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  1. User Info Menu

    AW: Ist Arbeit nicht eigentlich verlorene Zeit?

    putulu, ich finde deinen Beitrag sehr gut ausgedrückt!

    Vielleicht ist die TE ja gerade in einer Phase in der man sich selbst und das Leben hinterfragt, aber bevor man daraus bedingt ins Handeln kommt. Sie hat ihre Ausbildung abgeschlossen und merkt nun, dass die Realität in ihrem jetztigen Job nicht dem entspricht, wohin sie sich entwickeln möchte.

    Vielleicht kommt sie durch ihre Unzufriedenheit ins handeln und nicht in die Resignation.

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    AW: Ist Arbeit nicht eigentlich verlorene Zeit?

    Mit so vielen Antworten hätte ich nicht gerechnet - erstmal danke dafür.

    Sehr interessant ist, was interpretiert wird, obwohl ich nichts dazu geschrieben habe:

    Ich schreibe übrigens von einem neu gekauften, aber gebrauchten und von behinderten Menschen aufbereiteten Laptop - mit Elektroschrott meine ich auch eher die immer kürzeren Produktlebezyklen und die Vielfalt. Auch mein Handy, meine Möbel, meine Spülmaschine und meine Kleidung sind größtenteils gebraucht gekauft.

    Und privat mache ich schon jetzt gern bei Umweltschutzprojekten im Rahmen von Bürgerwissenschaften mit.

    Und ja mir ist bewusst, dass jedes System, egal ob Ehrenamt oder nicht, meistens mit dem Machtding und den Spielen funktioniert.

    Daher werde ich sicher auch mit dem Abschluss umweltrelevanter Studiengänge gar nicht so glücklich, wie am Anfang es erscheint. Im Fernstudium befasse ich mich allerdings bereits damit - siehe MOOC'.s

    Es handelt sich auch hier um eine philosophische Frage. Es geht gar nicht darum, dass ich jetzt einen besseren/tollen Job finde. Vielleicht ist ein Wechsel aber tatsächlich hilfreich, um aus dem Schienendenken herauszukommen, das man sich nach einer Weile aneignet. Oder ein Einstellungswechsel.

    Ich arbeite auch jetzt bereits in einem sozialen Unternehmen - ich finds aber außer direkt am Menschen, nicht wirklich sozial. Und auch nicht alles direkt am Menschen ist sozial.

    Ich habe mich mit der Frage schon oft und lange beschäftigt. Und ja eure Ideen und Ratschläge sind gut. Aber trotzdem denke ich, dass auch woanders die Sinnfrage kommt. Ist es nicht auch so, dass Arbeit viel zerstört, indem sie schafft? Aber für uns ist das so normal geworden, dass ein reines in Frage stellen oft mit Verbesserungsvorschlägen, Vorwürfen oder anderen Reaktionen endet.

    Eigentlich ist ja die Technik soweit, dass wir alle weniger arbeiten könnten, nicht alle, aber viele, trotzdem machen wir das kaum.

    Ich habe hier auch gefragt, wie ihr das seht? Ihr seid hier hauptsächlich auf mich eingegangen. Einige haben es ja schon geschrieben, wie es bei ihnen ist.

    Findet ihr eure Arbeit wirklich wichtig? Was macht ihr? Und glaubt ihr, dass es einen Unterschied machen würde, wenn ihr wegfallen würdet und die Position auch nicht ersetzt wird?
    Geändert von Ernestae (17.11.2019 um 13:17 Uhr)

  3. Inaktiver User

    AW: Ist Arbeit nicht eigentlich verlorene Zeit?

