Wenn ich die Wahl zwischen Vertrauensarbeitszeit und Stempeln hätte, würde ich mich jederzeit fürs Stempeln entscheiden. Zahlreiche Arbeitnehmer mit Vertrauensarbeitszeit sitzen jede Woche 60 bis 70 Stunden oder noch länger im Büro und haben kein Privatleben mehr.
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03.04.2019, 10:07
AW: Vertrauensarbeitszeit: Große Freiheit oder Leibeigenschaft
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03.04.2019, 10:29
AW: Vertrauensarbeitszeit: Große Freiheit oder Leibeigenschaft
Also ich arbeite schon lange nicht mehr bei der Firma, ich hab jetzt seit fast 10 Jahren die Vertrauensarbeitszeit, was eben nicht besser ist. Ging nur darum, dass es ohne diese auch nicht unbedingt besser läuft.
Ich war der neuste in dem Team damals und ich war aufgrund der Umstände auch keine zwei Jahre dort. In der IT sind das viele Buden die größer wurden, aber die Nachteile eines StartUps nie ausgebessert haben.
Ja Schichten wären vielleicht eine Lösung gewesen, aber nichts was das Team selbständig entscheiden kann. Da steht ja noch die Kernarbeitszeit dagegen. Und so kostet es auch den Arbeitgeber nichts. Außer langfristig natürlich die Mitarbeiter, aber langfristiges denken erlebe ich selten wenn es ums Geld oder Mitarbeiterkapital geht (Weiterbildung ist da auch so ein Thema, immer muss man UpToDate sein, aber das soll man sich bitte selber in der Freizeit aneignen, schließlich ist der Beruf ja auch das Hobby).
Ich erwarte von meinen Leuten auch nicht mehr, als das was im Vertrag steht. Da man aber von mir mehr erwartet, geht das eben zu meinen Lasten. Mir wurde auch schon vorgeworfen, dass ich nicht dieses oder jenes Sonntags erledigt habe, das würde man von mir in meiner Position erwarten. Da sind wir schnell an dem Punkt, der schon angesprochen wurde, wenn einige 60h die Woche arbeiten, sehen die, die nur 50h arbeiten schnell nach Low-Performer aus.
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03.04.2019, 10:34
AW: Vertrauensarbeitszeit: Große Freiheit oder Leibeigenschaft
Ja ich auch. Kommt aber auch noch auf die Regelung drauf an. In meinem Vertrag steht, dass ich Vertrauensarbeitszeit habe, dass es keine Erfassung gibt und das sämtliche anfallende Überstunden mit dem Gehalt abgegolten sind.
Mit Sicherheit gibt es eben auch Firmen, in denen man die Zeit wieder abbauen kann oder eben auch ganze Tage freinehmen kann, der Arbeitgeber also seinen Mitarbeitern wirklich vertraut.
Bei uns ist aber ein Ausgleich eigentlich komplett ausgeschlossen, mit 2-3h die Woche kann man vielleicht noch jonglieren, später kommen, längere Pause oder ne Stunde früher weg aber mehr wird schwierig.
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03.04.2019, 11:02Inaktiver User
AW: Vertrauensarbeitszeit: Große Freiheit oder Leibeigenschaft
Siehe hierzu meinen Auszug aus einem Focus-Artikel:
Vielen Arbeitnehmern erscheint die Klausel zur pauschalen Überstundenvergütung mit dem Gehalt als unfair. Sie müssen zwar Überstunden machen, werden dafür aber nicht entschädigt. Und in der Tat hat das Bundesarbeitsgericht entschieden, dass eine arbeitsvertragliche Regelung, nach der Überstunden von dem vereinbarten Gehalt umfasst und nicht extra zu vergüten sind, unwirksam ist (BAG 01.09.2010 *– 5 AZR 517/09).
Ausgenommen sind wirklich Besserverdienende und Menschen, die besondere Fähigkeiten/Aufgaben haben. Der Artikel kann gegoogelt werden. Da stehen die Berufsgruppen drin, die leer ausgehen, also ÜStunden machen müssen/können/sollen/dürfen, die mit dem Gehalt abgegolten sind.
Matt, da hab ich so das Gefühl, gehörst Du nicht rein. Oder aber Du selbst siehst Dich richtig verortet. Dann ist das i.O.
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03.04.2019, 11:48Inaktiver User
AW: Vertrauensarbeitszeit: Große Freiheit oder Leibeigenschaft
Die Klausel "pauschal abgegolten" ist ungültig, soviel ich weiss.
Alle in meinem Umfeld hatten aber so eine Klausel drin. Das waren übrigens keine Führungskräfte oder im oberen Level. Normale Jobs.
Und nu?
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03.04.2019, 11:54Inaktiver User
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03.04.2019, 11:57
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03.04.2019, 11:58Inaktiver User
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03.04.2019, 12:13
AW: Vertrauensarbeitszeit: Große Freiheit oder Leibeigenschaft
Man sollte aber nie ganz die Möglichkeit aus dem Auge verlieren, daß schon Leute mit 49 vom Bus überfahren wurden. Man kann für die Zukunft arbeiten, aber man sollte immer auch jetzt etwas tun, was einem Freude macht, was man hat, das hat man.
Wenn einem die Arbeit oder das, was dabei rauskommt, oder was man dafür bekommt (ist ja nicht nur der schnöde Mammon
) Freude macht, ist das leichter.
Ich habe so Quartalsworkoholics im Umfeld, für die wurde das Arbeitszeitgesetz auch nicht gemacht... aber wenn nicht gerade ein Projekt ansteht, dann liegen die mit gleicher Leidenschaft in der Karibik in der Hängematte. Und deswegen haben sie keine offizielle Vertrauensarbeitszeit.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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03.04.2019, 12:24Inaktiver User
AW: Vertrauensarbeitszeit: Große Freiheit oder Leibeigenschaft
Wenn ich sie richtig verstanden habe, war das ein Denk-/Überlegungsprozess, der mit der unverhofften Erbschaft konkrete Züge annahm. Sie hatten ja auch Familie gegründet und solange gearbeitet (abgewartet?
), bis die Kids soweit groß waren und in Ausbildung. Einer muss noch unterstützt werden, aber das ist kein Problem.
Und ich hoffe doch, dass sie sich während des Schuftens was gegönnt haben?
Arbeit ist letztlich der Umweg zu allen Genüssen bei den meisten und für viele hoffe ich, dass sie gut durch's Arbeitsleben kommen.
Mit den ÜStunden ohne Vergütung (wie auch immer) ist das so eine Sache. Gehöre ich zu den sog. "Normalos", wird schon durch derartige vertragliche Regelungen (mit dem Gehalt abgegolten) deutlich, wie der AG eingestellt ist, nämlich gegen das Gesetz; wissend, dass er der Stärkere ist (hat die Aufträge und die Kohle) und kann aus den Bewerbern aussuchen ohne Ende, weiter wissend, dass er sie schon finden wird, die die Kohle brauchen, arbeiten müssen und nahezu mit jedem Vertrag einverstanden sind.


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