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  1. Registriert seit
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    AW: Arbeitszeitmodelle: Vollzeit, Teilzeit – oder was ganz anderes?

    Erlebe ich anders - "vereinbar mit Familie" wird durchaus auch von jungen Männern abgefragt im Vorstellungsgespräch.

  2. Avatar von Kikiri
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    Ausruf AW: Arbeitszeitmodelle: Vollzeit, Teilzeit – oder was ganz anderes?

    Zitat Zitat von Paraplumeau Beitrag anzeigen
    Irgendwie kann ich über solche "Probleme" nur den Kopf schütteln.
    Es gibt gesetzliche Regelungen zur Kinderbetreuung, es gibt Gleichstellungsgesetze und es gibt höchst private Räume, in denen die Partner die anfallende Arbeit/Freude/Zeit untereinander aufteilen.
    In diesem Rahmen müssen jetzt individuelle Entscheidungen getroffen werden.

    Arbeitgeber stellen im Rahmen ihres Bedarfs ein. Über die Verteilung der Familienarbeit und Erwerbsarbeit muss er keine Info haben.
    Egal, wie die gesetzliche Regelung zur Kinderbetreuung ist. Wenn Du keinen Platz hast, nützt es nichts. Wenn Du einen Platz zur "falschen" Zeit hast, ist das Gesetz zufrieden, nur für Deinen Arbeitsplatz nützt es nichts. Ich kenne viele Schichtarbeiter (Pflege und Industrie). Da hilft es nicht, weil Spätschicht, Nachtsschicht und am Wochenende keine Plätze vorhanden sind. Und die Gesamtlänge von >9 Stunden (mit Anfahrt und Mittagspause und Rückkehr) ist auch nicht bei 7,5 h oder 8 h möglich. Da muss reduziert gearbeitet werden.
    Wenn dann noch eine längere Anfahrt (Pendeln) dazukommt, lohnt es sich für die 4 h kaum, die 2*1,5 h zu fahren. Homeoffice klappt auch nicht.

    Zitat Zitat von Paraplumeau Beitrag anzeigen
    Du schreibst, als würde weibliche Berufstätigkeit gerade erfunden.
    Sogar meine Großmütter (Jahrgang 1924 und Jahrgang 1928) haben jeden verdammten Tag gearbeitet, eine mit drei, die andere mit vier Kindern.
    Ich kenne keine Mutter hier in der Umgebung oder in meiner Verwandschaft, die innerhalb der ersten drei Jahre wieder voll gearbeitet hat. Es gibt Ausnahmen, die blieben nur 1 Jahr weg und arbeiten dann 50% Teilzeit. Oder kommen nach 6-12 Wochen wieder mit 50-60% Teilzeit. Oder sie arbeiten Vollzeit (Schichtbedingt) aber erst nach 3 Jahren. Anders ist es mir noch nicht untergekommen. Ansonsten kenne ich wirklich nur eine Mutter mit Vollzeitjob (die nach den 3 Jahren wiedergekommen ist - allerdings nur, weil eine Teilzeit zur Kündigung geführt hätte). Mehr nicht. Auch wenn die Kinder aus dem Haus sind, wollen sie nicht mehr Vollzeit arbeiten. Eher machen sie dann etwas anderes (bezahltes oder ehrenamtliches) zusätzlich, was noch andere Bedürfnisse befriedigt.

    Zitat Zitat von Paraplumeau Beitrag anzeigen
    Ich kenne eigentlich gar keine "junge" Frau mit Kindern, die nicht oder nur prekär arbeitet.
    Familie, Freunde, Bekannte, Nachbarschaft.
    Lehrerinnen, Apothekerinnen, Ärztinnen, Physiotherapeutinnen, Erzieherinnen, Ingenieurinnen, Sekretärinnen, Ministerialbeamtinnen, Hausmeisterinnen.
    Mütter die nicht arbeiten, kenne ich nicht. Allerdings kenne ich durchaus Hilfsjobs (Putzen, Gärtnern, Esotherik,...) bei Müttern, da sie sich nur außerhalb der Betreuungszeiten oder sonstwie zeiteingeschränkt bewerben können.

    Zitat Zitat von Paraplumeau Beitrag anzeigen
    Was ja im Grunde die Sache vereinfachen dürfte, denn man kehrt ja an den langjährigen Arbeitsplatz zurück.
    Das ist oft nicht möglich (Stichwort Betreuungszeit und Schichten). Dazu ist der Arbeitgeber nicht flexibel genug.

