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    Verzweifeln im Berufsleben

    Hallo zusammen,

    Ich möchte mich einfach nur ausweinen und eventuell Erfahrungsberichte hören, falls jemand ähnliches erlebt hat.

    Ich bin noch in der Probezeit und mir wurde mitgeteilt, dass ich sehr wahrscheinlich nicht bleiben kann. Was das extrem schwere für mich ist, ist, dass dies meine zweite Kündigung binnen einem Jahr ist. Ich fühle mich wie der größte Versager.

    In beiden Fällen lag es nicht primär an mir. Im ersten Fall wurde eine Abteilung aufgelöst. Im aktuellen Fall weiß ich nicht genau, was der Grund ist, der Vorgesetzter gibt leider keine klare Ansagen und Antworten. Er lobte mich, auch öfters in letzter Zeit, daher traf es mich sehr unerwartet und ich bekam keine klaren Gründe genannt. Wahrscheinlich, dass ich nicht in die Hierarchie passe (das ist im öffentlichen Dienst) und es sehr politisch vor sich geht.

    Ich bin so traurig. Bei beiden jobs gab ich mein bestes, und scheinbar obwohl jeder zufrieden war, muss ich gehen. Ich habe beim ersten Job ein tolles Zeugnis bekommen, ich weiß, sie waren wirklich zufrieden - da lag es an der Ustrukturierung.

    Hat jemand sowas erlebt? Wie werde ich Stark? Wie kann ich selbstsicher in Vorstellungsgespräche gehen, wenn ich mich wie ein loser fühle? Überhaupt, in der Coronazeit gibt es kaum Stellen... Wie geht man seelisch damit um, nicht gewollt zu sein?

    Ich danke euch fürs Lesen.

    Liebe Grüße
    Louise

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    AW: Verzweifeln im Berufsleben

    Das tut mir leid für dich, blöde Situation.
    Zitat Zitat von louise8 Beitrag anzeigen

    In beiden Fällen lag es nicht primär an mir. Im ersten Fall wurde eine Abteilung aufgelöst. Im aktuellen Fall weiß ich nicht genau, was der Grund ist, der Vorgesetzter gibt leider keine klare Ansagen und Antworten. Er lobte mich, auch öfters in letzter Zeit, daher traf es mich sehr unerwartet und ich bekam keine klaren Gründe genannt. Wahrscheinlich, dass ich nicht in die Hierarchie passe (das ist im öffentlichen Dienst)
    wie meinst du das konkret?

    und es sehr politisch vor sich geht.
    Was verstehst du darunter?

    Überhaupt, in der Coronazeit gibt es kaum Stellen...
    Das stimmt ja zum Glück gar nicht. Du sagtest mal, du wärst IT Consultant, wenn ich mich recht erinnere. Machst du das noch, hast du das im ÖD auch gemacht?

    Warum die Erde rund und auf keinen Fall flach ist?
    Wenn sie flach wäre, hatten Katzen schon längst alles runter geschubst.
    .

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    AW: Verzweifeln im Berufsleben

    Hm, ich frag mal so rum, möchtest Du jetzt konkrete Tipps fürs Berufsleben oder geht es eher darum, wie man sich generell nach einem Tiefschlag wieder aufrappelt?

    Hat oder wird es da jetzt noch ein Abschlussgespräch geben? Ich würde schon wissen wollen, woran es lag, das mit der Politik ist mir auch zu vage.

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    AW: Verzweifeln im Berufsleben

    Danke sehr für die Antworten!

    Bluevelvet, wow, dass Du dich erinnern kannst! Ja, auch hier bin ich als Consultant tätig, aber mehr Prozessmanagement, weniger IT.

    Ja, es wird noch ein Gespräch geben nächste Woche. Da der Chef aber schon sehr andeutete, dass er mich nicht übernehmen würde, gehe ich davon aus. Vage ist es, auf jeden Fall. Auch für mich.

    Unter Politik verstehe ich folgendes: alles hat eine starre, hierarchische Struktur, die eigentlich die Prozesse bremst. Wir, neue Kollegen (sind mehrere, die haben ähnliche Probleme, hatten aber noch keine Gespräche mit chef) hadern damit, da wir Kundenanfragen bekommen, diese aber tatsächlich nicht lösen sollen. Denn, die externen Berater sollen profitieren. Es ist, extern betrachtet, sehr unwirtschaftlich, aber das liegt an den Beziehungen zwischen Verwaltungsleitung und externer Consultant.

