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  1. Inaktiver User

    Zeitdruck ohne Ende

    Hallo Ihr Lieben,

    ich habe seit ein paar Monaten eine neue Stelle und führe dort Eignungsprüfungen durch (Tätigkeit mit Menschen)

    Aufgrund gesundheitlicher Probleme und dadurch erschwerter Jobsuche (meine andere Stelle war schon vor der Erkrankung regulär ausgelaufen und körperlich belastbar genug für eine erneute Tätigkeit in meinem alten Arbeitsbereich war ich zu der Zeit noch nicht) in meiner Heimatregion (ein Umzug war mir kräftetechnisch nicht möglich) habe ich erstmal eine Teilzeitstelle ohne weiten Anfahrtsweg und Schichtdienste angetreten. Von der Gesundheit her ist die Arbeit für mich auch problemlos machbar.

    Das Problem ist, dass ich dort unter hohem ökonomischen Druck des extrem gewinnorientierten Unternehmens stehe; ich empfinde es als schlimmer als in meinen alten Arbeitsbereichen. Ich muss hohe Standards einhalten und werde trotzdem ständig unter Druck gesetzt, die Leute schneller "abzuarbeiten" (was einfach so nicht möglich ist).

    Über die Firmensoftware kann jeder sehen, wie lange eine Person bereits wartet, wie lange ich brauche etc. Nach der Einarbeitungszeit hatte ich grade mal 4-5mal allein gearbeitet und schon wurde rumgemeckert, dass ich zu lange brauchen würde, dabei war ja schon die Theorie sehr umfangreich gewesen und man muss sich ja auch erstmal allein in die praktische Tätigkeit einfinden.

    Meine Chefin hat nicht meinen beruflichen Hintergrund und anscheinend keine Ahnung von der Komplexität der Tätigkeit, das erkenne ich an den Äußerungen: "Ich weiß ja nicht, was da im Zimmer abgeht." (denkt sie vllt., dass ich mir die Nägel lackiere????). Von mehreren KollegINNEN habe ich den Eindruck, dass sie jeden kleinen (!!!!) Fehler gleich weiter"petzen"; die oft auch einfach noch darauf beruhen, dass ich dort noch nicht lange arbeite und somit für bestimmte Sachen noch nicht die Erfahrung besitze.

    Gestern kam meine Chefin einfach ins Zimmer gestürmt, nur um zu checken, ob ich da einen Kunden zu sitzen habe oder mir vielleicht... die Nägel lackiere????

    Ich fühle mich stark psychisch belastet und kann zu Hause nur wenig abschalten. Ich träume sogar nachts von der Software (es klingt nicht nur gruselig, ist auch so). Ich habe Angst, dass ich die Arbeit in der Probezeit wieder verliere; ich bin existentiell weitgehend auf mich allein gestellt (40, Single, kinderlos).

    Was kann ich tun, um besser mit dem Druck umzugehen?

    Liebe Grüße


    Salka

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    AW: Zeitdruck ohne Ende

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Was kann ich tun, um besser mit dem Druck umzugehen?

    kündigen!

    das hält der stärkste Gaul nicht aus....

    ich würde mich nicht länger vor einen solchen Karren spannen lassen....
    Geändert von 1a2b (23.03.2021 um 15:18 Uhr)

  3. User Info Menu

    AW: Zeitdruck ohne Ende

    Wenn du nach wenigen Monaten bereits so fertig bist.... Dann bleibt dir nix anderes übrig, als eine neue Stelle zu suchen.

    Du bist noch in der probezeit.... Deine Kollegen verpetzen dich und deine Chefin ist dir auch keine Hilfe.

    Ich sehe da keine Zukunft für dich.

    Deine Frage "
    Was kann ich tun, um besser mit dem Druck umzugehen"

    Ist daher nicht wirklich zu beantworten
    Betrunken flirten ist wie hungrig Einkaufen gehen.

    Man geht mit Sachen nach Hause, die man eigentlich gar nicht will
    .

  4. Inaktiver User

    AW: Zeitdruck ohne Ende

    Vielen Dank für Eure bisherigen Antworten!

    Es ist halt für mich schwer abzuschätzen, was als Hilfsbereitschaft gemeint ist und was sich um meine "Überwachung" dreht. Nach den ersten 4-5 Arbeitstagen allein, wo meine Chefin mich angemeckert hatte, haben sie mir für für ein paar Tage in das Nachbarzimmer je eine Kollegin zum Helfen gesetzt; allerdings haben diese das sehr unterschiedlich gehandhabt, in welchem Maße sie mir helfen.

    Eine Kollegin hat leider grundlegende Sachen aus ihrem Studium vergessen und ich diskutiere mit ihr wegen selbstverständlicher Sachen; die jede/r Studierende wissen müsste, um nicht durch's Examen zu fallen. Das nervt.

