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  1. Registriert seit
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    Ich bin Chefin und unglücklich

    Liebe Community,

    für folgendes Anliegen brauche ich einen neutralen Rat von außen:

    Ich bin nach einem Studium, dass von vielen als Taxifahrer-Studium betitelt wird, und nach nur 2 Jahren Berufserfahrung in einer gut bezahlten Führungsposition im öffentlichen Dienst gelandet.
    Unbefristeter Job, gut bezahlt, Überstunden werden ausgeglichen, genug Urlaubstage, anspruchsvolle Tätigkeit ... und trotzdem bin ich unglücklich in meinem Job.
    Mir machen zwar die Tätigkeiten, die mit der Führungsrolle verknüpft sind, wie Mitarbeitergespräche, Strategieentwicklung usw. sehr viel Spaß, aber ich habe überhaupt kein Interesse an den inhaltlichen Themen, an denen mein Team arbeitet.
    Als Beispiel: Ich bin die Chefin für den Bereich "Entwicklung neuer Eissorten", nur mag ich leider überhaupt kein Eis.

    Ich habe bisher immer in diesem Bereich, der mir eigentlich keinen Spaß macht, gearbeitet und frage mich jetzt: Ist es überhaupt ein wichtiger Punkt? Meckere ich gerade nicht einfach nur auf hohem Niveau? Ich habe karrieretechnisch schon alles erreicht, was ich wollte und bin noch keine 30. Sollte das nicht reichen?
    Ist es okay einen (auf dem Papier) tollen Job zu schmeißen, nur weil mich "Eis" nicht interessiert? Werde ich mit meinem Studium und einer Führungsposition, die ich nach einem Jahr gekündigt habe, überhaupt wieder einen Job bekommen?

    Ich wäre dankbar, wenn ihr mir eure Erfahrungen oder Gedanken dazu schildern würdet.

    Danke :)
    Herzblut-Bloggerin


  2. Registriert seit
    27.01.2013
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    1.021

    AW: Ich bin Chefin und unglücklich

    Mein spontaner Gedanke dazu: festhalten und weitersuchen. Vielleicht findest Du ja einen Job, der Dich inhaltlich interessiert und die Vorteile Deines jetzigen Jobs hat. Schau Dich doch mal um, bewirb Dich und teste Deinen Marktwert. Dann wirst Du ja sehen, ob es da Möglichkeiten gibt. Den jetzigen Job auf gut Glück aufgeben würde ich nicht, aber wieso nicht weitersuchen, wenn Du nicht glücklich bist.


  3. Registriert seit
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    AW: Ich bin Chefin und unglücklich

    Du musst doch "Eis" nicht mögen.
    Dein Job ist es doch, den Rahmen zu schaffen, dass dein Team gerne arbeitet und gute Ergebnisse erzielt.
    Motivierende Mitarbeiterführung ist unabhängig von dervBrsncge und vom Produkt eine anspruchsvolle Aufgabe, und die scheint dir doch Spaß zu machen.

    Schwieriger finde ich die Vorstellung, mit unter 30 schon am Karriereende zu sein.
    Das hätte mich damals gelangweilt.

    Fehlt dir vielleicht die Herausforderung?

    Ich würde mich nicht Hals über Kopf, aber mittelfristig umorientieren, vielleicht auch über Weiterbildung.
    Und sei nicht zu ängstlich, du hast doch einiges vorzuweisen.

  4. Avatar von Wiedennwodennwasdenn
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    AW: Ich bin Chefin und unglücklich

    Zitat Zitat von theflowingfox Beitrag anzeigen
    Unbefristeter Job, gut bezahlt, Überstunden werden ausgeglichen, genug Urlaubstage, anspruchsvolle Tätigkeit ...
    Was willst Du mehr ? Die Wahrscheinlichkeit, das Du Dich mit einem Stellenwechsel verbesserst ist beliebig klein.

    Mein Vorschlag: Betrachte Deine jetzige Stelle als langfristig sichere Existenz und such Deine Erfüllung in einer ehrenamtlichen Tätigkeit, entweder im sozialen oder im politischen Bereich.
    Das Universum und die menschliche Dummheit sind unbegrenzt. Beim Universum bin ich mir nicht sicher (Albert Einstein).

