Antworten
Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 24
  1. Inaktiver User

    Keine Motivation mehr trotz gutem Job

    Hallo,

    ich wollte mal fragen, ob hier jemand die Situation kennt.

    Eigentlich habe ich meinen Traumjob, habe da auch jahrelang drauf hin gearbeitet, diesen zu bekommen. Rational weiß ich, dass ich es gut getroffen habe - auch mit meinem Arbeitgeber:

    - ganz gutes Gehalt
    - gute Work-Life-Balance (meistens)
    - sehr gute Fürsorge des Arbeitgebers und auch Unterstützung in privaten Belangen
    - gerade jetzt in Corona-Zeiten auch sehr vorbildlich, was das Krisenmanagement angeht
    - etc. pp

    Es gibt die üblichen Querelen, die man überall hat.

    Trotzdem merke ich in den letzten Wochen und Monaten, dass mir immer mehr die Motivation fehlt. Ich bin müde. Das liegt womöglich auch an den recht komplexen und anstrengenden Prozessen bei uns (IT-Branche), die Zahlengetriebenheit und die immer wieder sehr anstrengenden zeitkritischen Projekte.

    Ich hatte jetzt 3 Wochen Urlaub, bin heute den 2. Tag wieder im Job und würde am liebsten alles hin schmeißen. Mich nervt alles so!

    Normalerweise hat man am 1. Tag Zeit, erstmal seine Mails zu lesen und ein bissel Tagesgeschäft zu machen. Aber gestern saß ich gefühlt 5 Minuten am Rechner, da ruft schon mein Außendienstler an und macht Druck wegen eines Angebots, das unbedingt raus muss (Deadline: Ende der Woche, am besten früher). Eigentlich ist das auch kein Hexenwerk, im Grunde eine Fingerübung... wenn mein Außendienstler nicht immer so mit heißer Nadel vorarbeiten würde. Es hieß, ich müsse nur die Zahlen übernehmen. Kinderspiel dachte ich (dabei müsste ich es eigentlich wirklich langsam besser wissen... ). Dann bekam ich das Gerüst und merkte, dass das nicht mit den Anforderungen zusammen passte, und ich alles nochmal neu kalkulieren muss.

    Ich habe dann das auf heute morgen verschoben und das Angebot für 10 Uhr zugesagt. Tja, Pustekuchen! Da wurde mir jetzt auch eine Schulung rein gedrückt. Da das per Telko ist, fiel dann erstmal nicht so auf, dass ich den Ton ausgemacht hab, um parallel an dem Angebot zu arbeiten. Diese Schulungen sind halt meist nur für unsere Lieferanten/Hersteller und bringen uns gar nicht viel.

    Tja, und gerade als ich fertig bin, schreibt mir mein Kollege, dass die ganze Kalkulation neu gerechnet werden soll. Dazu muss ich auch sagen, dass wir (trotz IT-Branche) ein suboptimales ERP haben und Angebote tatsächlich teilweise in Word schreiben, damit der Kunde diese besser lesen kann.

    Und das ist eigentlich ständig so, dass ich alles zig-mal anfassen, anpassen, neu schreiben.... muss. Und ich weiß nie, ob meine Arbeit dann auch final ist. Und ich glaube, diese sinnlosen Schleifen, die ich immer drehen muss, zermürben mich. Dazu die schlechte Vorarbeit. Im Gegenzug dazu mein Perfektionismus. Ich reibe mich so sehr auf. Wenn ich dann allerdings mal was von meinen Kollegen brauche, renne ich ewig hinterher.

    Ich weiß nicht, wie ich aus diesem Motivationsloch kommen soll. Ich bin nach Feierabend meist so fertig, dass ich kaum noch was geschafft kriege, geschweige denn mich noch zum Sport o. ä. aufraffen kann, was vielleicht die Motivation wieder erwecken würde.

    Ich weiß, ehrlich gesagt, nicht, was ich aktuell machen soll. Ich tendiere zum auflaufen lassen der Kollegen... aber das ist nicht meine Art und fällt auch auf mich zurück, wenn dann Projekte nicht fertig werden.

