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  1. Registriert seit
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    AW: Argumente FÜRS Arbeiten

    Hallo Musicduck,

    ich arbeite i. w. aus zwei Gründen.

    1. Respekt für die Solidargemeinschaft - eine Mischung aus Gerechtigkeitssinn (wenn ich arbeiten kann, sollte ich das auch) und der Beobachtung, dass einem die unberechtigte Inanspruchnahme böse auf die Füße fallen kann. Der ARGE-Computer vergisst nur wenig.

    2. Angst. Keinen Anschluss im Job mehr zu finden und meine Kinder noch mehr Einschränkungen auszusetzen, als wir ohnehin schon haben. (Ich bin alleinerziehend in Teilzeit - mein Gehalt reicht nicht weiter als zum Leben und für ein paar Extras.)

    Argumentationen in Richtung "Sinnstiftung" finde ich schwierig.

    Zum einen arbeite ich zwar in einem eindeutig sinnstiftenden und für die Allgemeinheit nützlichen Bereich, wäre aber darin viel lieber ehrenamtlich tätig. Dann könnte ich mir nämlich Stundenzahl und Tätigkeiten aussuchen und wäre lästigen Hierarchien und Bürokratien viel weniger ausgesetzt.
    (Und hätte endlich angemessen Zeit für meine Kinder und alles andere, was derzeit zu kurz kommt.)

    Zum anderen habe ich berufsbedingt zu viele Menschen beraten, die sich mit Hinblick auf die vermeintliche Existenzberechtigung durch Lohnarbeit viel zu lange in z. T. gruselig unwürdigen oder überfordernden Arbeitskontexten abgemüht haben.Und dann, wenn wirklich gar nichts mehr geht, in ein Loch fallen.
    Meistens wäre es die bessere Entscheidung gewesen, auf Kosten der Solidargemeinschaft in Ruhe psychisch und körperlich zu genesen und/ oder sich neu zu orientieren.

    Ich wünsche Dir viel Glück auf Deinem Weg

    LG B&B
    Geändert von Bauschundbogen (06.09.2019 um 21:14 Uhr)

  2. Avatar von fritzi72
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    AW: Argumente FÜRS Arbeiten

    Zitat Zitat von Lady_Emelia Beitrag anzeigen

    ...und bei mir speziell - last but not least - wenn ich in der Arbeit bin, kann niemand meckern, dass der Haushalt nicht ordentlich gemacht ist...
    Ohja!!!
    Wobei es gar nicht das Meckern von anderen sein muss, ich war in Elternzeit schnell unzufrieden mit Haushalt, Haus und Garten, habe ja ständig alles vor der Nase gehabt.
    Klar, ohne Arbeit hätte man mehr Zeit für alles, aber 1. macht mir viel am Haushalt weniger Spass als die Arbeit
    2. könnte ich mir ohne Arbeit finanziell all die Anschaffungen für Veränderungen und Verbesserungen nicht leisten.

    Das ist nicht der Hauptgrund, arbeiten zu gehen, aber eine Sache, die mich ohne Arbeit schnell unzufrieden machen würde.
    Wenn mich die weltpolitische Lage deprimiert, denke ich an die Ankunftshalle in Heathrow. Es wird immer behauptet, wir leben in einer Welt von Hass und Habgier, aber das stimmt nicht. Mir scheint wir sind überall von Liebe umgeben. Oft ist sie weder besonders glanzvoll noch spektakulär, aber sie ist da. Väter&Söhne, Mütter&Töchter, Ehepaare, Verliebte, alte Freunde.
    Ich glaube, wer darauf achtet, wird feststellen können, dass Liebe tatsächlich überall zu finden ist

    Intro "Tatsächlich Liebe"

  3. Avatar von Mitternachtsblau
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    AW: Argumente FÜRS Arbeiten

    Zitat Zitat von Unendlichkeit Beitrag anzeigen
    Hm, ich habe immer gearbeitet, Lebensinhalt war die Arbeit dennoch nie. Einfach ein Mittel zum Zweck, um mir vieles leisten zu können. Also auch die Freizeit zu finanzieren.
    Das finde ich bitter. Wenn man mit irgendwas dermaßen viel Zeit zubringt, sollte es einem wirklich was geben...dafür muss man (meiner Ansicht nach) nicht werweißwas Spektakuläres machen, es genügt vollkommen, am Ende des Tages stolz auf das Geschaffte sein zu können.

