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    AW: Wo habt Ihr jobtechnisch so richtig ins Klo gegriffen?

    Im 2. Ausbildungsjahr wurde ich an eine mechanische Schreibmaschine (da gab es so etwas noch) gesetzt und konnte meterweise Schriftsätze anfertigen. Es hat sich kein Mensch um die Azubis gekümmert und ich glaube, daher ist auch mein Unwille in dem Job gekommen, Rechtsanwaltsgehilfin. Ich habe nichts gelernt, mir wurde nichts gezeigt, Brötchen holen das ging. Zu meiner Zeit war es kein Problem als Seiteneinsteiger irgendwo reinzukommen. Es gab weniger Arbeitskräfte als Arbeitsstellen. Ich konnte mir meine Arbeitsstelle aussuchen. Nach einigen Umwegen bin ich über die Zeitarbeit im öffentlichen Dienst gelandet und da hatte ich meine Ruhe, einschließlich einschlafen .
    Ich bin eine Raupe und du ein Reh. Doch ich werd ein Schmetterling und du wirst Filet.

    Die Sache mit dem streiten ist die, wenn man etwas zurückhält, arbeitet es auf lange Sicht gegen euch (Dalai Lama)

    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)


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    AW: Wo habt Ihr jobtechnisch so richtig ins Klo gegriffen?

    Ich habe so oft den Eindruck, dass ich unfassbar Glück mit meinem Ausbildungsbetrieb hatte. Da leistete man sich den Luxus, in Ausbildung richtig Geld zu stecken. Ich habe Industriekauffrau in einer Niederlassung des Autos mit Stern gelernt. Wir mussten schon arbeiten und was leisten. Aber ich habe in dem Betrieb zum einen gelernt: kaufmännisch ist meins (denn den Job habe ich aus Vernunft gewählt) und ich habe vor allem eine so solide Berufsbasis gelernt, mit der ich überall Fuss fassen konnte. Ich habe nämlich mehrfach die Branche komplett gewechselt und fühlte mich immer gut gewappnet für das, was auf mich zukommen könnte.
    Wer glaubt, daß Abteilungsleiter Abteilungen leiten, glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten..

  3. Moderation

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    AW: Wo habt Ihr jobtechnisch so richtig ins Klo gegriffen?

    Ich bin in einem der Baby-Boomer-Jahrgänge geboren und bei mir hieß es damals noch "Mach erstmal eine solide Ausbildung und dann schau weiter." So bin ich da auch quasi hängengeblieben, habe natürlich schnell Geschmack daran gefunden, eigenes Geld zu verdienen.
    Das Gute: es war dann tatsächlich mein Ding. Ich habe Industriekauffrau gelernt und bin, da das zum Glück eine sehr breitgefächerte Ausbildung ist, dann ganz schnell in die Richtung gegangen, die mir Spaß gemacht hat und die für mich auch Karrierensprungbrett war.

    Ins Klo gegriffen habe ich nur einmal und das war bei dem Wechsel in meine Traumstadt, 500km von zuhause entfernt. Der Job selbst war gar nicht schlecht, mittelständisches Unternehmen, solide. Aber die Chefin..... Typ Fräulein Rottenmeier. Wir saßen alle in einem Großraumbüro und sie hat alles und jeden die ganze Zeit kontrolliert. Ganz, ganz schrecklich. Die hat jeden verjagt. Ich war immerhin über 2 Jahre da, weil ich so bald nach dem Ortswechsel erstmal mit anderen Dingen vollends beschäftigt war, als dass ich sofort wieder auf Jobsuche gehen wollte. Als ich dann letztendlich ging, war ich nach gut 2 Jahren die Dienstälteste in meinem Bereich, das sagt wohl alles. Danach hatte ich dann zum Glück einen richtig tollen Arbeitgeber, bei dem ich gefördert wurde und meine ersten Karriereschritte machen konnte.
    Islabonita

    Moderation im Freundschaftsforum, Umgangsformen, Familiensache, Mietforum und in Rund um die Bewerbung - ansonsten normale Userin

    Werde die, die du bist
    Hedwig Dohm

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    AW: Wo habt Ihr jobtechnisch so richtig ins Klo gegriffen?

    .
    Geändert von chincat (22.04.2020 um 04:07 Uhr)

  5. Moderation

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    AW: Wo habt Ihr jobtechnisch so richtig ins Klo gegriffen?

    Meine erste richtige Stelle war ein totaler Fehlgriff. Innerhalb von 4 Wochen kannte ich alle Gerichtsvollzieher des Bezirks und für den Chef war Umsatz = Gewinn. Außerdem so ein Typ "was interessiert mich mein Geschwätz von gestern".