    Als ich ein paar Tage in einem anderen Bereich (zum Kennenlernen einer bestimmten Abteilung) eingesetzt war, lief das alles gut mit den Kollegen dieses Bereiches und trotzdem sagt mir meine Chefin "Sie standen da so rum und ich dachte, Sie integrieren sich nicht. Das hat mir so Leid getan"

    Anstatt diese Kollegen zu fragen, ob sie gut mit mir auskommen, was definitiv der Fall war.
    Das war eine Situation, wo ich mich dann wieder erklärt habe, dass da grade Leerlauf und ich von der Technik her nichts machen konnte, da ich für bestimmte Bereiche dort nicht freigeschaltet war.

    Während eines Arbeitstages in meinem üblichen Bereich habe ich gehört, wie sie einen Mitarbeiter etwas fragte, was ich nicht verstand und er sagte: "Nein, es lief flüssig." Also hat sie schon voll negativ gefragt, wie der Tag mit mir war.

    Es wird auch kritisiert, dass ich zu viel in den Verlauf schreiben würde, dabei ist das nicht so gravierend lang, was ich schreibe. Es geht nur ums Zeitsparen, dabei schreibe ich flüssig 10 Finger und bin dadurch mindestens 3mal so schnell wie meine Kolleginnen.

    Ich habe die Stelle auch eher als Überbrückung angesehen, aktuell ist meine Gesundheit leider noch nicht für eine andere Stelle geeignet. Der Plan war ja, meine körperlichen Kräfte zu schonen, damit ich wieder in meinen alten Bereich zurückkann. Leider wird jetzt aber meine Psyche verstärkt belastet, was für meine Gesundheit auch nicht grade vorteilhaft ist.

    Eine Kündigung kann ich mir finanziell ohne Arbeitsalternative nicht leisten. Das gäbe Sperrzeit und dann müsste ich erstmal mein Erspartes aufbrauchen, um Anspruch auf HARTZ IV zu haben. Habe Ähnliches bereits durch und will das nicht nochmal. Für eine neue Bewerbungsrunde bin ich leider noch nicht fit genug. Das alles sind keine Ausreden, es ist einfach so.
    Geändert von Inaktiver User (23.03.2021 um 14:20 Uhr) Grund: Korrektur Grammatik/Rechtschreibung

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    AW: Zeitdruck ohne Ende

    Naja, wenn du bei der probezeit entlassen wirst, hast du keine sperrzeit....und so wie du berichtest, wird es darauf hinaus laufen.

    Niemand hat dir geraten selbst zu kündigen, sondern was anderes zu suchen.

    Etwas wo relativ anspruchslos ist, damit du körperlich die Zeit zum fit werden hast.

    Andererseits, wenn du körperlich nicht fit bist, dann lass dich krankschreiben und gehe auf kur/Reha......


    Du bist frisch in der Firma und dann werden dir Leute zum helfen an die Seite gesetzt?

    Sollten sie dich unterstützen oder was beibringen?

    Ich muss dir leider aber auch sagen, das ich dein Verhalten auch schwierig finde.

    Du weißt nicht was deine Chefin den Kollegen gefragt hat und du interpretierst selbst automatisch was negatives hinein....

    Von einer Kollegin bist du schon genervt, weil sie grundlegende Dinge aus dem Studium vergessen hat....

    Bist du ihre vorgesetzte oder überhaupt in der Situation um ihre Arbeit zu bewerten?
    Betrunken flirten ist wie hungrig Einkaufen gehen.

    Man geht mit Sachen nach Hause, die man eigentlich gar nicht will
    .

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    AW: Zeitdruck ohne Ende

    Zitat Zitat von _lufti Beitrag anzeigen
    wenn du körperlich nicht fit bist, dann lass dich krankschreiben und gehe auf kur/Reha......
    da sehe ich auch keinen anderen Weg-

    wenn Du so weitermachst, schadest Du Dir nur selber langfristig, klappst vielleicht zusammen, Dein Körper streikt oder schickt Dir noch andere Nettigkeiten, wenn Du die momentanen Zeichen weiterhin übergehst...

    Deine Denke ist einfach zu kurzsichtig und selbstschädigend, meiner Einschätzung nach....

  7. Inaktiver User

    AW: Zeitdruck ohne Ende

    @_lufti:
    Danke für Deine Antwort.
    Ich verstehe allerdings nicht, warum man, wenn man über ein problematischen Sachverhalt berichtet, immer automatisch eine Mitschuld tragen soll. Und wenn man dem widerspricht, ist man automatisch nicht kritikfähig, das ist so ein Foren-Phänomen.

