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  1. Avatar von FrauSnuggles
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    Selber kündigen bei Krankheit

    Hallo,

    hat hier jemand schon mal selber wegen Krankheit gekündigt und die 3-monate Sperre umgehen können?

    Kurz zu mir. Ich hatte ein schlimmes letztes Jahr. Beide Eltern sind innerhalb weniger Wochen sehr überraschend verstorben und Ende des Jahres bin ich selber schwer an der Galle und Bauchspeicheldrüse erkrankt (was eventuell auch stressbedingt ausgelöst wurde).
    Ich bin die durchgehend tapfer arbeiten gegangen und habe seitens des Arbeitgebers auch nur begrenzt Verständnis für meine schwierige Situation erfahren was mich dazu gezwungen hat durchzuhalten und mich körperlich aber auch seelisch krank zur Arbeit zu schleppen.
    Ende des Jahres der Zusammenbruch mit Krankenhaus und Krankenschein.
    Bin seitdem krankgeschrieben und zur Zeit auch wieder im Krankenhaus, da mir die Gallenblase rausoperiert werden musste. Mein Arbeitgeber wartet dringend auf meine Rückkehr. Ich selbst bin in einem Zustand der Kapitulation. Ich kann und will nicht mehr zurück. Ich möchte mich erstmal um meine Gesundheit kümmern und um meine 5-j. Tochter, die mich braucht. Der Nachlass meiner Eltern soll geregelt werden und ich weiß, wenn ich einmal wieder in der Tretmühle der Arbeit stecke finde ich wieder keinen Weg heraus.
    Am liebsten würde ich selbst kündigen oder gekündigt werden.
    Da ich aber nicht an purer Lustlosigkeit leide sondern mich einfach mometan nicht mehr in der Lage fühle arbeiten zu gehen und ich seit 25 J. ununterbrochen in die Arbeitslosengeldkasse einzahle, würde ich gern diese Sperre umgehen.
    Ich würde gerne erst wieder richtig gesund werden um mir dann in 3-4 Monaten eine neue Stelle zu suchen. So schwierig wird das für mich als Bilanzbuchhalterin nicht werden.

    Aber wie funktioniert so eine Kündigung in der Praxis? Über den Hausarzt oder einen Psychologen?
    Ich weiß das es diese Möglichkeit gibt. Aber wer hat Erfahrung mit so einem Fall und kann mir was dazu sagen?


  2. Registriert seit
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    AW: Selber kündigen bei Krankheit

    Diese Möglichkeit gibt es aber ich würde davon abraten, da die hierfür der Arzt bescheinigen müsste, dass du deine Tätigkeit auf Dauer nicht mehr ausüben kannst. Wenn du dann 3 Monate später wieder in einem anderen Unternehmen die gleiche Tätigkeit verrichtest, könntest du in Erklärungsnot geraten.

    Wenn du krank bist, bist du krank und nicht arbeitsfähig. Dein Arzt kann das über die AU-Bescheinigung bestätigen. Damit bekommst du erst einmal Lohnfortzahlung und danach Krankengeld.

    In der Zwischenzeit kannst du dich auch anderweitig bewerben.

    Wenn der Arbeitgeber kündigen will, kannst du möglicherweise noch eine Abfindung mitnehmen.

  3. Avatar von FrauSnuggles
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    AW: Selber kündigen bei Krankheit

    Danke für die Info!!

    Habe noch nicht so weit gedacht wie es beim Arbeitsamt ankommt wenn ich dann wieder arbeiten gehe.

    Momentan fehlt mir die Kraft mich woanders zu bewerben. Bin ja auch noch im Krankenhaus. Wer jetzt grad sucht der sucht ja zeitnah.

    Der AG denkt bestimmt noch nicht an Kündigung sondern wartet auf meine Rückkehr. Ich soll spätestens am 10.01. wieder im Büro sein. Weiß aber nicht ob ich das bis dahin schaffe.
    Ich kann ihm ja schlecht sagen er solle mir kündigen oder? Ich weiß nicht wie ich es am besten und für alle am angenehmsten anstellen soll...


  4. Registriert seit
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    AW: Selber kündigen bei Krankheit

    Toller Arbeitgeber. Du sollst dann und dann wieder da sein. Gehts noch?

    Du bist jetzt erst einmal krank und fertig. Solange Du krank bist, wirst Du auch krank geschrieben vom Arzt. Damit muss sich der Arbeitgeber zufrieden geben und sich ggf. um Ersatz für Dich kümmern.

    Gute Besserung!

  5. Avatar von Roundabout
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    AW: Selber kündigen bei Krankheit

    Erstmal eine gute Besserung für dich !
    Du kannst doch zunächst bis zu 78 Wochen Krankengeld beziehen, warum möchtest du das denn nicht in Anspruch nehmen, so lange du arbeitsunfähig bist? Denn es ist ja nun mal Fakt, dass du nicht arbeiten kannst, dein Arzt wird dir das entsprechend attestieren und dein Ansprechpartner ist dann erstmal die Krankenkasse.
    Wenn einige Zeit ins Land gegangen bist und du dich besser fühlst, vielleicht sogar etwas "Land" siehst, dann kannst du dir überlegen, ob du wieder zu diesem AG zurückkehren möchtest, sofern er bis dahin noch nicht wegen einer Auflösung des Arbeitsverhältnisses an dich herangetreten ist.
    Nimm dir doch erstmal die Zeit, gesund zu werden und dich zu sortieren, eine Kündigung wäre m.M. n. jetzt übereilt.
    Und lass dich auch vom AG nicht unter Druck setzen, es dauert, so lange es dauert.
    Wenn ich nur darf, wenn ich soll, aber nie kann, wenn ich will, dann mag ich auch nicht, wenn ich muss. Wenn ich aber darf, wenn ich will, dann mag ich auch, wenn ich soll, und dann kann ich auch, wenn ich muss. Denn die können sollen, müssen wollen dürfen.

