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    Jobwechsel steht an - kann mich nicht entscheiden - Vom Regen in die Traufe?

    Guten Abend allerseits,

    ich versuche es mal so kurz wie möglich zu fassen und dabei trotzdem die wichtigen Eckpunkte nicht auszulassen.

    Ich: fast 40, keine Kids, unverheiratet, bezahlte Eigentumswohnung, viele Hobbys, Nebenjob (MiniJob) im Marketing seit 6 Jahren.

    Nach meinem Studium bin ich in den öffentlichen Dienst gegangen, sicherer Posten, Sachbearbeitung, Top Arbeitszeiten, hatte 15 Uhr Feierabend und ein wirklich super Verdienst (Preis/Leistungsverhältnis). Allerdings hab ich nach 7 Jahren gemerkt, dass ich in dem Job nicht weiterkomme und hatte Bedenken, dass es mir irgendwann mit 40 so geht wie vielen meiner Kollegen, die verzweifelt da raus wollten - trotz super Arbeitsbedingungen - und woanders keine Chance mehr hatten. Ständig fing es dann an, dass die Behörde umstrukturiert wurde und die guten Leute wurden verheizt. Ich bin dann die letzten 6 Monate in ein Projekt gegangen, was mein Fehler war, in diesem Projekt wurden dann Aufstiegsmöglichkeiten versprochen, von 150 Leuten kamen drei dort rein, alle drei haben wir gekündigt nach 6 Monaten, weil die Arbeitszeiten ausuferten und wir schlicht weg verheizt wurden.

    Ich hatte Glück, hatte recht schnell was neues gefunden, was ich inhaltlich auch super spannend fand und habe dann dort angefangen, auch öffentlicher Dienst, Sachbearbeitung auch in Vollzeit, wie bisher natürlich immer, etwas weniger Geld als zuvor, halbwegs geregeltere Arbeitszeiten, aber erheblich längere Fahrtzeit mit dem Wagen zum Büro, absolut unkommunikative Kollegen, mit denen ich nach über 1 Jahr noch beim "Sie" bin und nicht warm werde und inzwischen auch nicht mehr den Versuch starte, warm zu werden, dazu hats auch schon zu oft gekracht. Ich bin jetzt seit etwas über 1 Jahr dort beschäftigt und finde es grauenvoll. Meine Kollegen sind fast alle kurz vor der Rente, extrem hinterhältig, unkollegial, viele Anfeindungen, Team ist das keines, eher ein Haufen verfeindeter Leute, die vordergründig auf "best Friends" tun und sich pamermanent in die Pfanne hauen. Ich hatte das nach der Probezeit auch offen angesprochen, dass mir das Arbeiten hier nicht gefällt, woraufhin das seit 20 Jahren fest eingeschweißte "Team", natürlich kollektiv gegen mich gehalten hat, weil sie die Wahrheit nicht vertragen konnten. Die Auszubildende hat jetzt ihre Ausbildung fertig und richtet sich auch so ein, dass sie möglichst kaum Aufgaben übernehmen muss, es ist eine kleine Behörde, eine richtige Glucken-Gesellschaft.

    Erstaunlicherweise hat mir der Wechsel in diesen Job erheblich bessere Chancen am Arbeitsmarkt verschafft und ich hatte bereits vor der Corona Pandemie massig Bewerbungen gestartet, auch einige Bewerbungen, die ich eigentlich nicht gebraucht hätte.

    So kam es, dass ich bereits eine ganze Reihe an Gesprächen hatte, die meisten sogar Zusagen. Nun hänge ich in der Luft. Nachdem die beiden letzten Entscheidungen meinem Gefühl nach richtig waren und sich später als Griff ins Klo erwiesen haben, traue ich meinem Gefühl nicht mehr.

