Ich arbeite seit 10 Jahren mit Vertrauensarbeitszeit und mag es nicht, aber es geht nicht anders. Klar gibt’s immer ein paar Leute, die es für sich ausnutzen, aber die Mehrzahl arbeitet mehr als 40h/Woche und damit macht die Firma nen guten Schnitt. Für 5% mehr Geld würde ich das Stempeln nicht aufgeben.
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30.03.2019, 14:02
AW: Vertrauensarbeitszeit: Große Freiheit oder Leibeigenschaft
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30.03.2019, 14:04
AW: Vertrauensarbeitszeit: Große Freiheit oder Leibeigenschaft
ich hatte bei meinem letzten Arbeitgeber Vertrauensarbeitszeit. Ich war im Projektmanagement und hatte HomeOffice, Dienstreisen zu Verschiedenen Standorten sowie Kundentermine beim Kunden vor Ort, je nach dem was so die Projektsituation erforderte.
Zentrales Zeiterfassungssystem gab es für mich nicht. Ich habe IMMER meine Stunden in einer Exceltabelle aufgeschrieben um selber eine Übersicht zu haben, zu jedem Tag eine kurze Erklärung was/wann/wo war und habe meinem Manager diese Liste auch ab und an einfach so geschickt, zu seiner Information, damit er hinterher nicht überrascht tun konnte nach dem Motto: warum haben Sie denn nicht vorher was gesagt............
In den letzten 3 oder 4 Jahren wurde ich dann sogar vom BR aufgefordert, meine Stunden darzulegen, mein Manager wurde sogar aufgefordert zur Aufschreibung Stellung zu nehmen, letztlich sollte ein Abbau vereinbart werden und der auch durchgeführt und erkennbar sein, was dann auch bei mir schon so war. (Situation war insgesamt etwas komplizierter als ich jetzt hier darstellen kann, aber Überstunden waren ein generelles Thema ebenso wie auch (sehr viele) streßbedingte Krankheitsausfälle im Unternehmen, wenn auch beides nicht direkt für mich zutraf).
Kurzgefasst also: Zeitaufschreibung muß sein, wenn kein zentrales System (mehr) vorhanden ist, dann ein eigenes System entwickeln und auch kommunizieren, Gefahren bestehen, daß es ausgenutzt wird. Ich persönlich hatte damit kein Problem und konnte die Vorteile genießen, aber andere Unternehmen ->andere Sitten (ein Schelm wer da böses...und so....)it isn´t the mountains ahead to climb that wear you out, it´s the pebble in your shoe - Mohammad Ali
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30.03.2019, 14:16Inaktiver User
AW: Vertrauensarbeitszeit: Große Freiheit oder Leibeigenschaft
Ich hab seit mehr als zehn Jahren Vertrauensarbeitszeit und finde es gut. Ich hab aber auch noch nie zu den Menschen gehört, die Überstunden anhäufen. Sowohl mit Stempelkarte als auch mit Vertrauensarbeitszeit hab ich immer so viel gearbeitet, wie mein Vertrag vorsah. Natürlich gibt es immer mal wieder Spitzen, aber die habe ich immer unmittelbar danach wieder abgebaut.
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30.03.2019, 14:25
AW: Vertrauensarbeitszeit: Große Freiheit oder Leibeigenschaft
Ich arbeite in der IT-Branche und wir haben keine Stechuhren. Jeder trägt seine Stunden in ein Programm ein. (Ich weiß nicht genau, ob man das schon Vertrauensarbeitszeit nennt?)
Es sind Arbeitszeitenkorridore vorgesehen, innerhalb derer ein Team besetzt sein muss. Es findet auf jeden Fall soziale Kontrolle statt , die Stundenbuchungen werden wöchentlich gecheckt. Es wird vorab kalkuliert, wie lange etwas ungefähr dauern wird, und da haben dann die Teamleiter schon ein Auge drauf, dass diese Zeit nicht überschritten wird.
Die Arbeitszeit kann bei diesem Modell theoretisch über alle Maßen wachsen, wenn man seine Stunden nicht ordentlich einträgt und somit der Firma bzw. dem Kunden schenkt.
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30.03.2019, 14:42
AW: Vertrauensarbeitszeit: Große Freiheit oder Leibeigenschaft
Wenn umgestellt werden soll, würde ich auf einen Cut drängen. Die bestehenden Überstunden also auszahlen lassen. Wenn du in einem Jahr nur 150 abbummeln konntest dann vlt. Sonderurlaub.
Vertrauensarbeitszeit nur, wenn du dein Sachgebiet absehen, deine Arbeit einteilen kannst, auch sagen kannst das ist schiffbar und das nicht und nicht jeder dich ad Hoc beanspruchen will und kann.
