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  1. Registriert seit
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    Unzufrieden & Wechsel

    Ich weiß nicht ob es klug war, aber ich hab neulich in einem Zweiergespräch meiner Chefin gesagt, dass ich unzufrieden bin mit meinem Aufgabenbereich.

    Meine Chefin ist wohl zufrieden mit mir, aber mir ist es zu wenig eigenständiges Arbeiten.

    Das war nicht immer so, anfangs konnte ich wirklich viel alleine gestalten, einbringen, etc.

    Inzwischen ist die Hierarchie anders, jemand dazwischen geschaltet und ich werde vor vollendete Tatsachen gesetzt anstatt einbezogen.

    Ich glaube, wäre es so schon immer gewesen hätte ich weniger Probleme damit als jetzt. So frage ich mich immer was ich falsch mache, bekomme aber positives Feedback. Was mich ironischerweise zermürbt.

    Ehrlich gesagt wirkt sich das bei mir auch psychosomatisch aus.

    Und noch ehrlicher, ich bin so frustriert, dass ich glaube woanders wäre ich im jetzigen Zustand ebenso ne Frustrierte.

    Sie hat allerdings gemeint es gäbe da was neues, was man aufbauen müsste, noch unbesetzt ist und ich könnte da relativ frei arbeiten.

    Das wären meine Grundbedürfnisse im Job, ich kenn mich nur nicht aus damit. Und hab Angst, ich sag ja und kanns gar nicht.

    Jetzt habe ich mit Freunden gesprochen, die sagen mir, es wäre falsch, weil nicht meine Ausbildung ubd find da ja nie was neues.

    Jetzt rede ich mir ein dass es so schlimm nicht ist, obwohl es mir morgens schlecht wird. An sich weiß ich aber, dass es ne Lösung wäre. Selbst wenn ich mich woanders umsehe, ist es meistens nichts in ner Einzelkämpferposition.

    Und wenn ich drsn denke 1,5 Jahre bis zum nächsten Job woanders, selbst wenn es scheiße werden würde, jetzt ist es doch schon blöd. Wäre ich nicht doof es wenogstens zu probieren?


  2. Registriert seit
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    AW: Unzufrieden & Wechsel

    Hallo!
    Wie sehr überschneiden sich die Tätigkeitsbereiche bzw. wie viel ist für dich neu? Was könnte schlimmstenfalls passieren, wenn du wechselst? Gibt es jemanden, an den du dich bei Unklarheiten wenden könntest? Das wären Aspekte, die für mich eine Rolle spielen würden.
    Mach vielleicht mal eine Pro- und Contra Liste für beide (!) Optionen. Ganz wichtig ist aber auch, nicht nur eine Vernunftsentscheidung zu treffen, sondern auch auf das Bauchgefühl zu hören. Also wirklich mal ein paar Minuten in Ruhe hinsetzen und sich in beide Situationen reindenken und schauen, was passiert bzw. wie sich das anfühlt.
    Du schreibst, dass deine Freunde meinen, dass es nicht deine Ausbildung ist und du nie was Neues findest? Wie kommen sie zu der Annahme? Wenn man mal was Fachfremdes gemacht hat, heißt das doch nicht zwangsläufig, dass man im ursprünglichen Beruf keine Chance mehr hat.


  3. Registriert seit
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    AW: Unzufrieden & Wechsel

    Oh Ernestae, einen Rat hab ich leider nicht wirklich, aber ich wollt' dir nur dalassen, dass ich dich so gut verstehen kann.
    Es geht mir grad ähnlich, die Entwicklung von "top Job" hin zu "würg-ächz" aufgrund ähnlicher Umstände wie bei dir hab ich grad auch durch, das ging sogar total rapide. Hätte ich nie für möglich gehalten :-( So schade :-(

    Ich drück' dir die Daumen, dass du eine gute Lösung findest!!!!

  4. Avatar von Uni-Corn
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    AW: Unzufrieden & Wechsel

    Liebe Ernestae,
    vor gut vier Jahren(kurz nach dem 50.) stand ich genauso da, Jobunzufriedenheit hoch 10. Da ich in den 30 Berufsjahren vorher mehrfach gewechselt hatte und es nach spätestens 2 Jahren öde bis unschön wurde, war mir klar, Firma wechseln reicht nicht, ich brauche etwas komplett Neues. 3 Tage später war ich an der Uni eingeschrieben und habe ein Zweistudium begonnen, welches von der Fachrichtung in etwa so weit entfernt war, wie Medizin und Fremdsprachenstuddium.

