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  1. Moderation
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    AW: Vertrauensarbeitszeit: Große Freiheit oder Leibeigenschaft

    Zitat Zitat von primusinterpares Beitrag anzeigen
    Gibt es hierzu Erfahrungen?
    Nur Beobachtungen:

    Hängt total vom Laden ab, und auch davon, wie du dich selbst organisieren und dich abgrenzen kannst.
    Wenn du dir anguckst, wo die 450 Überstundne hergekommen sind, und weswegen du es geschafft hast, 150 abzubauen, sagt dir das schon einige darüber, wie du erwarten kannst, mit Vertrauensarbeitszeit klarzukommen.
    Rechne mal aus: Wenn du weiterhin so viel arbeitest wie jetzt und Überstunden weder bezahlt kriegst noch abfeiern kannst (Gleittage rausrechnen): Steigt oder sinkt dein Stundenlohn? Wenn er sinkt, arbeitest du zu viel!

    Wie groß ist der Vorteil "Homeoffice" für dich?
    Wie ist das organisiert? (Arbeitszeitgesetz gilt ja trotzdem) -- ist das vertrauenerweckend?
    Wie geht es anderen Leuten in der Firma, die Vertrauensarbeitszeit haben?
    Kommst du notfalls aus der Sache wieder raus?
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  2. Avatar von Sugarnova
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    AW: Vertrauensarbeitszeit: Große Freiheit oder Leibeigenschaft

    Zitat Zitat von Matt_K Beitrag anzeigen
    Im Moment bin ich gerade auf Jobsuche, hatte schon einige Gespräche, aber in der IT sind die Stellen mit brauchbarer Zeit und Überstundenregelung sehr rar.
    Dir alles Gute, Matt.

    Mein Eindruck ist eher, dass Zeiterfassung wieder zunimmt.


  3. Registriert seit
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    AW: Vertrauensarbeitszeit: Große Freiheit oder Leibeigenschaft

    Zitat Zitat von Sugarnova Beitrag anzeigen
    Untersuchungen zeigen, dass Vertrauensarbeit im Schnitt viel mehr Ueberstunden produziert. Mag es auch "nur" vorauseilendem Gehorsam sein ...

    Mach es nicht.
    So sehe ich es auch. Deckt sich auch mit den Aussagen von KollegInnen, die so arbeiten. Ich habe beides durch und schätze präzise Zeiterfassung. Meiner persönlichen Meinung nach ist Vertrauensarbeitszeit eine Methode der Arbeitgeber, die AN zu (möglichst unbezahlten) Überstunden anzuhalten.
    Wenn ich die Wahl hätte, würde ich immer die Zeiterfassung wählen. Wenn ich doch in Vertrauenszeit arbeite, schreibe ich meine Stunden auf.

  4. Inaktiver User

    AW: Vertrauensarbeitszeit: Große Freiheit oder Leibeigenschaft

    Zitat Zitat von AE90 Beitrag anzeigen
    Wenn ich doch in Vertrauenszeit arbeite, schreibe ich meine Stunden auf.
    Damit ist es nicht getan.
    Im Zweifels- und schlimmstenfalls Streitfall wirst Du leer ausgehen. Im Nachhinein braucht man einem AG auch nicht mit ner ÜStundenlatte kommen. Wechseln wir doch einfach mal die Positionen: Was würdest Du denn sagen, wenn eine Mitarbeiterin plötzlich mit 300 Stunden um die Ecke biegt und Dir sagt, dass sie diese schon seit Jahren aufhäuft, aber bisher nicht abbummeln konnte und um Auszahlung habe man auch nicht gebeten?

