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  1. Registriert seit
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    Arbeit von unfähiger Kollegin mit übernehmen - Firma unternimmt nichts

    Folgender Sachverhalt: In meinem Job gibt es eine Tätigkeit, die ca. 30 % in Anspruch nimmt. Die Tätigkeit überschneidet sich mit dem Job einer Kollegin aus einer anderen Abteilung, die dafür auch für ca. 30 % eingeteilt ist. Wir müssen ein Themengebiet aus verschiedenen Blickwinkeln gemeinsam bearbeiten.

    Mit dem Vorgänger der Kollegin hat das super geklappt. Abstimmung, Informationsfluss, Unterstützung - nie ein Problem. Dann kam die Kollegin. Leider hat von der ersten Sekunde an die Chemie nicht gestimmt. Dazu kam, dass sie immer eigenwillige Entscheidungen traf, mich nicht darüber informierte und so viele Themen völlig schief gelaufen sind. Nach zwei Monaten habe ich mich bei meinem Chef über die Kollegin beschwert und gesagt, dass es nicht funktioniert. Ihr Chef war leider gegangen, die Lücke erst nach Monaten geschlossen. Als endlich ein neuer Chef da war, hatte er nicht den Überblick und hat meine Beschwerden nicht richtig ernst genommen. Ich habe immer alles schriftlich fixiert, ihren Chef immer cc: auf Mails genommen, er hat also gesehen, was im Argen lag. Als neuer Chef hatte er aber andere Themen.

    Ich fühlte mich sehr allein gelassen, das gemeinsame Aufgabengebiet wurde immer schlechter bearbeitet, da ich nur meinen Teil leisten kann, die Kollegin ihren Teil nicht geleistet hat. Mehrmals habe ich mich schriftlich bei meinem Chef und ihrem Chef beschwert, konkret Beispiele und Nachweise geliefert - nichts.

    Dann platzte die Bombe: Ein paar Tage nach Ende ihrer Probezeit (!!!) gab sie zu, dass sie mehrere wichtige Projekte, bei denen sie immer sagte, sie sei dran und bald fertig, überhaupt nicht bearbeitet hat. ENDLICH hat mir mal jemand geglaubt. Nur: Die Probezeit war rum. Ihre Arbeit wurde auf drei Kollegen verteilt, unter anderem auf mich. Da es sehr kritische Projekte waren, hatte und habe ich Überstunden ohne Ende, Wochenendarbeit, etc. Die Kollegin darf in dem Themengebiet, das mich betrifft, nichts mehr machen - d. h. heißt, auch hier mache ich alles alleine.

    Inzwischen macht sie fast gar nichts mehr, was an sich gut ist, weil alles, was sie macht, fehlerhaft ist und mit viel Aufwand nachbearbeitet werden muss. Seit Monaten höre ich von ihrem Chef, dass man an dem Thema dran sei, sie loswerden möchte, aber das nach der Probezeit nicht mehr so einfach möglich ist. Meine Mehrarbeit scheint keinen zu interessieren, die Stelle kann nicht ausgeschrieben werden, da ihr noch nicht gekündigt ist.

    Mein Verständnis geht mittlerweile gegen null. Es passiert rein gar nichts - ist es wirklich so schwer, jemanden zu kündigen, wenn er so offensichtlich unfähig für den Job ist? Ich muss mich zusammenreissen, wenn ich die Kollegin nur sehen, von gemeinsamen Meetings ganz zu schweigen. Inzwischen denke ich schon an Kündigung, weil die ganze Situation eine Zumutung ist...