    Zitat Zitat von Saetien2 Beitrag anzeigen
    HIer gabs auch schon mal einen Thread wo eine AG aus der Brigitte schrieb sie habe ihre MA befragt bezüglich Präferenzen für zukünftige Bewerber - die Antwort war: "Bloß nicht nochmal eine Mutter".
    Und ich meine, klar, es macht aus AG-Sicht Sinn - da stellt er also eine junge Frau im Kinderalter klar oder auch eine mit einem Kind (viele kriegen ja 2) und dann rennt er in das sehr reale Risiko, dass die Dame bald in Teilzeit will oder gar in Elternzeit, für länger.
    Dabei wollte er ja eigentlich auf Jahre eine Vollzeitkraft.
    Das Risiko ist bei einem Mann oder auch nur einer älteren Frau viel geringer - warum sollte er also so dumm sein, eine Frau mit diesem Risikofaktor einzustellen wenn es auch andere Bewerber gibt?
    Aus reiner Menschenfreundlichkeit?
    Ich kenne die Arbeitsszeitreduktion jetzt schon bei mehreren Kolleginnen und Kollegen sowie Bekannten. Sie arbeiten nur noch eine vier-Tage-Woche. Nicht wegen der Kinder (sie haben z.T. gar keine), sondern um mehr Freizeit und Ausgleich zu haben. Das sind meist ältere, ab 50 Jahren. Da sind nicht die jüngeren Arbeitnehmer und nicht nur Frauen das Risiko.


    Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass der Arbeitgeber sich sehr wohl um die Familiensituation der Beschäftigen kümmern sollte. Schon im eigenen Interesse und wegen des Fachkräftemangels und dem Demografischen Wandel..
    Teure Ausbildungen die in prekären Beschäftigungen münden, helfen da nicht.
    Und zufriedene, beruhigte Eltern die sich nicht gedanklich um ihre Kinder kümmern müssen, erhöhen die Motivation und die Konzentration während der Arbeitszeit, sowie die Bindung an den Arbeitgeber. Betriebskindergärten sind da eine gute Idee. Gerade bei Schichtdienst ist es meiner Meinung nach eher Verpflichtung des Arbeitgebers als die eines anderen Trägers.

    Auch der Gedanke, kleine Kinder mit zur Arbeit nehmen zu können ist in den mir bekannten Berufen bzw. bei meinen Bekannten in keinem Fall möglich bzw. komplett verboten, genauso wenig wie Homeoffice klappen könnte. Die Ausnahmen wären höchstens flexibel für den Arbeitgeber und alle 1-2 Wochen mal ein halber Tag oder so. Nicht wirklich hilfreich für eine feste Planung der Betreuung.

    Homeoffice führt dann eher zur Verpflichtung, im Urlaub oder bei Krankheit trotzdem normal erreichbar zu sein und zu arbeiten.

    Viele Grüße von
    Kiki
    Am Ende meines Lebens will ich nicht sagen: Allen hat mein Leben gefallen, nur mir nicht!

  3. Avatar von Paraplumeau
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    AW: Arbeitszeitmodelle: Vollzeit, Teilzeit – oder was ganz anderes?

    Kiki, es ist ja nun nicht so exotisch, dass Menschen an unterschiedlichen Orten unterschiedliche Erfahrungen machen. Zumal wenn mal eine tatsächliche und ideologische Mauer zwischen ihnen stand.
    Wenn ich anderer Leute Innerstes sehen wollte, wäre ich Gerichtsmedizinerin geworden.

  4. Avatar von Paraplumeau
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    AW: Arbeitszeitmodelle: Vollzeit, Teilzeit – oder was ganz anderes?

    Ich habe im Übrigen vor meinen Kindern sehr gern Schichten gearbeitet. Und entschieden, dass es mit Kindern nicht geht, zumal wenn der Partner auch Schichten arbeitet. Mit Kindern ergeben sich ganz andere Notwendigkeiten und gelegentlich ist es eben notwendig, sich selbst flexibel zu zeigen.
    Wenn ich anderer Leute Innerstes sehen wollte, wäre ich Gerichtsmedizinerin geworden.

  5. Avatar von Sneek
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    AW: Arbeitszeitmodelle: Vollzeit, Teilzeit – oder was ganz anderes?

    Zitat Zitat von Kikiri Beitrag anzeigen
    Sie arbeiten nur noch eine vier-Tage-Woche. Nicht wegen der Kinder (sie haben z.T. gar keine), sondern um mehr Freizeit und Ausgleich zu haben. Das sind meist ältere, ab 50 Jahren. Da sind nicht die jüngeren Arbeitnehmer und nicht nur Frauen das Risiko.
    Ist bei uns auch so, durch die Brückenteilzeit gab es eine richtige Welle an Reduzierungen. Risiko für den AG? Zero. Der Mitarbeiter hat die gleichen Aufgaben wie vorher und kriegt weniger Geld.

  6. Avatar von Kikiri
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    AW: Arbeitszeitmodelle: Vollzeit, Teilzeit – oder was ganz anderes?

    Zitat Zitat von Paraplumeau Beitrag anzeigen
    Kiki, es ist ja nun nicht so exotisch, dass Menschen an unterschiedlichen Orten unterschiedliche Erfahrungen machen. Zumal wenn mal eine tatsächliche und ideologische Mauer zwischen ihnen stand.
    Deshalb denke ich ja, dass es sich insgesamt bessern wird:
    Durch den Fachkräftemangel mussten damals in der DDR die Frauen arbeiten (so wurde es mir jedenfalls mal beigebracht), und so sieht hier allgemein die Zukunft aus.
    Die Betreuung (auch der pflegebedürftigen Eltern) verlangt den Angehörigen einiges ab, und dafür müssen die Gesetzgeber und Arbeitgeber Hilfen anbieten. Sonst gibt es keine Einkommenssteuern und keine Produktion/Dienstleistung. Früher hat eher mal eine nicht berufstätige Tochter gepflegt. Jetzt gibt es weniger Kinder, und die arbeiten alle oder wohnen z.B.durch die Mobilität auch mitunter am anderen Ende der Republik (oder der Welt).
    Am Ende meines Lebens will ich nicht sagen: Allen hat mein Leben gefallen, nur mir nicht!


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    AW: Arbeitszeitmodelle: Vollzeit, Teilzeit – oder was ganz anderes?

    Zitat Zitat von Kikiri Beitrag anzeigen
    Deshalb denke ich ja, dass es sich insgesamt bessern wird:
    Durch den Fachkräftemangel mussten damals in der DDR die Frauen arbeiten (so wurde es mir jedenfalls mal beigebracht), und so sieht hier allgemein die Zukunft aus.
    Die Betreuung (auch der pflegebedürftigen Eltern) verlangt den Angehörigen einiges ab, und dafür müssen die Gesetzgeber und Arbeitgeber Hilfen anbieten. Sonst gibt es keine Einkommenssteuern und keine Produktion/Dienstleistung. Früher hat eher mal eine nicht berufstätige Tochter gepflegt. Jetzt gibt es weniger Kinder, und die arbeiten alle oder wohnen z.B.durch die Mobilität auch mitunter am anderen Ende der Republik (oder der Welt).
    Das Problem daran ist, das Arbeitgeber nicht unbegrenzt anbieten können. Wenn die Kosten, welche in Deutschland sowieso schon sehr hoch sind, dadurch weiter steigen, werden diese das Land kurzerhand verlassen. Eine alternde Gesellschaft, abnehmendes Bildungsniveau (auch wenn die formalen Abschlüsse höher zu sein scheinen, eine Generation mit abnehmender Leistungsbereitschaft (Freizeit ist alles) ist eine toxische Mischung, für ein Land das von seiner Industrie lebt. Da bin ich mal schwer gespannt was hier und Zukunft noch angeboten werden muss und wird.


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    AW: Arbeitszeitmodelle: Vollzeit, Teilzeit – oder was ganz anderes?

    Zitat Zitat von Paraplumeau Beitrag anzeigen
    Irgendwie kann ich über solche "Probleme" nur den Kopf schütteln.
    Ich schüttel hier gerade über dich den Kopf. Was du hier in Anführungszeichen setzt, SIND Probleme und gerade in Westdeutschland Realität.


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    AW: Arbeitszeitmodelle: Vollzeit, Teilzeit – oder was ganz anderes?

    Zitat Zitat von Kikiri Beitrag anzeigen
    Ich kenne keine Mutter hier in der Umgebung oder in meiner Verwandschaft, die innerhalb der ersten drei Jahre wieder voll gearbeitet hat. Es gibt Ausnahmen, die blieben nur 1 Jahr weg und arbeiten dann 50% Teilzeit. Oder kommen nach 6-12 Wochen wieder mit 50-60% Teilzeit.
    Das geht mir ähnlich. Ich mit meinen 65-75% Teilzeit bin schon fast die Exotin, die meisten Mütter, die ich kenne, arbeiten maximal 50% - auch einige mit Schichtdienst (Ärztinnen, Krankenschwestern, Flugbegleiterin o.ä.). Die Vollzeit-tätigen Mütter, die ich kenne, haben alle 1. nur ein Kind (oder die großen Kinder sind schon aus dem Haus, so dass nur noch 1 Kind übrig ist), 2. einen Partner, der Freiberufler ist oder gleichzeitig mit dem Partner Jobs im ÖD in einem Bereich, in dem die Arbeitszeiten sehr berechenbar und teilweise flexibel sind.


  10. Registriert seit
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    AW: Arbeitszeitmodelle: Vollzeit, Teilzeit – oder was ganz anderes?

    Ich denke, dass ist regional sehr verschieden - unsere Kreisstadt z. B hat ein Überangebot an Betreuungsplätzen in allen Altersgruppen, inkl. einer Schichtarbeit - und Wochenendkita/Hort, den sich diverse Firmen teilen... Aber die Frauen, die ihre Kinder früh in die Betreuung geben haben die Hausfrauen im Genick.

    Unsere Kinder sind erwachsen, aber ich bin die einzige Frau in der Nachbarschaft, die voll arbeitet. Mehr als 450 Euro wollen die meisten nicht, wegen der Steuer..

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