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  1. Avatar von Antje3
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    AW: Wieviele Überstunden sind sinnvoll?

    Ich verweise mal auf einen gerade veröffentlichten Artikel:

    https://www.spiegel.de/karriere/japan-microsoft-fuehrt-vier-tage-woche-ein-a-1294750.html
    "Microsoft hat seinen Mitarbeitern Freizeit verordnet - und damit einen unerwarteten Erfolg gelandet. Nur noch vier Tage die Woche arbeiteten die 2300 Angestellten an den japanischen Standorten des Unternehmens im August dieses Jahres, dann hatten sie drei Tage Wochenende. Ihr Gehalt veränderte sich nicht.


    Nach einem Monat wertete Microsoft aus, wie sich das auf die Produktivität auswirkte. Und stellte fest: Die erbrachte Leistung pro Mitarbeiter steigerte sich im Versuchszeitraum um knapp 40 Prozent, wie das Unternehmen auf seiner japanischen Webseite mitteilte. Als Vergleich dienten Werte aus dem August 2018. Wie genau das Unternehmen die Produktivität misst, geht aus dem Schreiben nicht hervor.................
    Warum gerade Japan?Japanische Arbeitnehmer machen im internationalen Vergleich mit die meisten Überstunden, auch weil ungeschriebene Gesetze den Arbeitsalltag bestimmen: Üblich ist etwa, vor dem Chef zur Arbeit zu kommen - und erst nach ihm wieder zu gehen. Auch deshalb ist es interessant, dass Microsoft ausgerechnet Japan als Versuchsort auswählte."

    Manche Überstunde wird nicht geleistet, weil Arbeit da ist, sondern weil man was zeigen will. Und dann wird der Stuhl warmgesessen.
    Wer glaubt, daß Abteilungsleiter Abteilungen leiten, glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten..

  2. Avatar von Antje3
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    AW: Wieviele Überstunden sind sinnvoll?

    Die meisten Dissertationen sind aufgeblähte Texte zu Themen, die wissenschaftlich Null und gar keinen Erkenntnisgewinn bringen. (Mein Zahnarzt hatte selbst gesagt - er wollte den Dr. vorm Namen - das war die Zeit, in der man ohne Dr-Titel nicht als Arzt wahrgenommen wurde - er hat dann was über Sichelzellenanämie geschrieben - laut eigener Aussage eine reine Fleißarbeit, ohne die die Welt auch sehr gut ausgekommen wäre).

    Und wenn man so sieht, mit was für Themen Politiker mit ihren Doktorarbeiten im Vroni-Plag landen - nicht ohne Grund haben die so eklatante Zitierfehler - weil mehr zitiert als selbst erarbeitet wird. Man darf vermutlich die Zahl der da entdeckten durchaus hochrechnen auf die generelle Zahl an Dissertationen - da kommt es nur nicht auf - weil wer liest die Dinger schon jemals wieder.
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  3. Registriert seit
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    AW: Wieviele Überstunden sind sinnvoll?

    @Antje: ja, klar. Irgendwie haben die alle nicht kapiert, dass sich die Arbeit ganz von allein macht, und jeder, der noch nicht in die Null-Tage-Woche eingetreten ist, macht grundsätzlich was falsch. Ironiemodus off.
    "Battlestar Galactica: The Eye of Jupiter (#3.11)" (2006)
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    Major Lee 'Apollo' Adama: Do you make any other kind?

    Life should not be a journey to the grave with the intention of arriving safely in a well preserved body, but rather to skid in broadside, totally worn out, and loudly proclaiming "Wow!" (Hunter S. Thompson)

  4. Avatar von Tirili
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    AW: Wieviele Überstunden sind sinnvoll?

    Hast du den Artikel gelesen? Da steht doch ganz klar, dass die vielen Überstunden vor allem wegen eines gewissen Verhaltenskodex geleistet wurden, nicht, weil so viel Arbeit anfiel.

  5. Avatar von Ullalla
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    AW: Wieviele Überstunden sind sinnvoll?

    Zitat Zitat von Kara_Thrace Beitrag anzeigen
    @Antje: ja, klar. Irgendwie haben die alle nicht kapiert, dass sich die Arbeit ganz von allein macht, und jeder, der noch nicht in die Null-Tage-Woche eingetreten ist, macht grundsätzlich was falsch. Ironiemodus off.
    Reagierst Du so empfindlich, weil Du Überstunden noch und nöcher für ein Statussymbol hälst (abgesehen vom finanziellen Nutzen)?
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  6. Avatar von Antje3
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    AW: Wieviele Überstunden sind sinnvoll?

    @ Kara: Wo habe ich was von Null-Tage Woche gesagt? Was Microsoft in Japan probiert hat, ist deren Experiment - letztlich sicher auch um die dortige Kultur der ausufernden gesundheitsschädlichen Überstunden einzudämmen - die letztlich keinem was bringen.

