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    Ich weiß nicht, was ich machen soll

    Ich stecke beruflich gerade in der Klemme und weiß nicht, was ich tun soll:

    Ich bin 51 Jahre alt und seit Januar 2018 in meinem jetzigen Unternehmen. Erst über Zeitarbeit, seit Okt. 2018 fest angestellt. Es ist ein japanisches Unternehmen (daher kein Betriebsrat) und ich bin im Vertriebsinnendienst. Von Anfang an wurde und wird mir kommuniziert, wie zufrieden man mit mir ist, dass ich meinen Job gut mache und dass ich auch engagiert bin, wenn es darum geht, Projekte zu übernehme (aktuell die Umstellung auf ein neues Release unserer Erfassungs-Software).

    Vor ungefähr einem Jahr boomte unsere Branche sehr und ich bekam meine Arbeit nicht mehr in der normalen Arbeitszeit geschafft. Da es auch anderen Kollegen so ging, haben wir eine weitere Kollegin im Dezember 2019 eingestellt, die einen sehr großen Teil meiner Arbeit übernommen hat. Sie ist für das aktuelle Seriengeschäft zuständig, ich bearbeite Musterbestellungen. Die Kollegin, die eingestellt wurde, ist deutlich jünger als ich, kam auch über Zeitarbeit und man wußte von Anfang an, dass die Dame schwanger ist und im Mai ein Kind bekommen würde. Also hat diesen Job jetzt eine Vertretung - wieder über Zeitarbeit, wieder um etliche Jahre jünger als ich.

    Soviel zur Vorgeschichte - jetzt zu meinem eigentlichen Problem: bedingt durch Corona ist die Auftragslage natürlich massiv zurückgegangen und ich habe in der Woche vielleicht für 2 Stunden Arbeit. Den Rest der Zeit sitze ich rum, surfe im Internet oder beschäftige mich anderweitig. Die "Neue" hat auch wenig zu tun und hat die letzten Monate massiv zu wenig Stunden gearbeitet. Faktisch ist also die neu geschaffene Stelle nicht mehr notwendig, ich würde beide Bereiche wieder locker alleine schaffen.

    Ich weiß nicht, was passiert, wenn ich meiner Vorgesetzten sage, dass ich nichts mehr zu tun habe. Ich möchte meinen Job hier nicht verlieren, gleichzeitig aber auch die Kollegin nicht in die Pfanne hauen und ihr quasi "den Job wegnehmen". Aber so, wie es aktuell läuft, macht mich die Situation unzufrieden und ich komme mir wie eine Betrügerin vor, da ich Lohn erhalte, für Arbeit, die ich nicht geleistet habe. Ich will auch nicht zu "Human Resources" gehen, um meiner Chefin nicht das Gefühl zu geben, sie zu übergehen und die beiden Damen sind privat auch sehr gut befreundet - was ich als durchaus negativ empfinde, wenn es um sowas geht. Da habe ich schon zu viel erlebt, um das Vertrauen zu haben, dass da nichts weitergegeben wird.

    Was würdet Ihr tun?
    Es ist nicht leicht, ich zu sein, aber irgendwer muss den Job ja machen!

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    AW: Ich weiß nicht, was ich machen soll

    Zitat Zitat von Pummelfee69 Beitrag anzeigen
    Was würdet Ihr tun?
    deine vorgesetzte weiß nicht, dass ihr aktuell kaum was zu tun habt?
    seltsame vorgesetzte.

    ansonsten natürlich nichts sagen. sei froh, dass du deinen job hast und bete, dass du den behältst in dieser schwierigen zeit.
    und halte deine kollegin da raus. das geht dich ja auch nichts an erstmal.

    das unternehmen wird selbst entscheiden, ob es euch beide behält.
    Nein, mein Nickname hat nichts mit meinem Geburtsjahr zu tun

    Es gibt immer 4 Versionen beim Zusammentreffen von Mann und Frau:
    Seine, ihre, die Wahrheit, und das, was wirklich passiert ist.


    Schokolade stellt keine blöden Fragen - Schokolade versteht

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    AW: Ich weiß nicht, was ich machen soll

    Zitat Zitat von Pummelfee69 Beitrag anzeigen
    Ich weiß nicht, was passiert, wenn ich meiner Vorgesetzten sage, dass ich nichts mehr zu tun habe.
    Deine Vorgesetzten wissen nicht, dass es momentan fast keine Aufträge gibt?
    Kannst du ungefähr einschätzen, wie lange es dauert, bis die Auftragslage wieder besser wird?
    ICH finde, als Angestellte ist es eigentlich nicht deine Aufgabe, den Vorgesetzten zu sagen, dass deine Kollegin zu wenig zu tun hat.

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    AW: Ich weiß nicht, was ich machen soll

    Dass meine Kollegin weniger arbeitet, weiß meine Vorgesetzte natürlich. Aber das ich nichts zu tun habe, weiß bzw. sieht sie nicht, denn sie arbeitet im Home Office. Wie das hier mit der Auftragslage aussieht, kann ich schlecht abschätzen. Aber die Firmen haben natürlich ihre Projekte massiv runtergefahren und somit werden auch keine Entwicklungsmuster mehr benötigt.... ist halt einfach ne durch und durch doofe Zeit.
    Es ist nicht leicht, ich zu sein, aber irgendwer muss den Job ja machen!