  2. User Info Menu

    AW: Keine Motivation mehr trotz gutem Job

    Und das ist eigentlich ständig so, dass ich alles zig-mal anfassen, anpassen, neu schreiben.... muss. Und ich weiß nie, ob meine Arbeit dann auch final ist. Und ich glaube, diese sinnlosen Schleifen, die ich immer drehen muss, zermürben mich. Dazu die schlechte Vorarbeit. Im Gegenzug dazu mein Perfektionismus. Ich reibe mich so sehr auf. Wenn ich dann allerdings mal was von meinen Kollegen brauche, renne ich ewig hinterher.
    Normalerweise hat jeder aus einem Urlaub Kommende eine 3-Tagekarenz. Aber Dein Kollege macht deutlich, das er noch wichtiger ist als Eure Kunden. Er erteilt Dir unfertige Aufträge, die, wenn erledigt, alle natürlich von Dir neue berechnet werden müssen. Ich denke, dass Du zumindest demjenigen eins klar machen musst, die bist weder seine Schreibkraft, noch seine Assistentin. Und dass Du auch noch andere Aufgaben erledigen musst.

    Kann es sein, dass Du noch lernen musst Nein zu sagen?

    Ein Außendienstler muss korrekte Angaben machen, er kann keinen Innendienst für seine Schludereien verantwortlich machen.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  3. Inaktiver User

    AW: Keine Motivation mehr trotz gutem Job

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Normalerweise hat jeder aus einem Urlaub Kommende eine 3-Tagekarenz. Aber Dein Kollege macht deutlich, das er noch wichtiger ist als Eure Kunden. Er erteilt Dir unfertige Aufträge, die, wenn erledigt, alle natürlich von Dir neue berechnet werden müssen. Ich denke, dass Du zumindest demjenigen eins klar machen musst, die bist weder seine Schreibkraft, noch seine Assistentin. Und dass Du auch noch andere Aufgaben erledigen musst.
    Ja, da hast Du in allen Punkten Recht. Und ich habe das auch schon häufiger in allen möglichen Varianten thematisiert. Problem ist: Ich bin auch (gehaltlich) von meinem Außendienst abhängig. Noch dazu bin ich sehr kundenorientiert und kann einfach nichts "liegen" lassen, nur weil die Zuarbeit suboptimal ist. Dazu kommt, dass wir ein "Team" darstellen, und eben die Teamarbeit funktionieren muss. Die Grenzen verschwimmen da auch häufiger.

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Kann es sein, dass Du noch lernen musst Nein zu sagen?
    Nö, das hab ich mittlerweile ganz gut gelernt. Ich hab ihm heute morgen auch den Riegel vorgeschoben, nachdem er mir schrieb, dass die Kalkulation neu gemacht werden muss. Nur aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Und die Frustration, dass meine vorige Arbeit umsonst war, bleibt.

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Ein Außendienstler muss korrekte Angaben machen, er kann keinen Innendienst für seine Schludereien verantwortlich machen.
    Wie gesagt, die Grenzen verschwimmen da. Ich bin ja auch für Kalkulationen mit verantwortlich. Und im administrativen Bereich wird von mir erwartet, dass ich da mit schaue, was auch nicht so das Problem wäre, wenn nicht gleichzeitig der Druck aufgebaut wird "in 5 Minuten muss es fertig sein". Und wenn es dann fertig ist, fällt ihm plötzlich ein, dass er doch lieber anders kalkulieren möchte.

    Ich habe auch schon in vielen Gesprächen, auch mit der Team- und Abteilungsleitung, die Probleme angesprochen. Letztendlich führt das zu nichts. Und ich muss noch stärker lernen, mich abzugrenzen, das ist richtig. Aber in meinem Kopf verschwindet die Arbeit nicht, wenn sie nicht komplett ist. Die Frustration, dass ich viel "umsonst" arbeite, weil sowieso wieder irgendwo jemand ein Veto einlegt oder ihm noch was einfällt, die ist es, die mich mürbe macht. Aber zu ändern ist das leider auch nicht.