    Nun bin ich allerdings jemand, der Neues gern lernt und per se erstmal Interesse für neue Dinge hat.

    Gute vier Jahre später habe ich zu meinem alten Diplom einen BA Abschluss und zu 75% das passende Masterstudium fertig. 2018 konnte ich durch eine sehr exotische Konstellation beide Studienfächer verbinden und habe mit 53 den Branchenwechsel gewagt, es war beruflich gesehen meine beste Entscheidung ever.

    Das Echo im Bekanntenkreis war von "warum tust Du Dir das noch an?" über "Du bist verrückt" bis hin zu pessimistischem "Glaubst Du wirklich, mit Ü 50 noch ne Chance zu haben?"

    Dazu kann ich nur ergänzen, ich hatte selten vorher soviel Spaß wie mit meiner Lerngruppe, bin gerne bewusst verrückt und das mit den fehlenden Chancen, nun ja....mit dem Master kann ich noch wählerischer sortieren, falls ich denn mal wechseln möchte.....

    Nun kann Dir keiner sagen, wie Du wirklich bist? Eher in bekannten Strukturen unterwegs? Oder neugierig? Man kann fast alles lernen, wenn man sich dafür interessiert.

    Wie alt bist Du?

    VG Unicorn
    Einfach machen...wird gut

    Ich hol mir mein Spiel zurück!!!!!


  5. Registriert seit
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    AW: Unzufrieden & Wechsel

    Hey,

    ich kann dich auch sehr gut verstehen und würde dir raten es zu versuchen. Wenn du da relativ frei arbeiten kannst, ist es doch gut. Ich bin in einer ähnlichen Lage wie du und schaue was ich nun machen werde. Bin irgendwie total unschlüssig.

    @uni-corn: schöne Geschichte von dir und es zeigt mir, dass es nie zu spät ist etwas neues zu machen. Ich bin auch sehr unglücklich im Job und mit 34 bin ich nicht sicher, ob ich nochmal ein zweites Studium machen soll. Magst du verraten was du nochmal studiert hast? ich fürchte bei mir nämlich, dass ein Unternehmenswechsel keine Besserung bei mir bringt. Das wird dann wieder so lange gut gehen, bis ich alles gelernt habe und es dann doch wieder langweilig wird.


  6. Registriert seit
    11.11.2019
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    AW: Unzufrieden & Wechsel

    Erstmal vielen Dank für eure Antworten.

    Die Pro /Contra Liste habe ich eigentlich schon im Kopf:

    Pro:
    - ich hätte mehr Eigenverantwortung

    - Es gibt aber auch jemanden den ich ansprechen kann (Tochterfirma hat die gleiche Stabstelle neu eingeführt)

    - meinen künftigen Vorgesetzten kenne ich und ich kann mir vorstellen, dass er mir da auch die Eigenverantwortung lässt. Ich finde ja Vorgaben wichtig, aber die Art und Weise wie ich das Ziel erreiche, das bestimme ich gerne selbst und da ich keine direkten Kollegen hätte, wären die Wege bzgl. Absprachen eindeutiger als jetzt

    - ich würde ein Einzelbüro bekommen - jetzt 4er Büro

    - ich würde ne Fortbildung machen dürfen

    Contra:
    - Ich habe keine Ausbildung dafür (wird aber wieder zu pro: Meine Ausbildung schließt die Tätigkeit ja nicht aus - ist artverwandt und ich kann auch Tätigkeiten aus meiner Ausbildung mit einbringen, es ist nur eine andere Zielgruppe

    - es ist meine aktuelle Firma mit deren Strukturen ich unzufrieden bin (allerdings auch gut, ich muss ja Kontakte zu den verschiedenen Standorten knüpfen und ich bin ja aus meinen jetzigen Strukturen raus)

    -ich muss ne Fortbildung dafür machen (auch wieder pro ich mache eh schon viele und hab nichts dagegen)

    - ich arbeite mit den gleichen Leuten zusammen (aber wieder pro: Als Stabstelle ist es meine Aufgabe Anregungen zu geben und da ist vielleicht der Zugang ein anderer. Ich bin nicht so in der "Du machst das so, wie ich mir das vorgestellt habe, egal was du dir da beim Aufbau als du noch alleine entscheiden konntest, gedacht hast und ich hab das schon mit allen abgesprochen, auch mit deinem Team, - Zwickmühle".

