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  1. Registriert seit
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    Ungleichbehandlung im Team

    Liebe Community,

    ich erhoffe mir ein paar Ratschläge im Umgang mit einer sehr schwierigen Kollegin...

    Ich arbeite in einer mittelgroßen Abteilung einer größeren Firma. Wir sind innerhalb der Assistenz ein Team aus vier Personen. Mein Kollege, der mit mir im Büro sitzt, eine Halbtagskollegin und die klassische Sekretärin, die schon seit Gründung der Firma im Haus ist. Wir sind alle offiziell gleichgestellt. Die Sekretärin nimmt sich aber Rechte heraus, von denen wir anderen nur träumen können.
    Beispiele:
    - Bei uns in der Firma gilt eigentlich eine Kernzeit von 9 bis 17 Uhr, zu der man anwesend sein muss. Mein Kollege und ich decken nach Absprache sogar ein - bei uns speziell nötiges - Zeitfenster von 8 bis 18.30 Uhr ab. Die Kollegin kommt aber niemals vor 10.30 Uhr, meistens noch nicht einmal vor 11 Uhr. Wir vertreten sie also täglich quasi einen halben Tag und sie bekommt sehr viele Anrufe und wir müssen oft viel für sie übernehmen, wenn sie nicht da ist. Angeblich bleibt sie bis 19 Uhr - kontrollieren kann das keiner, weil ja zu dieser Zeit sonst keiner mehr da ist. Und spät am Abend fallen natürlich auch generell wesentlich weniger Arbeit und Anrufe an als zwischen 9 und 11 Uhr... Selbst wenn sie wirklich so lang bleibt, ist sie laut meiner Rechnung jeden Tag im Minus (39 Stunden-Woche), da sie auch eine Stunde in Mittag geht. Sie schreibt sich stattdessen aber regelmäßig eklatante Überstunden auf (Arbeitszeitaufschreibung gibt es bei uns zwar - ich mache sie auch -, wird aber sonst im Team nicht praktiziert, da kein Zwang. Sie schreibt also die Stunden irgendwo bei sich auf), die sie dann nach Lust und Laune wieder abbaut.
    - Sie macht sich jede Woche Arzt- oder sonstige Termine um die Mittagszeit aus. Obwohl sie ja so spät kommt, dass sie locker alle Termine in den Vormittag legen könnte. Diese Zeit müssen wir ebenfalls vertreten. Ich glaube auch nicht, dass sie sich dafür Überstunden abzieht.
    - Sie schreibt bereits Ende des Jahres eine Mail, wo sie ihre kompletten Urlaube für das nächste Jahr angibt (oft vermerkt mit "bereits gebucht") Wir anderen dürfen dann drumherum bauen, da es, wenn sie abwesend ist, nötig ist, dass entweder mein Kollege oder ich als Vertretung da sind. Falls es mal Überschneiden gibt, ist sie immer außen vor, mein Kollege und ich dürfen uns dann abstimmen. Angeblich, weil sie ja die Sekretärin ist und mit uns arbeitstechnisch nicht so viel Überschneidungspunkte hat. Im Endeffekt bekommt sie immer vollumfänglich den gewünschten Urlaub. Auch wenn es sich mal um fünf Wochen am Stück handelt.

    Dazu kommt noch, dass sie ein sehr schwieriger, fast "bipolarer" Mensch mit zwei Gesichtern ist. Sie kann oft sehr herrisch und fordernd sein und benimmt sich wie eine Chefin. Gibt uns auch Aufgaben weiter, die eigentlich an sie herangetragen wurden. Ich habe schon einigermaßen gelernt, damit umzugehen, und mir nichts mehr gefallen zu lassen. Mein Ton wird dann auch mal rau, obwohl ich ansich Disharmonie und Streit nicht mag (wer mag das schon...) Aber sonst wird man zu ihrem Spielball.

