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    Berufliche Zukunft mit Mitte/Ende Fünfzig?

    Ich war mir nicht genau sicher, wo genau ich diesen Strang eröffnen sollte, hab mich aber erst mal fürs allgemeine Jobforum entschieden - ich bewerbe mich ja noch nicht konkret.

    Wenn nicht irgendwo noch ein Wunder geschieht, werde ich zum Ende des Jahres meinen Job verlieren. Ich bin dann in der zweiten Hälfte der Fünfziger, seit 20 Jahren im Unternehmen, einem internationalen Großkonzern. Dort habe ich verschiedene Funktionen ausgeübt, mich dabei aber zielgerichtet in ein bestimmtes Interessengebiet entwickelt (will hier aus Wiedererkennbarkeitsgründen nicht zu sehr ins Detail gehen, aber meine Funktion hatte im Unternehmen einen gewissen Exotenstatus. Denkt in die Richtung von "in einer Bäckerei die einzige, die Tortenständer aus Holz herstellen und bemalen kann"). Dort habe ich mir eine ganze Reihe an benötigten Kenntnissen selbst erarbeitet, habe aber dafür natürlich keinerlei Zertifizierungen, die ich vorlegen könnte - dem Beispiel entsprechend, ich kann drechseln, hab aber keinen Drechselmaschinenbedienschein oder sowas.

    Generell: was ich heute mache, hat nullkommanöppes mit dem zu tun, was ich ursprünglich mal studiert hab, das hat sich einfach im Laufe der Zeit so entwickelt. Ich weiß inzwischen, wo meine Stärken und Talente liegen (also besagte Drechselmaschine) und wo ich falsch aufgehoben bin. Leider haben meine bisherigen Recherchen ergeben, daß der Markt für Drechselmaschinenbedienerinnen eher überschaubar ist, und wenn jemand gesucht wird, dann vielleicht für ein Praktikum oder aber mindestens mit abgeschlossenem Tortenständerdrechselstudium.

    Für meine "ich krieg Bauchschmerzen schon beim Gedanken daran"-Felder (das wäre Sales, Projektmanagement, irgendwas im Finanzbereich usw.) stehen die Chancen natürlich besser, aber dazu hab ich weder die Kenntnisse noch das Talent noch - ehrlich gesagt - Lust drauf. Ich hab mir schon mal in einem ungeliebten Job psychosomatische Magenbeschwerden zugelegt, das möchte ich mir zum Ende meines Berufslebens nicht noch mal geben.

    Im Moment bin ich völlig ratlos, wie ich weiter vorgehen soll.

    Hier sind ja auch durchaus ein paar Personalerinnen unterwegs: würdet ihr jemanden wie mich (vorausgesetzt, es gibt eine Stelle, die zu meinem Profil passt) überhaupt noch einstellen? 20 Jahre im Konzern, arbeitet fern der Ausbildung und hat keine offiziellen Nachweise?

    Und dann kommt natürlich noch dazu, daß alles, was ich mir im Moment zum Thema "Bewerbungsprozess" anlese, in mir einfach nur tiefen Widerwillen erzeugt - ich hasse dieses "man muss sich gut darstellen und verkaufen" aus allertiefster Seele. Puh.

    Auf der anderen Seite bin ich aber noch zu jung, um über Hartz IV in die Altersarmut zu schlittern

    Edit und Nachtrag: Vielleicht sollte ich noch dazu sagen - ich habe bisher in meinem Berufsleben noch nie freiwillig das Unternehmen gewechselt, das waren immer äußere Umstände (Mobbingsituation, Firmenübernahme und halt jetzt die angedrohte betriebsbedingte Kündigung. Jobwechsel fanden immer nur firmenintern statt.) Ich war glücklich und zufrieden mit meinem aktuellen Job, auf den ich lange hingearbeitet habe und hätte den mit Begeisterung bis zur Rente ausgeübt... Ich bin niemand, der wechselt um des Wechsels willen oder wegen Karriere oder sowas.
    *lost in the woods*

  2. Moderation

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    AW: Berufliche Zukunft mit Mitte/Ende Fünfzig?