  4. User Info Menu

    AW: Keine Motivation mehr trotz gutem Job

    Probleme, die in der Zusammenarbeit mit einem Kollegen passieren, haben nach meiner Erfahrung nichts in Teambesprechungen zu suchen. Es fühlen sich immer die falschen abgesprochen und greifen einen dann an. Sturköppe berührt das sowieso nicht.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  5. Inaktiver User

    AW: Keine Motivation mehr trotz gutem Job

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Probleme, die in der Zusammenarbeit mit einem Kollegen passieren, haben nach meiner Erfahrung nichts in Teambesprechungen zu suchen. Es fühlen sich immer die falschen abgesprochen und greifen einen dann an. Sturköppe berührt das sowieso nicht.
    Wie kommst Du auf "Team-Besprechung"? Ich habe von Teamleitung geschrieben, wo ich auch eher unsere schwierigen Prozesse thematisiere als Personen.

  6. User Info Menu

    AW: Keine Motivation mehr trotz gutem Job

    Gut ich präzisiere: Du hast Schwierigkeiten mit dem einen Kollegen. Ich würde die Probleme ausschließlich mit der Person klären.
    Damit bin ich eigentlich immer gut gefahren. Auch Gespräche mit Abteilungsleitungen oder Chef-Chef waren immer ohne Erfolg. Aber Du kennst Euren Laden besser als ich.

    Ich wollte Dich eigentlich nur trösten.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  7. User Info Menu

    AW: Keine Motivation mehr trotz gutem Job

    Ich kann es sehr gut nach empfinden....

    Ich kenne es, wie frustriertend es sein kann.
    Man passt sich an, ist immer flexibel und am Ende ist die viele Arbeit für die Katze.

    Dann fängt man wieder von vorne an, bis die nächste Änderung kommt.


    Wenn du beim Gehalt vom AD "abhängig" ist, dann ist er es doch auch von dir?

    Und das sollte dir klar werden.

    Schnapp ihn dir und sage ein paar klare Worte..... Inkl. Konsequenzen.

    Das ist dein traumjob.... Die Arbeit selbst Magst du....


    Nur die Zusammenarbeit mit dem ad klappt nicht. Das kann man auf verschiedene Arten lösen
    Before you argue with someone, ask yourself, is that person even mentally mature enough to grasp the concept of different perspectives. Because if not, there's absolutely no point.

    Grab nicht zu weit in dem Mist rum, dann stinkt's nur noch mehr. Geh davon weg, und merk dir, wie's gerochen hat, damit du beim nächsten Verlierer früher Lunte riechst. (Zitat Wildwusel)

  8. Inaktiver User

    AW: Keine Motivation mehr trotz gutem Job

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Gut ich präzisiere: Du hast Schwierigkeiten mit dem einen Kollegen. Ich würde die Probleme ausschließlich mit der Person klären.
    Damit bin ich eigentlich immer gut gefahren. Auch Gespräche mit Abteilungsleitungen oder Chef-Chef waren immer ohne Erfolg. Aber Du kennst Euren Laden besser als ich.

    Ich wollte Dich eigentlich nur trösten.
    Danke, das ist sehr lieb von Dir! Mir geht's heute echt ziemlich "bäääh". Daher bin ich vielleicht etwas ruppig. Sorry!

    Ich sag mal so: mein Kollege ist da das kleinste Rädchen im Getriebe
    Und ich sag ihm auch, wenn ich was "suboptimal" finde. Problem ist: Er hat den Lotus-Effekt, lässt das an sich abprallen und "droht" damit, die Projekte dann halt jemand anderem zu geben, wenn ich seine Erwartungen nicht erfülle. Er ist da schmerzbefreit. Ob er das dann wirklich machen würde, steht auf einem anderen Blatt. Ich möchte ihn ja auch unterstützen, nicht nur weil ich auch davon partizipiere. Eigentlich sind wir ein gutes Team. Aber jetzt nach dem Urlaub hat er mich einfach "kalt" erwischt.