    Das ist nur ein Beispiel. Generell gibt es für alles Protokolle, die uns aber nicht gesagt oder gezeigt wurden. Daher passieren im Team Fehler. Die Aufgaben wurden nicht richtig verteilt, wir wissen nicht unsere Zuständigkeiten. Ich sage bewusst wir: das geht nicht nur mir so. Ich habe nur jetzt diese Ansage bekommen, dass ich so nicht bleiben könnte, weil ich anders ticke, zu sehr Dinge lösen will. (Ja, das wurde echt gesagt)

    Ich bin natürlich verwirrt. Bin durchaus kritikfähig und habe sicher meine Fehler, aber ich verstehe nicht, ich werde im Gespräch gelobt wie agil ich sei, und dann wird das zum Minuspunkt. Ich habe sowas noch nie erlebt.

    Ich suche eigentlich nach einem Rat. Wer konnte sich wie coachen nach so einer Niederlage. Hilft ein Coaching, Therapie? Oder geht das von alleine weg nach vielen Interviews? Ich fühle mich nämlich sehr minderwertig. Ich habe Bewerbungen verschickt, aber denke mir, wer würde mich denn nehmen... Ich merke, ich bin schwach geworden, das "Feuer" fehlt. Ich möchte mein Selbstbewusstsein und meine Kraft wieder haben, damit ich endlich einen Job finde, wo ich ankommen kann. Ich möchte es so gern, einfach arbeiten, ohne Drama...

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    AW: Verzweifeln im Berufsleben

    Eigentlich kannst du doch froh sein, wenn du da nicht bleiben musst

    Andere Firmen wären froh jemanden wie dich zu haben....

    Willst du dich wirklich coachen lassen, damit du unlogisch Dinge ertragen kannst?
    Before you argue with someone, ask yourself, is that person even mentally mature enough to grasp the concept of different perspectives. Because if not, there's absolutely no point.

    Grab nicht zu weit in dem Mist rum, dann stinkt's nur noch mehr. Geh davon weg, und merk dir, wie's gerochen hat, damit du beim nächsten Verlierer früher Lunte riechst. (Zitat Wildwusel)

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    AW: Verzweifeln im Berufsleben

    Also nächste Woche findet ein Gespräch statt? Bitte bereite dich sehr gut darauf vor.
    - Schreib jede Frage auf, auf die du eine Antwort haben willst. Stell jede Frage. Und wiederhole die Frage (allenfalls mehrmals), wenn die Antwort nicht ausreichend ausfällt. Sei hartnäckig. Sei detailgenau.
    - Verlange für Allgemeinaussagen (z.B.:"Sie ticken anders") Konkretisierungen: "genaues konkreses Beispiel in einer konkreten Situation, konkreter Zeitpunkt". Und auch, welcher konkreter Schaden für wen daraus erwuchs.
    Frag unbequem nach. Wenn gesagt wird, du seist zu lösungsorientiert, dann frag, warum das ein Problem sei, für wen konkret.

    Natürlich machst du dich damit unbeliebt. Aber das bist du ja offenbar sowieso schon, also kannst du nichts mehr "kaputt" machen.

    Achtung, Lesen gefährdet die Dummheit!
    _____________________________________

    Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas anderes wichtiger ist als die eigene Angst.

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    AW: Verzweifeln im Berufsleben

    Ich danke Dir.
    Das ist ein sehr guter Rat.

    Ich werde so eine Liste schreiben.

    Das komische ist gerade, ich fühlte mich die ganze Zeit nicht unbeliebt. Der Chef machte mir ja auch Komplimente... Ich dachte alles sei soweit okay. Es traf mich sehr unerwartet, diese Unzufriedenheit, und auch noch so undeutlich formuliert. Kommunikation ist sowieso ein riesen Thema. Das passiert einfach nicht richtig.

    Auch eine gute Frage, ob ich mich wirklich coachen will, um in ein ineffizientes system zu passen? Nein. Ich möchte mich stärken, für zukünftige Bewerbungen. Ich habe ja noch keine direkte Kündigung vorliegen, vermute diese kommt bald. Danach heisst es, wieder Gespräche führen, sich präsentieren. Ich habe das Gefühl, ich stehe neben mir, ich könnte mich nicht gut Präsentieren. Das verunsichert mich so. Ich denke mir, "niemand will so einen loser einstellen"... Ich bin einfach so traurig und entmutigt.

