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  1. Registriert seit
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    Kollegin was sagen?

    Liebe Bricom,

    Ich benötige mal einen Ratschlag, wie ich mich in der derzeitigen beruflichen Situation verhalten soll. Meine Lieblingskollegin hat auf Ende Mai gekündigt, was ich sehr schade finde. Wir verstehen uns persönlich sehr gut, haben auch das ein oder andere Mal Privat etwas unternommen. Ich kann ihre Entscheidung nachvollziehen zu gehen, sie hat auch unserem gemeinsamen Vorgesetzten ihre Gründe dargelegt.

    Unser Vorgesetzter hatte fachlich schon vor ihre Kündigung nicht die höchste Meinung von ihr, aber seit sie gekündigt hat, nimmt er es echt persönlich und lästert mir gegenüber. Nicht über ihre Person, aber über ihre Arbeitskraft. . Ich habe dazu nichts gesagt und meistens vom Thema abgelenkt. Es steht mir nicht zu, ihre fachlichen Qualitäten zu beurteilen, da wir zwar miteinander arbeiten, aber doch in unterschiedlichen Positionen/Abteilungen. Trotzdem habe ich ein saublödes Gefühl, als wäre ich Mitwisserin. Ich muss sagen, ich hab ein echt gutes Verhältnis zum Chef. Er erzählt mir auch vieles, aber ich äußere mich nicht zu so etwas. Bisher hat er das auch noch nie gemacht. Das irritiert mich auch (und es ist unprofessionell).

    Sie ist total enttäuscht, dass die Firma gar nicht versucht hat, sie zum Bleiben zu bewegen. In meinen Augen ist das normal, sonst würde ja jeder kündigen, weil er dann mehr Gehalt raushandeln könnte. Ein Stück weit ist sie also naiv, was darin liegt, dass es ihr erster Job nach der Uni war und sie jetzt doch 8 Jahre in der Firma war. Sie ist auch enttäuscht, dass unser Vorgesetzter sie weitgehend ignoriert und fragt dauernd, ob ich was weiß.

    So, ich will mich da aber raushalten.
    Ich arbeite da weiter, ich will auch weiter Kontakt zu ihr haben.
    Es geht mich schlichtweg nichts an. Umgekehrt bin ich langsam genervt von der Fragerei und auch ein bisschen von ihrer Naivität, was die Kündigung angeht und ihre sehr hohe Erwartungshaltung. Was tun?

  2. Avatar von BlueVelvet06
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    AW: Kollegin was sagen?

    Zitat Zitat von Schreibspecht Beitrag anzeigen
    Sie ist total enttäuscht, dass die Firma gar nicht versucht hat, sie zum Bleiben zu bewegen. In meinen Augen ist das normal, sonst würde ja jeder kündigen, weil er dann mehr Gehalt raushandeln könnte. Ein Stück weit ist sie also naiv, was darin liegt, dass es ihr erster Job nach der Uni war und sie jetzt doch 8 Jahre in der Firma war. Sie ist auch enttäuscht, dass unser Vorgesetzter sie weitgehend ignoriert und fragt dauernd, ob ich was weiß.

    So, ich will mich da aber raushalten.
    Ich arbeite da weiter, ich will auch weiter Kontakt zu ihr haben.
    Es geht mich schlichtweg nichts an. Umgekehrt bin ich langsam genervt von der Fragerei und auch ein bisschen von ihrer Naivität, was die Kündigung angeht und ihre sehr hohe Erwartungshaltung. Was tun?
    Sag ihr das doch einfach so.
    „Liebe XY, du bist meine Lieblingskollegin, ich finds schade, dass du gehst. Aber für alles, was dein Verhältnis zur Firma betrifft, bin ich nicht zuständig, sondern [Vorgesetzter]. Bitte kläre das mit ihm. Und jetzt lass uns über was anderes reden.“

    So wie du es schilderst, hat(te) ihr Vorgesetzter anscheinend eine andere Einschätzung ihrer Leistung als sie, also einen klassischen Selbstbild/Fremdbild Konflikt. Hatte sie denn erwartet, durch die Kündigung eine andere Einschätzung erzwingen zu können? Wäre sie denn geblieben, also hat sie keine neue Stelle?
    Ihr wollt im Kontakt bleiben oder gehst du davon aus, dass sich eure Wege bald trennen werden?
    Polnischer Abgang: die Party verlassen, ohne sich zu verabschieden
    Brexit: sich von allen auf der Party verabschieden, dann aber bleiben
    BER: Große Party für kommendes Wochenende ankündigen und dann 11 Jahre später erstmal Eiswürfel kaufen

    ja, ist geklaut


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    AW: Kollegin was sagen?

