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  1. Registriert seit
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    Burnout: Von 100 auf 0 und ein Neuanfang

    Liebe Community,

    ich bin gerade in einer Orientierungsphase und freue mich über Beistand, Tipps, Austausch gerne auch privat.

    Vor ein paar Monaten hatte ich einen heftigen Burnout mit Klinikaufenthalt und allem, was dazu gehört. Mittlerweile fühle ich mich wieder einigermaßen stabil, aber es hat sich einiges geändert.
    Von meiner alten Firma wurde mir gekündigt, kleinere Abfindung bekommen. Mit meinen Ersparnissen, damit und mit ALG2 kann ich es noch ein paar Monate schaffen (habe relativ teure Mietwohnung, die ich nur ungern verlassen würde).

    In der Klinik konnte ich viel aufarbeiten und verstehen. Ganz allgemein gesagt habe ich mich viel zu sehr an äußeren Vorgaben orientiert und kaum auf meine eigene Stimme, Stimmung und Gesundheit geachtet. Über die Kündigung bin ich einerseits froh, andererseits ist es schwer das zu verkraften. Ich war fast 15 Jahre dort und ich habe bisher einen nahtlosen Lebenslauf also keine Erfahrungen mit dem normalen Jobmarkt.
    Auf der einen Seite hört man immer wieder von Fällen wie meinem, auf der anderen Seite habe ich nun selbst in der Situation große Zukunftsangst, vor allem, was diese "Pause" von ein paar Monaten im Lebenslauf anbelangt. Wie geht man damit um?
    Eine Rückkehr in mein altes Berufsfeld ist eher ausgeschlossen und wäre wahrscheinlich auch schwierig, im Falle eines Falles wäre es aber zur Not möglich als Option.

    Insgesamt möchte ich die kommenden Wochen aber zur Orientierung nutzen und basierend auf dem, was ich für mich heraus gefunden habe, einen Job suchen der zu mir passt. Gleichzeitig fühlt sich das für mich total neu und fremdartig an.

    Geht es hier jemandem ähnlich? Welche Schritte sollte ich unternehmen?

  2. Avatar von TrishaTT
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    AW: Burnout: Von 100 auf 0 und ein Neuanfang

    Wenn du 15 Jahre dort warst, müsstest du doch noch ALG1 bekommen? ALG2 ist Hartz4.
    Wenn wir Narben haben, heißt es, dass die Wunden verheilt sind

    (Thomas D.)

  3. Avatar von agathe13
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    AW: Burnout: Von 100 auf 0 und ein Neuanfang

    Ich würde die zwei Schritte
    1. Aus dem Burnout wieder ins Berufsleben und
    2. Wechsel des Berufsfelds
    voneinander trennen und eines nach dem anderen machen.

    Also erstmal zurück in deinen bisherigen Beruf, den du kennst und wo dir der Start nicht so schwer fallen wird.
    Und dann aus der ungekündigten Stelle heraus eine Neuorientierung vorbereiten.
    "Never take things personally. [...] Always give the benefit of doubt, until evidence to the contrary. Never assume malice. We are all going through things and you never know the inner battles some of us fight, so it‘s best to check your ego at the door.“

  4. Inaktiver User

    AW: Burnout: Von 100 auf 0 und ein Neuanfang

    Zitat Zitat von agathe13 Beitrag anzeigen
    Ich würde die zwei Schritte
    1. Aus dem Burnout wieder ins Berufsleben und
    2. Wechsel des Berufsfelds
    voneinander trennen und eines nach dem anderen machen.

    Also erstmal zurück in deinen bisherigen Beruf, den du kennst und wo dir der Start nicht so schwer fallen wird.
    Und dann aus der ungekündigten Stelle heraus eine Neuorientierung vorbereiten.
    Dem schließe ich mich an!
    Weil: Eine komplette berufliche Umorientierung in wenigen Wochen schaffen zu müssen, baut großen Druck und Zugzwang auf, den man gerade in einer Rekonvaleszenzphase nicht gebrauchen kann.


  5. Registriert seit
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    AW: Burnout: Von 100 auf 0 und ein Neuanfang

    Alg1 ... Tippfehler.

    Alter Beruf und dann Neuorientierung, okay.
    Um Lücken im Lebenslauf zu vermeiden?

    Ich verstehe, dass der Schritt einer Umorientierung wahrscheinlich noch zu groß ist.

    Allerdings müsste ich ja auch ausprobieren, um zu wissen wohin die Reise geht.


  6. Registriert seit
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    AW: Burnout: Von 100 auf 0 und ein Neuanfang

    Zitat Zitat von Swingtanz Beitrag anzeigen
    Allerdings müsste ich ja auch ausprobieren, um zu wissen wohin die Reise geht.
    Dem kann man sich aber auch theoretisch nähern - es gibt gute Selbst-Coaching-Bücher zu dem Thema, um erst mal herauszuarbeiten: was würde ich für mich sehen, Option a, b und c. In einem zweiten Schritt sondiert man dann in Richtung: was ist ggf umsetzbar, und wie ist das überhaupt wirklich dort in diesem Zielfeld. Dabei konsolidiert sich das ja weiter. Und dann geht‘s in die Phase mit den Bewerbungen.
    "Battlestar Galactica: The Eye of Jupiter (#3.11)" (2006)
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    Life should not be a journey to the grave with the intention of arriving safely in a well preserved body, but rather to skid in broadside, totally worn out, and loudly proclaiming "Wow!" (Hunter S. Thompson)

  7. Inaktiver User

    AW: Burnout: Von 100 auf 0 und ein Neuanfang

    Hallo Swingtanz,

    eine Lücke hast Du doch sowieso schon, oder steht der Kündigungstermin durch Deinen alten AG noch aus?