    Daher werde ich sicher auch bei umweltrelevanten Studiengängen gar nicht so glücklich, wie am Anfang es erscheint.
    Das meinte ich mit meiner Aussage nicht, sondern ich zielte darauf ab, dass du, um deine Leidenschaft - die ich übrigens toll finde - und dein "Herzensanliegen" quasi in Einklang zu bringen mit deinem Brotjob, also deine Leidenschaft zum Beruf zu machen, ein formales Rüstzeug brauchst in Form der entsprechenden Aus- oder Weiterbildung, um überhaupt die Möglichkeit zu haben, an diese Jobs zu kommen.

    Um deine letzte Frage zu beantworten, ob ich meine Arbeit wirklich wichtig finde … kommt drauf an. Ich hatte schon mehrere Jobs in unterschiedlichen Bereichen. In allen Jobs gab es Dinge, die nervig, unnötig, unwichtig waren, und andere, die überaus wichtig waren. Es ging da auch schon um ganz konkrete Menschenleben. Oder um den Einsatz von Menschenrechtsbeobachtern in Konfliktregionen. Damit diese Beobachter überhaupt ausgebildet und vor Ort tätig sein können, sind im Hintergrund viele Tätigkeiten nötig, die als solche, nur für sich alleine betrachtet, unnötig und zweckfrei wirken (der ganze Admin-Kram halt), in einem System bzw. Arbeitsumfeld, indem, ja, durchaus auch Hierarchien, Ellbögeleien, Machtkämpfte und all der ganze Mist stattfinden, die auch mich im Arbeitsleben durchaus stören.
    Hätte man, nur weil das Drumherum suboptimal läuft und auch Teil des Jobs ist, darauf verzichten sollen, Leute in Konfliktregionen zu schicken, die die Einhaltung der Menschenrechte überwachen?

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    AW: Ist Arbeit nicht eigentlich verlorene Zeit?

    Zitat Zitat von Ernestae Beitrag anzeigen
    Aber trotzdem denke ich, dass auch woanders die Sinnfrage kommt. Ist es nicht auch so, dass Arbeit viel zerstört, indem sie schafft? Aber für uns ist das so normal geworden, dass ein reines in Frage stellen oft mit Verbesserungsvorschlägen, Vorwürfen oder anderen Reaktionen endet.

    Eigentlich ist ja die Technik soweit, dass wir alle weniger arbeiten könnten, nicht alle, aber viele, trotzdem machen wir das kaum.
    Interessante Fragestellung. Wie wäre die Alternative zum jetzigen System. Denkst du Richtung bedingungsloses Grundeinkommen?

    Weniger Arbeiten würde ich natürlich gerne. Aber ich wäre derzeit nicht bereit, meinen Lebensstandard dem geringeren Verdienst anzupassen. Hauptsächlich in eine kleinere Wohnug würde ich schon sehr gerne ziehen, würde mir absolut Spaß machen und reichen. Aber aufgrund meiner derzeitigen Lebensumstände bin ich ein wenig an meine jetzige Wohnung gebunden.

    Meine Arbeit ist genauso wichtig wie die Arbeit jedes anderen kleinen Rädchens in meinem Unternehmen. Und grundsätzlich finde ich das Ziel meines Unternehmens absolut sinnvoll, wenn auch alles einen etwas elitär akademischen Habitus hat, was manchmal nervt. Für die Position müsste sicher jemand anderes eingestellt werden, wenn ich nicht mehr die Funktion inne habe.

  5. Inaktiver User

    AW: Ist Arbeit nicht eigentlich verlorene Zeit?

    Zitat Zitat von Ernestae Beitrag anzeigen

    Findet ihr eure Arbeit wirklich wichtig? Was macht ihr? Und glaubt ihr, dass es einen Unterschied machen würde, wenn ihr wegfallen würdet und die Position auch nicht ersetzt wird?
    ich finde meine arbeit als wichtig. innerhalb der versorgung von kranken und gesunden menschen im krankenhaus. wenn ich wegfalle- kommen andere. die position kann nicht wegfallen. sie ist wichtig, nötig und auch wenn es manchmal anstrengend ist- es macht durchaus für die patienten einen unterschied.

    sinnvoll und nötig ------------------------- ja . das ist und das bleibt es auch.

