Behandlungsraum umgewandelt, um noch mehr Patienten behandeln zu können und wieder mehr Geld reinzubekommen.

    Meine Freundin fragte mich, ob ich meinen Coronabonus schon bekommen hätte. Sie hätte ihren bekommen (Sie arbeitet auch in einer Praxis) Ich: Welchen Coronabonus?

    Meine Chefs haben uns bisher keinen Bonus ausgezahlt. Ich hab dann all meinen Mut zusammen genommen und gefragt. Meine Chefs begründen die Nichtzahlung damit, dass sie im letzten Jahr durch Corona weniger Einnahmen hatten und bitten um Verständis. Ja. Es war zwei Monate etwas ruhiger in der Praxis, die Leute kamen nicht, weil sie Angst hatten, als das ganze Anfing, das änderte sich ab Sommer aber wieder. Ich persönlich war auch nie von Kurzarbeit betroffen, hab immer mein Vollzeitgehalt bekommen. Aber ich hab auch geschuftet wie eine Irre. Ich und meine Kollegen haben wochenlang die Mittagspause durchgearbeitet, dann der psychische Druck, aber auch nichts anderes mehr als diese Arbeit zu haben, weil man sonst nichts mehr machen konnte/durfte, war schlimm und ist es immer noch. Und meine Chefs jammern, dass sie nur ein paar Tausend Euro Hilfen bekommen haben und dass sie mehr Verständnis von uns erwarten, weil es für sie auch nicht leicht wäre. Es hat auch einen guten Grund, dass sie nicht so viel Hilfe bekommen haben. Weil es Ärzte sind, die auf der Verdienstliste von Ärzten ganz oben stehen. Die Praxis läuft sehr gut und die Jahre davor muss sie auch sehr gut Geld eingebracht haben.
    Diese Praxis ist sehr auf Profit ausgelegt und es muss sie sehr treffen, dass es mal nicht soviel ist wie sonst.

    Ist das fair? Ich weiß nicht, aber ich bin einfach schrecklich enttäuscht. Ich bereue es, mich kaputt gearbeitet zu haben für Chefs, die Loyalität einfordern, es aber selber nicht sind und nur an sich denken. Vielleicht wollen sie auch wieder etwas mehr Liquide werden und der Bonus folgt noch, aber ich hab echt Zweifel. Was haltet ihr davon? Ich versuche wirklich Verständnis aufzubringen, aber es fällt mir immer schwerer.
    Geändert von IchwillnachHause (24.05.2021 um 19:01 Uhr)

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    AW: Bonus/Gehalt

    Ich weiß ja nicht wo Du lebst, aber hier in der Metropolregion Stuttgart sind gute MFA sehr gesucht und können in vielen Fällen ein übertarifliches Gehalt aushandeln. Weißt Du wie der Arbeitsmarkt in Deiner Region ist? Oft beschäftigen auch Krankenhäuser MFA . Erkundige Dich mal nach der Bezahlung dort.

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    AW: Bonus/Gehalt

    Vielen Dank für deine Antwort. Ich komme aus Niedersachsen. Ich verdiene 1.800 Euro Brutto bei 42 Stunden die Woche. Es ist wirklich nicht viel. Ich kämpfe auch schon seit Monaten/ Wochen mit mir, Stelle zu wechseln. Aber ich bin echt echt mit meiner Kraft am Ende mometan. Ich weiß nicht woher ich die Energie aufnehmen soll, neu anzufangen.

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    AW: Bonus/Gehalt

    Auch in Niedersachsen sind MFAs gesucht. Dein Gehalt bewegt sich auf Berufsanfängerniveau.

    Ich würde mich wegbewerben.

    Und : Ärzte müssen den NC schaffen und eine ziemlich lange Ausbildung absolvieren. Da ist vollkommen in Ordnung, dass entsprechend verdient wird.

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    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    Auch in Niedersachsen sind MFAs gesucht. Dein Gehalt bewegt sich auf Berufsanfängerniveau.

    Ich würde mich wegbewerben.

    Und : Ärzte müssen den NC schaffen und eine ziemlich lange Ausbildung absolvieren. Da ist vollkommen in Ordnung, dass entsprechend verdient wird.
    Das mit dem NC stimmt nicht so ganz. Viele Ärzte aus der Babyboomer-Generation sind noch per Klage oder Aufnahmegespräch - auch mit einem Schnitt um die 3,0 und schlechter - reingekommen... da habe ich mindestens 3 Beispiele in meinem Freundekreis. Nur mal so off-topic

    Meine beste Freundin ist nach dem Abi auch in einer Arztpraxis hängengeblieben, weil sie nach der Ausbildung gemerkt hat, dass der Beruf viel Spaß macht und abwechslungsreich ist.
    Sie hat mittlerweile viele Zusatzausbildungen gemacht und auch gewechselt (aber nicht oft) und verdient nicht viel weniger als ich - mit Studium
    Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos...

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    AW: Bonus/Gehalt

    Ich wurde von einem Arzt operiert, der im Erstberuf Tischler war und über zweiten Bildungsweg etc in die Medizin kam. Gerade bei einer orthopädischen Geschichte ist mir ein gelernter Handwerker da lieber als ein 1er Abiturient mit zwei linken Händen.

    Darum geht es nicht.

    Mich hat nur der sehr jammerige Ton der TE gestört. Kaputt arbeiten, mit 22?
    Und dieses "Die haben wir ja eh viel mehr Geld..".

