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    Kündigung und Schwangerschaft

    Hallo alle zusammen,

    meine Tochter und ich würden ein paar Meinungen gebrauchen können weil wir im Moment etwas unschlüssig sind.
    Ich arbeite seit fast 20 Jahren in einem Unternehmen.
    Seit 12 Jahren hilft meine Tochter dort öfter aus, zuerst im Rahmen von Schülerjobs, später als Zweitjob.
    Seit Mitte letzten Jahres war in diesem Unternehmen eine Stelle frei und man suchte händeringend nach einer Arbeitskraft.
    Da man meine Tochter sehr schätzte, und sie sich auch mit dem Team gut verstand hat sie sich Ende letzten Jahres auf die freie Stelle beworben und ist auch zum 01.01. eingestellt worden.
    Im Juni wurde ihr, ein paar Tage vor Ablauf der Probezeit, zum 30.06., gekündigt.
    Heute am 01.07. begann ihr neuer Job und Arbeitsverhältnis in einem anderen Unternehmen.
    Bereits vor etwa 4 Wochen hatte sie ihren Gyn aufgesucht weil ihre Regel ausgeblieben war.
    Er schloss eine Schwangerschaft aus und meinte ihr unausgeglichener Hormonhaushalt sei für das Ausbleiben der Regel verantwortlich.
    Heute, nach Arbeitsschluss, hat sie eine andere Gynäkologin aufgesucht da ihre Regel weiterhin ausgeblieben war, ihre Brust spannt und ihr sehr oft übel ist.
    Es stellte sich heraus dass sie in der 9. Woche schwanger ist, sie hat auch einen kleinen Untraschallfilm auf ihr Handy bekommen wo man das Kleine sieht, auch wie das Herzchen schlägt.
    Die Gynäkologin hat ihr ein Beschäftigungsverbot ausgesprochen, wegen Corona, Kundenkontakten und ihres Asthmas.
    Sie hat ihr geraten das Unternehmen, welches ihr gekündigt hatte, über ihre Schwangerschaft zum Zeitpunkt der Kündigung zu informieren, dadurch sei die Kündigung unwirksam.
    Das treffe auch zu wenn man selbst noch keine Kenntnis von der Schwangerschaft hat.
    Auch kann ja ihr Gyn, den sie im Juni aufsuchte, bestätigen dass er eine Schwangerschaft ausgeschlossen hatte.
    Sie hat sich sicherheitshalber ebenfalls ans Arbeitsamt gewendet, dort vermittelte man ihr ein Gespräch mit einem Arbeitsgericht in Berlin, und dort wurde ihr ebenfalls gesagt, dass sie Schritte in die Wege leiten soll um die Kündigung für unwirksam erklären zu lassen.
    Nun denke ich, es ist sicher richtig so zu verfahren, nur wird sie wahrscheinlich, sobald dies rechtlich möglich ist, erneut eine Kündigung bekommen.
    Ebenso wird das neue Unternehmen versuchen sie so schnell wie möglich loszuwerden.
    Die Aufregungen werden, wenn sie versucht die Kündigung rückgängig zu machen, sicher größer sein als wenn sie das nicht tut, und Aufregung ist nicht gut in der Schwangerschaft.
    Es ist eine ungünstige Situation.
    (Falls es von Interesse ist: die SS war nicht geplant, aber meine Tochter und ihr Partner freuen sich nun natürlich sehr darüber.)
    Ich wäre sehr dankbar wenn ihr eure Meinungen dazu schreiben würdet bzw vllt mitteilen könntet wie ihr verfahren würdet.
    Viele Grüße von Candalita

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    AW: Kündigung und Schwangerschaft

    Um was konkret geht es dabei denn?

    Deine Tochter würde - wenn die Kündigung unwirksam ist- wieder in das Unternehmen aufgenommen (gilt diese Regelung denn auch bei Probezeit?) und dann?
    Wird man die SS abwarten und sie danach kündigen- oder was wird erwartet?

    Wodrum genau geht es? Dass sie Geld in der SS bekommt und danach Mutterschaftsgeld o.ä. (ich kenn mich da nicht mehr aus) ?

    Finanziell scheint das Sinn zu machen- gut ankommen tut es mal sicher nicht und interessant ist noch die Frage, ob DU davon was abbekommen könntest, da es deine Tochter im Betrieb ist?