    - ich hätte wahrscheinlich wenig Muße mich zeitgleich noch extrem intensiv woanders zu bewerben (andererseits wenn ich erst in 2 Jahren ne passende Stelle finde, hätte ich zumindest probiert mit meiner Unzufriedenheit aktiv umzugehen)

    Finanziell würde sich nichts ändern. Was mir aber nicht so wichtig ist. Evtl. wäre es für mich auch freizeit-technisch besser, weil ich in Ruhe arbeiten könnte und dann auch mehr Energie zuhause hätte.

    Das schlimmste, wenn es auch ein Reinfall wäre das anzunehmen?

    - Hm, da gibts nichts. Ich bin jetzt unzufrieden, in meiner aktuellen Abteilung wird sich wegen mir nichts ändern. Alle finden es super da - ich hab das Problem und daher bin ich ja mein Problem. Ich hab vieles seit einem Jahr angesprochen und so richtig nachvollziehen kann das keiner - da wird sich nichts ändern. Aber halt direkt mit den Leuten oder der zwischengeschalteten Person.

    Wenn das genauso scheiße wird, ich kann mich ja auch woanders umsehen, auch wenn das bei mir sicher länger dauert. Mein Lebenslauf ist nicht so der Burner. Das meinen auch meine Freunde und daher wird mir davon abgeraten.

    Aber es wird so oder so bei mir länger dauern was anderes zu finden. Ich werds so oder so schwerer haben als ne Person mit geradlinigen Lebenslauf oder Vitamin B.

    Ich hau damit eigentlich nichts falsches rein- ich wüsste nicht was. Wenn sie mich kündigen, weil ich es nicht kann, dann wäre es so. Vielleicht wäre das auch in Ordnung.

    Also nee, gibt nichts schlimmes.


  7. Registriert seit
    11.11.2019
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    AW: Unzufrieden & Wechsel

    Zitat Zitat von Uni-Corn Beitrag anzeigen
    Liebe Ernestae,
    vor gut vier Jahren(kurz nach dem 50.) stand ich genauso da, Jobunzufriedenheit hoch 10. Da ich in den 30 Berufsjahren vorher mehrfach gewechselt hatte und es nach spätestens 2 Jahren öde bis unschön wurde, war mir klar, Firma wechseln reicht nicht, ich brauche etwas komplett Neues. 3 Tage später war ich an der Uni eingeschrieben und habe ein Zweistudium begonnen, welches von der Fachrichtung in etwa so weit entfernt war, wie Medizin und Fremdsprachenstuddium.

    Nun bin ich allerdings jemand, der Neues gern lernt und per se erstmal Interesse für neue Dinge hat.

    Gute vier Jahre später habe ich zu meinem alten Diplom einen BA Abschluss und zu 75% das passende Masterstudium fertig. 2018 konnte ich durch eine sehr exotische Konstellation beide Studienfächer verbinden und habe mit 53 den Branchenwechsel gewagt, es war beruflich gesehen meine beste Entscheidung ever.

    Das Echo im Bekanntenkreis war von "warum tust Du Dir das noch an?" über "Du bist verrückt" bis hin zu pessimistischem "Glaubst Du wirklich, mit Ü 50 noch ne Chance zu haben?"

    Dazu kann ich nur ergänzen, ich hatte selten vorher soviel Spaß wie mit meiner Lerngruppe, bin gerne bewusst verrückt und das mit den fehlenden Chancen, nun ja....mit dem Master kann ich noch wählerischer sortieren, falls ich denn mal wechseln möchte.....

    Nun kann Dir keiner sagen, wie Du wirklich bist? Eher in bekannten Strukturen unterwegs? Oder neugierig? Man kann fast alles lernen, wenn man sich dafür interessiert.