    Ich habe dann in der Probezeit gekündigt und musste meine restichen Gehaltszahlungen vorm Arbeitsgericht erstreiten. Da hat er alles daran gesetzt, das Ganze so lange wie möglich in die Länge zu ziehen, am Ende waren es fast anderthalb Jahre. Freiwillig gezahlt hat er dann trotz Urteil natürlich trotzdem nicht, aber ich kannte ja alle Gerichtsvollzieher , die haben mir ein paar gute Tipps gegeben und ich habe tatsächlich als eine von wenigen Gläubigern mein Geld von ihm bekommen.
    A reader lives a thousand lives before he dies... The man who never reads lives only one.
    (George R. R. Martin)

    Moderation von:
    Alle Jahre wieder... ---------- -Rezeptideen und Rezepte für Kinder----
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    AW: Wo habt Ihr jobtechnisch so richtig ins Klo gegriffen?

    Zitat Zitat von Klecksfisch Beitrag anzeigen
    Es hat sich kein Mensch um die Azubis gekümmert und ich glaube, daher ist auch mein Unwille in dem Job gekommen, Rechtsanwaltsgehilfin.
    Wir waren doch noch Kinder und im Nachhinein habe ich meine "Ausbildung" als fortgesetzte Erziehung empfunden, die mit einer mündlichen und schriftlichen Prüfung abgeschlossen wurde. .

    Erst Jahre später habe ich den Job sehr gern gemacht und nicht bedauert, durchgehalten zu haben.

    Der Job selbst konnte ja nix dafür, dass die "Ausbildungsbetriebe" eigentlich nicht die Bezeichnung dafür nicht verdient hatten. Aber auch darum hat sich kein Schw.... gekümmert. Auf 3 Jahre waren wir billige Arbeitskräfte.

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    AW: Wo habt Ihr jobtechnisch so richtig ins Klo gegriffen?

    Fünf Monate bei einer Werbe- und PR-Agentur. Anfangs war das echt interessant, aber dann hat sich sehr schnell gezeigt, warum die Fluktuation dort so hoch ist: Es gab massig Überstunden, die meistens nicht vorher angekündigt und größtenteils auch auf schlechtes Management zurückzuführen waren. Einmal mussten wir zehn Tage durcharbeiten, einen freien Tag gab's dann nur gnadenhalber, und der wurde vom Urlaub abgezogen. Urlaub wurde nach dem Rouletteprinzip gewährt oder eben auch nicht, und der Chef hat uns liebend gerne vorgerechnet, wie viel wir ihn monatlich kosten. Ich hatte schon einige Chefs, aber der war die negative Krönung. Null Wertschätzung, null Führungsqualität und extrem von sich selbst überzeugt. Bei mir hat's ausgesetzt, als er der Kollegin und mir vorgeworfen hat, dass unsere Texte immer schlechter werden und die Qualität der hauseigenen PR-Zeitschrift nachlässt. Wir haben zwar versucht, ihm zu erklären, dass das an den Kunden liegt, die permanent in den Texten herumgepfuscht haben, aber das war ihm wurscht. Schließlich hatten die Kunden IMMER Recht. Und wenn die erst am Abend Zeit für einen Beratungstermin hatten, dann hatten wir gefälligst da zu sein.

    Die letzten sechs Wochen dort war ich im Krankenstand, hatte eine mittelschwere Depression und hab den Job letztlich hingeschmissen, ohne was Neues in Aussicht zu haben. Auch wenn ich danach sehr lange arbeitslos war - ich würde es wieder so machen. Die Agentur kann froh sein, wenn überhaupt noch wer für sie arbeitet, und sie hat einen entsprechend schlechten Ruf in der Branche. Von meinen damaligen Kollegen ist niemand mehr dort, die haben der Reihe nach das Handtuch geworfen.

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    AW: Wo habt Ihr jobtechnisch so richtig ins Klo gegriffen?

    Zitat Zitat von Jehane34 Beitrag anzeigen
    ich würde es wieder so machen. Die Agentur kann froh sein, wenn überhaupt noch wer für sie arbeitet, und sie hat einen entsprechend schlechten Ruf in der Branche. Von meinen damaligen Kollegen ist niemand mehr dort, die haben der Reihe nach das Handtuch geworfen.
    Nach meiner Erfahrung ist es in solchen miesen Firmen oft so, dass die Leute nur eine "Initialzündung" brauchen, um endlich Konsequenzen zu ziehen und zu kündigen. Wenn einer kündigt, fällt es den anderen dann auch plötzlich einfacher. Bis dahin leben sie aber nach dem Motto "Der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach". Sprich: sie leben lieber mit einem Job, an dem sie kaputt gehen, als sich in eine vermeintlich unsichere Zukunft zu begeben. Nun, bis zu einem gewissen Punkt kann ich das durchaus verstehen. Aber viele kommen auch nicht mal auf die Idee, sich bereits parallel zum bisherigen Job nach einem neuen Job umzuschauen. Ist ja nicht so,dass sich nur arbeitslose Leute nach einem neuen Job umsehen dürfen.