    Ich denke auch, es wäre das Beste, wenn du sowohl deinem Vorgesetzten, als auch deiner Lieblingskollegin klarmachst, dass du dich aus der Sache raushalten willst.


  4. Registriert seit
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    AW: Kollegin was sagen?

    Zitat Zitat von Wolfgang11 Beitrag anzeigen
    Ich denke auch, es wäre das Beste, wenn du sowohl deinem Vorgesetzten, als auch deiner Lieblingskollegin klarmachst, dass du dich aus der Sache raushalten willst.
    Unterschreib.
    Den Wind können wir nicht ändern, aber wir können ihm eine andere Richtung geben (Aristoteles)


  5. Registriert seit
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    AW: Kollegin was sagen?

    Zitat Zitat von Schreibspecht Beitrag anzeigen
    Umgekehrt bin ich langsam genervt von der Fragerei und auch ein bisschen von ihrer Naivität, was die Kündigung angeht und ihre sehr hohe Erwartungshaltung. Was tun?
    1. sie fragt, weil sie unsicher ist und ihr schlicht die Lebenserfahrung fehlt (was du als Naivität bezeichnest).
    Dann gebe doch deine Lebenserfahrung weiter und erkläre ihr, wie es in der Arbeitswelt zugeht.
    Dass es normal ist, nach der Kündigung nicht mehr mit Samthandschuhen angefasst zu werden und ihre Erwartungen von bestimmt kaum einer Firma erfüllt werden würden.

    2. dein Chef nimmt die Kündigung offenbar persönlich und erzählt dir mit diesem Herabsetzen der Kollegin von seinem Frust, Enttäuschung und was sich sonst noch dahinter verbergen wird.
    Nehme das wahr und lass ihm diesen Freiraum- er redet genau genommen viel mehr von sich als über die Kollegin
    Das Thema direkt ansprechen würde ich nicht, denn damit würdest du eine Grenze überschreiten, die niemals gut wäre.
    Ich finde du machst es perfekt, indem du nicht darauf eingehst und es nur stehen lässt ( das ist auch ein statement, was der Chef ja durchaus mitbekommt- auch, wenn er es ignoriert).

    Kurz: rede mit deiner Kollegin und erkenne, wie jeder auf seine Art mit dem Thema "zu kämpfen" hat.

    Das wird sich auch wieder legen- nehme das alles nicht so ernst- bleib du ruhig und lass den Chef reden.

  6. Moderation
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    AW: Kollegin was sagen?

    Zitat Zitat von Schreibspecht Beitrag anzeigen
    So, ich will mich da aber raushalten.
    Wenn du dich raushalten willst, halte dich raus.

    (Übrigens, viele Leute haben Gründe zu kündigen, die nichts damit zu tun haben, daß sie gerne mehr Geld hätten. Zwar hätte jeder gerne mehr Geld, aber allein deswegen zu gehen ist gar nicht so häufig. Und "mitzuhalten" ist oft eine schlechte Strategie für die Firma, denn dann halten sie jemanden, der schon die Laufschuhe anhat.)

    Sag der Kollegin mitfühlend, "das ist schon scheiße", und "ich weiß auch nicht, was die umtreibt" oder "vielleicht ist das nicht klar angekommen, daß das ein Verhandlungsmanöver war" (das ist aber schon recht... naja...) und bring das Gespräch auf ihren neuen Job. Es hilft absolut keinem wenn du jetzt das Dampfablassen von deinem Chef weiterträgst. Jemand, der geht, ist immer ein risiokoloses Ziel des Dampfablassens, aber trotzdem bringt es einen um den Nachtschlaf, zu genau zu wissen, was Leute über einen reden, wenn sie einen nicht dabei ansehen müssen.

    Ich würde allerdings versuchen, einen Weg zu finden, deinem Chef zu sagen, daß du weder wissen mußt, was er über die Kollegin zu sagen hat, noch wissen willst noch solltest. Solche Nachrede schadet dem Betriebsklima, weil jeder davon ausgeht, daß wenn der Chef hinter dem Rücken der einen schlecht über sie spricht, er das auch bei allen anderen tut.
    ** Moderatorin in Sparforum, Freundschaftsforum, und "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **


  7. Registriert seit
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    AW: Kollegin was sagen?

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Ich würde allerdings versuchen, einen Weg zu finden, deinem Chef zu sagen, daß du weder wissen mußt, was er über die Kollegin zu sagen hat, noch wissen willst noch solltest. Solche Nachrede schadet dem Betriebsklima, weil jeder davon ausgeht, daß wenn der Chef hinter dem Rücken der einen schlecht über sie spricht, er das auch bei allen anderen tut.
    So sehr das stimmt- so wenig kann man sowas einem Chef sagen- meine Meinung.

    Letztlich ist das Verhalten des Chefs sehr mies und wer ihm diesen Spiegel vorhält, der wird ihn beschämen.
    DAS wiederum wird niemals ungesühnt bleiben- wer sich beschämt fühlt, vergisst sowas nicht mehr........und da nützt es auch ncihts, dass die TE nur die Botin ist (die in damaligen Zeiten nicht zufällig hingerichtet wurden).

    ich- würde mich dazu also möglichst zurück halten- man befindet sich in so einer Situation auf dünnem Eis (leider ganz unschuldig).

    Wichtig ist letztlich doch auch, den Chef zu erleben, wie er IST.
    Er ist nunmal jemand, der andere schlecht macht und sollte das je mit der TE geschehen, bleibt die große Überraschung aus!
    Auch was wert!

  8. Moderation
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    AW: Kollegin was sagen?

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    So sehr das stimmt- so wenig kann man sowas einem Chef sagen- meine Meinung.
    Ja. Ich hatte Chefs, wo ich sagen konnte, "Chef, die Personalbewertung ist was, was ich eigentlich nicht wissen sollte..." und der Hinweis kam an, und welche, die vielleicht ein schlechteres Gewissen hatten was ich lieber nicht anstubsen wollte.

    Dann bleibt nur, es nicht zu ermutigen und das Thema zu wechseln. (Was bei Chefs ja oft ganz gut geht: "Ja. Ich wollte eigentlich fragen, wann ist der Abgabetermin für X?" Oder so.)
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  9. Registriert seit
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    AW: Kollegin was sagen?

    Zitat Zitat von BlueVelvet06 Beitrag anzeigen

    So wie du es schilderst, hat(te) ihr Vorgesetzter anscheinend eine andere Einschätzung ihrer Leistung als sie, also einen klassischen Selbstbild/Fremdbild Konflikt. Hatte sie denn erwartet, durch die Kündigung eine andere Einschätzung erzwingen zu können? Wäre sie denn geblieben, also hat sie keine neue Stelle?
    Ihr wollt im Kontakt bleiben oder gehst du davon aus, dass sich eure Wege bald trennen werden?
    Das trifft es ganz gut. Sie hat eine neue Stelle im Familienbetrieb ihres künftigen Schwiegervaters. Komplett andere Branche. Nach eigener Aussage wäre sie gerne bei uns geblieben, wenn sich was ändert (mehr Geld, bessere Kommunikation, Verhältnis zu zwei Kollegen..). Sie hat tatsächlich erwartet, dass ihr ein neues Angebot gemacht wird. Die Erfahrung "Jeder ist ersetzbar" schmerzt sie sehr. Unser Chef nimmt das übrigens wirklich persönlich - so ist mein Eindruck. Ich finde eure Ratschläge aber gut und werde mich da raushalten.
    Ich denke schon, dass wir in Kontakt bleiben. Ob das dann wirklich so kommt, muss man sehen.


  10. Registriert seit
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    AW: Kollegin was sagen?

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    So sehr das stimmt- so wenig kann man sowas einem Chef sagen- meine Meinung.

    Letztlich ist das Verhalten des Chefs sehr mies und wer ihm diesen Spiegel vorhält, der wird ihn beschämen.
    DAS wiederum wird niemals ungesühnt bleiben- wer sich beschämt fühlt, vergisst sowas nicht mehr........und da nützt es auch ncihts, dass die TE nur die Botin ist (die in damaligen Zeiten nicht zufällig hingerichtet wurden).

    ich- würde mich dazu also möglichst zurück halten- man befindet sich in so einer Situation auf dünnem Eis (leider ganz unschuldig).

    Wichtig ist letztlich doch auch, den Chef zu erleben, wie er IST.
    Er ist nunmal jemand, der andere schlecht macht und sollte das je mit der TE geschehen, bleibt die große Überraschung aus!
    Auch was wert!
    Ja, das ist ein guter Hinweis. Der Chef geht aber auch bald (in Rente) und der Nachfolger ist schon benannt und bekannt. Daher sage ich nichts dazu und ich hatte den Gedanken tatsächlich schon: "Wer weiß, wie er über mich spricht". Aber es ist manchmal auch schwer, das Thema zu wechseln. Ich will aber mit ihm nicht über meine Lieblingskollegin reden, es sei denn es geht um die Neuorganisation ihrer Aufgaben.

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