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  1. Registriert seit
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    nur noch unglücklich..

    Guten Morgen zusammen,

    ich möchte irgendwie gerne etwas von der Seele schreiben; Tipps sind nicht unbedingt notwendig, da die Lösung relativ klar ist.
    Vor gut einem Jahr habe ich meinen Job gewechselt; von der freien Wirtschaft in den Öffentlichen Dienst. Gehalt und flexible Arbeitszeiten sind optimal und super mit meinem nebenberuflichen Studium zu vereinbaren, keine Frage! Ich merke jedoch jeden Tag mehr und mehr, wie wenig Freude ich überhaupt habe, dort hinzugehen. Dass man mal so Tage hat, das ist mir völlig klar, ich bin nun seit 2014 voll berufstätig, habe vorher eine 3jährige Ausbildung zur Industriekauffrau gemacht, weiß also, was es heißt, zu arbeiten �� Ich arbeite auch sehr gerne und leiste gerne viel. Lieber erschöpft aus dem Büro treten, als vor Langweile die Daumen zu drehen..und so ist es leider geworden. Das Klischee, dass im ÖD eher ein gemütlicherer Umgang herrscht kommt ja nicht von irgendwo her..ich möchte so etwas aber nicht verinnerlichen und vertreten. Für mich heißt Arbeiten = Lebensunterhalt verdienen und hat einen wichtigen Stellenwert im Leben, der größtenteils auch Freude bereiten soll! Ich merke, wie ich abstumpfe, mich unterfordert fühle, langweile, kein Interesse mehr habe und mich mit allem anderen beschäftige, nur nicht mit meinem Job. Meine Leistung ist immer noch gut; meine Kollegen bremsen mich oft, weil mein Arbeitstempo wohl einfach "zu gut, zu schnell" für den ÖD ist, ohne arrogant zu klingen. Aber genau das ist NICHT mein Ziel.
    Nun ist es so, dass ich ab April 2020 meine Bachelor Arbeit schreibe, 3 Monate Dauer, dann 3 Monate Korrekturzeit...das heißt, dass die Ergebnisse frühestens im Oktober erfolgen..logische Rechnung, aber ich halte definitiv kein Jahr mehr aus! Da ich ein Freund von handfesten Sachen bin, bin ich mir unsicher, ob es sinnvoll ist, quasi ab Beginn nächsten Jahres nach etwas Neuem zu schauen...Zudem möchte ich ab Oktober noch den nebenberuflichen Master starten...also ich bin absolut wissbegierig und ein wenig karrieregeil und möchte das ausleben �� Menschen, die etwas in ihrem Leben bewegt/gerissen haben, haben bestimmt auch nicht immer auf DEN richtigen Moment (rational gesehen) gewartet...dazu habe ich zu viele Hummeln im Arsch. Dazu kommt, dass ich meine Chefin einfach nicht leiden mag und langsam aufpassen muss, dass man es nicht merkt...so etwas riechen Führungskräfte ja auch schnell.
    Zu mir und meinem bisherigen Karriereweg:
    Abitur 2010
    kaufmänn. Jahr für Abiturienten 2011
    Ausbildung zur Industriekauffrau 2011-2014
    nebenberuf. Weiterbildung zur Betriebswirtin 2015-2018
    nebenberuf. Studium General Management Bachelor 2018-2020
    Master in spe 2020-2022

    Also, dass ich nicht motiviert bin, kann mir keiner sagen.

    Hat jemand ähnliche Erfahrungen? Diese Umschwünge und Unzufriedenheiten habe ich seit ein paar Monaten..soll wohl mit Ende 20 normal sein, aber das akzeptiere ich nicht ��

    Ich habe auch Angst, mit meinem Werdegang wie "Sand am Meer" zu sein und nichts Besonderes bieten zu können...

    Danke euch schon mal für wohltuende Worte!

    Liebe Grüße

    Joss


  2. Registriert seit
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    AW: nur noch unglücklich..

    Hallo,

    mich würde zuerst einmal interessieren- würdest du denn das Studium auch so gut hinbringen, wenn du täglich 8 h voll klotzen würdest?


  3. Registriert seit
    19.11.2019
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    AW: nur noch unglücklich..

    Hallo Kenzia,

    danke für deine Rückmeldung. Mein Job vorher war extrem und viel stressiger. Aber ja, ich behaupte, dass ich es auch so gut hinbekommen würde.


  4. Registriert seit
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    AW: nur noch unglücklich..

    @Joss: ich kenne das gut, habe mal drei Jahre in einer behördenartig strukturierten Firma auf einem absoluten Öd-Job ausgehalten, um mein berufsbegleitendes Studium fertig zu machen und mich dann in Ruhe weiter zu bewerben . In diesem Job passierte einfach nichts, ich starrte im Wesentlichen eine Aktenwand an und löste im Job Aufgaben, die am ehesten mit Sudoku zu vergleichen sind - anspruchsvoll, aber völlig sinnbefreit.

    Trotzdem würde ich Dir raten, erst mal in dem Job zu bleiben und zügig das Studium fertig zu machen. Sooo lang ist das nicht mehr, die Zeit vergeht schnell.

    Ansonsten, kleine Anekdote am Rande: in dem Öd-Job habe ich mir ein paar Kenntnisse angeeignet, die mich im nächsten Job im Unternehmen dann plötzlich zumindest punktuell zum gefragten Insider machten - hätte ich vorher auch nicht gedacht. Im Nachhinein hat es also durchaus Sinn gemacht, die paar Jahre dort zu verbringen.