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    AW: Wo habt Ihr jobtechnisch so richtig ins Klo gegriffen?

    Zitat Zitat von Klecksfisch Beitrag anzeigen
    Im 2. Ausbildungsjahr wurde ich an eine mechanische Schreibmaschine (da gab es so etwas noch) gesetzt und konnte meterweise Schriftsätze anfertigen. Es hat sich kein Mensch um die Azubis gekümmert und ich glaube, daher ist auch mein Unwille in dem Job gekommen, Rechtsanwaltsgehilfin. Ich habe nichts gelernt, mir wurde nichts gezeigt, Brötchen holen das ging.
    Auch ich habe Rechtsanwaltsgehilfin gelernt. Mein Ausbildungsbüro war noch ganz OK, aber tägliche Einkaufsrunden für die diversen Herren gehörten da auch dazu. Da ich auch die Ausbildung zur Notariatsgehilfin machen wollte, habe ich nach der Prüfung gewechselt. Ich landete in einem Chaos-Haufen. 2 Anwälte in der Kanzlei und die Ehefrau des einen als Chefin der dazugehörigen Steuerberaterpraxis.... Nur schlimm. Ich habe dort gar nix gelernt. Erst hieß es, in der Probezeit solle ich erstmal "den Betrieb" kennenlernen - inklusive Wochenendarbeit für die Steuerberater, da Abgabefrist für die Bilanzen und natürlich einkaufen gehen, Blumenschmuck dekorieren und und und. Nach der Probezeit bestand meine Ausbildung dann aus Tippen, Tippen und nochmal Tippen - Stempel, Siegel, Garn etc habe ich nur von weitem gesehen. Nach 18 Monaten und einem entsetzlichen Streit der Anwälte haben alle Kolleginnen am gleichen Tag gekündigt. Danach wurde es noch schlimmer. Ich bin bei einer überspannten Hyäne gelandet, die mich vom ersten Tag an gemobbt hat. Aber auch die anderen Kolleginnen und ihren Sozius. Habe - um meinen Lebenslauf nicht noch zu verschlimmern - 3 Jahre durchgehalten und bin dann einfach eines Abends gegangen und nie wieder gekommen. Arbeite jetzt in der freien Wirtschaft im Vertriebsinnendienst - genau mein Ding!
    Es ist nicht leicht, ich zu sein, aber irgendwer muss den Job ja machen!

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    AW: Wo habt Ihr jobtechnisch so richtig ins Klo gegriffen?

    Habe auch den ehrenwerten Beruf der RA-Gehilfin gelernt. Meine Ausbildung war ganz ok in einem kleinen Büro. Ich habe da echt was gelernt, nur die Ausbildungszeit von zwei Jahren (Niedersachsen, 80er Jahre) war einfach zu kurz und dementsprechend habe ich meine Ausbildung nur mit ausreichend bestanden. In meiner Berufsschulklasse gehörte ich damit noch zu den Guten . Ich weiß nicht mehr, wieviele aus unserem Jahrgang durchgefallen sind, aber es waren sehr viele. Das mit den täglichen Einkäufen (für mich bitte ein Brötchen/Croissant/Apfel/Salat und ich will 5 Liter O-Saft und dann musst noch zur Post die Einschreiben aufgeben) kenne ich auch vom Hörensagen. Ich musste nur täglich zu Gericht Post bringen und Gerichtskosten einzahlen. Das war gechillt mit der Straßenbahn, so war ich 1 bis 1 1/2 Stunden in der Stadt unterwegs .

    Ich muss leider sagen, dass mich die Rechtsanwälte in meinem Arbeitsleben in ihren Kanzleien nicht mehr wiedersehen werden. Mein letztes Arbeitsverhältnis in der Branche (etwas mehr als Minijob - was anderes hatte ich derzeit nicht gefunden) war unter aller Kanone. Nach etwas über einem Jahr wurde mir gekündigt. Meinem Chef hatte wohl nicht gepasst, dass ich meine Überstunden notiert und abgebummelt habe. Zu meinen elitären Aufgaben gehörte auch, die Post für die Zahnarztgattin zu frankieren und nach Feierabend Briefmarken zu kaufen, weil sie in Nullkommanix aufgebraucht waren. Der Chef war außerdem Choleriker allerhöchster Güte und respektlos. Von daher kam mir die Kündigung nur recht.

    Jetzt bin ich in einem großen Amtsgericht tätig und es ist super für mich. Die Richter wissen unsere Arbeit sehr zu schätzen und zollen uns Angestellten Respekt. Überstunden können abgebummelt werden, es gibt Zeiterfassung und anständige Gehälter und Urlaubstage. Das Wichtigste: mir macht die Arbeit Spaß und ich gehe eigentlich jeden Tag gerne hin.

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