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  1. Registriert seit
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    Führung in Teilzeit

    Hallo,

    ich habe eine Frage an die Menge ☺️
    Und ich sag mal vorweg, dass ich aktuell phasenweise Probleme habe zu antworten (Kleinkind+Erkältungszeit,juhu). Das ist nicht blöd gemeint, ich melde mich, sobald es geht, manchmal dauert es etwas.

    Also. Ich bin aktuell in Elternzeit und werde nach ca. 2 Jahren wieder einsteigen. Ich bin Abteilungsleiterin in einem größeren Unternehmen. Mein Job wurde freigehalten/mit einer Vertretung bzw. Interimslösung besetzt. Das Team hat sich in der Zwischenzeit leicht geändert (kenne alle und war auch involviert in die Änderungen), die Aufgaben blieben. Bin zwischenzeitlich auch mal TZ eingesprungen, als Not am Mann war, also einigermaßen im Bilde. Ich mag meinen Job sehr, und es gibt keine Probleme.
    "Vorher" war ich VZ+x da, gut vernetzt und viel anwesend, auch lange abends etc., inkl Socialising (immer gern gemacht, Atmosphäre ist gut).

    Ich werde TZ wieder einsteigen. Aktuell sind ca. 26h geplant (max 30, da Elternteilzeit). Mindestens mal für 1 Jahr bis Ende Elternzeit, dann schaun wir mal, wie es läuft. Realistischerweise bleibe ich auch danach unter VZ, wie viel - mal sehen. Mein Mann und ich überlegen noch. Evtl reduziert er auch, mal sehen.

    Mich interessieren brennend Erfahrungen/potenzielle Stolperfallen etc., sowohl von Leuten in der gleichen Position als auch in der Berichtslinie drüber/drunter.

    Wo ich weniger Probleme sehe, ist bei den "harten Fakten". Priorisieren kann ich, Orga auch, habe auch genug Selbstvertrauen, um nach Hause zu gehen, wenn ich muss. Was mir eher etwas Sorgen macht, sind die weicheren Themen:

    Wie stelle ich sicher,
    -dass mein Team immer und überall im Loop ist, bislang war ich häufig der Filter? Als ich nicht da war, ging einiges an ihnen vorbei.
    -dass ich alles mitkriege (Flurfunk)
    -dass das Team sich ausreichend wertgeschätzt fühlt (wenn ich z. B. nicht alles mitkriege. Erfahrungsgemäß ein Thema beim räumlich verteilten Arbeiten, wie ist das mit Chef in TZ?)
    -dass niemand meint, meine Abwesenheit durch gigantische Überstunden kompensieren zu müssen, habe da eine Kandidatin für, die sich extrem ausbeutet, das will ich nicht. Das soll nicht auf dem Rücken der MA laufen.
    -dass ich alles innerhalb des Teams mitkriege, was für mich wichtig ist.
    -dass ich selbst ausreichend präsent bin, um weiterhin meine Position ausfüllen zu können
    -dass die "wichtigen Leute" mich auch weiterhin zu sehen kriegen und ich sie, das ist durchaus relevant, ich würd gern noch etwas voran kommen (die sind nur z. T. vor Ort, die meisten - auch mein Chef - nicht in DE). Das ist auch aufgrund der Zeitunterschiede ein Problem, zumindest Richtung Westen....

    Usw. Usf. bestimmt gibt es einiges, was ich jetzt gar nicht auf dem Schirm habe.

    Wäre dankbar für Erfahrungen
    C.


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    AW: Führung in Teilzeit

    Hallo,
    ich habe als Mitarbeiterin sehr schlechte Erfahrung mit Führung in Teilzeit gemacht - meine damalige Chefin war immer ab Donnerstag Mittag im Wochenende verschwunden, und die größeren Probleme hatten eine gewisse Tendenz, immer am Donnerstag Nachmittag aufzutreten, so dass ich das regelmäßig mit ins Wochenende genommen habe, denn vor Montag morgen konnte nichts geklärt werden. Da habe ich dann gekündigt, denn das muss nicht sein, finde ich. Mein Tip wäre: die Zeit so einteilen, dass keine riesigen Lücken entstehen und die Mitarbeiter nicht das Gefühl haben, mit den Problemen allein gelassen zu werden. Und Probleme gibt’s immer ... besser jeden Tag ein paar Stunden da sein als anderthalb Tage gar nicht. Um so was wie „Freitags frei“ würde ich als Führungskraft einen weiten Bogen machen, das hat ein Geschmäckle.
    Geändert von Kara_Thrace (03.03.2020 um 20:42 Uhr)