    Er ist sozusagen die Kirsche auf der Torte an schwierigen Prozessen im Zusammenhang mit Zeitdruck, Bedenkenträgern, schlechtem ERP etc. pp. Andere Außendienstler (einen davon betreue ich auch, und das "Betreuung" wörtlich zu nehmen) sind noch wesentlich schlimmer und unorganisierter als "meiner".

    Meine Frage ist eher, wie ich mit der Gesamtsituation besser umgehen kann, das abgrenzen besser lerne, ohne Schuldgefühle zu haben.... ich arbeite zwar dran, aber auch das kostet Energie.

    Ich überlege wirklich, das Metier zu wechseln. Am liebsten würde ich mittlerweile was "sinnvolleres" machen, als für viel Geld irgendwelche IT-Sachen zu verkaufen. Und dann noch diese ständigen "Bla-Bla"-Schulungen und -Veranstaltungen. Es geht immer nur um "verkaufen, verkaufen, verkaufen", und wenn es die eigene Seele ist (okay, das ist jetzt etwas übertrieben).

    Und wenn bis zum 30.06. die und die Zahl nicht erreicht ist, geht die Welt unter. Der 01.07. ist definitiv zu spät. Manchmal denke ich, das ist doch alles total Banane, was ich hier mache und auch noch unterstütze, indem ich in so einer Branche arbeite.

  9. User Info Menu

    AW: Keine Motivation mehr trotz gutem Job

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hallo,

    ich wollte mal fragen, ob hier jemand die Situation kennt.

    Eigentlich habe ich meinen Traumjob, habe da auch jahrelang drauf hin gearbeitet, diesen zu bekommen. Rational weiß ich, dass ich es gut getroffen habe - auch mit meinem Arbeitgeber:

    - ganz gutes Gehalt
    - gute Work-Life-Balance (meistens)
    - sehr gute Fürsorge des Arbeitgebers und auch Unterstützung in privaten Belangen
    - gerade jetzt in Corona-Zeiten auch sehr vorbildlich, was das Krisenmanagement angeht
    - etc. pp

    Es gibt die üblichen Querelen, die man überall hat.

    Trotzdem merke ich in den letzten Wochen und Monaten, dass mir immer mehr die Motivation fehlt. Ich bin müde. Das liegt womöglich auch an den recht komplexen und anstrengenden Prozessen bei uns (IT-Branche), die Zahlengetriebenheit und die immer wieder sehr anstrengenden zeitkritischen Projekte.
    Naja, Träume ändern sich auch. Ich würde dir raten, mal reinzuspüren, was Henne und was Ei ist: Sind Job und Umfeld eigentlich immer noch das, was dir gut gefällt? Dann lohnt sich vielleicht ein offenes Wort mit dem Chef, was Arbeitsbelastung etc. angeht. Ist die Ursache dagegen eher, dass du dir gar nicht mehr so sicher bist, ob das wirklich "der" Job ist, würde ich dir raten, mal einen Testballon in Richtung Bewerbungen anderswo zu starten. Ich habe auch gerade eine erste Runde Bewerbungen hinter mir, und obwohl ich mich aus verschiedenen Gründen jetzt noch nicht "bewegt" habe, fand ich die Erkenntnisse daraus gar nicht so verkehrt. Bei mir kam zB heraus, dass das, was ich gern tun würde, auf dem direkten Weg nicht so ohne weiteres zu erreichen ist, und es kam auch heraus, dass mein geographischer Radius am Ende doch recht eingeschränkt ist (mit 40+ -Bewerbern tun sich Arbeitgeber schwer, einem abzunehmen, dass man ein paar 100 km weiter ziehen würde nur für einen Job, wenn man vorher acht Jahre am gleichen Fleck war). Das war mir vorher alles nicht so klar und hat mich meine Möglichkeiten neu bewerten lassen. Ich mache jetzt erst mal Pause und sortiere mich neu.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich weiß nicht, wie ich aus diesem Motivationsloch kommen soll. Ich bin nach Feierabend meist so fertig, dass ich kaum noch was geschafft kriege, geschweige denn mich noch zum Sport o. ä. aufraffen kann, was vielleicht die Motivation wieder erwecken würde.
    Vielleicht kannst du dich ja mit jemandem zusammen tun? Zwei Vereinskolleginnen haben gerade so eine virtuelle Fitness-Challenge laufen, verabreden sich immer um die gleiche Zeit, um gemeinsam ein Programm abzuarbeiten - die haben einen riesen Spaß dabei. Ggf reichen dir ja schon zwei, drei Fixpunkte die Woche, um den Effekt zu erzielen.
    Life should not be a journey to the grave with the intention of arriving safely in a well preserved body, but rather to skid in broadside, totally worn out, and loudly proclaiming "Wow!" (Hunter S. Thompson)

