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    AW: Betriebsbedingte Kündigung - Wie läuft das mit dem Sozialplan?

    Zitat Zitat von chincat Beitrag anzeigen
    (Gekürzt von mir)

    Nun, so einfach ist es zum Glück nicht. Ein Arbeitsverhältnis ist ein Dauerschutzverhältnis.
    Und warum wohl gibt es das Kündigungsschutzgesetz, welches den Arbeitnehmer, nicht den Arbeitgeber schützt ?
    Ein Arbeitnehmer kann ohne Angabe von Gründen kündigen, (Sklaverei gibt es nicht mehr), der Arbeitgeber nicht.
    Natürlich ist es nicht so einfach, drum schrieb ich ja auch noch das was darauf folgt.
    Mir ging es vor allem darum, dass es kein Recht auf Abfindung gibt, leider denken viele wenn ihnen gekündigt wird steht ihnen das automatisch zu. So ist es eben bei weitem nicht.
    Ich bin kein Personaler oder kenne mich besonders mit Arbeitsrecht aus, aber ich habe als Controller über die Jahre so einige Restrukturierungsprojekte begleitet und da bekommt man so einiges mit, was im Hintergrund gedreht wird. Sowas kann absolut sauber und großzügig sein, wo der Arbeitgeber zu erheblich mehr bereit ist, als er müsste, da er das Thema so schnell wie möglich hinter sich bringen will und das möglichst leise. Sowas kann aber auch extrem mies laufen wo mit sämtlichen Tricks genau die Mitarbeiter abgeschossen werden, die man nicht mehr möchte. Der Betriebsrat kann da oftmals auch nur mit stumpfer Waffe kämpfen, denn viele Informationen liegen ihm garnicht vor oder werden im Rahmen des Möglichen so hingedreht, damit man ihn in die eine oder andere Richtung lenken kann.

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    AW: Betriebsbedingte Kündigung - Wie läuft das mit dem Sozialplan?

    So liest es sich auch, wie jemand, der einiges mitbekommen hat und dann daraus eigene Schlüsse gezogen hat. Teilweise richtig, teilweise falsch. Du solltest berücksichtigen, dass du nicht weißt, was richtig ist und was nicht und anderen vielleicht keine Ratschläge erteilen. Freundlicher Ratschlag von mir.

    Warum die Erde rund und auf keinen Fall flach ist?
    Wenn sie flach wäre, hatten Katzen schon längst alles runter geschubst.
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    AW: Betriebsbedingte Kündigung - Wie läuft das mit dem Sozialplan?

    Danke für eure Antworten!
    Wir werden sehen, wie der AG „entscheidet“.
    Solche Geschichten, wie von Slipperman geschrieben, habe ich halt auch gehört. Und davor graut es uns auch!

    Es nützt aber nichts, dass wir (Mann und ich) uns hier verrückt machen.
    In meiner Firma sieht es ähnlich aus. Corona schlägt voll zu, der Absatz ist stark eingebrochen, die Kosten aber zu hoch. Das wird meine Firma nicht lange durchhalten.
    Geändert von SalutCaVa (23.07.2020 um 19:32 Uhr) Grund: Typo

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    AW: Betriebsbedingte Kündigung - Wie läuft das mit dem Sozialplan?

    Zitat Zitat von BlueVelvet06 Beitrag anzeigen
    So liest es sich auch, wie jemand, der einiges mitbekommen hat und dann daraus eigene Schlüsse gezogen hat. Teilweise richtig, teilweise falsch. Du solltest berücksichtigen, dass du nicht weißt, was richtig ist und was nicht und anderen vielleicht keine Ratschläge erteilen. Freundlicher Ratschlag von mir.
    Was ist denn falsch? Wäre ja dann im Sinne aller, wenn ihr das dann auch richtig stellen würdet.

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    AW: Betriebsbedingte Kündigung - Wie läuft das mit dem Sozialplan?

    Nein, das wäre nicht hilfreich für andere, dazu ist das Thema betriebsbedingte Kündigung zu komplex. Das muss individuell betrachtet werden.

    Um die TE mache ich mir wenig Sorgen. Es ist ein Konzern, es soll erstmal über Vorruhestandsregelungen und freiwillige Kündigungen geregelt werden, die haben todsicher einen Betriebsrat, das läuft schon. Falls das für den Mann eine Option ist: ich würde schon deshalb raten, sie gründlich zu prüfen und vielleicht die Gelegenheit wahrzunehmen, weil sowas den Betriebsfrieden immer erheblich stört und auch, wenn es fair gehandhabt wird, wird in den nächsten Monaten, teilweise länger nur noch darüber geredet und es werden Horrorszenarien an die Wald gemalt. Das zieht einen sehr runter. Ich würde mir sehr überlegen, ob ich mir das antun will oder ob ich nicht gleich Geld nehmen und wechseln würde.

    Diesen Rat habe ich schon einigen gegeben. Die meisten haben ihn nicht befolgt bzw. erst später, aber alle bis auf einen haben hinterher gesagt, dass sie ihn gleich hätten befolgen sollen.
    Geändert von BlueVelvet06 (23.07.2020 um 12:03 Uhr)

    Warum die Erde rund und auf keinen Fall flach ist?
    Wenn sie flach wäre, hatten Katzen schon längst alles runter geschubst.
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    AW: Betriebsbedingte Kündigung - Wie läuft das mit dem Sozialplan?

