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  1. Registriert seit
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    Komische unerwartete Kritik von Chef - wie einzuschätzen?

    Ich bin zwar eh nicht wirklich zufrieden mit meiner Arbeit und hab hier auch schon darüber gepostet, aber heute nochmal was anderes. Das Geschilderte ist nicht ganz neu sondern vor ein paar Monaten schon passiert, fiel mir grad wieder ein und ich würde gern wissen wie es einzuschätzen ist.

    Also: ich bin seit 1,5 Jahren in der Position. Sowas wie regelmäßiges Feedback vom Chef gibt es nicht wirklich, nur einmal gegen Anfang meinte er ich würde ja sehr schnell lernen und mich gut machen und hätte quasi alle Erwartungen übertroffen. Da danach auch nie wirklich etwas negatives kam, dachte ich also ich mache schon irgendwie alles ganz gut.

    An dem besagten Tag kommt Chef plötzlich zu meinem Platz und sagt 'hast du mal 10 Minuten' und ich höre schon am Ton dass irgendwas doofes kommt. Jedenfalls gehen wir in einen Meetingraum und er fängt erstmal an mit 'hast du eventuell irgendein Problem, bei dem die Firma dir helfen könnte?'

    Ich weiß überhaupt nicht worum es geht also sage ich ähm.. nein eigentlich nicht. Also erklärt er, meine Leistung wäre in letzter Zeit irgendwie 'besorgniserregend'. Das erklärt er so 1. ich nehme mir immer nur die einfachen Aufgaben und scheine daher nicht mehr dazuzulernen 2. ich war ein paar Mal etwas zu spät 3. Ich bin zu oft krank.

    1. dazu habe ich gesagt, vielleicht fehlt mir manchmal das Selbstvertrauen und dann traue ich mich nicht die schwierigeren Sachen anzufassen, weil ich auch eh weiß, dass ich dann Hilfe von jemand anderem brauche und die sind meistens beschäftigt. Wir haben uns drauf geeinigt dass ich es versuche und mir dann eventuell jemand direkt zur Unterstützung eingeteilt wird. Das wurde auch 2-3 Mal seither so gemacht und ist daher ok für mich.

    2. was er meinte war, dass ich in den Wochen davor insgesamt 3Mal morgens ein paar Sekunden (!) zu spät war sodass das tägliche Anfangsmeeting schon angefangen hatte. Da sagen wir immer nur was wir am Tag vorher gemacht haben und was wir heute machen. Da ich S-Bahn-Probleme hatte war ich halt ein paar Mal in der Mitte des Meetings erst reingekommen. Ok, ich sag also, ich werd eine SBahn eher nehmen damit ich mehr Zeitpuffer habe.

    3. Ist eigentlich der Punkt der mich wirklich wundert/ärgert. Chef sagt ich hätte ja im letzten Jahr 9 Krankheitstage ohne Attest gemacht und davon 2 im November, 2 im Dezember und 2 dann im Januar und das wäre irgendwie auffällig. Angeblich hätte ihm die HR gesagt, dass er das mal mit mir ansprechen soll.

    Ich sagte dann also erstens habe ich 7 Tage gehabt, nicht 9 (das ist tatsächlich so). Und warum ich denn, wenn das so viel wäre, den jährlichen Gesundheitsbonus bekommen habe - unter 10 jährlichen Krankheitstagen bekommt man nämlich eine prozentual berechnete Prämie ausgezahlt. Und für mich heißt das, solange man die Prämie noch bekommt ist man auf jeden Fall schonmal auf der sicheren Seite.

    Chef meinte, alle Krankheitstage ohne Attest wären ja quasi 'Sonderurlaub, den ich mir genehmige' und falls das so weiterginge, müsste ich in Zukunft immer schon am 1. Tag ein Attest vom Arzt einreichen und nicht erst wie normal ab dem 3. Tag. Außerdem meinte er der Arbeitgeber hat ein Anrecht auf meine Arbeitsleistung und dass mit Attest die Krankenkasse meinen Lohn ja bezahlen würde und ohne müsste die Firma das ja bezahlen obwohl ich gar nichts getan habe. Das fiel mir in dem Moment gar nicht weiter auf aber soweit ich weiß stimmt das auch gar nicht.