    Ich persönlich glaube, dass es meist eine Illusion ist zu glauben, mit Zeit und Ruhe zum Überlegen kommt man dann drauf, was man eigentlich machen will. Ich kenne einige Leute, die mit diesem Gedanken ein Sabbatical genommen oder ihren Job gekündigt waren und dann am Ende auch nicht weiter waren als vorher.

    Hast Du denn irgendeine Idee, in welche Richtung es gehen könnte? Ich weiß von Bekannten mit Burn Out-Historie, dass die berufliche Orientierung häufig auch Thema in der Reha war.


  8. Registriert seit
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    AW: Burnout: Von 100 auf 0 und ein Neuanfang

    Aus eigener Erfahrung: im Nachhinein betrachtet war der Burnout das Beste, was mir passieren konnte. (In der aktuellen Situation konnte ich das natürlich nicht so sehen.) Ich habe mich danach beruflich noch einmal komplett neu orientiert und bin sehr glücklich mit meinem "2. Leben".

    Mein Rat wäre, dass du auf jeden Fall achtsam bleibst und gut auf deine Gefühle achtest, damit du nicht wieder in alte Muster hineinrutschst. Das kann schnell passieren, vor allem, falls du erst einmal wieder in den alten Job zurückkehrst. Genau wichtig finde ich es, keine Kurzschlusshandlungen zu begehen. Also z.B. spontan eine Entscheidung zu treffen, die dich auf lange Sicht in Existenznöte bringt.

    Alles Gute für dich!


  9. Registriert seit
    19.04.2009
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    AW: Burnout: Von 100 auf 0 und ein Neuanfang

    Um Lücken im Lebenslauf zu vermeiden?
    Liebe Swingtanz,

    ich verstehe deine scheu vor einer Lücke nicht ganz? Problematisch können unerklärbare Lücken werden (auch wenn das in Zeiten von Sabbatical und Co schon lange nicht mehr so konservativ beurteilt wird wie früher.)

    Du aber hast eine erklärbare Lücke, nämlich Burnout. Wer sich damit auskennt, wird eher darauf schauen, dass du danach nicht zu schnell wieder aufs Pferd steigst. Ich kenne einige Fälle, die nach Monaten wieder zurückfielen, weil sie sich nicht ausreichend Zeit zur Heilung/Umstrukutierung genommen haben.

    Je nach deinem Alter bzw. Ausgangsjob würde ich wohl in der Anfangszeit völlig anders als bisher arbeiten, auch wenn es schlecht bezahlt wird. Eine bodenständige Tätigkeit (bügeln, putzen, Hunde spazieren führen, am Marktstand verkaufen, kellnern), die mir keine Konzentration auf monatelange Projekte o ä abverlangt, sondern mich ganz erdet. verstehst du, was ich meine?

    Alles Gute
    Lil

  10. Avatar von agathe13
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    AW: Burnout: Von 100 auf 0 und ein Neuanfang

    Zitat Zitat von -Lil- Beitrag anzeigen
    ich verstehe deine scheu vor einer Lücke nicht ganz? Problematisch können unerklärbare Lücken werden (auch wenn das in Zeiten von Sabbatical und Co schon lange nicht mehr so konservativ beurteilt wird wie früher.)

    Du aber hast eine erklärbare Lücke, nämlich Burnout.
    Und das, meinst du, sollte sie in ihren Lebenslauf schreiben?

    Wer sich damit auskennt, wird eher darauf schauen, dass du danach nicht zu schnell wieder aufs Pferd steigst. Ich kenne einige Fälle, die nach Monaten wieder zurückfielen, weil sie sich nicht ausreichend Zeit zur Heilung/Umstrukutierung genommen haben.
    Das ist sicher richtig, beantwortet aber nicht die Frage, wie die TE das in ihren künftigen Bewerbungen darstellen kann und sollte.

    Je nach deinem Alter bzw. Ausgangsjob würde ich wohl in der Anfangszeit völlig anders als bisher arbeiten, auch wenn es schlecht bezahlt wird. Eine bodenständige Tätigkeit (bügeln, putzen, Hunde spazieren führen, am Marktstand verkaufen, kellnern), die mir keine Konzentration auf monatelange Projekte o ä abverlangt, sondern mich ganz erdet. verstehst du, was ich meine?
    Das mag sein, ist aber auch nichts, was sich in einem Lebenslauf so leicht "verkaufen" lässt. Und es bestimmt ganz klar die Gefahr, dass man den Anschluss verliert.
    "Never take things personally. [...] Always give the benefit of doubt, until evidence to the contrary. Never assume malice. We are all going through things and you never know the inner battles some of us fight, so it‘s best to check your ego at the door.“

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