  2. Avatar von brighid
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    AW: Arbeit von unfähiger Kollegin mit übernehmen - Firma unternimmt nichts

    a) du machst überstunden, kannst nichts liegen lassen, bist der ansicht dass nur du es richtig tust.
    deine aufgabe: dich abzugrenzen und auch mal etwas liegen zu lassen. du bist nicht unersetzlich.

    b) wer, wo, wie was welchen pups im zusammenhang mit der kollegin getan hat- und warum die geschäftsführung nicht in der lage ist sie rauszukomplimentieren- ist nicht deine aufgabe.


    du siehst- 2 baustellen.

    du bist nur für dich und deine arbeit verantwortlich.

    und wenn du jetzt glaubst, dass es besser wird wenn du nur durchhälst- dann kann ich nur sagen: träume weiter.
    wenn du, in deinem bestreben dich selbst als die tollste hinzustellen ständig über deine leistungsgrenzen gehtst- erhöhst du den leistungsstandard. auch für die andern kollegen. mag nicht jeder!
    und: wenn du, auch mit maulen, in der lage bist alles zu wuppen: sie wäre mit dem klammernsack gepudert wenn sie noch jemanden einstellen der dich entlasten soll. du beweisst doch, dass es machbar ist- (auch wenn du maulst)- aber du tust die arbeit.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern


  3. Registriert seit
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    AW: Arbeit von unfähiger Kollegin mit übernehmen - Firma unternimmt nichts

    Natürlich tue ich die Arbeit - sie muss ja getan werden! Die zwei anderen Kollegen, auf die die Arbeit verteilt wurde, arbeiten genauso viel wie ich.

    Wenn wir die liegengebliebenen Projekte in kürzester Zeit nicht gewuppt hätten, wäre die Firma in ernsthafte Schwierigkeiten geraten. Das wird auch alles gewürdigt und honoriert, aber die Person, die die Probleme verursacht hat, ist immer noch da. Das ist es, was mich stört.

    Sorry, aber Deine Arbeitseinstellung ist mir völlig fremd.Ich möchte, dass die Firma Erfolg hat, und wenn ich dazu beitragen kann, tue ich das.

  4. Avatar von brighid
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    AW: Arbeit von unfähiger Kollegin mit übernehmen - Firma unternimmt nichts

    die firma hat ein problem mit einer inkompetenten mitarbeiterin.

    dass ihre imkompetenz nicht bemerkt wurde bzw. niemand wollte es sehen, zur kenntnis nehmen, spricht nicht für die führungsqualitäten des chefs.

    nochmal: wenn du glaubst, dass ohne dich diese firma untergehen wird- voila.

    träume weiter. du kannst sie nicht retten. nicht bei dieser unglaublichen inkompetenz in der führungsebene.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

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  5. Registriert seit
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    AW: Arbeit von unfähiger Kollegin mit übernehmen - Firma unternimmt nichts

    Stimmt wohl.
    Und warum sollten sie sich den Stress antun, die unfähige Kollegin rauszuwerfen wenn sie drei andere Mitarbeiter haben, die die Kastanien aus dem Feuer holen?


  6. Registriert seit
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    AW: Arbeit von unfähiger Kollegin mit übernehmen - Firma unternimmt nichts

    Brighid, du hast schon gelesen, dass LaFleur die Mehrarbeit übertragen bekommen hat? Das hat doch nichts mit ‚Ich bin unersetzlich‘-Glauben zu tun!

    LaFleur, gibt es einen Betriebsrat, wo du dich beschweren kannst?

    Du hast jetzt wieviel, 60 Prozent Mehrarbeit? Da würde ich mit Betriebsrat / Chef reden. Wie sind denn Überstunden bei euch abgegolten?

  7. Avatar von Horus
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    AW: Arbeit von unfähiger Kollegin mit übernehmen - Firma unternimmt nichts

    Es passiert rein gar nichts - ist es wirklich so schwer, jemanden zu kündigen, wenn er so offensichtlich unfähig für den Job ist?
    Es ist nicht dein Job, dir darüber den Kopf zu zerbrechen.

    Ja, die Kollegin hat dich in eine doofe Lage manövriert. Dich - aber vor allem die Firma. Die Firma ist es, die sie eingestellt hat, die Firma ist es, die sie falsch bewertet hat - die Firma ist es, die sich den Kopf darüber zerbrechen soll und muss, wie sie diesen Fehler korrigiert.