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    AW: Führung in Teilzeit

    Nicht so viele Sorgen machen, einfach zuversichtlich rangehen - das wird schon.
    Fürs erste halbe Jahr von zusätzlichen Grossprojekten/Workstreams, die nicht direkt relevant für das eigene operative Business sind, fernhalten.
    Einen regelmässigen informellen Austausch mit den MA einplanen.
    Den eigenen Chef gut managen.
    A man is likely to mind his own business when it is worth minding. When it is not, he takes his mind off his own meaningless affairs by minding other people´s business. - Eric Hoffer


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    AW: Führung in Teilzeit

    Danke!

    @Kara, 1 Tag werde ich definitiv frei haben, denn ich habe auch noch ca. 1h Weg (pro Strecke), das möchte ich mind. 1x (evtl noch 1x durch HO) sparen. Anders ist das kaum zu machen. Aktuell sieht es nach 1 Tag open end, 1 Tag frei und 3 Tage 6h aus. Ich denke, frei wird der Mittwoch (und Dienstag open end). Fehlte bei euch denn dann jemand für Entscheidungen? Bei uns sind generell die MA sehr eigenverantwortlich und können viel entscheiden, bei Dingen, die ohne Chef nicht gehen, wäre ich wohl trotzdem irgendwie erreichbar. Oder ging es um fachl. Unterstützung? Das ist schwieriger, weil zeitaufwendiger. 1,5 Tage am Stück abwesend stelle ich mir auch nicht gut vor, sowas hab ich nicht vor.


  5. Registriert seit
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    AW: Führung in Teilzeit

    Zitat Zitat von Minstrel02 Beitrag anzeigen
    Nicht so viele Sorgen machen, einfach zuversichtlich rangehen - das wird schon.
    Fürs erste halbe Jahr von zusätzlichen Grossprojekten/Workstreams, die nicht direkt relevant für das eigene operative Business sind, fernhalten.
    Einen regelmässigen informellen Austausch mit den MA einplanen.
    Den eigenen Chef gut managen.
    Das ist ein guter Tip mit den Projekten. Dazu neige ich (mir Sachen an Land zu ziehen 😁), das sollte ich mir verkneifen.
    Wir haben einen semi-foemellen Austausch 1x pro Woche beim Kaffee, meinst du sowas oder eher ins Büro schlendern und Lage peilen?


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    AW: Führung in Teilzeit

    Ja genau so ein Kaffee-Treffen. Sammle über die Woche Themen von oben und von nebenan und gib sie beim Kaffee konsolidiert weiter. So vermeidest du, dass deine MA sich abgehängt fühlen.
    A man is likely to mind his own business when it is worth minding. When it is not, he takes his mind off his own meaningless affairs by minding other people´s business. - Eric Hoffer


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    AW: Führung in Teilzeit

    Zitat Zitat von Convallaria Beitrag anzeigen
    Fehlte bei euch denn dann jemand für Entscheidungen? Bei uns sind generell die MA sehr eigenverantwortlich und können viel entscheiden, bei Dingen, die ohne Chef nicht gehen, wäre ich wohl trotzdem irgendwie erreichbar. Oder ging es um fachl. Unterstützung? Das ist schwieriger, weil zeitaufwendiger.
    Die schwierigen Dinge liegen ja immer irgendwie dazwischen... Meine damalige Chefin hätte man vielleicht auch irgendwie erreichen können, aber das ist nicht der Punkt. Es geht darum, dass man als Mitarbeiter nicht das Gefühl haben sollte, zu „stören“. Wenn die Chefin einen Tag raus ist, stört man unweigerlich, wenn man was braucht an dem Tag.

    Wir haben aktuell auch eine Teamleitung in TZ, die ist aber jeden Tag „online“ (auch wenn sie teilweise von zuhause aus arbeitet). Einen kompletten Tag „raus“ zu sein, finde ich schwierig, wenn ich ehrlich bin. Bin selbst Teamleiterin und würde das nicht machen. Ich mache einen Tag die Woche Homeoffice, aber der muss auch mal weichen, wenn‘s brennt. Und das tut es gern mal in der Führungsetage. Für mich hat Führung was mit „Kümmern“ zu tun und weniger was mit der Stundenzahl. Wichtig ist Flexibilität.

  8. Avatar von Vienna__
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    AW: Führung in Teilzeit

    Ich weiß ja nicht, um was für einen Bereich es sich handelt, für den Du arbeitest.

    Ich hatte mal eine Führungskraft, auch in einem großen, internationalen Unternehmen, für die ich auch zuständig war. Sie hatte 3 Kinder. Ich mochte sie so sehr als Mensch, wir haben uns super verstanden. Aber das Arbeiten war eine Tortur mit ihr. Ständig war sie nicht mehr da oder kam erst gar nicht - oft auch kurzfristig "Vienna, y ist krank, ich komm heut nicht", was bedeutete, Termine umstrukturieren, Ausreden finden etc., ständig ging alles in Stillstand, weil ihr Review fehlte, ihre Freigabe etc. Sie konnte keine 15 min. länger bleiben, da Kids vom Kindi abgeholt werden mussten etc., Unterschriften fehlten, Menschen nervten am Telefon, wie das sein kann usw.

    Ich will es nicht mehr.

  9. Moderation
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    AW: Führung in Teilzeit

    Kannst du einen Stellvertreter festlegen, dem du vertraust und der - im akuten Notfall und nur dann - auf dem privaten Handy anrufen kann? Das fand ich hilfreich.

    Wer stellt dir Termine ein? In der zweiten Elternzeit hatte ich einen Vorgesetzten, dessen Assistentin meine Termine gerne an Homeoffice-Tage oder um 17 Uhr eintrug - "Sorry, ging nicht anders!" Das war der reine Stress, ich musste jede Woche neu organisieren.

    Ich habe damals 30 Stunden auf fünf Tage verteilt gearbeitet. An drei Tagen hab ich gar keine Mittagspause gemacht, an zweien bin ich mit dem Team Essen gegangen.

    Wer springt ein, wenn das Kind krank ist?

    Ansonsten: einfach machen. Es ist anstrengend, aber es geht schon.
    Always be a little kinder than necessary. – James M. Barrie

    Moderation in den Foren "Rund um den Job", "Rund ums Eigenheim", "Fehlgeburt" und "Wissenschaft und Umweltschutz"


  10. Registriert seit
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    AW: Führung in Teilzeit

    Zitat Zitat von Kara_Thrace Beitrag anzeigen
    Die schwierigen Dinge liegen ja immer irgendwie dazwischen... Meine damalige Chefin hätte man vielleicht auch irgendwie erreichen können, aber das ist nicht der Punkt. Es geht darum, dass man als Mitarbeiter nicht das Gefühl haben sollte, zu „stören“. Wenn die Chefin einen Tag raus ist, stört man unweigerlich, wenn man was braucht an dem Tag.

    Wir haben aktuell auch eine Teamleitung in TZ, die ist aber jeden Tag „online“ (auch wenn sie teilweise von zuhause aus arbeitet). Einen kompletten Tag „raus“ zu sein, finde ich schwierig, wenn ich ehrlich bin. Bin selbst Teamleiterin und würde das nicht machen. Ich mache einen Tag die Woche Homeoffice, aber der muss auch mal weichen, wenn‘s brennt. Und das tut es gern mal in der Führungsetage. Für mich hat Führung was mit „Kümmern“ zu tun und weniger was mit der Stundenzahl. Wichtig ist Flexibilität.
    Danke! Das bringt mich sehr zum Nachdenken. Meine Meinung ist bislang - das muss gehen können. Unter der Prämisse, dass man erreichbar ist, wenn die Hütte brennt, das war und bin ich immer. Wenn man gut organisiert ist und Zuständigkeiten klar sind. Hm. Ich muss mal drüber nachdenken. Ich fühle mich bislang ganz gut ersetzlich (naja, für 1 Tag 😜) und v. a. hab ich ein super Team (möchte aber auch, dass es so bleibt...).
    Klar hat Führung mit Kümmern zu tun und nicht mit Stunden, aber mit Kleinkind muss man sich organisieren, und die Prio ist definitiv das Kind. Immer. So gern man den Job auch macht, und so verantwortlich man sich auch fühlen mag, das Kind ist wichtiger (muss es sein). Ich hoffe, dass wir in 2020 auch in D soweit sind. Mein Mann ist allerdings auch noch da, wenn z. B. mal das Kind krank ist oder so.
    Nicht falsch verstehen, ich bin froh um Deine Aussagen.

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