Naja, fremdbestimmt (wenn auch von meinem Organimus) ist die Tatsache, dass ich kochen und waschen muss und die Wohnung in einem halbwegs bewohnbaren Zustand halten. Ich hätte gerne eine Wirtschafterin, einen Koch und einen Butler, nur den Garten mach ich gerne selber. Operieren mag ich mich auch nicht selber und auch keine Wurzelbehadlung machen,
Es gab eine Zeit, in der ging mein Arbeitseinkommen so ziemlich für Dienstleistungen drauf, umgekehrt war ja lange ein Familienmodell. Hat aber auch Nachteile. Irgendwas is immer
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Ergebnis 11 bis 20 von 208
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17.11.2019, 11:48
AW: Ist Arbeit nicht eigentlich verlorene Zeit?
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17.11.2019, 12:01Inaktiver User
AW: Ist Arbeit nicht eigentlich verlorene Zeit?
Ich greife mir jetzt mal diese beiden Punkte heraus, weil die mir besonders ins Auge gestochen sind:
Du schreibst, du magst keine "Machtspielchen und Kommunikationsprobleme" und die würden dich an deinem jetzigen Arbeitsplatz stören.
Gleichzeitig möchtest du dich in deiner Freizeit für den Umweltschutz engagieren.
Dass dich dieses Thema interessiert, ist doch super! Allerdings sind auch viele ehrenamtliche Gruppen nicht frei von Machtspielchen und Kommunikationsproblemen, zumindest habe ich das gelegentlich miterleben dürfen. Damit will ich jetzt um Gottes Willen nicht das Ehrenamt an sich schlechtreden und auch nicht sagen, dass man an einem Arbeitsplatz bleiben MUSS, wenn man das Klima dort nicht aushält, aber nur darauf hinweisen, dass diese Dinge einem überall begegnen können.
Ob wir ständig die neueste Kleidung etc. brauchen, ist natürlich eine Frage, die man sich stellen kann, aber hier kann man als Einzelner erst einmal nicht viel tun, außer eben nicht immer die neueste Kleidung zu kaufen.
Nur, selbst wenn man Luxusgüter etc, abzieht - die allermeisten Menschen müssen halt von irgendetwas leben, um Miete, Strom, Essen (und ja, auch Kleidung) zu bezahlen und das finanziert sich dann eben durch Arbeit.
Vielleicht kannst du ja versuchen, eine Liste zu machen, WAS genau dich an deinem Arbeitsplatz stört und was ein neuer Arbeitsplatz für dich "bieten" müsste.
Das klingt natürlich einfacher gesagt als getan, weil sich Arbeitgeber ja nicht um DICH bewerben, aber es könnte dir vielleicht Klarheit verschaffen.
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17.11.2019, 12:03
AW: Ist Arbeit nicht eigentlich verlorene Zeit?
Ich stimme dir zu, dass wir so viel Krams, wie wir kaufen, haben und verbrauchen, nicht brauchen. Aber von Luft und Liebe leben wir halt auch nicht, und auf so manche Annehmlichkeit wollen wir ja auch nicht verzichten.
Hier haben manche den Hinweis gegeben, dass du dir eine Stelle suchen solltest, die besser zu dir passt.
Es gibt noch einen anderen Hebel, wo du etwas verändern kannst, zumindest für die Umwelt: Dein Konsumverhalten.
Du kannst weniger kaufen, aber dafür verantwortungsvoll, d.h. umweltfreundlicher und fair hergestellt. Diese Dinge haben einen höheren (aber meist ehrlicheren) Preis.
Damit unterstützt du andere Ansätze, wie Wirtschaft funktionieren kann.
Klar menschelt es in solchen Betrieben auch, aber es unterstützt doch gute Ansätze.
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17.11.2019, 12:03Inaktiver User
AW: Ist Arbeit nicht eigentlich verlorene Zeit?
...wofür man aber, um längerfristig erfolgreich zu sein (damit meine ich nicht: reich werden, sondern: genug, damit es zum Leben reicht), einiges braucht von dem, was wir "eigentlich" nicht brauchen: Kenntnisse in Finanzbuchhaltung und in PR etwa, Elektroschrott für die Kundengewinnung und -Betreuung und die Dienstleistungskanäle.oder du machst dich selbstständig.
Bitte nicht falsch verstehen, ich teile gewisse Grundaussagen - nämlich, dass zu viel Zeit, Ressourcen und Energie für unnötiges Zeug drauf geht (wobei die Diskussion bereits bei der Definition von "unnötig" anfängt) und viele konkrete Arbeitsstellen wenig sinnstiftend sind. Und auch, dass es erstrebenswert ist, sich für etwas einzusetzen, was einem wichtig ist.
Bloss … endet mein Verständnis, wenn das nur gesagt aber nicht selber umgesetzt wird. Und wenn allgemein auf "Arbeit" herabgeblickt wird, ohne zu differenzieren.
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17.11.2019, 12:06
AW: Ist Arbeit nicht eigentlich verlorene Zeit?
Nun hoffe ich, dass du für deinen eigenen Lebensstil "brennst". In dem Fall ist die Arbeit ohne Lohn die du in dein Wohlbefinden steckst zu deiner eigenen Freude. Es zwingt dich kein anderer zu kochen, putzen oder waschen und egal ob du das für dich tust oder nicht nimmst du nicht mehr oder weniger Lebensunterhalt ein.