    Ich finde tatsächlich, der Mensch braucht eine Aufgabe. Eine, die ihn fordert, mit meßbarem Ergebnis und positivem Feedback. Das ist ein maßgeblicher Anteil für die psychische Gesundheit.
    (Und ich wette, wenn du genauer hinschaust, hast auch du eine solche Aufgabe. Man hört nur mitunter auf, es auch so wahrzunehmen.)
    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.

    Oscar Wilde


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    AW: Argumente FÜRS Arbeiten

    Zitat Zitat von Mitternachtsblau Beitrag anzeigen
    Das finde ich bitter. Wenn man mit irgendwas dermaßen viel Zeit zubringt, sollte es einem wirklich was geben...dafür muss man (meiner Ansicht nach) nicht werweißwas Spektakuläres machen, es genügt vollkommen, am Ende des Tages stolz auf das Geschaffte sein zu können.
    .)
    Aber Geld gibt einen doch auch was. Ich stamme aus einer Familie, in der Geld immer sehr knapp war, und gut zu verdienen war und ist ein starker Motivator für mich, jeden Tag aufs Neue gegen die Windmühlen zu kämpfen. Man sagt zwar immer, dass Geld nicht glücklich machen würde, aber Mangel an Geld macht genauso wenig glücklich.
    "Battlestar Galactica: The Eye of Jupiter (#3.11)" (2006)
    __________________________________________________ ______________
    Captain Kara 'Starbuck' Thrace: Can I make a suggestion that you won't like?
    Major Lee 'Apollo' Adama: Do you make any other kind?

    Life should not be a journey to the grave with the intention of arriving safely in a well preserved body, but rather to skid in broadside, totally worn out, and loudly proclaiming "Wow!" (Hunter S. Thompson)


  5. Registriert seit
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    AW: Argumente FÜRS Arbeiten

    Ich finds gefährlich, wenn was "Lebensinhalt" ist. Egal ob Kerl, Kind oder Job...
    Mein Lebensinhalt bin ich.

    Arbeit sollte schon sinnstiftend und Selbstwert pflegend sein - aber Inhalt?

    Realistisch sollte man einen Job so angehen, dass er einen nicht fertig macht, aber auch nicht mit Bedeutung überladen wird.
    Da ist ein gesundes Mittelmaß oft besser. Spaß machen soll er, aber nicht der größte oder gar einzige Spaß sein.
    Und wenn er keinen Spaß macht, was leider auch vorkommt, dann sollte man Methoden haben trotzdem klar zu kommen.
    Das ist nämlich die Krux am "Lebensinhalt" - was wenn der Job scheiße ist? Ist es dann das Leben auch?


  6. Registriert seit
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    AW: Argumente FÜRS Arbeiten

    Zitat Zitat von Bauschundbogen Beitrag anzeigen
    Zum einen arbeite ich zwar in einem eindeutig sinnstiftenden und für die Allgemeinheit nützlichen Bereich, wäre aber darin viel lieber ehrenamtlich tätig. Dann könnte ich mir nämlich Stundenzahl und Tätigkeiten aussuchen und wäre lästigen Hierarchien und Bürokratien viel weniger ausgesetzt.
    (Und hätte endlich angemessen Zeit für meine Kinder und alles andere, was derzeit zu kurz kommt.)

    Zum anderen habe ich berufsbedingt zu viele Menschen beraten, die sich mit Hinblick auf die vermeintliche Existenzberechtigung durch Lohnarbeit viel zu lange in z. T. gruselig unwürdigen oder überfordernden Arbeitskontexten abgemüht haben.Und dann, wenn wirklich gar nichts mehr geht, in ein Loch fallen.
    Meistens wäre es die bessere Entscheidung gewesen, auf Kosten der Solidargemeinschaft in Ruhe psychisch und körperlich zu genesen und/ oder sich neu zu orientieren.
    gut gebrüllt, Löwin!

    ich bin gerne tätig, ich mag Kontakt mit Menschen, ich mag es, interessante (sprich anspruchsvolle, herausforderne) Sachen zu machen.

    und ja, so ein bisschen Geld müsste auch noch rausschauen, Miete zahlen, Essen, Krankenkasse, blah. auch das muss leider igendwie abgedeckt werden. empfinde ich als eher ärgerlichen und unnötigen Zwang, nicht als sinnvolle Lösung eines Problems.