Ansonsten ist das ein Rezept für Überstunden ohne Ende. Als Karrierestart ok aber längerfristig schwierig.lg Lakotia
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Never be afraid to act ridiculous
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30.03.2019, 14:49Inaktiver User
AW: Vertrauensarbeitszeit: Große Freiheit oder Leibeigenschaft
Das mag durchaus sein, dass man auch eine Stempeluhr austricksen kann, jedoch haben wir keinerlei Berechtigung für solche Aktionen, obwohl wir uns mittlerweile "selbst verwalten", jedoch stets mit dem Umweg zur Vorgesetzten, die unsere Einträge genehmigen muss.
Und letztlich ist es gehupft, wie gesprungen, ob nun ein Zeiterfassungssystem meine Arbeitszeit "überwacht" oder ob ich es selbst tue. Bei Letzterem allerdings schwebt stets das Damokles-Schwert über Dir, ob nicht doch irgendwann einer um die Ecke biegt und Deine Aufzeichnungen sehen will. Und obendrein muss ich mich dann ggf. noch rechtfertigen, warum, wieso, weshalb ich da und dort sooo viel Zeit investiert habe und muss mir vielleicht noch sagen lassen, dass ich zuviel Arbeitszeit produziere; Kollege(n) XY machen das in der Hälfte der Zeit oä.
Inzwischen gibt es auch Systeme, die durch das Einloggen im PC die An- und Abwesenheit des Mitarbeiters "speichert" und - wie ich gehört habe - sollen sogar Tastaturbewegungen überprüftbar sein.
Überwachungsmechanismen gibt es unter Garantie zuhauf.
Wir fühlen uns weder gegängelt, noch überwacht, noch sonst was. Wir gehen morgens und nachmittags/abends zu unserem ZEUS, halten die Karte davor und gut is. Sind wir über 20 Stunden im Quartal müssen wir aufpassen; alles darüber wird rigoros gelöscht und bekommt man auch nicht wieder.
Weiterher herrscht Gleitzeit und wer die Stunden hat, kann gehen und wer nicht, der muss eben Urlaub machen.
Ob die Arbeitsgerichte Eigenaufzeichnungen stets und immer unwidersprochen so hinnehmen, steht auf einem anderen Blatt. Es kann davon ausgegangen werden, dass auch die Arbeitgeber nicht unvorbereitet in solch einen Termin stolpern und wenn die Arbeitnehmer nur daran scheitern, dass Überstunden nicht explizit angeordnet wurden, siehts schon düster aus. Da kann man noch so ne tolle Excel-Tabelle vorlegen.
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30.03.2019, 15:04Inaktiver User
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30.03.2019, 15:43
AW: Vertrauensarbeitszeit: Große Freiheit oder Leibeigenschaft
Ich bin mir zwar nicht sicher, glaube aber nicht, dass ich was mitschreiben müsste. Vertrauensarbeitszeit wird bei uns nicht in der ganzen Firma ausgerollt. Bisher haben es nur die Bereichsleiter (die schreiben bestimmt nichts auf), nun soll es aber auch auf "ausgewählte" weitere Führungskräfte übertragen werden.
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30.03.2019, 15:49Inaktiver User
AW: Vertrauensarbeitszeit: Große Freiheit oder Leibeigenschaft
Ich würde es nicht machen. Hier finde ich aber auch die Idee, mit einer neuen Abmachung vorher aufgelaufene Stunden abzukaspern, ziemlich mies. Das müsste meiner Meinung nach getrennt voneinander beahndelt werden.
Und rechne mal aus, was du von 5% mehr Brutto hast, das ist ja sicher zweistellig, lohnt sich gegenüber einer Auszahlung von Plusstunden wahrscheinlich nicht.
Gestempelt werden muss oft trotzdem, weil das Arbeitsgericht die 10-Stunden-Regelung gewahrt sehen will.
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30.03.2019, 16:38
AW: Vertrauensarbeitszeit: Große Freiheit oder Leibeigenschaft
Hm, das habe ich für mich anders definiert: die Mail ging samt der Aufschreibung an den Manager, und da habe ich dann gesagt: Schweigen gilt als Zustimmung, zumal meine Daten dann ja auch im nachhinein rausgingen, wenn er dann was zu meckern gehabt hätte, hätte ich erstens die Mail als Nachweis gehabt, zweitens auf Änderung für die Zukunft gedrungen und drittens einen Vorschlag für den Abbau der Stunden erbeten. Es kam - zumindest aber bei mir nie eine Bemerkung dazu. Insofern habe ich das für mich als Regel gelebt, und meinen Kollegen dann irgendwann später davon erzählt............
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