    Gibt es die Möglichkeit dass du einen Drechselmaschinenschein bei der IHK oder sonst irgendeiner solchen Instution als Prüfung ablegst?
    Hast du schon ein Zwischenzeugnis, dass deine Fähigkeiten im Bereich Drechselmaschinen herausstellt?
    Hast du Kontakte zu Kunden, Zulieferern, what ever, die wissen was du kannst und vielleicht einen neuen Job für dich haben?
    Bist du bei Xing oder Konsorten?
    Machst du etwas was vielleicht für ein anderes Unternehmen doch interessant sein könnte, die Stelle aber vielleicht über einen Vermittler vergeben wird?
    Lassen Sie mich niemals in den gewöhnlichen Fehler verfallen, zu meinen, dass ich verfolgt werde, wann immer mir widersprochen wird. Ralph Waldo Emerson

    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    Profilbild © edwardbgordon
    Moderation:
    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"

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    AW: Berufliche Zukunft mit Mitte/Ende Fünfzig?

    Hallo,

    aufgrund des Alters und der Betriebszugehörigkeit ist doch davon auszugehen, dass ein großer Konzern Dir irgendwas anbieten wird - Vorruhestand, Abfindungsregelung, Outplacementberatung ... Gibt es da schon Informationen?

  4. Moderation

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    AW: Berufliche Zukunft mit Mitte/Ende Fünfzig?

    Zitat Zitat von Promethea71 Beitrag anzeigen
    Hast du Kontakte zu Kunden, Zulieferern, what ever, die wissen was du kannst und vielleicht einen neuen Job für dich haben?
    Bist du bei Xing oder Konsorten?
    Das wären auch meine Ideen gewesen. Herr S. hat mit 60+ seine neue Stelle angetreten - nur über diese Kanäle.
    Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
    Christian Morgenstern
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    AW: Berufliche Zukunft mit Mitte/Ende Fünfzig?

    Ich würde auch zusehen, dass du deine Spezialkenntnisse dokumentieren lässt, die Idee mit der externe Prüfung würde ich auch verfolgen. Nimm jetzt schon mit dem Jobcenter Kontakt auf und lasse dich beraten, wie die dich mit Weiterbildung oder Zertifizierung deiner Kenntnisse unterstützen können.

    Auf jeden Fall würde ich mir anwaltliche Unterstützung suchen, Stichwort Abfindung und/oder Outplacement.

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    AW: Berufliche Zukunft mit Mitte/Ende Fünfzig?

    Zertifizierung: Muss ich mich noch mal umgucken - ich hatte damals, als ich in den Job eingestiegen bin, nach Fortbildungen geschaut (die mir dann natürlich auch ein Zertifikat gebracht hätten), aber nichts wirklich Brauchbares gefunden, leider.

    Zwischenzeugnis: Ist gerade in Arbeit, kann aber (ich bin nicht die Einzige und das Management ist ziemlich beschäftigt mit Zeugniserstellung) noch ein Weilchen dauern. Aber ja, da wird natürlich eine Beschreibung meiner Tätigkeiten und Kenntnisse drinstehen.

    Kontakte: ich will nicht zu sehr ins Detail gehen... ich hatte keinen direkten Kundenkontakt und daher keine Ansprechpartner (hatte immer nur mit internen Kunden zu tun), es gibt da sowas wie ein "schwarzes Brett", an dem auch Jobs von Kunden und Geschäftspartnern aushängen, da gucke ich natürlich regelmäßig drauf... aber da werden halt nur Jobs für Bäcker, Konditoren, Tortenverzierer, Teiganrührer und Bäckereifachverkäufer ausgehängt. Ich glaube, die Leute außerhalb des Unternehmens wissen gar nicht, daß es bei uns auch eine Tortenständerdrechslerin gibt und schon gar nicht, daß die nach einer neuen Stelle sucht. Und es gibt auf besagtem schwarzen Brett auch keine Rubrik, in der ich ein Stellengesuch aushängen könnte.
    *lost in the woods*

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    AW: Berufliche Zukunft mit Mitte/Ende Fünfzig?

    Zitat Zitat von Anfortas Beitrag anzeigen
    Hallo,

    aufgrund des Alters und der Betriebszugehörigkeit ist doch davon auszugehen, dass ein großer Konzern Dir irgendwas anbieten wird - Vorruhestand, Abfindungsregelung, Outplacementberatung ... Gibt es da schon Informationen?
    Zitat Zitat von roderic Beitrag anzeigen
    Ich würde auch zusehen, dass du deine Spezialkenntnisse dokumentieren lässt, die Idee mit der externe Prüfung würde ich auch verfolgen. Nimm jetzt schon mit dem Jobcenter Kontakt auf und lasse dich beraten, wie die dich mit Weiterbildung oder Zertifizierung deiner Kenntnisse unterstützen können.