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    AW: Kündigung und Schwangerschaft

    Bei dem Ansinnen habe ich zwei Fragen?

    1. Handelt es sich bei dem gekündigten Arbeitsverhältnis um ein endbefristetes Probearbeitsverhältnis? Wenn ja, endete es in jedem Fall mit Ablauf des 30.06.

    2. Wann genau wurde ihr gekündigt?

    Problematisch sehe ich hier die 2-Wochen-Frist. Die ist abgelaufen. Deshalb müsste sie im Streitfall beweisen, dass sie bisher keine Kenntnis einer Schwangerschaft hatte. Ich wäre mir nicht so sicher, dass die Aussage des anderen Arztes wirklich greift. Gab es einen positiven Schwangerschaftstest? Auf welche Art und Weise hat der Arzt die Schwangerschaft ausgeschlossen?

    Bedenken solltest du dabei auch, dass dein Ansehen bei der Geschäftsleitung im Falle einer Klage ebenfalls leiden würde.
    Geändert von Wolfgang11 (01.07.2020 um 19:34 Uhr) Grund: Korrektur

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    AW: Kündigung und Schwangerschaft

    Sie war heute nach Dienstschluss beim Arzt und hat anschließend noch mit dem Arbeitsamt und dem Arbeitsgericht gesprochen? Ganz schönes Tempo.

    Ob ich mich auf die Rechtsberatung einer Ärztin verlassen würde, weiß ich nicht. Mir ist aber auch nicht ganz klar, was die Tochter jetzt möchte. Möchte sie unbedingt zurück zum alten Arbeitgeber?

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    AW: Kündigung und Schwangerschaft

    Danke für deine Antwort kenzia!
    Ja, das Kündigungsverbot für Schwangere gilt auch in der Probezeit.
    Aufgrund des Beschäftigungsverbotes hat das Unternehmen, in welchem man angestellt ist, einen finanziellen Beitrag zu leisten (ich denke es war von 12 € pro Tag die Rede).
    Ich weiß jetzt leider auch nicht wie lange das Kündigungsverbot gilt, zuallererst erstreckt es sich wohl auf die Schwangerschaft.
    Ob es dann noch weiter gilt wenn das Baby da ist, da müssen wir uns noch schlau machen.
    Würde die Kündigung nicht für ungültig erklärt dann müsste ja wahrscheinlich das neue Unternehmen diese finanzielle Belastung tragen.
    Es stimmt, es kommt nicht gut.
    Fair wäre es schon wenn "mein" Unternehmen (also da wo ich arbeite und sie auch angestellt war) diese Belastung tragen müsste, und wahrscheinlich ist das auch rechtlich korrekt so.
    Denn in diesem Unternehmen hat sie länger als nur 1 Tag gearbeitet und schon sehr sehr oft ausgeholfen wenn absoluter Notstand war.
    Leider befürchte ich aber auch dass ich davon was abbekommen könnte.

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    AW: Kündigung und Schwangerschaft

    Ich würde den neuen Arbeitgeber über die heute festgestellte Schwangerschaft informieren.

    Dann ist sie eben dort untendurch. Allerdings hat sie heute die Information erhalten und genießt ab der Mitteilung an den AG Kündigungsschutz.

    Das hätte den Vorteil, dass einerseits keine Kündigungsschutzklage eingereicht werden muss und zum Anderen, dass dein Arbeitsverhältnis dadurch nicht tangiert wird.

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    AW: Kündigung und Schwangerschaft

    Zitat Zitat von Wolfgang11 Beitrag anzeigen
    Bei dem Ansinnen habe ich zwei Fragen?

    1. Handelt es sich bei dem gekündigten Arbeitsverhältnis um ein endbefristetes Probearbeitsverhältnis? Wenn ja, endete es in jedem Fall mit Ablauf des 30.06.

    2. Wann genau wurde ihr gekündigt?

    Problematisch sehe ich hier die 2-Wochen-Frist. Die ist abgelaufen. Deshalb müsste sie im Streitfall beweisen, dass sie bisher keine Kenntnis einer Schwangerschaft hatte. Ich wäre mir nicht so sicher, dass die Aussage des anderen Arztes wirklich greift. Gab es einen positiven Schwangerschaftstest? Auf welche Art und Weise hat der Arzt die Schwangerschaft ausgeschlossen?

