+ Antworten
Seite 1 von 15 12311 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 149
  1. Avatar von sascha99
    Registriert seit
    06.02.2007
    Beiträge
    2.919

    Quereinstieg Lehramt Berufsschule - Erfahrungen gesucht!

    Liebe Community,
    nach der Geburt meiner Tochter (inzwischen 3 Jahre ) bin ich vor ca. 2 Jahren (September 2017) wieder in Teilzeit bei meinem alten Arbeitgeber eingestiegen. Zunächst befristet innerhalb der Elternzeit, inzwischen habe ich aber einen unbefristeten Teilzeitvertrag mit guten "Konditionen" (20 Stunden die Woche arbeiten an 4 Tagen, Arbeit im alten Team, kurzer Arbeitsweg). So weit, so gut. Nachteile des Jobs sind, dass ich ihn nach mehr als 10 Jahren quasi "auswendig" kann - was ich allerdings gerade nach der Elternzeit nicht so schlecht fand. Aber die Möglichkeiten für mich, firmenintern "mehr" zu machen, sind ausgereizt und auch zukünftig nicht vorhanden. Seit geraumer Zeit hatte ich mich daher auch extern auf Teilzeitstellen beworben, aber entweder hatte es knapp nicht gepasst - und eine Stelle hatte ich abgelehnt, weil ich das sichere Gefühl hatte, dort auch vom Aufgabengebiet unterfordert zu sein auf Dauer. Zudem wäre die Arbeit weiter weg gewesen - also "unter'm Strich" kein Gewinn.

    Eher durch Zufall und durch eine Bekannte erfuhr ich von der Möglichkeit des Quereinstiegs im Lehramt Berufsschule. Mein studiertes Fach ist inzwischen Bedarfsfach, daher habe ich wohl sehr gute Chancen auf Einstellung. Der Haken (den gibt's wohl immer): Ich müsste das Referendariat machen. Die Chance: Ich würde (geradeso noch) beamtet werden.
    Mich würde Eure Meinung zu dieser Option interessieren, insbesondere hinsichtlich Machbarkeit Referendariat mit kleinem Kind. Aber natürlich auch, an die, die es gemacht haben, wie ihr es empfunden habt und ob ihr es bereut habt.

    Ich selbst tendiere dazu, es zu machen, weil ich mir grundsätzlich zum Einen sehr gut vorstellen kann, zu unterrichten (hab ich sowohl an der Uni gemacht, als auch an der VHS) UND weil der Lehrerberuf mit Kind einfach ideal ist.

    Aber mich interessieren auch ausdrücklich Meinungen von Anderen - gerade vielleicht auch ehemals "Betroffene". Leider kenne ich nämlich keine Quereinsteiger, bzw. keine mit meinen Fächern.
    "Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen: Die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen."
    (Immanuel Kant)

  2. Avatar von mono17
    Registriert seit
    13.04.2007
    Beiträge
    5.290

    AW: Quereinstieg Lehramt Berufsschule - Erfahrungen gesucht!

    Referendariat mit Kind ist schwierig. Das ist Ganztags von 8 bis teilweise 18 Uhr und über lange Wochen hinweg.
    Und Berufsschulen sind heftig. Teenies im BVJ wissen,welche Zukunftschancen sie haben respektive eben nicht haben.
    Und auch die anderen Klassen haben alle Pubertät.Das ist was ganz Anderes als VHS oder Uni,wo du es mit interessierten Erwachsenen zu tun hast. Und Vorträge halten kannst .
    Studienseminare verfolgen manchmal eine sehr eigene Pädagogik. Sie geben vor,das man sehr frei sei,aber wer es nicht exakt so macht,wie sich das Seminar es vorstellt, hat keine Chance. Gleichzeitig ist diese Vorstellung des idealen Unterrichtes oft nicht transparent und manchmal auch unrealistisch.
    Wie zu lesen ist, waren meine Erfahrungen nicht so toll. Ohne Kinder.
    Geändert von mono17 (08.07.2019 um 14:32 Uhr)

  3. Avatar von overknee
    Registriert seit
    23.12.2015
    Beiträge
    1.749

    AW: Quereinstieg Lehramt Berufsschule - Erfahrungen gesucht!

    Ich hatte einen Kollegen, der hats gemacht.
    War in Leitungsposition bei uns, aber er wollte wohl etwas neues probieren.