    Life is better at the finish line. (unbekannter Sportler)

  10. Inaktiver User

    AW: Keine Motivation mehr trotz gutem Job

    Zitat Zitat von luftistraus Beitrag anzeigen
    Ich kann es sehr gut nach empfinden....

    Ich kenne es, wie frustriertend es sein kann.
    Man passt sich an, ist immer flexibel und am Ende ist die viele Arbeit für die Katze.

    Dann fängt man wieder von vorne an, bis die nächste Änderung kommt.


    Zitat Zitat von luftistraus Beitrag anzeigen
    Wenn du beim Gehalt vom AD "abhängig" ist, dann ist er es doch auch von dir?

    Und das sollte dir klar werden.

    Schnapp ihn dir und sage ein paar klare Worte..... Inkl. Konsequenzen.
    Nein, leider ist es umgekehrt nicht ganz so einfach. Er hat die Kunden und realisiert die Projekte. Ich schrieb ja schon, dass er mir auch schon angekündigt hat, die Arbeit dann einfach jemand anderem zu geben. Es gibt mind. einen Kollegen, der die Projekte mit Kusshand bearbeiten würde.

    Nein, da sitzt mein AD schon am längeren Hebel in gewisser Weise.

    Zitat Zitat von luftistraus Beitrag anzeigen
    Das ist dein traumjob.... Die Arbeit selbst Magst du....

    Nur die Zusammenarbeit mit dem ad klappt nicht. Das kann man auf verschiedene Arten lösen
    Eigentlich klappt die Zusammenarbeit ganz gut, hat aber auch viel Energie gekostet, dahin zu kommen. Prinzipiell haben wir die gleichen Prios und die gleiche Kommunikationsebene. Er ist nur manchmal etwas anstrengend und hat Höhenflüge, wo er wieder auf den Boden geholt werden muss. Ist aktuell wieder so. Es knirscht gerade sehr, und ich werde ihn mir heute mal zur Brust nehmen.

    Bei uns gibt es halt viele Hürden durch die Prozesse, die seit Jahrzehnten von einem Betonkopf entwickelt und mit der Zeit historisch gewachsen sind. Prozess vor Effizienz bedeutet das oft, und das geht mir häufig gegen den Strich, zumal eben auch oft Zeitdruck herrscht. Und ich reibe mich darin auf, weil meine Ansprüche einfach anders sind.

    Zitat Zitat von Kara_Thrace Beitrag anzeigen
    Naja, Träume ändern sich auch. Ich würde dir raten, mal reinzuspüren, was Henne und was Ei ist: Sind Job und Umfeld eigentlich immer noch das, was dir gut gefällt?
    Die Frage stelle ich mir auch schon seit Monaten. Ich glaube, der Job ist immer noch das richtige für mich. Das Umfeld weniger. Ich habe hier oft das Gefühl, viel Zeit in den Schein zu verschwenden und weniger in das Sein. Gestern und heute z. B. die Schulung: Ich ziehe da überhaupt keinen Mehrwert raus, muss aber teilnehmen. Hab Projekte, die zeitkritisch sind und jetzt nicht bearbeiten kann. Viele Schulungen sind nur zum "Präsenz zeigen" bei Lieferanten. Und mittlerweile nimmt das Ausmaße an, das geht auf keine Kuhhaut. Jeder Lieferant oder Hersteller möchte natürlich mal dran kommen. Das summiert sich mit der Zeit.