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    AW: Verzweifeln im Berufsleben

    Sag ihm auch konkret, dass du die Diskrepanz zwischen den bisherigen positiven Feedbacks und der jetzigen negativen Beurteilung nicht nachvollziehen kannst, er solle dir diese bitte genau und konkret erklären.

    Es kann aber wirklich sein, dass dies rein gar nichts mit deinen fachlichen Qualifikationen, deiner Aufgabenerfüllung und deiner Teamfähigkeit zu tun hat, sondern rein damit, dass irgendwelche Vorgaben von oben gekommen sind, etwa, die Stelle zu streichen (in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wächst der Spardruck auf den ÖD und müssen die Ämter den Rotstift ansetzen) oder eben, die externen Auftragnehmer mehr zu berücksichtigen - es herrschen manchmal sehr undurchschaubare, vetternwirtschaftsähnliche Beziehungen zwischen einzelnen Entscheidungsträgern eines Amtes und externen Auftragnehmern.

    Achtung, Lesen gefährdet die Dummheit!
    _____________________________________

    Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas anderes wichtiger ist als die eigene Angst.

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    AW: Verzweifeln im Berufsleben

    Nur mal so, liebe Louise - das hört sich wirklich nicht so an, als wärst du auf lange Sicht glücklich geworden dort.

    Du sollst "keine Lösungen präsentieren"?
    Du bekommst keine Dokumentenzugang? Häh?

    Wie bist du tagtäglich mit diesen Hindernisblöcken umgegangen?
    Hast du es angesprochen?
    Was kam dann für ein Feedback? Genervt?
    Konntest du was damit anfangen
    (im Sinne von "ich kümmere mich zukünftig nicht mehr um" - das kann ja sinnvoll sein - wenn die Aufgabenbereiche klar getrennt werden)?
    Wie wurde mit Fehlern umgegangen, die aufgrund der fehlenden Informationen passiert sind?

    Sowas zermürbt ungemein.

    Horus hat schon wichtige Punkte genannt - schaffe Klarheit, für dich. Du hast doch nichts mehr zu verlieren.

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    AW: Verzweifeln im Berufsleben

    Zitat Zitat von louise8 Beitrag anzeigen
    Ich danke Dir.
    Das ist ein sehr guter Rat.

    Ich werde so eine Liste schreiben.
    Finde ich auch. Das hört sich alles sehr seltsam an, was du schreibst und ich frage mich, ob du da auf Dauer glücklich geworden wärst? Sehr unstrukturiert, keine klaren Ziele, Aufgaben und Abgrenzungen?

    Das komische ist gerade, ich fühlte mich die ganze Zeit nicht unbeliebt. Der Chef machte mir ja auch Komplimente... Ich dachte alles sei soweit okay. Es traf mich sehr unerwartet, diese Unzufriedenheit, und auch noch so undeutlich formuliert. Kommunikation ist sowieso ein riesen Thema. Das passiert einfach nicht richtig.

    Auch eine gute Frage, ob ich mich wirklich coachen will, um in ein ineffizientes system zu passen? Nein. Ich möchte mich stärken, für zukünftige Bewerbungen. Ich habe ja noch keine direkte Kündigung vorliegen, vermute diese kommt bald. Danach heisst es, wieder Gespräche führen, sich präsentieren. Ich habe das Gefühl, ich stehe neben mir, ich könnte mich nicht gut Präsentieren. Das verunsichert mich so. Ich denke mir, "niemand will so einen loser einstellen"... Ich bin einfach so traurig und entmutigt.
    Vielleicht ist es einfach so, dass du da nicht reinpasst, weil deine Art zu Arbeiten und Probleme zu lösen, da nicht gefragt ist? Es liegt nicht an dir, sondern an denen? So wie du es beschrieben hast, könnte ich mir das gut vorstellen. Mach dich gerade und fang jetzt an, dir was anderes zu suchen, einen Job, wo man deine Fähigkeiten schätzt.

    Warum die Erde rund und auf keinen Fall flach ist?
    Wenn sie flach wäre, hatten Katzen schon längst alles runter geschubst.
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