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    Stirnrunzeln Schuldgefühle wegen Abfindungsanspruch

    Hallo zusammen,
    ich bin 55 Jahre alt und habe über 11 Jahre in einer Bildungseinrichtung gearbeitet. Vor Weihnachten wurde mir betriebsbedingt gekündigt und ich habe Kündigungsschutzklage eingereicht.
    Es ist ja so, dass, bevor es zu einem Gerichtstermin (Kammer) kommt, versucht wird, sich gütlich über einen Vergleich zu einigen, da das für alle Seiten meistens die beste Möglichkeit ist, aus der Sache herauszukommen.
    Mein Arbeitgeber wollte sich auf einen solchen "Vergleich" (eine entsprechende Abfindung) einlassen, aber kurz bevor die Frist zum Unterzeichnen des Vertrags abgelaufen war, lehnte er diesen ab, weil der Verband "keine freiwilligen Verpflichtungen leisten könne" aufgrund der existenziellen Gefährdung wegen Corona. Mein Anwalt hat versucht, ihn zum Einlenken auf die Hälfte des Betrags zu bewegen, was er ablehnte. Letztlich hat er eingewilligt, die Hälfte meiner Anwaltskosten zu übernehmen (ich habe keine Rechtsschutzversicherung). Jetzt habe ich mich von einem anderen Anwalt beraten lassen, der meinte, ich solle mich auf gar keinen Fall (!) für einen Appel & ein Ei abspeisen lassen und auf einer angemessenen Abfindung bestehen. Wenn der Arbeitgeber nicht darauf eingeht und das Verfahren verliert, droht im ein noch höherer Verlust.
    Auf der einen Seite möchte ich gerne auf meinem Recht bestehen. Auf der anderen habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich daran denke, dass der Verband daran zugrunde geht. Ich stehe gerade da und weiß nicht mehr, wo mir der Kopf steht und es fällt mir unsagbar schwer, mich zu entscheiden. Daher dachte ich, ich schreibe mal hier ins Forum, vielleicht hat jemand einen Rat, der mir weiterhilft. Danke.

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    AW: Schuldgefühle wegen Abfindungsanspruch

    Hallo Cornflake77,

    als dir vor Weihnachten betriebsbedingt gekündigt wurde, spielte Corona noch keine Rolle.
    Weshalb betriebsbedingt, hatte dein AG da schon finanzielle Probleme oder sind Aufträge weggebrochen?

    Und bereits da musste deinem AG klar sein, dass er dir uU eine größere Summe zahlen muss.
    Da jetzt plötzlich Corona aus dem Ärmel zu ziehen, finde ich etwas - fragwürdig...

    Ich bin kein Jurist, ich kann dir daher nicht sagen wie das ganze ausgehen wird. Mein Bauchgefühl sagt,
    der 2. Anwalt hat recht.

    Ganz laienhaft bin ich der Meinung, dass es deinen früheren AG nicht im mindesten ein schlechtes Gewissen bereitet,
    wenn du nun aufgrund der sich verschlechternden Arbeitsmarktlage keinen anderen Job mehr finden würdest und nun
    "wegen Corona zugrunde gehst" - das Argument klingt schon blöd, merkst du sicher selber?

    Ich vermute, die wollen dich gezielt verunsichern. Kein feiner Zug.

    Lass die Klage laufen und das Gericht darüber entscheiden.

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    AW: Schuldgefühle wegen Abfindungsanspruch

    Die Frist ist doch abgelaufen?
    Gegen wen oder was willst Du jetzt klagen?

    Falls ich was miss verstehe, auf jeden Fall auf Abfindung bestehen.
    Nein, mein Nickname hat nichts mit meinem Geburtsjahr zu tun

    Es gibt immer 4 Versionen beim Zusammentreffen von Mann und Frau:
    Seine, ihre, die Wahrheit, und das, was wirklich passiert ist.


    Schokolade stellt keine blöden Fragen - Schokolade versteht

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    AW: Schuldgefühle wegen Abfindungsanspruch

    Der Arbeitgeber wird ganz bestimmt nicht an der Abfindungszahlung zugrunde gehen. Deswegen musst du kein schlechtes Gewissen haben.

    Im Grunde kann ich dir nur raten, das Ganze durchzuziehen.

    Die Hälfte der Anwaltskosten zu übernehmen, ist kein Angebot, sondern eine Frechheit.

    Weisst du, wie es um die Finanzen deines Arbeitgebers steht? Es könnte dir eventuell passieren, dass der AG während des Verfahrens zahlungsunfähig wird.

  5. Moderation

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    AW: Schuldgefühle wegen Abfindungsanspruch

    Die Frage lässt sich so abstrakt nicht beantworten.