    Wie alt bist Du?

    VG Unicorn
    Das ist ne wirklich schöne Geschichte - ich find das so toll, dass du deinen Weg gegangen bist.


  8. Registriert seit
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    AW: Unzufrieden & Wechsel

    Zitat Zitat von sunflower1976 Beitrag anzeigen
    Du schreibst, dass deine Freunde meinen, dass es nicht deine Ausbildung ist und du nie was Neues findest? Wie kommen sie zu der Annahme? Wenn man mal was Fachfremdes gemacht hat, heißt das doch nicht zwangsläufig, dass man im ursprünglichen Beruf keine Chance mehr hat.
    Ich sehe das auch so. Ich denke sie meinen das wegen meinem Lebenslauf. Aber ich hätte dann ja eigentlich ne tolle Argumentation, falls es doof wird und ich mich doch extern umsehe - will wieder zum Ursprungsberuf zurück weil mir da das und das am besten gefallen hat etc.

    Jetzt hab ich ja bereits begonnen mich umzusehen und mich auf ähnliche Stellen (wie die aktuelle ) beworben und denke mir immer schon beim Durchlesen, das wird wieder das gleiche Problem, wie jetzt. Ich mach das eher so aus Frust heraus ehrlich gesagt.

    Vielleicht tut mir was neues ganz gut.


  9. Registriert seit
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    AW: Unzufrieden & Wechsel

    Zitat Zitat von Ernestae Beitrag anzeigen
    Mein Lebenslauf ist nicht so der Burner. Das meinen auch meine Freunde und daher wird mir davon abgeraten.
    Aber es wird so oder so bei mir länger dauern was anderes zu finden. Ich werds so oder so schwerer haben als ne Person mit geradlinigen Lebenslauf oder Vitamin B.
    Vitamin B ist sehr hilfreich, klar! Aber ob ein Lebenslauf geradlinig ist oder nicht, spielt nicht immer eine so große Rolle. Es ist in der Bewerbung dann halt besonders wichtig, den Lebenslauf an die neue Tätigkeit anzupassen. Damit meine ich natürlich kein Schummeln! Aber wenn man im Lebenslauf nicht nur die jeweilige Berufsbezeichnung und den Arbeitgeber nennt, sondern jeweils zwei bis vier Hauptaufgaben/Verantwortlichkeiten, kann man da durchaus passende Schwerpunkte setzen. Im Anschreiben kann man auch sehr gut darlegen, warum man gerade wegen der fachfremden Tätigkeit für den Job geeignet ist. Daher...ein nicht-geradliniger Lebenslauf sollte nicht dazu führen, dass du weiterhin die Arbeit machen musst, mit der du unglücklich bist.

  10. Avatar von Uni-Corn
    Registriert seit
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    AW: Unzufrieden & Wechsel

    Zitat Zitat von wildflower_85 Beitrag anzeigen
    Hey,

    ich kann dich auch sehr gut verstehen und würde dir raten es zu versuchen. Wenn du da relativ frei arbeiten kannst, ist es doch gut. Ich bin in einer ähnlichen Lage wie du und schaue was ich nun machen werde. Bin irgendwie total unschlüssig.

    @uni-corn: schöne Geschichte von dir und es zeigt mir, dass es nie zu spät ist etwas neues zu machen. Ich bin auch sehr unglücklich im Job und mit 34 bin ich nicht sicher, ob ich nochmal ein zweites Studium machen soll. Magst du verraten was du nochmal studiert hast? ich fürchte bei mir nämlich, dass ein Unternehmenswechsel keine Besserung bei mir bringt. Das wird dann wieder so lange gut gehen, bis ich alles gelernt habe und es dann doch wieder langweilig wird.
    Es war bei mir keine Langeweile , die Themen waren spannend, aber das System stank quasi vom Kopf her. Da sich die Dinge, die mich störten, in den letzten Jahren extremst verschärft haben, bereue ich den Wechsel überhaupt nicht...

    Ich habe berufsbegleitend Pädagogik studiert, an der FU Hagen. Und mache dort jetzt auch einen päd.Master.
    Einfach machen...wird gut

    Ich hol mir mein Spiel zurück!!!!!

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