    Wir haben diese Ungleichbehandlung bereits einmal vorsichtig bei unseren Chefs angesprochen. Allerdings wollen die davon nichts hören und behaupten noch, wir anderen drei hätten uns gegen die Sekretärin "verschworen" und man würde merken, dass wir sie nicht mögen. Ähm - haben wir dazu nicht allen Grund? Ich behandle sie trotz allem immer mit der angemessen Höflichkeit - was man von ihr nicht behaupten kann. Wen ich mag oder mit wem ich privat rede, kann man mir nicht vorschreiben.
    Ebenso habe ich schon mehrmals versucht, diplomatisch ein paar Änderungen vorzuschlagen, z.b. eine offizielle Arbeitszeitaufschreibung für alle, eine mündliche Besprechung mit allen aus der Assistenz, bevor Urlaube gebucht werden etc. Es wurde erstmal so getan, als wären das gute Ideen, aber passiert ist: nichts.

    Das Problem ist: wenn meine Chefs nichts an den Arbeitszeiten der Sekretärin ändern wollen, wenn sie ihren Urlaub immer genehmigen und auch keine offizielle Arbeitszeitaufschreibung einfordern - wie sollen wir uns dann verhalten? Letztendlich können wir das ja nicht entscheiden, denn das ist Chefsache. Aber langsam komme ich damit einfach nicht mehr zurecht, es macht mich oft so wütend, dass ich dann tagelang schlecht gelaunt in der Arbeit sitze.

    Habt ihr Tipps oder Meinungen, wie ich damit umgehen sollte?

  2. Avatar von Unendlichkeit
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    AW: Ungleichbehandlung im Team

    Was ist, wenn ihr die Arbeit der Kollegin nicht mehr übernehmt? Wenn sie nicht da ist, dann klingelt halt ihr Telefon ...
    "...es gibt höchstens hoffnungslose Menschen, aber nie hoffnungslose Situationen..."
    Sprichwort auf Oxtorne


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    AW: Ungleichbehandlung im Team

    Ihr seid genervt, verstehe ich, was könnt Ihr tun....

    folgende Idee, klärt am WE wann Ihr nächstes Jahr Urlaub machen wollt und reicht jeder einzeln per Mail beim Chef ein, bevor sie ihren Urlaub einreicht....
    klar dass Ihr Euch abgesprochen habt.

    Telefonate bis 10.30 Uhr, oups, da habt ihr wohl alle selbst gerade telefoniert, Pech aber auch

    Zusatzaufgaben, sorry, keine Kapaziät dafür vorhanden, man ist selbst voll

    Chef habt ihr versucht hat nicht geklappt, müsst Ihr leider wohl mit leben müssen dass sie Sonderrechte hat....
    Das Leben macht was es will und ich auch!


  4. Registriert seit
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    AW: Ungleichbehandlung im Team

    Habt ihr einen Betriebsrat?

    Wenn ja, würde ich vorschlagen, diesen zu kontaktieren.

    Was du schreibst, erfüllt den Tatbestand des Betruges und würde eine ausserordentliche Kündigung rechtfertigen.


  5. Registriert seit
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    AW: Ungleichbehandlung im Team

    Zitat Zitat von Wolfgang11 Beitrag anzeigen
    Habt ihr einen Betriebsrat?

    Wenn ja, würde ich vorschlagen, diesen zu kontaktieren.

    Was du schreibst, erfüllt den Tatbestand des Betruges und würde eine ausserordentliche Kündigung rechtfertigen.
    Lach, die Chefs wollen das doch gar nicht hören, die denken die jahrelange Sekretärin wird nicht gemocht, sie hat einfach einen Sonderstatus, fertig, das gibt es einfach und da muss man mit leben....

    Das interessiert keinen Menschen, man kann sie nur aushebeln indem man mit den gleichen Mitteln agiert wie sie... Subtil, lächelnd sagen, Du sorry dafür habe ich keine Zeit mehr das zu erledigen, auch nicht in den nächsten Tagen...

    Urlaub vor ihr eingereicht, sorry da hab ich schon gebucht....
    Das Leben macht was es will und ich auch!