    Er ist kläglich gescheitert.
    Wie oben schon geschrieben, die Schülergruppe ist nicht einfach. So ohne pädagogische Ausbildung würde ich es mir nicht zutrauen (ich würde es generell niemals machen wollen).

    Mein ehemaliger Kollge sitzt jetzt in einem Büro als Sachbearbeiter ohne Perspektive.

    Also- wer nicht brennt dafür, sollte es wohl besser sein lassen. Glaube ich.

  4. Avatar von Sneek
    Registriert seit
    24.02.2019
    Beiträge
    1.359

    AW: Quereinstieg Lehramt Berufsschule - Erfahrungen gesucht!

    Ich hab mich vor Jahren mal auf einer Party mit einer Ingenieurin unterhalten, die auf Berufsschullehrer umgesattelt hatte, die war ganz zufrieden. Das Thema mit der Motivation/Disziplin dieser Schülergruppe hat sie ganz anders geschildert - wenn die im Unterricht negativ auffallen, würde der Ausbildungsbetrieb informiert, dann gibt es dort den Ärger.

  5. Avatar von mono17
    Registriert seit
    13.04.2007
    Beiträge
    5.290

    AW: Quereinstieg Lehramt Berufsschule - Erfahrungen gesucht!

    Die,die eine Ausbildung haben, sind nicht das Problem.
    Aber Berufsschulen haben auch alle Anderen. BVJ,HB usw. Also die,die nirgends untergekommen sind. Oft ohne Schulabschluss.


  6. Registriert seit
    02.03.2019
    Beiträge
    54

    AW: Quereinstieg Lehramt Berufsschule - Erfahrungen gesucht!

    Es kommt auch immer auf den Ausbildungsberuf an.
    Ich habe eine kaufmännische Ausbildung gehabt. Dort hatten alle mindestens Fachabi.

    Unser Klassenlehrer war immer ganz glücklich, wenn er wieder bei uns unterrichten durfte, nachdem er vorher irgendwelche BVJ-Klassen hatte oder auch Ausbildungsklassen, in der überwiegend Hauptschüler saßen.


  7. Registriert seit
    08.10.2013
    Beiträge
    4.284

    AW: Quereinstieg Lehramt Berufsschule - Erfahrungen gesucht!

    Zitat Zitat von Stierfrau123 Beitrag anzeigen
    Es kommt auch immer auf den Ausbildungsberuf an.
    Ich habe eine kaufmännische Ausbildung gehabt. Dort hatten alle mindestens Fachabi.

    Unser Klassenlehrer war immer ganz glücklich, wenn er wieder bei uns unterrichten durfte, nachdem er vorher irgendwelche BVJ-Klassen hatte oder auch Ausbildungsklassen, in der überwiegend Hauptschüler saßen.
    Verstehe ich das jetzt miss oder ist das die Sicht einer ehemaligen Schülerin, nicht Lehrerin?


  8. Registriert seit
    08.01.2015
    Beiträge
    299

    AW: Quereinstieg Lehramt Berufsschule - Erfahrungen gesucht!

    Hallo sascha99,

    in welchen Bundesland wärst du dann tätig? Dies ist nämlich eine sehr wichtige Information.
    Gibt es in deinem Bundesland eine Sondermaßnahme?

    Ansonsten, kann ich nur aus zweiter Hand berichten wie es so ist. Mein Mann ist Berufsschullehrer in Bayern.
    Er ist aber auch für diesen Beruf geschaffen. Er erklärt gerne und ist ein sehr geduldiger Mensch.

    Bei ihm ist es auch so, dass wenn es Probleme mit einem Schüler gibt, er den Ausbildungsbetrieb anruft. Das bringt schon was.

    Und zu Job und Kind: Wie regelst du das momentan? Kann den Mann deine Spitzenzeiten auffangen, wenn du dich auf die Lehrprobe vorbereitest?
    Es ist auf jeden Fall machbar.

    Viele Grüße


  9. Registriert seit
    02.03.2019
    Beiträge
    54

    AW: Quereinstieg Lehramt Berufsschule - Erfahrungen gesucht!

    Als Schülerin.

    Unser Klassenlehrer hat nur immer gesagt, wie erholsam unsere Klasse im Vergleich zu anderen war.

  10. Avatar von sascha99
    Registriert seit
    06.02.2007
    Beiträge
    2.919

    AW: Quereinstieg Lehramt Berufsschule - Erfahrungen gesucht!