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    AW: Ist Arbeit nicht eigentlich verlorene Zeit?

    Findet ihr eure Arbeit wirklich wichtig? Was macht ihr?
    ich würde mal steif und fest behaupten, das ich was wirklich überflüssiges mache, was den "nutzen an sich" angeht, aber! etlichen damit freude mache (oder auch nicht, je nach betrachtungswinkel). nagut der nutzen währe erhalt von unternehmen, arbeitsplätzen und steuerzahlern in deutschland.

  7. Inaktiver User

    AW: Ist Arbeit nicht eigentlich verlorene Zeit?

    Zitat Zitat von Ernestae Beitrag anzeigen
    Es handelt sich auch hier um eine philosophische Frage.
    [...]
    Aber trotzdem denke ich, dass auch woanders die Sinnfrage kommt. Ist es nicht auch so, dass Arbeit viel zerstört, indem sie schafft? Aber für uns ist das so normal geworden, dass ein reines in Frage stellen oft mit Verbesserungsvorschlägen, Vorwürfen oder anderen Reaktionen endet.
    [...]
    Findet ihr eure Arbeit wirklich wichtig? Was macht ihr? Und glaubt ihr, dass es einen Unterschied machen würde, wenn ihr wegfallen würdet und die Position auch nicht ersetzt wird?
    Deine Grundfrage finde ich gut und wichtig.

    Zu Deiner Frage, ob ich meine Arbeit für wichtig halte:
    Ich manage IT-Projekte. Damit trage ich dazu bei, dass Firmenkunden ihre Abläufe rationalisieren, also Personal einsparen, schneller Daten auswerten können, usw.
    Arbeitsplätze fallen dadurch auf der einen Seite weg, auf der anderen Seite werden wohl auch wieder neue geschaffen, da die Firmenkunden die Ersparnisse ja wieder investieren. Das ist wohl ein Nullsummenspiel.
    Und ich trage dazu bei, den Firmeninhabern, also auch jedem Einzelnen Privatmenschen, der Aktien hält, Geld in die Taschen zu spülen.
    Würde meine Position ersatzlos wegfallen, würde etwas weniger Geld fließen.
    Daraus könnte man sicherlich einen Sinn konstruieren. Ich persönlich tue mich schwer damit, ihn zu sehen.

    Nur ist das halt die Art Job, die ich bekomme.
    Einen Branchenwechsel habe ich mehrmals erfolglos versucht.
    Und da ich für meinen Lebensunterhalt ein Gehalt brauche, mache ich eben das, wofür ich eines bekomme.

    Meine Kompensationsmöglichkeiten:
    Arbeitszeitreduktion, Sinn-Inhalte auf die Freizeit verlagern, Positives an der Arbeit identifizieren und ausbauen (z.B. Lernmöglichkeiten ausschöpfen, Einflussnahme auf Arbeitsinhalte soweit möglich)

    Noch ein Aspekt: Du und andere erwähnten zwischenmenschliche Nervereien, etc. Da bin ich (Ü50) mit den Jahren unempfindlicher geworden. Aber bei einer anderen Sache werde ich leider immer empfindlicher und intoleranter: Wenn ich gezwungen bin, mit schlechten Tools zu arbeiten, also mit Software, die nicht richtig ausgereift ist, Telco-Software, die immer abstürzt, aufgeblähten Excels, Windows-Upgrades, die zum falschen Zeitpunkt kommen und mir den Rechner für Stunden lahmlegen, oder wenn mein User aus unerklärlichen Gründen auf einmal in Quarantäne ist, etc., etc.
    Da sinkt meine Geduldsschwelle kontinuierlich. Kennt Ihr das auch?

  8. Inaktiver User

    AW: Ist Arbeit nicht eigentlich verlorene Zeit?