    Ich finde das völlig verrückt, denn 1. sind 7 Tage für mich jetzt nicht wirklich viel und 2. werde ich einfach sehr selten wirklich krank, zumindest so dass ich länger zuhause bleiben müsste. Ich meinte dann, falls das dann mit dem Attest in Zukunft so sein solle müsste ich mich ja dran halten, aber dass ich das trotzdem weder verständlich noch in Ordnung finde.


    Tja, das ist jetzt ca 3 Monate her und seitdem hat er nicht nochmal irgendwas dazu gesagt. Damals dachte ich, dass sie mich vielleicht zum kündigen bringen wollen. Es gab zu der Zeit viele Entlassungen in der Firma, aber nicht in unserer Abteilung. Ich habe mich seitdem schon wieder 2mal für je einen Tag krank gemeldet und keiner hat was gesagt.

    Könnt ihr das nachvollziehen? Sehe ich irgendwie seinen Punkt nicht? Ich finde 7 Krankheitstage im Jahr echt nicht viel, egal ob nun ohne oder mit Attest.

  2. Avatar von brighid
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    AW: Komische unerwartete Kritik von Chef - wie einzuschätzen?

    Zitat Zitat von absoluterfreak Beitrag anzeigen
    'hast du eventuell irgendein Problem, bei dem die Firma dir helfen könnte?'


    .
    das lese ich als hilfsangebot. nicht als kritik. man/frau möchte dich nicht loswerden- sondern dir helfen.
    deshalb die besorgte nachfrage: können wir dir helfen?

    es gibt sowas wie eine fürsorgepflicht des arbeitgebers.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern


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    AW: Komische unerwartete Kritik von Chef - wie einzuschätzen?

    Ich finde es, von mir persönlich ausgegangen, viel.

    Ich war in 2018 3 Tage krank (mit Attest), in diesem Jahr bislang einmal einen halben Tag (ohne Attest).
    Allerdings lege ich von mir aus für jeden ganzen Arbeitstag ein Attest vor. Wenn ich so krank bin, dass ich nicht zur Arbeit kommen kann gehe ich eh zum Arzt.

    Bei 7 Tagen ohne Attest hätte es bei meinem Arbeitgeber auch ein Gespräch gegeben.

    Und ja, für mich klingt es auch nach einem Fürsorgegespräch.


  4. Registriert seit
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    AW: Komische unerwartete Kritik von Chef - wie einzuschätzen?

    Kann schon sein, dass es irgendwie als Hilfsangebot gemeint war, keine Ahnung. Ich finde immer, dass es den Arbeitgeber eigentlich nicht zu interessieren hat, warum man sich krank meldet, sofern es nicht deutlich zu oft passiert.

    Dass für euch 7 Tage tatsächlich viel sind, finde ich interessant. Bei uns in der Abteilung hat glaub ich niemand weniger als 3 Tage im Jahr gemacht und einige machen deutlich mehr als ich. Nur dann vermutlich mit Attest, keine Ahnung. Es ist auch nicht so ungewöhnlich dass auch andere Leute zu spät erscheinen oder einfach mal Mittags abhauen wie es grad passt, daher überraschte mich auch dass das bei mir dann kritisiert wurde.

    In meiner allerersten Stelle war es Standard, dass die Leute 15-25 Tage im Jahr krank waren, das war aber auch ne chaotische Bude.


  5. Registriert seit
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    AW: Komische unerwartete Kritik von Chef - wie einzuschätzen?

    Ich finde 7 Krankheitstage auch ganz schön viel...

    Frag doch mal nach einem Feedback gespräch, dann kannst du die punkte nochmal ansprechen.


  6. Registriert seit
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    AW: Komische unerwartete Kritik von Chef - wie einzuschätzen?

    Die 7 Tage sind nicht das Problem.

    Sondern : hier mal 2, nächsten Monat nochmal 2, dann hier und dort nochmal einen Tag .

    Bist du krank, geh bitte zum Arzt.

    So macht es den Eindruck, du machst blau.
    Das möchte ich dir nicht unterstellen, aber diesen Eindruck könnte auch dein Chef haben
    Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen!


  7. Registriert seit
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    AW: Komische unerwartete Kritik von Chef - wie einzuschätzen?

    Nur, weil jetzt nichts gesagt wird, heißt es nicht, dass es nicht registriert wird.

    Es gibt gesetzliche Regelungen, und betriebsinterne Üblichkeiten.

    Eintageskrankenstände ohne Bestätigung können ein Problem vermuten lassen.