    Zitat Zitat von moonlady90 Beitrag anzeigen
    Hallo sascha99,

    in welchen Bundesland wärst du dann tätig? Dies ist nämlich eine sehr wichtige Information.
    Gibt es in deinem Bundesland eine Sondermaßnahme?
    Ich wäre in Rheinland-Pfalz tätig. Und ja, es gibt insofern eine Sondermaßnahme, als dass Rheinland-Pfalz wohl das Referendariat für Frauen mit kleinen Kindern in Teilzeit anbietet. Als einziges (?) Bundesland? Das müsste ich dann grundsätzlich entscheiden, nachdem ich angenommen worden bin. Ob Vollzeit oder Teilzeit. Meine Cousine hat in NRW das Referendariat am Gymnasium alleinerziehend (!) mit zwei kleinen Kindern gestemmt. Sie sprach von einem Nachmittag, wo ihre Eltern die Jungs betreuen mussten. Ich kann mich allerdings grundsätzlich auch erkundigen nach den genauen "Zeiten" beim Berufskolleg. Werde ich dann machen, wenn ich grundsätzlich genommen werde. Erkundigen, meine ich.
    Ansonsten, kann ich nur aus zweiter Hand berichten wie es so ist. Mein Mann ist Berufsschullehrer in Bayern.
    Er ist aber auch für diesen Beruf geschaffen. Er erklärt gerne und ist ein sehr geduldiger Mensch.

    Bei ihm ist es auch so, dass wenn es Probleme mit einem Schüler gibt, er den Ausbildungsbetrieb anruft. Das bringt schon was.
    Ja, das dachte ich mir eben auch. Dass man bei der Berufsschule ja auch dadurch einen gewissen "Druck" auf die Schüler ausüben kann, dass man sich eben auch beim Ausbildungsbetrieb beschweren kann. Dass viele Schüler dort auf gute Noten angewiesen sind und daher auch mitarbeiten werden. Aber es wäre für mich kein "muss". Was ich sagen will: In meinem jetzigen Job habe ich auch oft viel Frust der Kunden auszuhalten und brauche auch ein dickes Fell. Jeden Tag. Ich erwarte nicht, dass das im Schulbetrieb grundsätzlich anders läuft.
    Und zu Job und Kind: Wie regelst du das momentan? Kann dein Mann deine Spitzenzeiten auffangen, wenn du dich auf die Lehrprobe vorbereitest?
    Es ist auf jeden Fall machbar.
    Ja, könnte er. Die Frage ist eben, wie oft diese "Spitzenzeiten" sind. Und ich denke, vieles hängt davon ab, ob ich das grundsätzlich machen will. Oder nicht. Meine persönliche Motivation ist auch, und das gebe ich gerne zu, dass mir der Lehrerberuf eine viel bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf bietet, als ich es jetzt habe. Ich bin zwar erst seit 1,5 Jahren betroffen, aber schon jetzt ist es ein "ständiger Kampf" um die Ferien zwischen den Müttern in meinem Team. Und ich stehe gerade noch vergleichsweise gut da, weil z.B. im Kindergarten in den Sommerferien nur 2 Wochen zu überbrücken sind. Wie das nachher in der Schule mit Sommerferien gehen soll und Frühlings- und Herbstferien, das ist mir ein Rätsel. Hinzu kommt, dass ich wegen des Kindes vorläufig wegen der Betreuungszeiten nicht Vollzeit arbeiten gehen kann, selbst 80 %-Stellen sind nicht machbar. Will ich also einen anderen Teilzeitjob haben, wird es schwer bis unmöglich, da was wirklich Qualifiziertes zu finden. Auch deshalb erschien mir der Lehrerberuf als gute Alternative. Aber "Not" in dem Sinne habe ich nicht. Ich habe ja - wie gesagt - einen unbefristeten Teilzeitvertrag. Von dem aus es sich "in aller Ruhe" auch noch nach anderen Alternativen suchen lässt. Lehramt ist nur eine Alternative. Die aber vielleicht nur gerade im Moment geht, weil mein eines studiertes Fach gerade Bedarfsfach ist. War es lange nicht, ist es erst seit kurzem. Und es weiß keiner, wie lange die Chance noch besteht...
    "Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen: Die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen."
    (Immanuel Kant)

+ Antworten
Seite 1 von 15 12311 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •