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  1. Registriert seit
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    Jobwechsel trotz Bedenken, weil ich an dem Thema hänge :niedergeschmettert:

    Liebe Community,

    ich arbeite seit 10 Jahren in meinem Fachgebiet und bei meinem jetzigen AG seit einem Jahr. Seit einem halben Jahr nimmt der Workload sehr zu. Ich habe keine Möglichkeiten, länger Urlaub zu nehmen, habe einen großen Anspruch an mich und arbeite einfach auch sehr gerne. Das Unternehmen ist renomiert, die Branche schillernd.

    Mit den Kollegen ist es allerdings schwierig. Hier komme ich gefühlt einfach nicht an und werde nicht in Aktivitäten integriert. Darunter leide ich, das muss ich zugeben. Allerdings ist das Thema, mit dem ich mit beschäftigen darf, exakt mein Thema. Zudem habe ich nur 20 Minuten zu Fuß zur Arbeit. Und ich arbeite einfach unglaublich gerne im Bildungssektor.

    Im November war der Leidensdruck sehr hoch und ich habe mich wegbeworben. Gleiches Fachgebiet, sehr viel mehr Verantwortung, auch personell, mehr Gehalt obendrein. Allerdings auch ein anderes Thema. Ein ganz anderes Thema.

    Und ich habe die Stelle bekommen. Und hätte nun 45 Minuten von Haustür zu Haustür mit dem ÖPNV.
    Und leide jetzt wieder. Seit drei Tagen komme ich zu keinem Schluss.

    Mit meinem jetzigen Chef habe ich gesprochen. Er hat verschiedene Dinge vorgeschlagen, die er ändern kann, damit der workload abnimmt. Aber wirklich dauerhaft ist keine Lösung in Sicht.

    Was würdet ihr machen?
    Muss ich das Arbeiten einfach anders sehen? Muss ich mich mehr von der Arbeit distanzieren? Reicht ein diplomatisches Verhältnis zu den Kollegen aus? Hängt euer Herz auch so an dem Thema, das ihr bearbeitet?


  2. Registriert seit
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    AW: Jobwechsel trotz Bedenken, weil ich an dem Thema hänge :niedergeschmettert:

    Zitat Zitat von annamariaHH Beitrag anzeigen
    Was würdet ihr machen?
    Muss ich das Arbeiten einfach anders sehen? Muss ich mich mehr von der Arbeit distanzieren? Reicht ein diplomatisches Verhältnis zu den Kollegen aus? Hängt euer Herz auch so an dem Thema, das ihr bearbeitet?
    Hallo,
    schwere Frage, die du dir letztlich nur selber beantworten kannst. Da helfen Listen mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen (die du vielleicht auch schon geschrieben hast) manchmal nur bedingt weiter.
    Wenn du aus dem Bauchgefühl heraus entscheiden müsstest, was wäre deine Entscheidung?

    In dem, was du schreibst, erkenne ich mich sehr wieder. Ich arbeite auch im Bildungssektor im weitesten Sinne in einem Bereich, der mit großen Spaß macht. Und der gute Kontakt zu Kollegen ist mir auch wichtig.

    Ich bin an drei Standorten meines Arbeitgebers. Wir sind jeweils nur wenige Kollegen und die Arbeitsatmosphäre ist an jedem Standort vollkommen unterschiedlich (von einfach nur anstrengend über neutral bis hin zu freundschaftlich).
    Wenn „alle anderen“ gut miteinander könnten und nur ich keinen Anschluss finde, würde mir das sehr schwer fallen. Allerdings habe ich mit den Kolleginnen an einem Standort ganz großes Glück und es haben sich Freundschaften entwickelt, die mittlerweile unabhängig von der Arbeit bestehen.
    Wenn aber alle nur neutralen kollegialen Kontakt zueinander hätten, würde mir diplomatisches, neutrales Verhältnis reichen.

    Ich arbeite sehr gerne in meinem jetzigen Projekt. Mir liegt die Thematik, wir haben viel Entscheidungsfreiheit (hinsichtlich der inhaltlichen Ausgestaltung und zeitlichen Einteilung) und Verantwortung. Und ich habe die beste Kollegin, die ich mir wünschen kann.
    Sie schätze ich sowohl fachlich als auch menschlich sehr. Ja, ich arbeite durchaus mal mehr als nötig (oder gefordert), wenn es sinnvoll ist, achte aber darauf, dass sich das mittelfristig wieder ausgleicht.
    Die Arbeit ist für mich im Moment nicht nur ein Brot-Job und das genieße ich sehr. Wie lange es so bleibt, ist völlig unklar (zeitlich begrenztes Projekt).
    Aber ich weiß, dass sich meine Einstellung dazu auch ändern kann, wenn die Rahmenbedingungen anders sind. Und das ist auch okay, solange ich die Arbeit inhaltlich größtenteils kann und ich nicht in einem Team arbeiten muss, in dem gemobbt oder anderweitig „hintenrum“ agiert wird.

    Das hilft dir bei der Entscheidung vermutlich nicht weiter. Wendung jetzt mal zwei Jahre weiterdenkst...entweder zwei weitere Jahre in der jetzigen Situation oder die neuen Rahmenbedingungen...was fühlt sich besser an?
    Kannst du irgendwas machen, um den Kontakt zu deinen jetzigen Kollegen zu verbessern/verändern? Wie lange kennen die sich schon?

  3. Avatar von Sugarnova
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    AW: Jobwechsel trotz Bedenken, weil ich an dem Thema hänge :niedergeschmettert:

    Bekommst du überstunden bezahlt, bzw. kannst durch Freizeit ausgleichen?

    Wie sieht es damit bei deinem neuen AG aus?

    Kannst du eigentständig arbeiten?


  4. Registriert seit
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    AW: Jobwechsel trotz Bedenken, weil ich an dem Thema hänge :niedergeschmettert:

    Momentan kein Ausgleich, weder in Freizeit noch monetär. Beim neuen AG ist es durch Freizeitausgleich geregelt. Eigenständiges arbeiten ist in beiden Jobs möglich.


  5. Registriert seit
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    AW: Jobwechsel trotz Bedenken, weil ich an dem Thema hänge :niedergeschmettert:

    Danke für deine Einblicke in deinen Job und die Einschätzung. Bauchgefühl sagt erstmal bleiben und weitersuchen. Weil ich mich mit der Entscheidung so schwer tue. Die Vorstellung in zwei Jahren beim neuen AG zu sein, fühlt sich allerdings besser an. Nein, die Kollegen arbeiten seit mehreren Jahren zusammen. Machen viel mit anderen ehemaligen Mitarbeitern. Die neuen werden dazu nicht hinzugezogen.


  6. Registriert seit
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    AW: Jobwechsel trotz Bedenken, weil ich an dem Thema hänge :niedergeschmettert:

    Zitat Zitat von annamariaHH Beitrag anzeigen
    Danke für deine Einblicke in deinen Job und die Einschätzung. Bauchgefühl sagt erstmal bleiben und weitersuchen. Weil ich mich mit der Entscheidung so schwer tue. Die Vorstellung in zwei Jahren beim neuen AG zu sein, fühlt sich allerdings besser an. Nein, die Kollegen arbeiten seit mehreren Jahren zusammen. Machen viel mit anderen ehemaligen Mitarbeitern. Die neuen werden dazu nicht hinzugezogen.
    Bei uns ist es auch so, dass diejenigen, die lange zusammenarbeiten, einen näheren Kontakt zueinander haben. Es gibt ein paar Projekte, die konstant durchlaufen und bei denen es an „meinen“ Standorten seit Jahren auch keinen Personalwechsel gab. An einem Standort arbeiten wir z.B. mit vier Kolleginnen seit Jahren durchgängig zusammen. Mal ist sonst kein weiterer Kollege am Standort, dann mal wieder zwei oder drei für ein paar Monate oder ein Jahr. Die meisten sind weiterhin beim gleichen Arbeitgeber, nur an anderen Standorten.
    Irgendwie fehlt mir mittlerweile die Energie, immer und immer wieder einen guten Kontakt zu neuen Kollegen aufzubauen. Ich grenze sie nicht aus! Infos weitergeben, bei Fragen/Unklarheiten unterstützen, Mittagspause zusammen verbringen etc. ist alles selbstverständlich. Aber die Bereitschaft, mich ihnen gegenüber zu öffnen, mich auf sie einzulassen, dazu habe ich im Moment wenig Lust. Da reicht mir ein freundlicher kollegialer Kontakt. Vielleicht ist das bei deinen jetzigen Kollegen ähnlich. Eine längere Zusammenarbeit könnte aber da vielleicht durchaus noch was verändern.

    Welche Aspekte (Bauchgefühl!) sprechen für den neuen Arbeitgeber?

  7. Avatar von Sugarnova
    Registriert seit
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    AW: Jobwechsel trotz Bedenken, weil ich an dem Thema hänge :niedergeschmettert:

    Zitat Zitat von annamariaHH Beitrag anzeigen
    Momentan kein Ausgleich, weder in Freizeit noch monetär. Beim neuen AG ist es durch Freizeitausgleich geregelt. Eigenständiges arbeiten ist in beiden Jobs möglich.
    DAS wäre doch ein Wechselgrund, oder?

  8. Inaktiver User

    AW: Jobwechsel trotz Bedenken, weil ich an dem Thema hänge :niedergeschmettert:

    Was heisst, kein längerer Urlaub möglich? Das steht dir zu, mindestens 2 Wochen am stück, meines Wissens!


  9. Registriert seit
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    AW: Jobwechsel trotz Bedenken, weil ich an dem Thema hänge :niedergeschmettert:

    Nachteile im jetzigen Job: Stress, unbezahlte Überstunden, kaum Urlaub, weniger Geld, kein Anschluss an Kollegen, keine Zukunftsperspektive

    Vorteil: interessanter Inhalt

    Die zwei Listen sind schon sehr unterschiedlich lang.


  10. Registriert seit
    11.02.2018
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    AW: Jobwechsel trotz Bedenken, weil ich an dem Thema hänge :niedergeschmettert:

    Hallo Annamaria,

    was würde Dich an der neuen Stelle reizen?

    Ich stehe/stand vor einer ähnlichen Situation _ Leidensdruck - wegbeworben - Leidensdruck weg - unerwartete Zusage - wieder Leidensdruck! Die Entscheidung fiel mir echt schwer _raubt mir buchstäblich den Schlaf!_ letztendlich hab ich mich für die Stelle entschieden, die mir die besseren Rahmenbedingungen für die Zukunft bietet. Restrisiko bleibt immer.

    Wäre ein Hospitationstag (oder einen halben) bei der neuen Stelle möglich?

    Gute Entscheidung!
    L.

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