    Ich habe nun 2 Jobs zur Wahl, einen Vollzeitjob, der inhaltlich fast das Selbe ist wie das, was ich derzeit mache, 15min mit dem Wagen zur Arbeit, allerdings gilt der Chef dort als Workaholic, ich kenne ihn persönlich, hab mich dort beworben und bin auch genommen worden, hab das Thema Arbeitszeiten auch angesprochen und mir wurde zugesagt, dass sich das alles im Rahmen halte, aber das was ich so höre von dieser Stelle ist, eine 50 Stundenwoche - wobei man nicht allem Glauben schenken darf, was man so hört, aber wie schon erwähnt, ich traue mir selbst nicht mehr. Der Verdienst ist gleich wie jetzt, der Fahrtweg und Fahrtkosten die Hälfte wie derzeit, das Team jünger, kleiner und feiert auch ab und zu mal zusammen.

    Die andere Stelle ist besser eingruppiert, allerdings lediglich Teilzeit - eine Stelle, die unterschiedlicher zur Vollzeitstelle nicht sein könnte, kein Publikumsverkehr, geschlossene Behörde, reine Back Office Arbeit, mit dem Vorteil, dass ich sogar im Home Office arbeiten könnte, wenn ich eingearbeitet bin, zwar ist die Stelle drei Gehaltsstufen höher, aber natürlich durch Teilzeit deutlich weniger Geld in der Tasche am Monatsende. Klar kommen würde ich damit, ich hätte endlich wieder Freizeit und meinen Nebenjob hab ich auch noch. Allerdings habe ich etwas Angst vor dem Schritt in Teilzeit, und vor allem ist es thematisch etwas völlig anderes als das was ich derzeit mache.

    Das wäre dann binnen 3 Jahren thematisch in meinem Lebenslauf der 2. Wechsel, wo ich von Bauamt zu Jobcenter zu Bundesbehörde wechseln würde.

    Ich habe einfach Bedenken, weil ich auf mein Gefühl nicht hören kann, Freizeit ist mir extrem wichtig geworden und ruhiges Arbeiten ohne nervige unsympathische Kollegen im Großraumbüro und ohne ständige Unterbrechungen durch Bürger/Antragsteller, andererseits wäre das mit erheblich weniger Geld verbunden, wir reden von 1000 Netto im Monat, was ich "hinbekomme" - klar, aber natürlich krass spüren würde.

    Der Teilzeitjob wäre mit der Bahn erreichbar in 30min, mit dem Auto auch, aber unrentabel - Jobticket hätte ich, sehr flexible Arbeitszeiten und lediglich vier Stunden Arbeit am Tag, der Rest Freizeit, und mein Nebenjob.

    Ich schwanke also zwischen 2 Extremen, Vollzeit mit dem Ruf, Chef = Arbeitstier, ständig Einsatzbereit, dafür sicherer Job, gute Einarbeitung, da gutes Wissen im Team vorhanden ist, super kurzer Fahrtweg mit Parkplatz vor der Tür und gute Zukunftschancen in dem Job, Teilzeit = erheblich weniger Geld, erneuter Themenwechsel im Job, dafür HomeOffice, viel Freizeit.

    Da ich mich nicht mehr auf mein Gefühl verlassen kann, brauche ich irgend eine Basis zur Entscheidung, bei der ich nicht hadere und nicht ständig hin und hergerissen bin.

    Vielleicht hat ja jemand eine Idee, wie ich zu einer Entscheidung komme.

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    AW: Jobwechsel steht an - kann mich nicht entscheiden - Vom Regen in die Traufe?

    Meine Gedanken, die mir beim Lesen kamen, helfen dir nicht weiter. Theoretisch könnten sie es, real glaube ich nicht daran. Sie würden vermutlich auch einen Sturm im Hühnerhof auslösen

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    AW: Jobwechsel steht an - kann mich nicht entscheiden - Vom Regen in die Traufe?

    Zitat Zitat von Annaky Beitrag anzeigen
    Da ich mich nicht mehr auf mein Gefühl verlassen kann, brauche ich irgend eine Basis zur Entscheidung, bei der ich nicht hadere und nicht ständig hin und hergerissen bin.

    Vielleicht hat ja jemand eine Idee, wie ich zu einer Entscheidung komme.
    Ein Job ist ist ein Job - man macht ihn vorrangig um Geld zu verdienen und um damit seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

    Wenn Du es kannst, auf die netto EUR 1000 zu verzichten, würde ich natürlich ganz klar den Job machen.

    Und es ist nix in Stein gemeiselt. Das heißt nicht, dass dies bis zur Rente so sein muss.