    Wenn ich das richtig verstehe bietet dein früherer Arbeitgeber an, dir nichts zu zahlen, nur 50% deiner Anwaltskosten. Das erscheint mir sehr wenig. Daher würde ich es vermutlich auf eine gerichtliche Entscheidung ankommen lassen.

    Das beste was dir dann passieren kann, du bekommst vom Gericht 100% deiner Forderung zugesprochen und bezahlst deinen Anwalt selbst.
    Das schlimmste was dir passieren kann, du verlierst den Prozess und muss deinen Anwalt bezahlen.

    Das dööfste was dir passieren kann, das Gericht spricht dir 100 % zu und bevor er zahlt geht dein Ex-Arbeitgeber insolvent.


    Warum ist dir denn gekündigt worden und was waren die Hauptargumente weshalb die Kündigung unzulässig ist?
    Man muss nicht über jedes Stöckchen springen ... jedenfalls nicht jeder.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    Profilbild © edwardbgordon
    Moderation:
    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"

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    AW: Schuldgefühle wegen Abfindungsanspruch

    Hallo, zunächst mal danke für eure Antwort und persönliche Meinung. Das hilft mir auf jeden Fall schon ein Stück weiter

  7. Moderation

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    AW: Schuldgefühle wegen Abfindungsanspruch

    Zitat Zitat von Cornflake77 Beitrag anzeigen
    Hallo, zunächst mal danke für eure Antwort und persönliche Meinung. Das hilft mir auf jeden Fall schon ein Stück weiter
    Meiner Erfahrung nach sind Schuldgefühle von Arbeitgebern, wenn sie jemandem kündigen, eher im kleineren Rahmen.

    Niemals würde ich auf meine persönlichen Ansprüche aus Gutmütigkeit verzichten! Zieh das unbedingt durch, es dankt Dir sowieso niemand, wenn Du verzichtest.
    Islabonita

    Moderation im Freundschaftsforum, Umgangsformen, Familiensache, Mietforum und in Rund um die Bewerbung - ansonsten normale Userin

    Werde die, die du bist
    Hedwig Dohm

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    AW: Schuldgefühle wegen Abfindungsanspruch

    Genau, es dankt einem niemand.

    Ich wurde vor ein paar Jahren aus einer Firma entlassen, weil mein damaliger Chef in Rente ging.
    Die Geschäftsführer wollten mir einen Aufhebungsvertrag unterjubeln.
    Da hat es niemanden mehr interessiert, dass ich super Arbeit geleistet hatte und alle, inkl. der Geschäftsleitung, zufrieden mit mir und eben dieser Arbeit gewesen waren.
    Es hat mich mehrere Monate gekostet, mit denen zu verhandeln. Geholfen hat mir, dass ich verschiedene Szenarios der Gespräche vorbereitet hatte und zu Hause geübt habe.
    Entsprechend sicher kam ich rüber.
    Was ich damit sagen will, lass Dich bloss nicht einschüchtern und lass die Schuldgefühle nicht zu.

    Die haben Dir gekündigt und Du reisst sie mitnichten in den Abgrund mit Deinen Entschädigungsforderungen.
    Je suis toujours Charlie.
    Bin Maskenträger, wo es nötig ist und respektiere Abstand.
    Stay safe.

  9. Moderation

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    AW: Schuldgefühle wegen Abfindungsanspruch

    Genau, Marseille1. Leider habe ich eine ähnliche Erfahrung hinter mir. Andere Gründe, aber vergleichbar. Ich war zum Zeitpunkt der Kündigung über 50 und auch über 10 Jahre im Unternehmen. Also sehr vergleichbar mit Deiner Situation, TE.

    Und ich habe eine ziemlich hohe Abfindung herausgehandelt. Zugegebenerweise hat sich mein AG ziemlich dusselig angestellt und die Begründung der Kündigung stand auf ganz tönernen Füßen. Das hat sicher die Summe erhöht. Aber auch wenn es in Deinem Fall sauber begründet ist - auf eine Abfindung würde ich nicht verzichten.
    Islabonita

    Moderation im Freundschaftsforum, Umgangsformen, Familiensache, Mietforum und in Rund um die Bewerbung - ansonsten normale Userin

    Werde die, die du bist
    Hedwig Dohm

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    AW: Schuldgefühle wegen Abfindungsanspruch

    Zitat Zitat von Cornflake77 Beitrag anzeigen
    Auf der anderen habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich daran denke, dass der Verband daran zugrunde geht.
    Mal ganz realistisch betrachtet- ist das wirklich möglich?
    Von welcher Summe reden wir hier?

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