  5. Avatar von Sugarnova
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    AW: nur noch unglücklich..

    Es ist ein Brotjob.

    Und das Ende des Studiums wird doch anspruchsvoller, da brauchst du alle Kraft zu.

    Mir kommst du vor wie ein Athlet, der sich schon vor dem Wettkampf auspowert.

    Du kannst doch nach dem Studium die Welt erobern, warum jetzt?
    Geändert von Sugarnova (19.11.2019 um 18:15 Uhr)


  6. Registriert seit
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    AW: nur noch unglücklich..

    Je nachdem, wie das Verhältnis Stellen/Bewerber in deinem Berufsfeld ist, kann es ja auch dauern, bis man was findet.

    Sprich, auch der Bewerbungsprozess kann Zeit und Energie kosten.

    Wenn du Job + Studium + Bewerben + Leben stemmen kannst, dann mach es. Wenn nicht, mach erst mal deinen Bachelor zu Ende. Dann sieht ein potenzieller neuer Arbeitgeber auch, dass du das parallel zu deinem alten Job durchgezogen hast. Das kommt vielleicht ja sehr gut an.

    Eventuell lässt sich auch mit den Dozenten reden, um die Korrekturzeit der BA-Arbeit etwas zu verkürzen. Meine BA-Arbeit hatte nominell auch einen längeren Korrekturzeitraum (ich glaube, es waren sechs Wochen, aber sicher bin ich mir da echt nicht mehr), meine Dozentin hat sie aber schon von sich aus nach drei Wochen zurückgegeben.
    Bei meiner jetzigen Masterarbeit sind es offiziell auch sechs Wochen und es soll wohl laut Dozenten auch schon in zwei Wochen gehen.
    Kommt natürlich stark darauf an, wer da sitzt, aber so könnte man vielleicht versuchen, diese Wartezeit zu verkürzen.

  7. Avatar von --martha--
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    AW: nur noch unglücklich..

    spontan würde ich sagen: schreib Deine Bachelor Arbeit und bewirb Dich dann. Dann hast Du die Möglichkeit und die Zeit eine gute Arbeit abzuliefern und das noch ein gutes halbes Jahr. Das ist ein Ziel und eine Zeit, die auszuhalten ist - insbesondere, da Du Dich ja mit dem Abschluß auslasten kannst. Zieh Deinen Spaß und Deine Energie aus dem Studium, da kann der Job auch mal vorübergehend öde sein.


  8. Registriert seit
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    smirk AW: nur noch unglücklich..

    Liebe Joss,

    Ich kann Deinen Frust sehr verstehen. Mir geht es ähnlich. Ich bin auch in einer Behörde tätig und den Job schaffe ich mit links. Ich bin nicht ausgelastet. Hinzu kommt, dass ich meinen Kolleginnen ein Dorn im Auge bin. Da ich (wie Du auch) etwas schaffen will und gerne arbeite, während meine Kolleginnen damit zufrieden sind, eine ruhige Kugel zu schieben, können sie ziemlich biestig sein.

    Aufgrund des Gelangweiltsein habe ich auch ein Bachelor-Studium nebenbei gemacht. Ruhige Zeiten habe ich dazu benutzt, für meine Hausarbeiten bzw. Bachelor-Arbeit zu recherchieren und auch Teile dieser Arbeiten während der Arbeitszeit verfasst. Dadurch hatte ich dann freie Abende zuhause und konnte dann diese "freie Zeit" für meine Hobbies nutzen oder mich mit Freunden zu treffen. Jetzt bin ich dabei das gleiche auch für mein Masterstudium zu tun. Die "freie Arbeitszeit" wird also gut genutzt und wenn mein Masters in der Tasche ist, suche ich mir einen anderen Job.

    Wenn Du Dich jetzt schon bewirbst, musst Du erst einmal einen neuen Job lernen. Ich würde an Deiner Stelle, das Masterstudium absolvieren und Dich dann neu bewerben. Wie Martha bereits schrieb, habe ich meine Energie aus den guten Noten des Studiums gezogen, und das hat mich enorm befriedigt.

    Liebe Grüsse

    Franka


  9. Registriert seit
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    AW: nur noch unglücklich..

    Ich verstehe dich voll, aber ich würde an deiner Stelle erst einmal das Studium fertig machen. Wenn du dich jetzt bewirbst und bestenfalls eine neue Stelle bekommst, dann:
    1.) weiß du nicht wie es dort ist, evtl. ist es ähnlich
    2.) musst du dich neu einarbeiten und das kostet Energie und Kraft
    3.) weißt du nicht wie dort das Teamklima ist (falls es jetzt gut ist, ist das ein postiver Aspekt den man nicht ausser Acht lassen sollte).

    Fakt ist aber auch, dass du durch die Langeweile auch träge wirst und es dich Energie kostet. Kannst du ggf. reduzieren oder Homeoffice beantragen?

    Wie sieht es aus mit deinem Arbeitsplatz. Könntest du da private Dinge machen oder würde das bemerkt werden?


  10. Registriert seit
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    AW: nur noch unglücklich..

    Hallo Kara-Thrace,

    lieben Dank für deine Antwort! Du sprichst mir aus der Seele...aber dein Einwand ist ja korrekt. ich bin einfach zu ungeduldig, um abzuwarten, aber alles übers Knie zu brechen kann auch schlecht sein.

    LG

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