  6. Moderation Avatar von izzie
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    AW: Ungleichbehandlung im Team

    Das hatten wir so ähnlich in einem Bereich. Wenn die direkten Vorgesetzten da nichts machen (z.B. weil nicht konfliktfähig), kannst du fast nichts machen außer der Faust in der Tasche. Die entsprechende Sekretärin hat sich Sachen rausgenommen, die mehrere fristlose Kündigungen gerechtfertigt hätten. Ein Großteil ihrer Arbeit wurde von anderen Mitarbeitern erledigt. Als sie in Rente gegangen ist, hat sie Resturlaub und jede Menge Überstunden "aus dem Hut gezaubert" und war dann ein paar Wochen früher einfach weg. Das Büro war so gut wie leer, die Festplatte des PCs gelöscht. Passwörter, Telefonkontakte, jede Menge Unterlagen einfach weg. Dazu fehlte ein Teil der EDV-Geräte inkl. Zubehör und die Kaffeekasse. Passiert ist gar nichts.
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  7. Avatar von Mambi
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    AW: Ungleichbehandlung im Team

    Wieso "müsst" ihr sie vertreten, wenn sie nicht da ist und ihr Telefon bedienen?
    Ist das eine Anweisung der Chefs?
    Falls nicht, würde ich das schon mal als erstes einstellen.
    Keine Vertretungen oder Telefondienste für sie innerhalb der Kernzeiten.
    Eigene Arbeit machen und fertig.
    Dann ist es doch eigentlich egal, was, wie und ob überhaupt jemand anderes arbeitet?
    .

    "Mein PC schreibt nur noch Großbuchstaben..." "Haben Sie die Feststelltaste gedrückt?""Nein, das hab ich ganz allein gemerkt.... !"


  8. Registriert seit
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    AW: Ungleichbehandlung im Team

    Danke für eure Antworten!

    Zitat Zitat von Unendlichkeit Beitrag anzeigen
    Was ist, wenn ihr die Arbeit der Kollegin nicht mehr übernehmt? Wenn sie nicht da ist, dann klingelt halt ihr Telefon ...
    Wieso "müsst" ihr sie vertreten, wenn sie nicht da ist und ihr Telefon bedienen?
    Ist das eine Anweisung der Chefs?
    Falls nicht, würde ich das schon mal als erstes einstellen.
    Ihr Büro ist direkt neben dem Chefbüro. Sie stellt immer automatisch zu einem von uns um, selbst wenn sie nur aufs Klo geht. Wenn wir die Umleitung jedes Mal rausnehmen würden (was auch räumlich aufwändig wäre, da anderes Stockwerk), würde das dem Chef auffallen. Denn ja, es ist eine Anweisung, dass das Telefon des Sekretariats immer besetzt sein muss . Ich weiß aber mittlerweile gar nicht mehr, ob das wirklich von den aktuellen Chefs gewünscht ist oder ob das ihre "Anweisung" ist, an die sich einfach alle halten... Weil wenn sie so etwas will, dann ist es Gesetz.

    Zusatzaufgaben, sorry, keine Kapaziät dafür vorhanden, man ist selbst voll
    So habe ich das öfter gehandhabt, um mir dann im Jahresgespräch anzuhören, dass ich bei Sonderaufgaben immer eher abweisend reagieren würde, und das wurde negativ bewertet. Dabei mache ich das nur bei Sachen, die eigentlich in den Sekretariatsbereich fallen, und die Kollegin nicht da ist oder es nicht mehr schafft, weil sie ja angeblich gar so viel zu tun hat... Ich weiß aber, weil ich mal zwei Tage bei ihr zuschauen "musste" am Anfang meiner Tätigkeit hier, dass dem gar nicht so ist.

    Habt ihr einen Betriebsrat?

    Wenn ja, würde ich vorschlagen, diesen zu kontaktieren.