    "Es gibt zwei Wege aus der Dunkelheit. Entweder Du machst Licht, da wo Du bist, oder Du gehst in die Sonne."


  6. Registriert seit
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    AW: Selber kündigen bei Krankheit

    Selber kündigen ist jetzt mal das Letzte, was du machen solltest! Warum willst du arbeitssuchend sein?
    Das Arbeitsamt schickt dich munter vorstellen, und dann musst du dich zu Gesprächen oder gar einer neuen Arbeitsstelle schleppen - oder dich erst recht wieder krank schreiben lassen (wie das mit den Bezügen ausschaut, ist auch so eine Sache. ALG ist schon mal niedriger, das Krankengeld in dieser Zeit - ? Schenk kein Geld her, wenn's aufs Gleiche rauskommt)

    Du bist im Krankenstand - bis auf weiteres. Was sagen die Ärzte, wie lange du zuhause bleiben solltest? Das machst du mal. Kurier dich aus. Anruf beim Chef. Bestätigung schicken. Den Rest müssen sie sich selbst organisieren - du hast schon mehr als deine Schuldigkeit getan und es wurde dir nicht gelohnt, oder?

  7. Avatar von agathe13
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    AW: Selber kündigen bei Krankheit

    Zitat Zitat von FrauSnuggles Beitrag anzeigen
    Der AG denkt bestimmt noch nicht an Kündigung sondern wartet auf meine Rückkehr. Ich soll spätestens am 10.01. wieder im Büro sein. Weiß aber nicht ob ich das bis dahin schaffe.
    Ich kann ihm ja schlecht sagen er solle mir kündigen oder? Ich weiß nicht wie ich es am besten und für alle am angenehmsten anstellen soll...
    Mach es, wie es für dich am besten ist!
    Es gibt keinen Grund zu kündigen oder dich kündigen zu lassen - du bist krank und brauchst Zeit, dich zu erholen.
    Alles weitere kann warten.
    Unter keinen Umständen würde ich von mir aus kündigen, solange ich nicht etwas Neues habe.
    Solange du aber krank bist, kannst du nicht nach etwas Neuem suchen.
    Daher: eins nach dem anderen, und deine Gesundheit ist das Wichtigste!
    "Never take things personally. [...] Always give the benefit of doubt, until evidence to the contrary. Never assume malice. We are all going through things and you never know the inner battles some of us fight, so it‘s best to check your ego at the door.“

  8. Avatar von Horus
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    AW: Selber kündigen bei Krankheit

    Ich würde gerne erst wieder richtig gesund werden um mir dann in 3-4 Monaten eine neue Stelle zu suchen.
    Dann sag das genau so den behandelnden Ärzten. Sag ihnen, wie krank du dich fühlst - und zwar nicht nur wegen der OP, sondern wegen allen, was vorher gelaufen ist. Sei nicht die Starke, sondern sag ganz deutlich, dass du dich in den nächsten Wochen nicht arbeitsfähig fühlst. Kannst es Erschöpfungsdepression oder wie auch immer nennen, sag ihnen, wie es aus deiner Sicht um dich steht und dass du mehr als ein paar Tage Zeit braucht, um gesund zu werden. Lass dir deine AU für die nächsten Wochen bescheinigen.
    Dein Arbeitgeber kann noch lange quengeln, dass du am 10.2. wieder antanzen sollst - wenn deine Ärzte etwas anderes bescheinigen, ist das so und fertig.

    Achtung, Lesen gefährdet die Dummheit!
    _____________________________________

    Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas anderes wichtiger ist als die eigene Angst.

  9. Avatar von FrauSnuggles
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    AW: Selber kündigen bei Krankheit

    Vielen Dank für die Antworten.
    Ich weiß nicht wie lange mich mein Hausarzt damit noch krank schreibt. Normalerweise, das haben mir die Ärzte gesagt, ist man nach einer Gallen OP 2, maximal 3 Wochen krankgeschrieben.
    Das heisst ich kann deshalb nicht mehr ewig zuhause bleiben. Es geht mir primär auch nicht darum sofort eine neue Stelle zu haben. Ich könnte es mir finanziell auch leisten zu kündigen und 3 Monate kein Arbeitslosengeld zu beziehen.
    Momentan habe ich einfach das Gefühl das mich der Druck des Arbeitgeber einfach nur zusätzlich belastet und das wird ja in 2-3 Wochen nicht besser sein.


  10. Registriert seit
    29.12.2019
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    AW: Selber kündigen bei Krankheit

    Was Horus sagt. Du hast nicht 'nur' Gallen OP, sondern das war ja nur die Spitze des Eisbergs.
    Und ich find immer noch nicht, du solltest Geld herschenken - egal, ob du es dir leisten kannst oder nicht (das kann sich nämlich eventuell auch schnell ändern und dann hast du auch Druck).

    Der Druck des AG darf dir mal gepflegt am Hintern vorbeigehen. Krank ist krank.

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