    Für den Arbeitgeber am besten wird es noch so dargestellt, dass der Arbeitnehmer nicht länger in Krankenstand gehen möchte, und deshalb nur 1 Tag ausfällt, und sich nicht gleich 1 Woche krank schreiben lässt.

    Du hast gesetzliche Rechte - und von denen würde ich mal ausgehen.

    Ich denke, Eintageskrankenstände machen aber - wenn sie mehrfach im Jahr vorkommen - normaler Weise jeden Arbeitgeber aufmerksam.

    Wenn du dann noch zu Besprechungen zu spät kommst und dir dein Job ohnehin keinen Spaß macht ... ein pfiffiger Arbeitgeber merkt das auch.

    Da ergibt oft die Summe der Zeichen ein Gesamtbild.
    Geändert von gundulabalduin (14.05.2019 um 18:10 Uhr)


  8. Registriert seit
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    AW: Komische unerwartete Kritik von Chef - wie einzuschätzen?

    Ich weiß nicht - ich dachte immer, eigentlich ist es doch gut, nur einen Tag krank zu sein. Ich meine, wenn ich zum Arzt gehen würde, wird man doch meistens gleich für mehrere Tage krankgeschrieben. Jedenfalls war das bisher dann so.

    Bei mir ist es halt meistens echt so, wenn ich dann mal krank bin - ich wache auf und huste mich den ganzen Tag halb tot und am nächsten Morgen ist alles schon fast wieder gut.

    Ich versteh schon irgendwie, dass das vielleicht komisch aussieht, andererseits sind ja nun November bis Januar grade die Erkältungsmonate...

    und wenn 7 Tage für den Arbeitgeber schon zu viel sind, weiß ich auch nicht, warum man dann aber noch einen 'Gesundheitsbonus' bezahlt kommt. Für mich heißt das: alles super, danke dass du so wenige Krankheitstage hattest.

    naja. Bisher wurde die geplante Maßnahme mit Attestzwang ja nicht umgesetzt.

  9. Avatar von Kitty_Snicket
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    AW: Komische unerwartete Kritik von Chef - wie einzuschätzen?

    Zitat Zitat von absoluterfreak Beitrag anzeigen
    In meiner allerersten Stelle war es Standard, dass die Leute 15-25 Tage im Jahr krank waren, das war aber auch ne chaotische Bude.
    Das glaube ich dir. das sind ja drei bis fünf Wochen pro Jahr!! (Fast schon doppelter Urlaub.)

    7 Tage sind schon relativ viel und gerade ohne Attest, da ist es nicht verwunderlich, dass der AG nachfragt, v.a. in Verbindung mit anderen Faktoren (Zuspätkommen, weniger Leistung ...).
    Bei uns wird das ebenfalls so gehandhabt - ab einer bestimmten Anzahl von Krankentagen gibt es ein Meeting dazu - und es haben schon Leute leichte Zores bekommen, obwohl sie wirklich krank waren (Bronchitis, Lebensmittelvergiftung etc) - weil es halt Firmenprozedere ist.

    Sogar einer von unseren HR-Leuten hatte ganz zu Beginn seines MA-Verhältnisses ein ähnliches Meeting - es kam raus, dass er regelmäßig überkoffeiniert war und dann ebenso regelmäßig 'crashte' - dieses Muster kam durch das Gespräch heraus und so konnte das Problem gelöst werden.

    Dein AG hat seine Geschäftsinteressen, die er wahren will - gleichzeitig ist einem guten Chef/Vorstand/etc klar, dass ein positives Betriebsklima ihm dabei wesentlich mehr hilft als eiserne Fäuste
    Whatever happened until now only served to deliver this moment.


  10. Registriert seit
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    AW: Komische unerwartete Kritik von Chef - wie einzuschätzen?

    Du kannst dich auch nur für 2-3 Tage krank schreiben lassen, wenn du einschätzen kannst, das es nicht so lange dauert. Du musst nicht eine Woche zuhause bleiben.

    Ich hätte dich auch zum Gespräch gebeten .
    Diese Häufigkeit würde ich auch hinterfragen.



    Der Arbeitgeber hat eine Fürsorgepflicht, das bedeutet aber auch,das du ihm nicht alles erzählen musst.

    Oft verbirgen sich auch familiäre Gründe dahinter. Und dann kann man auch gemeinsam eine Lösung finden.
    Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen!

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