    Was du schreibst, erfüllt den Tatbestand des Betruges und würde eine ausserordentliche Kündigung rechtfertigen.
    Ja, haben wir. Aber ich kann ihren "Betrug" mit der Arbeitszeit ja nicht beweisen, aber sie müsste täglich bis 20, 21 Uhr bleiben, damit sie wirklich auf ihre Überstunden käme. Habe bei den Chefs schon mal nachgefragt, ob sie nicht Überstunden für alle im Team transparent machen könnten, da mir eben bei der Kollegin aufgefallen ist, dass es viele sind - da wurde ich dann sehr unhöflich darauf aufmerksam gemacht, dass ich den Chefs ja jetzt unterstellen würden, dass sie nicht benötigte Überstunden zulassen und die Arbeitszeiten nicht im Griff hätten etc. Und das fänden sie sehr unangemessen. Sie hätten sehr wohl einen Überblick über die Stunden der Kollegen. Was soll ich da sagen? Man merkte, ich habe ins Schwarze getroffen, daher dann auch die heftige Reaktion, denke ich.
    Im Übrigen vermute ich, die Kollegin bekommt auch Überstunden für eine angebliche Bereitschaft am Wochenende, die meiner Meinung nach aber gar nicht erforderlich ist. Wie gesagt, sie ist Sekretärin, und zwar nicht einmal von einem hochrangigen Chef.

    Lach, die Chefs wollen das doch gar nicht hören, die denken die jahrelange Sekretärin wird nicht gemocht, sie hat einfach einen Sonderstatus, fertig, das gibt es einfach und da muss man mit leben....
    Ja, ich denke, genau so ist es. Habe die Situation auch schon mal beim stellvertretenden Chef angesprochen, der sie selbst eher kritisch sieht. Er hat mir im Vertrauen gesagt, die Chefs würden sich nicht "trauen" ihr Grenzen aufzuzeigen (weil sie auch teils bei den Chefs Arbeitsverweigerung betreibt), weil sie sonst total üble Laune hätte, krank machen würde und das die Situation mit ihr noch verschlimmern würde. Das ist tatsächlich ihr Argument und deshalb lassen sie ihr alles durchgehen.

    Um auch mal einen Überblick über ihre Abwesenheiten zu geben: Sie hat ungefähr 50 Tage im Jahr frei (wir 30), da eben die nicht nachvollziehbaren Überstunden. Zusätzlich ist sie mindestens einmal im Monat krank. Ich würde sagen, es läuft so auf 65 - 70 Tage Vertretung raus. Letztes Jahr hat sie sich sogar ständig Sonderurlaub genommen, weil sie ihre Mutter pflegen musste. Da hatte sie 80 Abwesenheitstage und hat von einem Tag auf den anderen Urlaub eingereicht, ohne Rücksicht auf Verluste, wenn es ihre private Situation erfordert hat.

  9. Avatar von Mambi
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    AW: Ungleichbehandlung im Team

    Die Umstellung des Telefons würde ich noch mal ansprechen.
    Vorher dokumentieren, wie oft ihr für sie innerhalb der Kernzeit ihr Telefon übernehmen müsst.
    .

    "Mein PC schreibt nur noch Großbuchstaben..." "Haben Sie die Feststelltaste gedrückt?""Nein, das hab ich ganz allein gemerkt.... !"

  10. Avatar von BlueVelvet06
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    AW: Ungleichbehandlung im Team

    Wie ist das mit der Kernzeit im Unternehmen von 9-17 Uhr? Ist das offiziell? Halten sich alle im Unternehmen daran bis auf die Sekretärin oder gibts viele Ausnahmen?

    Dokumentiert doch mal Art und Umfang der Tätigkeiten, die ihr für sie übernehmt, damit ihr eine Grundlage habt. Wenn das viel ist, würde ich es im Jahresgespräch ansprechen.
    Gute Nachricht: ich bekomme den obersten Knopf meiner Jeans wieder zu.
    Schlechte Nachricht: ich habe sie nicht an
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