    Das Nicht-Wissen meiner Kollegin kann auch mir zulasten gelegt werden, weil sie mir dann Sachen ankreidet, die sie für Spezialwissen meinerseits hält (was alles für sie schwierig macht), die aber Basics sind. Natürlich habe ich ihr das nicht gespiegelt.

    Ich wurde eingearbeitet und habe auch nichts gegen zusätzliche Unterstützung, aber die Kommunikation zur Führung und Kolleginnen wurde durch eine krude Intransparenz bereits ziemlich beinträchtigt.

    Was soll ich denn sonst vermuten, bei der Antwort: "Nein, es lief flüssig". Natürlich ging es da um meinen Arbeitstag, weil ich an diesem Tag die einzige war, die diese Position ausführen konnte.
    Alles ist Interpretation. Und das ist nicht immer alles falsch.

    Eine Reha werde ich kaum bekommen, da dafür meine Gesundheit noch zu gut ist. Und dann werde ich doch erst recht gekündigt, wenn ich lange krankgeschrieben bin. Eine unkomplizierte Stelle in meiner Region zu finden, ist nicht so einfach, da diese auch schnell vergeben sind. Ich spreche aus Erfahrung. Nur sind die meisten Leute in diesen Stellen - anders als ich - durch Familie/Partner finanziell besser abgesichert als ich.

    @1a2b:
    Danke für Deine Antwort! Es geht aktuell nicht um meinen körperlichen Zustand, sondern um die seelische Belastung. Kurzsichtiges Denken? Ich hoffe nicht, dass Du die Existenzängste kennst, die ich jahrelang ausgestanden habe.
    Geändert von Inaktiver User (23.03.2021 um 15:31 Uhr) Grund: Ergänzung.

  8. Moderation

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    AW: Zeitdruck ohne Ende

    1. Was besseres suchen. Ist schwer, aber so wie's ist, geht's auch nicht. Wenn sie dich kündigen, statt du ihnen, hast du bessere Ansprüche, aber zum Suchen ist es nie zu früh.

    2. Schon mal innerlich kündigen und denken, "die haben doch alle einen an der Klatsche."

    3. Freundlich, höflich und dämlich sein und jede Frage wörtlich, sachlich, und wahrheitsgemäß beantworten. (Wenn sie reinstürmt und zetert und da ist ein Kunde kann man noch einen verwirrten Blick obendrauf geben.) Mach dir "freundlich, höflich und dämlich" so zu eigen, daß du von jedem immer nur das Beste annimmst und entprechend auf sie reagierst. Wie nett, daß jemand dabei sitzt, der mich einarbeiten kann. Wie lieb von der Chefin, sich Sorgen um meine Integration ins Team zu machen. Freundlich und höflich bedanken. Wenn sie böse sind, frustriert sie das, und wenn sie nicht böse sind, bist du es auch nicht. (Du kannst dir trotzdem denken, daß sie alle einen an der Klatsche haben!)

    4. Dir für das "wahrheitsgemäß" in #3 eine Übersicht verschaffen, wie die Arbeitsabläufe aussehen und wieviel Zeit du damit jeweils verbringst.

    5. Versuche, Diskussionen mit Leuten über das, was sie eigentlich wissen müßten, zu vermeiden. Die bringen nichts.

    Man kann lernen, komplexe und schwierige Abläufe in einem Tempo zu machen, daß die Schallmauer wackelt, aber nicht in den ersten Wochen. Oder, je nach Abläufen und nötigem Expertenwissen, Monaten.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  9. Inaktiver User

    AW: Zeitdruck ohne Ende

    Vielen Dank, wildwusel! Tolle Tipps!

  10. User Info Menu

    AW: Zeitdruck ohne Ende

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    @_lufti:
    Danke für Deine Antwort.
    Ich verstehe allerdings nicht, warum man, wenn man über ein problematischen Sachverhalt berichtet, immer automatisch eine Mitschuld tragen soll. Und wenn man dem widerspricht, ist man automatisch nicht kritikfähig, das ist so ein Foren-Phänomen.

    Schau... Da sind wir genau beim Punkt.

    Ich habe nichts von Schuld geschrieben oder gedacht...

    Es geht um mögliche Anteile...

    Und diese möchtest du überhaupt nicht in Erwägung ziehen.

    Und mit dieser Einstellung wird es auch beim nächsten Job schwierig.

    .........

    Es ist dein gutes Recht, davon überzeugt zu sein, daß alle anderen doof sind und man selbst nix dafür kann. Vielleicht ist das hier auch der Fall. Aber diese pampige Reaktion, lässt mich daran zweifeln.

    Trotzdem alles gute für dich
    Betrunken flirten ist wie hungrig Einkaufen gehen.

    Man geht mit Sachen nach Hause, die man eigentlich gar nicht will
    .

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