    Zitat Zitat von Slipperman Beitrag anzeigen
    Was ist denn falsch? Wäre ja dann im Sinne aller, wenn ihr das dann auch richtig stellen würdet.
    Es wäre im Sinne aller, wenn man nicht ohne Fachkenntnis irgendwelche falschen Behauptungen aufstellt.

    Beispiele?

    Zitat Zitat von Slipperman Beitrag anzeigen
    ...
    Mir ging es vor allem darum, dass es kein Recht auf Abfindung gibt, leider denken viele wenn ihnen gekündigt wird steht ihnen das automatisch zu. So ist es eben bei weitem nicht.
    Falsch. Offenbar kennst Du § 1a KSchG nicht!


    Zitat Zitat von Slipperman Beitrag anzeigen
    ... Man hat in erster Linie mal einen Arbeitsvertrag, dadrin steht bei den meisten, dass er mit 3 Monaten Kündigungsfrist von beiden Seiten kündbar ist. ...
    Worauf fußt denn diese Behauptung?
    Gibt es etwa §622 BGB nicht mehr?
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    finding people who
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    CRAZY

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    AW: Betriebsbedingte Kündigung - Wie läuft das mit dem Sozialplan?

    Also natürlich kann man unterschiedliche Kündigungszeiten haben. Deswegen schrieb Slipperman wohl, die meisten hätten 3 Monate Kündigungszeiten...

    Und wegen dem hier: § 1a Abs. 1 KSchG
    Es gibt keinen Anspruch auf Abfindung!!

    1. Grundsatz: Kein Anspruch auf Abfindung
    Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch auf Zahlung einer Abfindung nach einer Kündigung. Das deutsche Kündigungsrecht ist als sogenannter „Bestandsschutz“ ausgestaltet: Entweder eine Kündigung ist unwirksam, dann besteht das Arbeitsverhältnis fort. Oder sie ist wirksam, dann endet das Arbeitsverhältnis auch ohne Zahlung einer Abfindung. Das gilt auch bei langjährigen Arbeitsverhältnissen. Wird etwa einem Arbeitnehmer nach 30 Jahren Betriebszugehörigkeit gekündigt und ist die Kündigung wirksam, dann beendet sie das Arbeitsverhältnis ohne Abfindung.

    Für Missverständnisse sorgt häufig der fehlerhaft formulierte § 1a Abs. 1 KSchG. Diese Norm regelt, dass Arbeitnehmer einen „Anspruch auf Abfindung“ in Höhe von 0,5 Bruttomonatsgehältern pro Beschäftigungsjahr (sogenannte „Regelabfindung“) haben, wenn sie keine Kündigungsschutzklage erheben. Allerdings setzt dieser „Anspruch“ voraus, dass der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer ein entsprechendes Angebot unterbreitet (§ 1 Abs. 1 S. 2 KSchG). Insofern läuft die Norm leer: Bietet der Arbeitgeber eine Abfindung an, kann der Arbeitnehmer das Angebot naturgemäß immer annehmen. Bietet der Arbeitgeber keine Abfindung an, dann entsteht auch der „Anspruch“ auf die Regelabfindung nicht.

    Quelle: Verhandlung einer Abfindung – Wovon hangt die Hohe der Abfindung ab?.

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    AW: Betriebsbedingte Kündigung - Wie läuft das mit dem Sozialplan?

    In unserem Fall wird es, wenn es soweit kommt, höchstwahrscheinlich auf eine Abfindung hinauslaufen. Das hat der AG, um den es hier geht, schon angeboten.
    Ich weiß auch, das man ein solches Angebot lieber annehmen sollte, wenn der AG eine Abfindung zahlt, sonst steht man im Falle einer verlorenen Kündigungsschutzklage eventuell leer da. Gerade bei „Massenentlassungen“.

    Aber ja, jeder Fall muss individuell betrachtet werden.

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    AW: Betriebsbedingte Kündigung - Wie läuft das mit dem Sozialplan?

    Zitat Zitat von SalutCaVa Beitrag anzeigen
    In unserem Fall wird es, wenn es soweit kommt, höchstwahrscheinlich auf eine Abfindung hinauslaufen. Das hat der AG, um den es hier geht, schon angeboten.
    Ich weiß auch, das man ein solches Angebot lieber annehmen sollte, wenn der AG eine Abfindung zahlt, sonst steht man im Falle einer verlorenen Kündigungsschutzklage eventuell leer da. Gerade bei „Massenentlassungen“.

    Aber ja, jeder Fall muss individuell betrachtet werden.
    Es gibt noch zu beachten, dass Arbeitgeber manchmal Abfindungen und Aufhebungsverträge anbieten und darauf hoffen, dass Mitarbeiter von alleine gehen. In dem Fall greift die Sperre von der Arbeitsagentur, das sollte einem bewusst sein. Diese Lösung ergreifen dann auch eher Kollegen, die jung und ungebunden sind und leicht eine neue Arbeit finden.

    Sollte deinem Mann gekündigt werden und er bekäme direkt eine Abfindung angeboten, wäre es nicht so klug diese auch direkt anzunehmen. Verhandeln und etwas pokern holt da meistens noch mehr raus. Die wenigsten Arbeitgeber wollen vor Gericht landen. Gerade nicht bei Massenentlassungen. Meistens einigt man sich bereits vor dem Gerichtstermin. Auch hier ist vorsicht geboten und man sollte vorher mit einem Anwalt und der Arbeitsagentur sprechen, ob die Sperre greift, wenn man die Abfindung annimmt und keine Klage einreicht. Wie gut die Chancen stünden, eine Klage zu gewinnen, wird einem ein Anwalt auch vorher sagen können.

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