  5. Avatar von overknee
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    AW: Ich bin Chefin und unglücklich

    Weißt du denn, was dir Freude bereiten würde? Hast du davon eine Vorstellung?
    Ich mache soviel in meinem Job als AL und wenn ich recht überlege, ist kaum etwas dabei, was mir im Grund "Freude" macht.
    Zum Beispiel Arbeitsschutz. Da bin ich hauptverantwortlich. Ist so etwas von öde. Aber das Organisieren, das alles in der Übersicht behalten, dass ist dann meins.
    Ist "Eis" denn deine Hauptverantwortung? Ist es nicht eigentlich das ganze drumherum? Die Projekte entwickeln und im Auge behalten? Menschführung, Teambildung? Meinst du, wenn das Endprodukt "Fleisch" wäre, wäre alles paletti?

    Ansonsten: umschauen, Augen auf, in Netzwerken sein (Internetplattformen) und auch mal zielgerichtet bewerben.


  6. Registriert seit
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    AW: Ich bin Chefin und unglücklich

    Zitat Zitat von theflowingfox Beitrag anzeigen
    Mir machen zwar die Tätigkeiten, die mit der Führungsrolle verknüpft sind, wie Mitarbeitergespräche, Strategieentwicklung usw. sehr viel Spaß, aber ich habe überhaupt kein Interesse an den inhaltlichen Themen, an denen mein Team arbeitet.
    Strategieentwicklung erfordert doch intensive inhaltliche Auseinandersetzungen? Da die Strategie ja den Besonderheiten des Produkts gerecht werden muss?

    Wenn mich das Thema nicht oder nur mild interessiert, wäre das kein Hindernis für mich. Mit zunehmender Sachkenntnis wächst meist auch das Interesse.

    Ein Problem wäre es für mich nur, wenn das Produkt mit abstösse, anwidert, meiner Ethik komplett widerspricht.

    Weisst du denn, was dich inhaltlich faszinieren und begeistern würde?

    Ich habe karrieretechnisch schon alles erreicht, was ich wollte und bin noch keine 30. Sollte das nicht reichen?
    du hast noch zwei Drittel deines Lebens vor dir, was du jetzt hast, ist nicht DER Höhepunkt sondern lediglich EIN Höhepunkt. Geniesse es, nicht alle haben dieses Privileg!


    Ist es okay einen (auf dem Papier) tollen Job zu schmeißen, nur weil mich "Eis" nicht interessiert? Werde ich mit meinem Studium und einer Führungsposition, die ich nach einem Jahr gekündigt habe, überhaupt wieder einen Job bekommen?
    Tu was immer du willst, es ist dein Leben, deine Entscheidung.

    Es ist auch durchaus möglich, erst eine neue Tätigkeit zu suchen, und danach zu künden.

    Es kann aber durchaus sein, dass du zwar etwas in einem Lieblingsthema findest, aber die Umstände schlechter werden - weniger Lohn, unsympathische Kollegen, ärgerliches Organisationsstrukturen, so Zeugs.

    Ich wäre dankbar, wenn ihr mir eure Erfahrungen oder Gedanken dazu schildern würdet.
    ich arbeite seit langem in einem Gebiet, das mich inhaltlich sosolala interessiert - zahlt meine Rechnungen - bin aber durchaus happy, dass ich nun eine Chance habe, auf eine Weise zu arbeiten, die mir sehr entspricht, inhaltlich, vom Team, von den erforderten Kompetenzen her. Aber ich bin jetzt Mitte Vierzig, das hat echt lang gedauert, bis ich das gefunden habe. Und wie üblich hab ich da nicht einen Plan gemacht, sondern das Leben hat mich durch Zufall hier, Zufall da reingeschubst in die Sache.

    Auf gute Gelegenheiten warten, und sie erkennen, wenn sie da sind, und sie dann auch ergreifen - ist sehr gut für mich.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao

  7. AW: Ich bin Chefin und unglücklich

    Zitat Zitat von theflowingfox Beitrag anzeigen

    Als Beispiel: Ich bin die Chefin für den Bereich "Entwicklung neuer Eissorten", nur mag ich leider überhaupt kein Eis.
    Wieso hattest du dich überhaupt auf den Job beworben?
    Oder ist man damit auf dich zugekommen?

    Anyway, warum hast du dich dafür entschieden - war es die Sicherheit und das Geld?