    Bedenken solltest du dabei auch, dass dein Ansehen bei der Geschäftsleitung im Falle einer Klage ebenfalls leiden würde.
    Danke für deine Antwort Wolfgang!
    Zu deinen Fragen:
    1. Das Arbeitsverhältnis sollte nicht befristet sein, also es war unbefristet.
    2.Ihr wurde am 12.06. gekündigt.
    Es stimmt, die 2-Wochen-Frist ist abgelaufen.
    Laut Aussage der Gynäkologin, des Arbeitsamtes und des Arbeitsgerichtes greift die Aussage des Gynäkologen.
    Ob er einen Schwangerschaftstest gemacht hat weiß ich nicht genau, gehe aber davon aus, da sie ihn ja wegen Ausbleiben der Regel aufgesucht hat, und eig wird dann der Urin untersucht.
    Er vermutete aber eine Hormonstörung und verschrieb dementsprechende Medikamente.

    Leider gehe ich davon aus dass mein Ansehen bei der Geschäftsleitung Schaden nimmt wenn sie bewirkt dass die Kündigung für ungültig erklärt wird.

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    AW: Kündigung und Schwangerschaft

    Zitat Zitat von FrauKeks Beitrag anzeigen
    Sie war heute nach Dienstschluss beim Arzt und hat anschließend noch mit dem Arbeitsamt und dem Arbeitsgericht gesprochen? Ganz schönes Tempo.

    Ob ich mich auf die Rechtsberatung einer Ärztin verlassen würde, weiß ich nicht. Mir ist aber auch nicht ganz klar, was die Tochter jetzt möchte. Möchte sie unbedingt zurück zum alten Arbeitgeber?
    Danke für deine Antwort Frau Keks!
    Meine Tochter hatte schon im Rahmen der Probearbeit einige Arbeitsstunden geleistet und musste deshalb heute nur wenig Zeit im neuen Job absolvieren.
    Zu deiner Frage: nein, meine Tochter möchte nicht unbedingt zum alten Arbeitgeber zurück, denn die Kündigung hatte sie sehr gekränkt.
    Die Geschäftsleitung war, für mein Empfinden, sogar noch so frech zu fragen ob sie denn aber trotzdem, wenn Not am Mann ist, weiterin aushelfen kommt. (Sie hat es verneint.)
    Nein, auf die Rechtsberatung einer Ärztin würde ich mich auch nicht verlassen, daher hat sie das Arbeitsamt kontaktiert, welches sie beriet, und ihr auch ein Gespräch mit einem speziellen Arbeitsgericht in Berlin vermittelt. (Wir wohnen in Sachsen)
    Geändert von Candalita (01.07.2020 um 20:10 Uhr)

  9. User Info Menu

    AW: Kündigung und Schwangerschaft

    Es gibt da noch ein Problem.

    Würde sie jetzt argumentieren, die Kündigung sei unwirksam, hätte sie zwei rechtsgültige Arbeitsverhältnisse.

    Ausserdem hätte sie heute unentschuldigt gefehlt, weil sie bei ihrem neuen Arbeitgeber bereits angefangen hat. Ich denke, daraus würde der Arbeitgeber eine ausserordentliche Kündigung konstruieren.

    Nach meiner Ansicht ist hier eindeutig der neue Arbeitgeber der richtige Ansprechpartner.

    Sie hat einen rechtswirksamen Arbeitsvertrag und sie hat die Stelle angetreten.

    Die Schwangerschaft wurde nach Antritt der Stelle festgestellt. Damit ist die Sache ziemlich wasserdicht.

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    AW: Kündigung und Schwangerschaft

    Zitat Zitat von Wolfgang11 Beitrag anzeigen
    Ich würde den neuen Arbeitgeber über die heute festgestellte Schwangerschaft informieren.

    Dann ist sie eben dort untendurch. Allerdings hat sie heute die Information erhalten und genießt ab der Mitteilung an den AG Kündigungsschutz.

    Das hätte den Vorteil, dass einerseits keine Kündigungsschutzklage eingereicht werden muss und zum Anderen, dass dein Arbeitsverhältnis dadurch nicht tangiert wird.
    Danke für deine klaren Worte Wolfgang.
    Ich denke auch dass das der bessere Weg ist.
    Auch wenn mir die neue Arbeitgeberin dabei i-wie leid tut.

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