    Ich frage mich da nur, ob das woanders anders, besser ist.

    Dann sind wir das beste Beispiel für "Der Schuster hat die schlechtesten Schuhe". Echt, früher habe ich bei Problemen mit ERP-Systemen im Scherz manchmal gesagt: "Da kann ich die Angebote besser in Word schreiben". Tja, und heute schreibe ich die meisten Angebote tatsächlich in Word, weil unser ERP wirklich zu schlecht ist, insbesondere in der Darstellung dem Kunden gegenüber.

    Fun Fact am Rande: Seit 2 Jahren arbeiten die an einem neuen ERP. Das ist aber fast eine noch größere Katastrophe. SAP ist Kindergarten dagegen.

    Nach außen präsentieren wir uns wirklich äußerst professionell, und das gefällt mir sehr gut. Aber nach innen... da schlage ich regelmäßig die Hände übern Kopf zusammen.

    Dagegen steht das trotzdem super-tolle Betriebsklima unter den Kollegen und die recht offene Kommunikation durch alle Abteilungen. Ich glaube, da sind wir beispielhaft und das gibt es nicht so oft.

    Zitat Zitat von Kara_Thrace Beitrag anzeigen
    Dann lohnt sich vielleicht ein offenes Wort mit dem Chef, was Arbeitsbelastung etc. angeht. Ist die Ursache dagegen eher, dass du dir gar nicht mehr so sicher bist, ob das wirklich "der" Job ist, würde ich dir raten, mal einen Testballon in Richtung Bewerbungen anderswo zu starten.
    Die Frage ist halt, wohin soll ich meine Fühler ausstrecken? Soll ich nur den Arbeitgeber oder gleich die Branche wechseln. Ich wollte immer in die IT, und ich mag den administrativen Teil auch weiterhin sehr, da ich eben naturwissenschaftlich und zahlen-affin bin. Ich wüsste nicht, wo ich sonst hin sollte.

    Wenn ich richtig in mich rein höre, möchte ich allerdings am liebsten in einen Bereich gehen, wo man "sinnvoller" arbeitet. Klischee: Yogalehrerin Nein, Yoga ist nicht so meins. Ich könnte mir vorstellen, sowas wie Pferdetherapie oder therapeutisches Reiten zu machen. Aber möchte ich wirklich das Risiko eingehen, ganz abgesehen davon, dass ich auch die Zeit (und Geld) für die Ausbildung haben müsste?

    Zitat Zitat von Kara_Thrace Beitrag anzeigen
    Vielleicht kannst du dich ja mit jemandem zusammen tun? Zwei Vereinskolleginnen haben gerade so eine virtuelle Fitness-Challenge laufen, verabreden sich immer um die gleiche Zeit, um gemeinsam ein Programm abzuarbeiten - die haben einen riesen Spaß dabei. Ggf reichen dir ja schon zwei, drei Fixpunkte die Woche, um den Effekt zu erzielen.
    Da wüsste ich jetzt niemanden. Ganz abgesehen davon hab ich meinen persönlichen Fixpunkt: Mein Pferd, das ich natürlich (fast) täglich bespaße.

    Am liebsten wäre ich selbständig, weil ich einfach mit dieser "Fremdbestimmtheit", wo ich so vieles machen muss, was ich für nicht sinnvoll und Zeitverschwendung halte, nicht mehr klar komme. Nur leider fehlt mir die zündende Geschäftsidee und leider auch das nötige Kleingeld.

Antworten
Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •