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  1. Registriert seit
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    AW: Arbeitszeitmodelle: Vollzeit, Teilzeit – oder was ganz anderes?

    Für Deutschland muss ich zustimmen, dass Vollzeitjob und kleine Kinder kaum vereinbar sind. Es gibt zu wenig Krippenplätze, Tagesmütter, die Strukturen sind sehr schlecht und in den Köpfen herrscht bei den Meisten immer noch die Meinung eine Mütter gehört nach Hause.
    Später wird es nicht besser, Schule endet meist Mittags schon und anderweitige Betreuungen gibt es kaum.

    Alle meine Freunde, die in Deutschland kleine Kinder haben, blieben erstmal daheim und dann nach 1-3 Jahren in Teilzeit wieder einzusteigen, wenn überhaupt möglich.

    Ich wohne im Nachbarland und hier ist alles anders, man wird lange suchen müssen eine Frau zu finden, die mit Kindern nicht 80% oder 100% arbeitet. Krippenplätze oder Tagesmütter sind problemlos zu finden, Betreuungszeiten von 7.30 bis 18.30 sind Standard und vom Kindergarten an (es besteht Kindergartenpflicht ab 3 Jahren soweit ich weiß) ist Betreuung gegeben. Schule geht ebenfalls von 8 bis mindestens 16 Uhr (ab der 1. Klasse) danach Hausaufgabenbetreuung oder sportliche Aktivitäten.

    Daher arbeiten hier logischerweise alle Frauen und keiner wird dumm angeschaut wie ich es in D oft werde, wenn ich erzähle, dass ich zwei kleine Kinder habe (14 Monate und 2 1/2 Jahre) und Vollzeit arbeite.

    Es ist manchmal anstrengend, verlangt gute Organisation, aber ist für mich persönlich extrem befriedigend. Meine Kinder gehen gern zur Tagesmutter (sie ist wie eine Oma) und es gab noch nie Abschiedstränen oder ähnliches.
    Es kommt natürlich auf darauf an, wo man wohnt. Unsere Kinder werden in eine Privatschule (zweisprachig) in unserem Viertel gehen, der Kindergarten bis Schule (15/16 Jahre) anbietet. Die weiterführende Schule (bis zum Abitur) ist ebenfalls nur 5 Minuten entfernt. Das finde ich viel viel angenehmer, als lange Buszeiten in Kauf zu nehmen. Freizeitangebote (Sport, Musik, Theater etc) werden über die zusätzlichen Angebote dieses Ganztagssystems abgedeckt.

    Schwieriges Thema im Allgemeinen und das soll jeder so machen wie er möchte, ich würde mir allerdings gerade von Deutschen etwas mehr Toleranz wünschen, ich sehe leider nur zu oft, wie schnell andere Frauen „abgefeindet“ werden, die schnell wieder Vollzeit arbeiten. In andern Ländern ist Vollzeitarbeit mit Kindern die Regel, allerdings sind die Strukturen und Bedingungen sehr viel besser als in Deutschland.
    Geändert von CamelliaSinensis (22.11.2019 um 13:42 Uhr)


  2. Registriert seit
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    AW: Arbeitszeitmodelle: Vollzeit, Teilzeit – oder was ganz anderes?

    @Camilla: die deutschen Frauen scheint das auch einfach nicht so sehr zu stören. Weder sehe ich sinnvoll organisierte Proteste, noch ein signifikantes Maß an Selbstorganisation, um das Problem zu lösen. Keine Buggy-Straße von München nach Berlin.
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  3. Registriert seit
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    AW: Arbeitszeitmodelle: Vollzeit, Teilzeit – oder was ganz anderes?

    Eine junge Kollegin von mir wurde heute gefragt, warum sie denn überhaupt Kinder bekommen hätte, wenn sie sie abschiebt.
    Antwort : "Beim Großen war mir langweilig und die Kleine passte gut zur Handtasche."

    Fand ich gut gekontert :)


  4. Registriert seit
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    AW: Arbeitszeitmodelle: Vollzeit, Teilzeit – oder was ganz anderes?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Wenn ich so mitkriege, mit welchen psychologischen Tricks und Doppeldeutigkeiten und hohlen Marketingworten die Kinder heute bearbeitet werden, frag ich mich gelegentlich, ob Rohrstock tatsächlich so viel übler war. Da hatte man wenigstens im Lehrer ein klares und deutliches Hassobjekt, und wird nicht selbst dazu getrieben, sich schwach und unfähig zu fühlen, und dazu noch schuldig und beschämt, ohne zu wissen, dass (und wie) man da rauskommen kann.

    gruss, barbara
    Die Kinder haben sich sicher früher beim Rohrstock-Lehrer ebenso schuldig, beschämt, schwach und unfähig gefühlt wie die Kinder heute. Zumal auch früher psychische Gewalt ebenso an der Tagesordnung war wie physische. Vielleicht war es damals ein 50:50-Verhältnis zwischen seelischer und körperlicher Gewalt, heute ist es eben vorwiegend (!) psychische Gewalt.

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