    Wenn überhaupt, möchte ich zumindest als AGin über die ÜStunden meiner Mitarbeiter zum einen informiert werden (die ich bei Darlegung des Weshalb und Warum auch abzeichne) und zum anderen die Möglichkeit haben, ggf. gegenzusteuern, wenn die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter auf Dauer mit dem Arbeitsplatz bzw. der Arbeitsmenge überfordert ist. Ich tue mir letztlich selbst keinen Gefallen, ggf. einen guten Mitarbeiter/Mitarbeiterin zur Konkurenz abwandern zu sehen, nur weil ich nicht überall sein kann. Von Krankschreibungen und somit Totalausfällen einmal ganz abgesehen.

    Wäre natürlich der Idealfall.

    Meist (gerade in Megafirmen) ist es den Verantwortlichen ziemlich egal, unter welchem Stress die Leute stehen.

    Und die Vertrauensarbeitszeit ist ein willkommenes und probates Mittel, die Leute auszuquetschen, weil keine/r den Mumm aufbringt, offen zu sagen: So, jetzt reichts mir. Es ist definitiv zuviel und ihre Vertrauensarbeitszeit können Sie sich sonstwo hinstecken. Mir schwant, das hat System, weil ich so zugebombt werde mit Arbeit/Aufträgen, dass ich gar keine Zeitkorridore habe, wo ich meine Mehrzeit abbummeln könnte (s. Post von Matt).

    Haben die Leute die Korridore und können zeitnah ihre ÜStunden auch tageweise abbummeln oder wie auch immer, ist das System auch ausgewogen. Dann lässt es sich gut arbeiten, wenn auch die übrigen Kollegen auf dem gleichen Niveau arbeiten und es sich somit auch hier ausgleicht.

    Ist es aber, wie bei mir, wo Abteilungen unterschiedliche Chefs haben (der eine arbeitet gerafft, strukturiert und flott; andere machen aus jedem Vorgang nen Jahresvertrag und müssen zu all und jedem ihren Senf dazugeben), schlägt sich das auch in den jeweiligen Sekretariaten nieder.

    Und nein, aufgrund wechselseitiger Vertretungsverpflichtungen, ginge keine mittags flötend aus dem Haus, weil ihr Chef weiß, wie Vorgänge schnellstmöglich einer Erledigung zugeführt werden und die andere Kollegin ist vor Aktenbergen nicht mehr zu sehen, weil ihr Chef Arbeit ohne Ende produziert, die sie zu erledigen hat.

    Wir haben uns deshalb auch dagegen entschieden, weil wir um unser bisheriges gutes Betriebsklima fürchteten.

    Wer ÜStunden hat, gleitet auch, keine Frage; aber unter der Vertrauensarbeitszeit sähe es - sicherlich nicht bei allen - vielleicht anders aus. Und um erst gar nicht gewissen Leuten gewisse Möglichkeiten zu schaffen, hat die Mehrheit nein gesagt.


  5. Registriert seit
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    AW: Vertrauensarbeitszeit: Große Freiheit oder Leibeigenschaft

    Wow, man bietet 5% mehr Gehalt und will dafür 300 Stunden im Gegenzug mal einfach so streichen-ob das arbeitsrechtlich überhaupt zulässig wäre? Wir reden hier umgerechnet von knappen zwei Monaten Vollzeit, die der AG unentgeltlich verfallen lässt!

  6. Inaktiver User

    AW: Vertrauensarbeitszeit: Große Freiheit oder Leibeigenschaft

    Zitat Zitat von BL75 Beitrag anzeigen
    Wow, man bietet 5% mehr Gehalt und will dafür 300 Stunden im Gegenzug mal einfach so streichen-ob das arbeitsrechtlich überhaupt zulässig wäre?
    Um das zu klären, müsstest Du bei Weigerung des AG das Arbeitsgericht anrufen, sprich klagen.

    Weiß ja nicht, wie weit die Vertragsverhandlungen inzwischen gediehen sind?

    Spätestens wenn eine Änderungskündigung ins Haus flattert, sind die Fachleute gefragt.