Geändert von freilebig (17.11.2019 um 12:12 Uhr)
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17.11.2019, 12:07Inaktiver User
AW: Ist Arbeit nicht eigentlich verlorene Zeit?
dann suche dir eine arbeit die sinnvoll ist. wie zum beispiel: pflege, bedürftige, kinder-----------
direkt am menschen.
du gehst vielleicht platt wie eine briefmarke morgens um 6.15 uhr aus dem nachtdienst- aber du hast sinnvolles getan, am menschen.
kann ich nur empfehlen. erweitert den denkradius in richtung: was tue ich eigentlich und welchen stellenwert hat gesundheit in meiner werte-skala.
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17.11.2019, 12:11
AW: Ist Arbeit nicht eigentlich verlorene Zeit?
Der Antwort von Marta-Agata ist mMn nicht viel hinzuzufügen

Darüber hinaus finde ich es toll, dass sich die TE Gedanken macht und anscheinend eine sozialverantwortlichen Arbeitsinhalt bevorzugt und für sie auch ein gutes zwischenmenschliches Miteinander von hoher Bedeutung ist.
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17.11.2019, 12:12
AW: Ist Arbeit nicht eigentlich verlorene Zeit?
wenn du phsychisch robust und nervenstark bist gegenüber jobcenter(schikanen), resistent und raffiniert gegen deren jobangebote "vorgehst" und wenig materielles zum leben brauchst, kannste ja heutzutage in d immer noch ohne arbeit oder bezahlte tätigkeit dein leben bestreiten - stichwort hartz iv. da gabs ja vor kurzem sogar ein urteil, das dir hartz iv nicht mehr bis 0 euro gekürzt werden darf. foren mit entsprechender "beratung" gibts auch. alternative reichen partner suchen, mal den stammbaum durchforsten obs nicht irgendwo noch alte reiche erbverwandschaft gibt. "irgendwas" musste ja meist tun, um deine semmeln zu bezahlen.....
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17.11.2019, 12:16Inaktiver User
AW: Ist Arbeit nicht eigentlich verlorene Zeit?
Jep …. und DIE arbeiten auch alle völlig selbstbestimmt, freiwillig und leidenschaftlich a) in genau diesen Berufen und b) auf genau diesem Job.Ich hätte gerne eine Wirtschafterin, einen Koch und einen Butler,
(Achtung, obiger Satz könnte Spuren von Ironie enthalten)
Blila, damit will ich nicht dich kritisieren. Keineswegs! Sondern meine Aussage richtet sich an die TE: wenn jedes Individuum nur noch tut, was für genau dieses Individuum sinnstiftend ist, und uns "nobel" um all die anderen Tätigkeiten drücken, die wir als sinnlos, zweckfrei, unnötig definieren, brauchen wir irgendwelche armen Teufel, die sich diesen Luxus nicht erlauben können und all das erledigen müssen.
Denn längst nicht alles, was wir als sinnfrei, zwecklos und unnütz definieren, ist verzichtbar.
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17.11.2019, 12:25Inaktiver User
AW: Ist Arbeit nicht eigentlich verlorene Zeit?
Vielleicht bist du nicht in einer Weise an das Ganze herangegangen, die für dich gut wäre.
Dass die Dinge sind, wie sie sind, ist ja nicht etwas, was über Nacht über uns hereingebrochen ist.
Man hat viele Jahre lang Zeit, sich angesichts dieser tatsächlich, wie auch ich finde, misslichen Lage zu überlegen, wie man das Beste für sich machen kann.
Man kann sich also z. B. überlegen, welche Tätigkeitsfelder einem gefallen würden und dann eine entsprechende Ausbildung anstreben.
Da du studiert hast, scheint ja das für dich eine realistische Möglichkeit gewesen zu sein.
Warum das so nicht gekommen ist, kannst nur du beantworten.
Du bist aber noch jung. Es ist besser, jetzt in eine Art Sinnkrise zu geraten als 20 Jahre später.
Deine Kritik ist zu pauschal. Was ist viel? Klar, es muss nicht immer das allerneueste Handy sein, der Super-Fenseher etc..
Aber einen PC oder Tablet oder Handy ist doch auch was Praktisches.. Bücher, gedruckte oder elektronisch, sind auch nützlich und die wachsen nicht auf Bäumen.
Aber es passt irgendwie doch zusammen: Deine Art, wie du das Ganze schilderst, hinterlässt bei mir den Eindruck, dass der Schwachpunkt Verantwortung ist, d.h. mangelnde Übernahme von Verantwortung für sein eigenes Leben.
Für mich handelt nämlich ein erwachsener Mensch nicht alleine dadurch verantwortlich für sich selbst, indem er sich seinen Lebensunterhalt verdient und sich Gedanken über die Umwelt macht, sondern erst dann, wenn er versucht in dieser Welt, die nun einmal ist, wie sie ist, sich selbst gegenüber ehrlich und offen ist, die Welt sieht, wie sie ist und nach einer Antwort auf die Frage sucht, wie man selbst in dieser Welt leben will und auch dafür entsprechend was tut.
Kritisieren alleine kann aber eher Zeugnis von mangelnder Übernahme von Verantwortung sein und von einer Art Flucht.


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