    Mein Geld verdiene ich selbst, weil ich es hasse, monatlich aufs Amt traben und mich wie ein Kleinkind erklären zu müssen. Andererseits verbringe ich in unangenehmen Situationen nur minimal Zeit, also deckt der Brotjob (der OK ist, nicht extrem unangenehm, nur eher langweilig) nur das Nötigste ab, und da ich ledig und kinderlos bin, brauche ich wenig.

    und statt Geld habe ich Zeit zur Verfügung, und da mache ich die Sachen, die mir gefallen, und inzwischen fängt das auch an, etwas Geld abzuwerfen.

    Aber frei und selbstbestimmt arbeiten zu können ,ist ein Privileg. ich geniesse das sehr, das ich das weitgehend habe.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao


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    AW: Argumente FÜRS Arbeiten

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    - was wenn der Job scheiße ist? Ist es dann das Leben auch?
    $

    Etwas, das man so häufig und regelmässig tut, sollte schon einigermassen akzeptabel sein. Ja, ein mieser Job kann einem das Leben zur Hölle machen, das ist doch so. Und ein guter Job, nette Kollegen, angenehme Umstände - ist was sehr Schönes, und ein Glück, wenn man es hat.

    klar hat das einen grossen Einfluss

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao

  8. Avatar von Misirlu
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    AW: Argumente FÜRS Arbeiten

    Zitat Zitat von Kara_Thrace Beitrag anzeigen
    Im Übrigen ist der Vergleich zwischen „ich langweile mich auf der Arbeit“ und „wie schön wäre es zuhause“ ja auch kein angemessener. Du kannst morgen kündigen und dann ALG/HIV machen, solange es dir gefällt. In Deutschland muss keiner arbeiten, wenn er es nicht will. Du allein entscheidest. Gilt im Übrigen auch für MusicDuck.
    Es gäbe ja auch noch die Möglichkeit, sich einen Arbeitsplatz zu suchen, wo man sich NICHT langweilt.
    Toleranz ist der Verdacht, dass der andere recht haben könnte.
    Kurt Tucholsky


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    AW: Argumente FÜRS Arbeiten

    Ich arbeite, weil ich es gerne tue.
    Weil es meiner Meinung nach das ist, was Erwachsene tun.
    Weil es Zufriedenheit und Unabhängigkeit bringt.
    Weil es ein gutes Vorbild für die Jugendlichen ist.
    Weil man mit dem 13. und 14. Monatsgehalt sich ein paar Extras leisten kann.
    Weil es den Horizont erweitert ( bei mir, ich habe durch die Arbeit viele interessante Begegnungen mit Menschen und Sachverhalten, die ich sonst nicht hätte).
    Weil es einfach selbstverständlich ist.

    Die österreichischen Sozialleistungen mögen üppig klingen.
    Aber man wird dafür entmündigt.
    Reisen ins Ausland müssen gemeldet werden, es werden Kurse und Bewerbungen vorgeschrieben, früher als es noch Krankenscheine gab musste man die am Arbeitsamt abholen.
    Wenn man Mindestsicherung bezieht darf man meines Wissens kein Wohnungseigentum haben...
    Die Liste ist lang, so wollte ich freiwillig als Erwachsene nicht leben.

  10. Avatar von Mitternachtsblau
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    AW: Argumente FÜRS Arbeiten

    Zitat Zitat von Kara_Thrace Beitrag anzeigen
    Man sagt zwar immer, dass Geld nicht glücklich machen würde, aber Mangel an Geld macht genauso wenig glücklich.
    Da hast du natürlich recht!
    Am besten läuft es vermutlich, wenn die Arbeit Freude macht UND gut bezahlt wird.
    UND nicht alles an Lebensinhalt bietet, man kann mit dem Geld dann auch noch gut leben. Beispielsweise kann man oft Urlaub machen...
    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.

    Oscar Wilde

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