    Ich sehe aber tatsächlich nicht ein, ohne Not Stunden um Stunden kostenlos (weil weder angeordnet, noch bezahlt) zu leisten. Entweder, es ist wirklich soviel Arbeit da, dann muß ein weiterer Mitarbeiter eingestellt werden. Oder aber es ist eben eigentlich keine Arbeit da und die Stunden werden nur gemacht, um zu zeigen, daß man allzeit bereit ist.

    Ich mache Überstunden, wenn bei einem Projekt ein Notfall ist. Wenn eine kurzfristige Sache brennt und Termin hat. Wenn ein Kollege ausfällt. Wir halten bei uns alle zusammen und alle setzen alles drein, um Dinge zu einem guten Ergebnis zu bringen. Aber dann muß man auch wieder Phasen haben, wo das abgebaut wird. Wenn immer nur Mehr Mehr Mehr subtil eingefordert wird, ist das kein gesundes Arbeitsumfeld.

    Und ich bin wirklich lange genug im Berufsleben, um das beurteilen zu können - und ich habe durchaus solche ungesunden Arbeitsverhältnisse sehen dürfen.
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  7. Avatar von Ullalla
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    AW: Wieviele Überstunden sind sinnvoll?

    Zitat Zitat von Kara_Thrace Beitrag anzeigen
    [...]
    Punkt zwei: als Newbie wirst du für manche Sachen länger brauchen. Da darf man dann schon die Erwartungshaltung haben, dass du dann nach Hause gehst, wenn das für den Tag vorgesehene Ziel erreicht ist, und nicht dann, wenn es siebzehn Uhr geschlagen hat. [...]
    Wenn ich einen "Newbie" einstelle und einarbeite, dann sagt mir der gesunde Menschenverstand und die Erfahrung, dass selbiger zu Beginn des Beschäftigungsverhältnisses für manche Sachen länger brauchen wird. Also wird die Arbeit entsprechend zugeteilt und entsprechend der Fortschritte im Umfang gesteigert, bis der neue Mitarbeiter das gewünschte Level erreicht hat. Überstunden sind da nicht nötig.
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  8. Registriert seit
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    AW: Wieviele Ãœberstunden sind sinnvoll?

    So ähnliche Geschichten wie im von Antje verlinkten Artikel habe ich über Südkorea auch gehört. Und auch, dass die Leute dort häufig Urlaubstage (sowieso weniger als in D) einfach nicht nehmen, um ihren Fleiß zu zeigen. Aber das sind nur Erzählungen, ich war noch nie dort, geschweige denn habe ich dort gearbeitet, also kann ich dazu aus eigener Erfahrung nichts sagen :D

    Aber es hatte doch mal eine Agentur Schlagzeilen damit gemacht, dass sie einen Fünf-Stunden-Tag eingeführt hatte...
    Ah ja, hier: Arbeitszeit: "Wir sollten uns fragen: Wo konnen wir uberall Zeit sparen?" | ZEIT Arbeit

    In Schweden hat man versucht, einen 6-Stunden-Tag probeweise zu testen. War wohl ziemlich teuer: Arbeitszeit in Schweden: Sechs-Stunden-Tag mit wenig Erfolg

    Wobei das Projekt in einem Seniorenheim lief, das kann man wahrscheinlich auch nicht mit dieser Agentur vergleichen. Wenn die Pfleger nach 6 Stunden gehen, sind die Senioren ja trotzdem noch da und müssen betreut werden. Dass man dafür dann mehr Leute anstellen muss und höhere Lohnkosten hat, ist ja klar.

    Solche Modelle werden sich nie auf alle Berufsfelder übertragen lassen können.


  9. Registriert seit
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    AW: Wieviele Überstunden sind sinnvoll?

    Also ganz grundsätzlich finde ich weder die Diskussion über die Maximierung der Arbeitszeit (70h+-Woche als Standard) als auch um die Minimierung der Arbeitszeit („wir arbeiten nur noch vier Tage statt fünf und kriegen viiiiel mehr hin als in fünf Tagen“) besonders zielführend . In einzelnen Positionen und Jobs mag das gut und richtig sein. Am Ende muss aber immer einer die Arbeit machen, und nicht jeder Job ist gleich.

    Aber es ist ja jeder frei darin, sich das Biotop zu suchen, in dem es einen am besten gefällt. Das sollte auch die TE Saetien jetzt nicht so schwer finden. Hat sie ja auch nicht, denn sie hat ja auch schnell was anderes gefunden.

  10. Avatar von Carolly
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    AW: Wieviele Ãœberstunden sind sinnvoll?

    Ich frage bei Vorstellungsgespraechen immer wie die Work/Life-Balance aussieht. Das finde ich eine legitime Frage da man einen Lohn aushandelt, welcher auf die tatsaechlichen Stunden gerechnet schon sehr anders aussehen kann. Im Allgemeinen mache ich keine Ueberstunden. Natuerlich kommt sowas immer mal vor, aber dann gehe ich ein anderes Mal etwas eher nach Hause. In den letzten Jahren haben sich sowieso die wissenschaftlichen Studien gehaeuft welche feststellten dass Menschen die weniger arbeiten viel produktiver sind als jene die Vollzeit arbeiten oder noch Ueberstunden machen.

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