    Ansonsten würde ich auch sagen: solange du das Themengebiet ethisch vertreten kannst, passt das doch.
    Und du kannst nebenbei immer noch weitersuchen.
    *** live as if you were to die tomorrow - learn as if you were to live forever. (Gandhi) ***


  8. Registriert seit
    05.08.2019
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    AW: Ich bin Chefin und unglücklich

    Hey,

    also ÖD kenne ich und ich kann mir auch vorstellen was du meinst. Die Themen dort sind auch nicht sonderlich spannend. Hast du dann vorher auch in diesem Themenereich gearbeitet? Magst du verraten welcher Bereich das ist?
    Also wenn du das vorher nicht mochtest ist das natürlich blöd. Bei einer Führungstätigkeit hast du ja schon zumindest den Vorteil wenig operativ zu arbeiten. Im ÖD wird das aber oftmals nicht so gehandghabt. Ist das bei euch auch so? Arbeitest du nur strategisch? An sich hat man dann als Führungskraft nicht so viel mit dem Thema zu tun, den man führt ja Mitarbeiter und die machen dann die Arbeit. Bist du verbeamtet?

    Du hast ja dann schon mal die Erkenntnis gewonnen, dass dir Führung Spass macht. Wie wäre es dann, wenn du noch eine zeitlang Erfahrung sammelst und dann in dich gehst wo du denn gerne Führungskraft werden möchtest.
    Dann kannst du dich ja bewerben und mit Führungserfahrung hast du vielleicht mehr Erfolg als ohne.

    Gefällt es dir generell im ÖD? War die Entscheidung damals aufgrund von Sicherheit von dir getroffen worden? Viele (kenne einige Beamte) sind eben nicht glücklich, weil die Entscheidung damals eben falsch getroffen wurde. Da spielen oftmals Ängste mit hinein. Die Menschen wollen Sicherheit im Job und merken dann aber, dass sie als Beamte nicht mehr herauskommen. Wer gibt das schon freiwillig auf.

  9. Avatar von rotlilie
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    AW: Ich bin Chefin und unglücklich

    Je früher umschwenken umso besser!
    Ich hab mein ganzes Arbeitsleben im ÖD verbracht, in einem Job, der nur zum geringen Teil meinen Interessen entsprach, aber nicht wirklich meine Fähigkeiten. Die haben sich erst in den vergangen Jahren herauskristallisiert bzw. ich habe sie da erst ernst genommen

    Was ich sagen will - spüre dem hinterher, was du inhaltlich gen machen möchtest und brich auf zu neuen Taten. Nix ist schlimmer, als in einem ungeliebten Job zu verharren. Auch wenn die Kohle und die äußeren Umstände manches ausgleichen, ist das nicht die Essenz eines erfolgreichen Berufslebens.

    Warum ich es nicht getan habe liegt an mehren Faktoren:
    - ich hab ein Orchideenfach studiert, mit dem man nix anfangen kann
    - meine Interessen liegen auch nicht gerade in einer exponierten Branche
    - Wendewirren - ich hab festgehalten, was irgend sicher war, weil der Partner arbeitslos wurde
    - das Einkommen stimmt, die Sicherheiten, die Unkündbarkeit...

    Vor Kurzem hats doch noch Klick gemacht in meinem Job , das nenne ich den späten Zufall. Rückblickend hätte ich gern schon früher eine andere Kurve genommen.

    Also nicht verharren, das steigert den Frust!


  10. Registriert seit
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    AW: Ich bin Chefin und unglücklich

    Hallo theflowingfox,

    vielleicht geht es, dass Du Dich thematisch veränderst. Du hast karrieretechnisch (A-Note) alles erreicht, mit nicht mal 30. Damit kann frau doch auch erst mal ganz glücklich und vor allem stolz sein.
    Nun liegt Dir das berufliche Thema (B-Note) nicht. Da kann frau doch dran arbeiten, vor allem mit dem guten Gefühl, jeden Monat Summe X aufs Gehaltskonto zu bekommen.
    In Deinem Alter kann man doch noch alles machen. Was würde Dich denn interessieren? Es gibt so viele Berufsfelder im ÖD. Und dazu kommt, dass in den nächsten Jahren sehr viele Mitarbeiter in den Ruhestand gehen. Du hast also Zeit für Fortbildungen, Umorientierung, um dann irgendwo anders einsteigen zu können.

    Wenn Du vom ÖD weg willst, erst mal gucken, wo es thematisch hingehen soll. Weiteres Studium, Abendschule etc.

    Gruß, Pumpernickel

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