  7. VIP Avatar von xanidae
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    AW: Vertrauensarbeitszeit: Große Freiheit oder Leibeigenschaft

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was würdest Du denn sagen, wenn eine Mitarbeiterin plötzlich mit 300 Stunden um die Ecke biegt und Dir sagt, dass sie diese schon seit Jahren aufhäuft, aber bisher nicht abbummeln konnte und um Auszahlung habe man auch nicht gebeten?
    Genau so einen Fall kenne ich vom Arbeitsgericht. Der Richter hat pro Arbeitnehmer entschieden, da es Führungsaufgabe sei, die Stunden der MA zu kontrollieren und zu verhindern, dass diese Menge an Überstunden aufgehäuft wird. Die Geschäftsführung ist in der Fürsorgepflicht, dass MA nicht zu viele Überstunden machen und/oder diese frei nehmen oder ausbezahlt bekommen.

    Auch bei Vertrauens- bzw. Jahresarbeitszeit.

    Vertrauensarbeitszeit heißt mE nicht, dass keiner über die Arbeitszeiten spricht, sondern nur, dass der Mitarbeiter diese nicht zwischen 9 - 17 Uhr Mo-Fr im Büro zu erledigen hat.

    Ich führe regelmäßig Gespräche mit meinen Mitarbeitern über ihre Arbeit und wie der aktuelle Arbeitszeitstand ist. Ein Mitarbeiter mit massig Überstunden kurz vor dem Born-Out bringt mir genauso wenig, wie einer, der ständig Abgabefristen verstreichen lässt und in den Minusstunden dümpelt. Hier muss der MA Eigenverantwortung und Selbstfürsorge zeigen und die Leitung Fürsorgepflicht.
    Die subtilste Form des Terrors ist die Betreuung. Man hat für ihn auch noch dankbar zu sein.
    G. Haack

  8. Avatar von Soda
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    AW: Vertrauensarbeitszeit: Große Freiheit oder Leibeigenschaft

    meine erfahrung diesbezüglich: diese sogenannte vertrauensarbeitszeit wird genau dort eingeführt, wo klar ist, dass die arbeit nicht in den vertraglich festgelegten zeiten zu schaffen ist.

    ich hatte das bisher nur einmal und möchte es nie wieder. als gimmick gabs eine woche mehr ferien. ganz toll, da hatte man in den wochen davor und danach entsprechend mehr vor- und nacharbeit
    Der Optimist hat nicht weniger oft unrecht als der Pessimist, aber er lebt froher.
    Charlie Rivel

  9. Moderation
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    AW: Vertrauensarbeitszeit: Große Freiheit oder Leibeigenschaft

    primusinterpares, mir fällt noch etwas ein, was einen wesentlichen Unterschied machen könnte: Ist dein Betrieb tarifgebunden? Geht es hier um eine AT-Stelle? Das ist m.W. ein eigenes Rahmenkorsett, das sich gut mit seinen Dos und Don'ts recherchiren läßt.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  10. Avatar von ereS
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    AW: Vertrauensarbeitszeit: Große Freiheit oder Leibeigenschaft

    ich habe auch vertrauensarbeitszeit, es waere auch gar nicht anders machbar, da ich einen großteil im auto unterwegs bin, und sehr oft von zuhause aus starte
    wenn ich im buero bin, trage ich meine geleisteten stunden ( nicht die arbeitszeit von - bis ) in einer tabelle ein, die den vorgesetzten und geschaeftsfuehrern frei zugaenglich ist
    das funktioniert und ich bekomme auch die stunden bezahlt, die ich gearbeitet habe

    natuerlich gehoert da ein gewisses vertrauen von beiden seiten dazu, aber anhand der arbeitszeit und der geleisteten arbeit sieht man schon, ob das ganze stimmig ist
    ich bekomme auftraege zugeteilt, die ich abarbeiten kann wie ich mag, das hat sehr viele vorteile
    wenn ich will kann ich frueh anfangen, oder aber auch erst spaeter, das interessiert niemanden, wie ich mich selbst organisiere
    das auge der moderatoren ist ueberall...

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