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    Job-Ambitionen und Beziehung - Erfahrungsaustausch

    Hallo zusammen,
    zunächst: ich habe eine Weile überlegt, ob das hier das richtige Forum ist, oder nicht doch lieber "Beziehung im Alltag" - aber ich starte jetzt einfach mal hier.

    Mich würde interessieren, was Eure Erfahrungen und Gedanken zum Thema "Job-Ambitionen einerseits - Beziehung andererseits" sind, und dies speziell im Kontext: wie kriegt man das unter einen Hut, wenn man sich sehr schwer damit tut, zwei gleichwertige Jobs in der gleichen Gegend zu finden.

    Kurz zu meiner Situation: Herr Thrace und ich kennen uns schon sehr lange (20 Jahre plus...) und haben uns bewusst gegen Kinder entschieden. Wir haben beide einen beruflichen Hintergrund, den man nicht "überall" machen kann. Nun haben wir da schon verschiedene Phasen durch - zusammen wohnen im Studium, transkontinentale Beziehung, Beziehung über 300-400 km, dann wieder 10 Jahre zusammen wohnen und jetzt seit einem halben Jahr 600 km Entfernung. Nun wollte ich mich ja auch mal wieder verändern und stehe vor zwei Optionen: einen "mittelguten" Job irgendwo in der Nähe von Herrn Thraces neuer Heimat zu finden (wobei ich da weder die Gegend mag, noch sonst irgendeinen Ankerpunkt habe) oder einfach den "besten" Job nehmen, den ich kriegen kann, egal wo der dann geographisch so ist. Die Wahrscheinlichkeit, den für mich "besten" Job ausgerechnet in der neuen Heimat von Herrn Thrace zu finden, schätze ich als sehr gering ein, das hat einfach mit der Branche und den Strukturen vor Ort zu tun.

    Dazu muss ich sagen, dass ich schon einmal den Fehler gemacht habe, einen "mittelguten" Job zu nehmen; das hat am Ende nicht lang gehalten und mir die letzten Jahre eine tägliche Langstrecken-Pendelei beschert, als ich den mittelguten Job dann satt hatte.

    Wie lösen denn andere Paare das Dilemma mit den zwei gleichwertigen Jobs in der gleichen Region? Macht ihr das nach dem Motto "drei Jahre ist er im Lead und ich ziehe hinterher, und drei Jahre bin ich im Lead, und er zieht hinterher"? Findet ihr euch irgendwann mit dem "mittelguten" Job ab (das muss ja nicht so negativ sein, wie es jetzt klingt)? Oder genießt ihr in der Beziehung Qualität statt Quantität, weil ihr euch nicht so oft seht? Bin gespannt auf Eure Modelle!
    Life should not be a journey to the grave with the intention of arriving safely in a well preserved body, but rather to skid in broadside, totally worn out, and loudly proclaiming "Wow!" (Hunter S. Thompson)

    Life is better at the finish line. (unbekannter Sportler)

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    AW: Job-Ambitionen und Beziehung - Erfahrungsaustausch

    Hallo Kara,

    ich sehe einen "Flaw" in dem Modell - ist Herr Trace nicht so flexibel wie du? Warum sinds immer die Frauen, die "mitziehen"?

    Generelle Frage - ist dir das Alltagszusammensein wichtig? Böte dir der bessere Job mehr finanzielle Mittel, um "Durstphasen" zu überbrücken und sich beispielsweise öfter zu sehen oder einen tollen Urlaub zu planen?

  3. Moderation

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    AW: Job-Ambitionen und Beziehung - Erfahrungsaustausch

    Ich würde das von Fall zu Fall abwägen. Sich nach Jobs umsehen und dann miteinander sprechen: Da ist ein tolles Jobangebot in Tokio/Wuppertal/Tristan da Cunha. Was meinst du, kriegen wir das hin? Findest du dort auch was? Oder können wir irgendwie pendeln?

    Privat kenne ich fast nur Frauen, die ihrem Mann hinterher ziehen. Der eine Mann, der seiner Frau hinterher gezogen ist, hat am neuen Ort einen gleichwertigen Job gefunden.

    Ist einer von euch flexibler als der andere? Gibt es Orte, an denen ihr beide gut unterkommen würdet? Wollt ihr beide eure Jobs die nächsten zehn oder zwanzig Jahre ausüben? Wie gut bekommt euch als Paar die Fernbeziehung?

    Grundsätzliche Abmachungen wie "erst folge ich dir, in drei Jahren folgst du mir" würde ich nicht machen. Das scheint mir ein sicherer Weg in den Streit.
    Always be a little kinder than necessary. – James M. Barrie

    Moderation in den Foren "Rund um den Job", "Rund ums Eigenheim", "Fehlgeburt" und "Wissenschaft und Umweltschutz"

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    AW: Job-Ambitionen und Beziehung - Erfahrungsaustausch

    Zitat Zitat von Sugarnova Beitrag anzeigen
    Hallo Kara,

    ich sehe einen "Flaw" in dem Modell - ist Herr Trace nicht so flexibel wie du? Warum sinds immer die Frauen, die "mitziehen"?
    Hallo Sugarnova,
    flexibel ist relativ. Er ist nicht so "wechselfreudig" wie ich, wenn er sich verändert, muss es auch zu 1.000% passen, und das ist dann eben schwer zu finden. Ich bin da etwas flexibler, aber eben auch nicht beliebig.