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    AW: Bonus/Gehalt

    Es werden da wohl einige Sachen in einen Topf geworfen. Einerseits die anscheinend schlechte Bezahlung, das kann man ändern. Über den Marktwert informieren, dann hingehen und das Gespräch suchen, wenn nichts kommt, zu besseren Konditionen wechseln. Ergibt die Marktwertsondierung, dass das Gehalt im Rahmen ist: sich damit abfinden oder stark nachgefragte Zusatzqualifikationen erwerben. Stichwort: Angebot und Nachfrage.

    Auch sowas wie einen Coronabonus kann man freundlich einfordern, über die entsprechende Argumentation. Wenn es Mehrarbeit gab, dann sollte dafür ein wie immer gearteter Ausgleich stattfinden. Anscheinend ist den Ärzten nicht klar, wie sehr es euch verletzt, keine Anerkennung für euren Einsatz bekommen zu haben. Die Empathie ist gerade bei Ärzten nicht immer sehr ausgeprägt, deshalb kann man das ruhig und bestimmt durchaus mal anbringen, schadet nichts, wenn sie es lernen.

    Nur die Vergleiche bringen nichts, man neigt dann auch dazu, nur das zu sehen, was beim anderen so toll ist. Dass es wahrscheinlich massive Existenzängste gab, als in dee ersten Zeit der Pandemie die Patienten ausblieben, wird beispielsweise nicht gesehen, auch nicht die wahrscheinlich hohen Kredite, die für die Praxis zu schultern sind oder die lange Ausbildungszeit, die ja auch irgendwie kompensiert werden muss.
    Also: entweder sich abfinden oder es als Ansporn nehmen, aber nicht als Grund dafür, dass einem mehr zusteht als vertraglich vereinbart ist.
    Geändert von BlueVelvet06 (25.05.2021 um 13:25 Uhr)
    So schade, dass man erst jetzt herausgefunden hat, dass Fußballspiele
    während einer Pandemie völlig ungefährlich sind.
    Man hätte den gesamten Kultursektor retten können,
    wenn man bloß Theater und Konzerthäuser rechtzeitig mit Fußbällen versorgt hätte.

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    AW: Bonus/Gehalt

    Das hast du falsch interpretiert bzw. da triggert dich scheinbar etwas. Dass sie aus "gutem Grund" weniger Hilfen bekommen haben, wurde so von der Ärztekammer und den Ämtern kommuniziert, nach dem sie Beschwerde eingelegt hatten. Andere Firmen und Ärzte hätten vorrang. Ich gönne den Ärzten ihr Geld. Aber ausnutzen lassen musss man sich nicht. Ich muss auch zusehen wo ich bleibe. Mit 22 kann man auch überarbeitet sein. Es geht sich etwas ums Prinzip.

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    AW: Bonus/Gehalt

    Zitat Zitat von BlueVelvet06 Beitrag anzeigen
    Es werden da wohl einige Sachen in einen Topf geworfen. Einerseits die anscheinend schlechte Bezahlung, das kann man ändern. Über den Marktwert informieren, dann hingehen und das Gespräch suchen, wenn nichts kommt, zu besseren Konditionen wechseln. Ergibt die Marktwertsondierung, dass das Gehalt im Rahmen ist: sich damit abfinden oder stark nachgefragte Zusatzqualifikationen erwerben. Stichwort: Angebot und Nachfrage.

    Auch sowas wie einen Coronabonus kann man freundlich einfordern, über die entsprechende Argumentation. Wenn es Mehrarbeit gab, dann sollte dafür ein wie immer gearteter Ausgleich stattfinden. Anscheinend ist den Ärzten nicht klar, wie sehr es euch verletzt, keine Anerkennung für euren Einsatz bekommen zu haben. Die Empathie ist gerade bei Ärzten nicht immer sehr ausgeprägt, deshalb kann man das ruhig und bestimmt durchaus mal anbringen, schadet nichts, wenn sie es lernen.

    Nur die Vergleiche bringen nichts, man neigt dann auch dazu, nur das zu sehen, was beim anderen so toll ist. Dass es wahrscheinlich massive Existenzängste gab, als in dee ersten Zeit der Pandemie die Patienten ausblieben, wird beispielsweise nicht gesehen, auch nicht die wahrscheinlich hohen Kredite, die für die Praxis zu schultern sind oder die lange Ausbildungszeit, die ja auch irgendwie kompensiert werden muss.
    Also: entweder sich abfinden oder es als Ansporn nehmen, aber nicht als Grund dafür, dass einem mehr zusteht als vertraglich vereinbart ist.
    Danke für deinen Beitrag. Du verstehst besser was ich meine. Ich werde mir Gedanken darüber machen was du geschrieben hast. Liebe Grüße.

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    AW: Bonus/Gehalt

    Zitat Zitat von IchwillnachHause Beitrag anzeigen
    Das hast du falsch interpretiert bzw. da triggert dich scheinbar etwas. Dass sie aus "gutem Grund" weniger Hilfen bekommen haben, wurde so von der Ärztekammer und den Ämtern kommuniziert, nach dem sie Beschwerde eingelegt hatten. Andere Firmen und Ärzte hätten vorrang. Ich gönne den Ärzten ihr Geld. Aber ausnutzen lassen musss man sich nicht. Ich muss auch zusehen wo ich bleibe. Mit 22 kann man auch überarbeitet sein. Es geht sich etwas ums Prinzip.
    Den Coronabonus haben auch nicht alle Pflegekräfte bekommen, das nur mal am Rande.
    Etwas überarbeitet ist auch was anderes als "kaputt arbeiten".

    "Aus Prinzip" bekommt man nirgendwo eine Gehaltserhöhung.

    Wie gesagt - wegbewerben geht immer, und schwierig sollte es in deiner Branche auch nicht sein

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