    Auf jeden Fall würde ich mir anwaltliche Unterstützung suchen, Stichwort Abfindung und/oder Outplacement.
    Ja, da gibt es was, auf diversen Ebenen, natürlich. Für Vorruhestand bin ich noch zu jung, Abfindung reicht auch nicht so ganz, um die letzten Jahre zu überbrücken. Ich bin auch in der Gewerkschaft, von daher: ja, auch Rechtsberatung ist ein Thema und passiert parallel.

    Aber ich steh im Moment so neben mir, daß ich gerade so ziemlich jeden Kanal anzapfe, der mir so einfällt.

    Zitat Zitat von skirbifax Beitrag anzeigen
    Das wären auch meine Ideen gewesen. Herr S. hat mit 60+ seine neue Stelle angetreten - nur über diese Kanäle.
    Wie gesagt - da ist leider nix. Meine internen Kunden würden mich sofort einstellen ("und wer drechselt mir jetzt meine Tortenständer???"), aber das hilft ja nix.

    Daß der Jobmarkt mitten in einer Pandemie nicht so wirklich rosig ist, hilft auch nicht gerade weiter.
    *lost in the woods*

  8. Inaktiver User

    AW: Berufliche Zukunft mit Mitte/Ende Fünfzig?

    Bewirb dich auf stellen die genau das suchen was du gemacht hast (auch wenn du das Studium nicht hast)

    Sei ehrlich und biete an, das sie sich gerne 2 tage unentgeltlich von deinen Fähigkeiten überzeugen können.

    Denn weißt du was du unbezahlbares einem mit Studium voraus hast?

    Erfahrung!

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    AW: Berufliche Zukunft mit Mitte/Ende Fünfzig?

    Zitat Zitat von Rowellan Beitrag anzeigen
    Wie gesagt - da ist leider nix. Meine internen Kunden würden mich sofort einstellen ("und wer drechselt mir jetzt meine Tortenständer???"), aber das hilft ja nix.

    Daß der Jobmarkt mitten in einer Pandemie nicht so wirklich rosig ist, hilft auch nicht gerade weiter.
    Zitat gekürzt

    Weißt du denn, ob es außerhalb einer Firma Bedarf für deine Tortenständer gibt? Wissen das die, die intern deine T. nutzen? Haben die Außenkontakte, denen sie dich empfehlen können? Da du ja offenbar nicht die einzige bist, der gekündigt werden soll, suchen deine Kollegen, die deine T. nutzen, ja eventuell auch? Ich würde mich mit denen zusammentun. Ich glaube immer noch daran, dass man die wirklich guten Jobs über persönliche Kontakte und nicht über Stellenangebote findet. Deshalb: Arbeite an deinem Netzwerk.

    Und dass der Jobmarkt jetzt nicht wirklich rosig ist, stimmt so pauschal auch nicht. Das kommt sehr auf das an, was du zu bieten hast: Tortenständer! Also: Wo werden die gebraucht und wo wissen die Leute noch gar nicht, dass sie sie brauchen?

    Noch eine Frage: Könntest du außer gedrechselten Tortenständern auch - zum Beispiel - gehäkelte Tortendeckchen in dein Angebot aufnehmen? Handgeschmiedete Tortenheber? Oder gar Bittertropfen, wenn einem nach dem Verzehr der Torte selbige schwer im Magen liegt? Mit anderen Worten: Was für Möglichkeiten bieten sich an den Randbereichen deiner Spezialkompetenz?

    Das sind alles Fragen, die du in einem Coaching klären kannst. Hast du die Möglichkeit, dir da ein paar Stunden zu finanzieren? Das kann schon sehr helfen, dich wieder in die Spur zu bringen.

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    AW: Berufliche Zukunft mit Mitte/Ende Fünfzig?

    Zitat Zitat von roderic Beitrag anzeigen
    Weißt du denn, ob es außerhalb einer Firma Bedarf für deine Tortenständer gibt?
    Das ist die wesentliche Frage. Wenn diese Positionen gerade branchenweit an Bedeutung verlieren sollten, nützt auch eine Zertifizierung in dem Bereich nichts.

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