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    AW: Jobwechsel steht an - kann mich nicht entscheiden - Vom Regen in die Traufe?

    immerhin hast du ja offenbar in dieser sehr belastenden Situation nicht auch noch das Unglück, verbeamtet zu sein - oder auch das noch?

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    AW: Jobwechsel steht an - kann mich nicht entscheiden - Vom Regen in die Traufe?

    Zitat Zitat von Blila1 Beitrag anzeigen
    immerhin hast du ja offenbar in dieser sehr belastenden Situation nicht auch noch das Unglück, verbeamtet zu sein - oder auch das noch?
    Hört sich sehr sarkastisch an.

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    AW: Jobwechsel steht an - kann mich nicht entscheiden - Vom Regen in die Traufe?

    Zitat Zitat von Vienna__ Beitrag anzeigen
    Hört sich sehr sarkastisch an.
    wie wärs mit realistisch? Für mich hört sich das Problem an wie: ich möcht Ei und Omelett

    irgendwas ist fast immer (ja, manchmal gibts auch perfekt)

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    AW: Jobwechsel steht an - kann mich nicht entscheiden - Vom Regen in die Traufe?

    Zitat Zitat von Blila1 Beitrag anzeigen
    (ja, manchmal gibts auch perfekt)
    Richtig.

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    AW: Jobwechsel steht an - kann mich nicht entscheiden - Vom Regen in die Traufe?

    Im Vergleich zum jetzigen Arbeitsumfeld wären die Dir angebotenen Stellen beide ein Gewinn. Ein gehässiges Kollegenumfeld kann man sicher irgendwie überstehen - aber nach mehreren Jahren kann einem das schon zusetzen Und du bist jetzt erst ein Jahr dort. Da Du Alternativen hast nutze Sie. Ich würde den Absprung wagen.

    Und wenn Du auf 1000 € netto verzichten kannst, würde ich Dir die Teilzeitstelle eher empfehlen, wenn das Deinen sonstigen Lebensumständen entgegen kommt. Zumal es in einer größeren Organisationsstruktur wie einer Bundesbehörde nach meiner Erfahrung nicht schwer sein dürfte später wieder aufzstocken/auf Vollzeit zu gehen, Möglichkeiten gibt es sicher genug, wenn man interne Aufgaben- und Stellenwechsel nicht scheut.

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    AW: Jobwechsel steht an - kann mich nicht entscheiden - Vom Regen in die Traufe?

    Zitat Zitat von Annaky Beitrag anzeigen
    weil die Arbeitszeiten ausuferten und wir schlicht weg verheizt wurden.

    allerdings gilt der Chef dort als Workaholic,
    hab das Thema Arbeitszeiten auch angesprochen
    das was ich so höre von dieser Stelle ist, eine 50 Stundenwoche
    Warum willst Du dann die Stelle wechseln, Du hast doch schon einmal wegen Überlastung gekündigt ?

    Die Teilzeitstelle ist auch nichts für Dich. Jetzt kommst Du mit dem reduzierten Gehalt klar, aber, so albern das vielleicht klingt, denk daran, wie sich das auf Deine Rente auswirkt.

    Fazit: Beide Stellen sind nichts für Dich, such weiter.
    Keiner kann verhindern, dass ich klüger werde (Konrad Adenauer).

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    AW: Jobwechsel steht an - kann mich nicht entscheiden - Vom Regen in die Traufe?

    Hallo Annaky,

    vom Lesen her würde ich zur der TZ Stelle tendieren, da insgesamt höheres Gehalt und ansonsten hat es ja auch gepasst oder? TZ ist jetzt im Moment, aber du weiß nicht, ob du nicht doch auch aufstocken kannst. Das ergibt sich eventuell auch. Den jetzigen Job würde ich definitiv kündigen. Im TZ Job könntest du auf jeden Fall im Homeoffice arbeiten udn das ist echt super. Falls dir die Stelle gefällt dann mach es.
    Die Stelle mit dem Chef, der viel abverlangt würde ich eher nicht nehmen. Das klingt nicht so gut mit 50 Stunden und dass du so verheizt wirst bei dem mikrigen Gehalt.

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