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    AW: Ich weiß nicht, was ich machen soll

    Zitat Zitat von Pummelfee69 Beitrag anzeigen
    ... ich komme mir wie eine Betrügerin vor, da ich Lohn erhalte, für Arbeit, die ich nicht geleistet habe.
    Bei einem Unternehmen, das keine Personalvertretung (Betriebsrat) hat, muss man sich nicht vorkommen, wie eine Betrügerin .

    Du machst Deine Arbeit, Deine Kollegin macht ihre Arbeit; ihr beide bekommt Euren Lohn und gut is.

    Und wenn Du zuviel Langeweile schiebst, recherchier doch mal, wie man einen Betriebsrat gründet.

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    AW: Ich weiß nicht, was ich machen soll

    Ich wuerd nicht _nix_ sagen, weil schlimmstenfalls kommt es irgendwann raus, dass du dich gelangweilt hast und dann fragen sie dich, warum du dich nicht meldest und eigeninitiativ etc etc.

    Ich wuerd mich absichern und die Chefin anpingen - "Annemarie, ich waer dann jetzt fertig mit meiner Arbeit, Projekt X ist fuer den x.y.zz avisiert, da haben wir noch Zeit dahin. Gibt's was, das ich tun kann? Braucht irgendwer irgendwo Hilfe oder Unterstuetzung? Ansonsten recherchiere ich zu/lese ich mich in Thema XYZ ein (=berufsrelevant, wichtig, womoeglich der Firma zutraeglich, erschliesst neue Umsatzgebiete etc ;-)/ueberarbeite Dokumentation XY235a/checke Projekt 134x, Thema ABC, mir ist da letztens beim Zwiebelschneiden was eingefallen, das vielleicht sinnvoll sein koennte / etc"
    (Hat eure neue Software schon eine ganz tolle Broschuere, mit viele bunten Bildern, dreifach korrekturgelesen? Ist auf alles durchgetestet. Etc )

    Nicht luegen, nicht grad sagen: ich tu nix und mir is fad und ich geh jetzt ins Internet (ausser euer Verhaeltnis ist wirklich gut und die ZA-Kollegin dann nicht garantiert der Defenestration ausgesetzt, aber dann wuerdest du wohl nicht hier fragen) - sondern Laut geben, den Leerlauf anklingen lassen, und die Chefin kann dann sagen

    a. "Ich weiss, ist aber wurscht, viel Spass in der bri, solange es anhaelt" (nebstbei waer's natuerlich fein, wenn sie halbwegs weiss und kommuniziert, was wann passieren wird - "ab KW 36 wird es trotz C. wieder sehr busy/stressig, bitte stell dich drauf ein/organisier dich entsprechend")

    b. "Okay, kannst du vielleicht XYZ machen (Doku erstellen, Daten auswerten, was weiss ich), danach sehen wir weiter"

    c. ??? .... also wenn die dich deswegen feuern (SEHR unwahrscheinlich, oder?) oder dir Kurzarbeit/Zwangsurlaub/whatever aufs Auge druecken wollten, haetten sie es glaub ich schon getan. Ich kenn Firmen, die so genau beobachten, dass sie innerhalb von Stunden reagieren und dann halt leider Leute heimschicken - nix mit Bezahlung (schoene neue Arbeitswelt) - andere zucken mit den Achseln und zahlen tatsaechlich fuers Daeumchendrehen. Anscheinend gibt's dazwischen nicht viel?!

    Wuerde die Neue heimgeschickt werden, oder wie ist ihr DV organisiert? Hat sie einen Vertrag von ... bis ... und diese Zeiten sind ihr garantiert? Oder geht das Woche zu Woche etc? Ist abzusehen, dass die Baisse vorbeigeht? Dann ist es moeglicherweise auch fuer die Firma praktischer (und guenstiger), die ZA-Angestellte zu behalten (auch mit ein paar Wochen Leerlauf), als sie jetzt gehen zu lassen und dann wieder die naechste an Bord zu holen und einarbeiten zu muessen? Vielleicht kannst du das irgendwie (halbwegs unauffaellig) rausfinden - und ggf. deiner Kollegin einen ebenso unauffaelligen Stupser geben, falls du weisst, dass sie bald gehen muss und sie aber noch davon ausgeht, bleiben zu koennen - das faende ich dann auch nur fair.

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    AW: Ich weiß nicht, was ich machen soll

    Vielen Dank für Eure Einschätzungen. Ich habe natürlich immer mal wieder gesagt, dass es in meinem Bereich sehr ruhig ist. Ich frage auch bei den direkten Kollegen durchaus mal nach, ob sie Hilfe brauchen, aber da auch sie wenig bis nichts zu tun haben, warte ich jetzt einfach erstmal ab.
    Es ist nicht leicht, ich zu sein, aber irgendwer muss den Job ja machen!

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