    Vielleicht ist die Frage auch falsch gestellt. Vielleicht ist "Lebenszeit" einfach nur gelebte Zeit. Es geht nicht darum, dass man die ganze Zeit glücklich ist. Auch nicht darum, dass irgendetwas Sinn macht oder erfüllt.

    Ich bin kein Freund des Satzes "Leben ist Leiden". Aber Leben ist eben auch nicht dauerhaft Spaß, Erfüllung oder Zufriedenheit. Leben ist Leben, und zum Leben gehören langweilige und überflüssige Aufgaben genauso dazu wie Freude, Krankheit, Zweifel, Essen und Schlaf. Nichts davon ist verloren, sondern alles zusammen addiert sich zu einem Leben.

    Mein Job hat für mich den Sinn, dass er mir und meiner Familie ein halbwegs gutes Leben sichert, und für meinen Arbeitgeber hat er den Sinn, dass gewisse Aufgaben erfüllt werden, die den Unternehmenserfolg unterstützen. Das reicht doch schon. Wenn ich dabei gelegentlich Spaß habe oder dazu beitrage, dass anderer Leute Leben ein bisschen besser funktioniert, prima. Wenn nicht, dann bin ich immerhin froh, dass der Arbeitstag irgendwann vorbei ist.

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    AW: Ist Arbeit nicht eigentlich verlorene Zeit?

    Zitat Zitat von Ernestae Beitrag anzeigen
    Ich habe mich mit der Frage schon oft und lange beschäftigt. Und ja eure Ideen und Ratschläge sind gut. Aber trotzdem denke ich, dass auch woanders die Sinnfrage kommt. Ist es nicht auch so, dass Arbeit viel zerstört, indem sie schafft? Aber für uns ist das so normal geworden, dass ein reines in Frage stellen oft mit Verbesserungsvorschlägen, Vorwürfen oder anderen Reaktionen endet.
    Den wechsel von zerstörung und aufbau sehe ich als natürliches, notwendiges prinzip.
    Es gilt in allen bereichen, nicht nur der arbeitswelt, oft überlappend.
    Ich verstand es so, als würdest Du nur den ökologischen aspekt meinen. Das ist imho zu kurz gedacht.
    Eigentlich ist ja die Technik soweit, dass wir alle weniger arbeiten könnten, nicht alle, aber viele, trotzdem machen wir das kaum.
    Nicht wir alle, auch nicht viele, sondern bestimmte berufssparten.
    Die Technik mag soweit sein, aber die gehälter nicht. Wie viele könnten ihre arbeitszeit so reduzieren, dass sie trotzdem noch ausreichend fürs leben haben? Und nein, damit meine ich einen angenehmen lebensstandard, nicht das reine überleben.
    Für mich liest sich diese sichtweise wie die einer sehr kleinen, privilegierten gesellschaftsschicht.
    Oder forderst Du gleichzeitig das bedingslose grundeinkommen?
    Findet ihr eure Arbeit wirklich wichtig? Was macht ihr? Und glaubt ihr, dass es einen Unterschied machen würde, wenn ihr wegfallen würdet und die Position auch nicht ersetzt wird?
    Nein, meine jetzige arbeit ist nicht wichtig. Wäre besser, wenn sie überhaupt nicht benötigt würde.
    Würde ich ersatzlos wegfallen, hätte das vermutlich bemerkbare auswirkungen auch ausserhalb des beruflichen umfelds.
    Es kommt nicht darauf an, was ich mache. Im laufe der zeit habe ich schon viel verschiedenes gemacht. Wichtig war immer nur, wie ich es mache.
    nichts ist wie es scheint

  10. Inaktiver User

    AW: Ist Arbeit nicht eigentlich verlorene Zeit?

    Gesellschaftlich können total überflüssige Arbeiten sehr sinnvoll sein. Der Bau der Pyramiden zum Beispiel. War das sinnvoll oder "verlorene Lebenszeit"? Wer will das entscheiden?

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