    Dein Job ist es, zu sehen, wie du mit deiner Situation umgehst. Also die Mehrarbeit handhabst. Du sagst, die Zusatzanstrengungen wurden anerkannt und honoriert. Was heisst das? Prämie? Gehaltserhöhung? Überstunden ausbezahlt oder als Zusatzurlaub beziehbar? Bist du mit dieser Hunorierung zufrieden?
    Oder willst du auf Dauer nicht diesen Zusatzaufwand leisten? Dann musst du auch mal Grenzen ziehen und sagen, nein, sorry, bevor ich nicht meine Überstanden abgebaut habe, kann ich keine weiteren Projekte übernehmen.

    Das ist dein Job.
    Aber nicht, dich mit der möglichen Kündigung deiner Kollegin zu befassen.

    Achtung, Lesen gefährdet die Dummheit!
    _____________________________________

    Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas anderes wichtiger ist als die eigene Angst.

  8. Avatar von brighid
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    AW: Arbeit von unfähiger Kollegin mit übernehmen - Firma unternimmt nichts

    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    Stimmt wohl.
    Und warum sollten sie sich den Stress antun, die unfähige Kollegin rauszuwerfen wenn sie drei andere Mitarbeiter haben, die die Kastanien aus dem Feuer holen?


    Zitat Zitat von Katzir Beitrag anzeigen
    Brighid, du hast schon gelesen, dass LaFleur die Mehrarbeit übertragen bekommen hat? Das hat doch nichts mit ‚Ich bin unersetzlich‘-Glauben zu tun!

    wenn sie ihre mehrbelastung der andern kollegin ankreidet- und weiterarbeitet- dann schon.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern


  9. Registriert seit
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    AW: Arbeit von unfähiger Kollegin mit übernehmen - Firma unternimmt nichts

    Ich habe jetzt 30 % Mehrarbeit, den Teil, den die Kollegin nicht macht... Ich bekomme für die Mehrarbeit Freizeit, ich habe eine sehr großzügige Prämie bekommen. Mir wurde versichert, dass man an dem Thema dran ist...

    Das Problem ist: Wenn ich die Arbeit der Kollegin nicht mache, betrifft das meine Arbeit sehr direkt, sie leidet dann darunter, da das Themengebiet ja abgearbeitet werden muss. Nur mein Teil reicht nicht aus, es muss auch ihr Teil gemacht werden.

    Nichts machen ist also keine Option, sie schadet mir selbst. Die Stelle muss dringend neu besetzt werden, wird aber erst ausgeschrieben, wenn die Kollegin gekündigt wird. Und da beisst sich die Katze wieder in den Schwanz...

    Mir ist es im Prinzip egal, ob die Kollegin weiter da ist, ist ja nicht mein Geld, aber es muss jemand geben, der diese 30 % übernimmt, die für mein Themengebiet relevant sind.

    BR haben wir nicht.

    Und auch wenn es nicht meine Aufgabe ist, würde mich trotzdem interessieren, ob es so schwer ist, jemanden zu kündigen?


  10. Registriert seit
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    AW: Arbeit von unfähiger Kollegin mit übernehmen - Firma unternimmt nichts

    Kündigungen sind nicht so einfach, hier ist immer der Arbeitgeber in der Beweispflicht.

    - Sie könnten ihr eine andere Stelle anbieten, die sie besser erfüllen kann. Ob es so eine gibt, ist halt dann die Frage.
    - Sie könnten es über konkrete Ziele / Vereinbarungen probieren, die im Zweifelsfall bei Nichterfüllung zu Abmahnungen führen. Hilft auch die Abmahnung nichts, kann eine ordentliche Kündigung ausgesprochen werden.
    - Sie könnten einen Aufhebungsvertrag anbieten, den die Kollegin aber nicht annehmen muss.

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