    Warum es stets die Frauen sind - gute Frage. Bei mir war das früher so was wie "fehlgeleiteter Nestbau-Trieb" - mein Umfeld hat mir irgendwie eingeredet, dass es total wichtig wäre, immer in der Nähe des Lieblingsmenschen zu sein. Das sehe ich heute anders.

    Zitat Zitat von Sugarnova Beitrag anzeigen
    Generelle Frage - ist dir das Alltagszusammensein wichtig? Böte dir der bessere Job mehr finanzielle Mittel, um "Durstphasen" zu überbrücken und sich beispielsweise öfter zu sehen oder einen tollen Urlaub zu planen?
    Alltagszusammensein ist mir nur begrenzt wichtig. Ich bin nicht der Typ für regelmäßige gemeinsame Abendessen oder "Schatz, wie war Dein Tag". Andererseits ist es schon irgendwie verschwendete Zeit, wenn man immer erst eine halben Tag Anreise und einen halben Tag Anreise investieren muss, um sich mal zu sehen. Und allein von den praktischen Gesichtspunkten her ist Zusammenwohnen bzw. in der Nähe wohnen schon vorteilhaft - man kann sich gegenseitig ergänzen.

    Ich verdiene jetzt auch schon sehr anständig, das Plus in einen neuen Job wäre eher was für's Ego und das Alter, also nichts, was ich objektiv betrachtet bräuchte, bzw. von dem ich mir Dinge leisten könnte, die ich mir jetzt nicht leisten kann.
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    AW: Job-Ambitionen und Beziehung - Erfahrungsaustausch

    Zitat Zitat von Cariad Beitrag anzeigen
    Ich würde das von Fall zu Fall abwägen. Sich nach Jobs umsehen und dann miteinander sprechen: Da ist ein tolles Jobangebot in Tokio/Wuppertal/Tristan da Cunha. Was meinst du, kriegen wir das hin? Findest du dort auch was? Oder können wir irgendwie pendeln?
    Hallo Caridad,
    bei der jetzigen Umzugsgeschichte haben wir das versucht, aber das hat einfach nicht funktioniert. Es gab eine Stelle für Herrn Thrace in einer Stadt, in der meine jetzige Firma eine Niederlassung hat; da war er aber in der zweiten Bewerbungsrunde nicht erfolgreich. Dazu kommt noch, dass wir beide auch nicht mehr so jung sind (Anfang und Ende 40), da gibt's leider nicht mehr x-beliebig viele Positionen, in die man sinnvoll reinpasst.



    Zitat Zitat von Cariad Beitrag anzeigen
    Gibt es Orte, an denen ihr beide gut unterkommen würdet? Wollt ihr beide eure Jobs die nächsten zehn oder zwanzig Jahre ausüben?
    Aus der Erfahrung heraus: nicht wirklich. Ich bin in der freien Wirtschaft (kein Großkonzern), da kannst du nicht wirklich in Dimensionen wie 10-20 Jahre denken. Grundsätzlich könnte ich es mir schon vorstellen, in 10 Jahren Schluss zu machen (finanziell würde das vermutlich gehen), aber das ist ja auch irgendwie langweilig.

    Zum Thema Fernbeziehung: Hat alles Vor- und Nachteile. Wir sind beide so "no frills"-Typen, irgendwie fällt uns dann nach ein, zwei Wochen ein, dass wir eigentlich schon länger nicht mehr telefoniert haben... sprich: wir entfernen bzw. entfremden uns immer relativ schnell. Auf der anderen Seite finde ich es auch ok, unter der Woche abends einfach mein Ding machen zu können, ohne irgendwie über Herrn Thrace zu stolpern, da mein Tag sowieso ziemlich durchgetaktet ist. Wenn wir uns dann mal sehen, verbringen wir für unsere Verhältnisse relativ viel Zeit tatsächlich miteinander, das ist ganz nett eigentlich. Wenn man die stundenlange An- und Abreise wegrechnet. Aufgrund der großen Entfernung ist es im Moment schwierig, eine gewisse Regelmäßigkeit reinzukriegen - manchmal sehen wir uns vier, fünf Wochen nicht, weil es irgendwie nicht passt, und für einen dreiviertel Tag oder so lohnt es sich nicht, zu fahren.
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    AW: Job-Ambitionen und Beziehung - Erfahrungsaustausch

    Dann ist es so, wie es jetz ist, doch gut. Für dich. Ja, da würd ich ganz "egoistisch" denken.

    Mich nervt auch diese "Frauendenke", für eine "echte" Beziehung sich ständig anpassen und verbiegen zu müssen.

    Andererseits erwarte ich auch mehr von meinem Partner. Mir wäre einer zuwenig, der zu wenig auf mich zugehen würde. Stört dich das gar nicht?

    Rückblickend - ermöglicht gutes Geld vieles.

    Und - mir wäre beispielsweise ein neues Aufgabengebiet an einem neuen Ort spannender, es ist doch schön, wenn man gemeinsam neue Orte, neue Kulturkreise und Sprachen entdecken kann. Da kommt es dann vielleicht nicht mehr ganz so auf "Status" an (zumal man am neuen Ort auch wieder anders anfängt).

    Auch noch ein Punkt - in den 20ern ist vieles anders als in den 30ern. Never-ever darf "frau" sich in den 20ern da schon "festlegen" - Fernbeziehung funktioniert in dieser Phase doch erstaunlich gut, weil es viel Neuland für beide gibt. In den 30ern - möchte man eine gewisse Stetigkeit, Verwurzeltsein, Ankommen.

    Ich selbst - ja, ich mag diesen Alltag mit meinem Partner, das gemeinsame Abendessen, Feiertage gemeinsam.

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    Hm, das klingt ja alles, als würde das für Euch passen - wo liegt denn dann eigentlich Dein Problem?

    Irgendetwas gefällt Dir ja vermutlich nicht, sonst hättest Du ja den Thread nicht eröffnet?

    Eigenerfahrung (ganz andere Stelle im Berufsleben): Wir haben uns abgesprochen, wer wann unter welchen Bedingungen Vorrang hat.

    Bis jetzt funktioniert es, ich hoffe, das tut es weiter - bei uns "passen" aber die Interessen für so etwas.

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    AW: Job-Ambitionen und Beziehung - Erfahrungsaustausch

    Zitat Zitat von Saetien2 Beitrag anzeigen
    Irgendetwas gefällt Dir ja vermutlich nicht, sonst hättest Du ja den Thread nicht eröffnet?

    E
    Nun, die Entfernung ist nervig - es ist eben nicht so "bequem", wie ich es gern hätte, das gebe ich offen zu. Zumal: wenn ich mir so anschaue, wo ich gerade Bewerbungen laufen habe, würde die Entfernung eher zunehmen. Meist ohne Flugverbindung - Deutschland ist, was das angeht, leider Diaspora, da kann man schön mit der Bahn durch die Gegend juckeln.
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    AW: Job-Ambitionen und Beziehung - Erfahrungsaustausch

    You cannot have the cake and eat it.....and irgendeiner Stelle wirst Du Abstriche machen müssen, oder Herr Thrace.

    Ihr müsste nur entscheiden, ob die Abstriche beim Job oder bei der Beziehung geschehen sollen und falls ersteres, wie Ihr die Abstriche verteilt.

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    AW: Job-Ambitionen und Beziehung - Erfahrungsaustausch

    Zitat Zitat von Sugarnova Beitrag anzeigen
    Andererseits erwarte ich auch mehr von meinem Partner. Mir wäre einer zuwenig, der zu wenig auf mich zugehen würde. Stört dich das gar nicht?
    Naja, ich will ja für meinen Teil auch nicht "irgendwas" machen. Wenn die Auswahl recht begrenzt ist, gibt es nur wenige Chancen, die gut sind. Und er hat sich schon angestrengt, was in der Region zu finden - da gab's aber über mehrere Jahre hinweg nichts, bzw das, was es gab, hat er nicht bekommen.

    Zitat Zitat von Sugarnova Beitrag anzeigen
    Und - mir wäre beispielsweise ein neues Aufgabengebiet an einem neuen Ort spannender, es ist doch schön, wenn man gemeinsam neue Orte, neue Kulturkreise und Sprachen entdecken kann. Da kommt es dann vielleicht nicht mehr ganz so auf "Status" an (zumal man am neuen Ort auch wieder anders anfängt).
    Hm - ohne jetzt überheblich klingen zu wollen: ich hab schon vieles gemacht, da ist "neu" jetzt kein so entscheidender Faktor mehr. "Besser"/"Ranghöher" dagegen schon. Ich finde meinen jetzigen Job ja inhaltlich ganz spannend. Aber rang-technisch gibt es halt keine Weiterentwicklung mehr, und ich bin es etwas leid, immer in der zweiten Reihe zu stehen.



    Zitat Zitat von Sugarnova Beitrag anzeigen
    Auch noch ein Punkt - in den 20ern ist vieles anders als in den 30ern. Never-ever darf "frau" sich in den 20ern da schon "festlegen" - Fernbeziehung funktioniert in dieser Phase doch erstaunlich gut, weil es viel Neuland für beide gibt. In den 30ern - möchte man eine gewisse Stetigkeit, Verwurzeltsein, Ankommen.
    Und in den 40ern hat man das dann wieder "durch" mit der Stetigkeit, schätze ich ...
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