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  1. Administrator Avatar von BRIGITTE Community-Team
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    Bekommen Sie, was Sie verdienen?

    Liebe Userinnen, liebe User,

    anlässlich des Equal Pay Days widmet sich BRIGITTE (BRIGITTE Nr. 7, am 13. März am Kiosk) in einer großen Aktion der ungerechten Bezahlung von Frauen – denn Deutschland zählt in Sachen Gehaltsgerechtigkeit immer noch zu den EU-Schlusslichtern. Das muss sich endlich ändern!

    Startschuss ist unsere Auftaktveranstaltung am 18. März in Hamburg mit spannenden Rednerinnen. Außerdem haben wir fünf Forderungen erarbeitet, mit denen sich der Gender Pay Gap schließen lässt: mit starken Gesetzen, mehr Geld für soziale Berufe, Frauen in MINT-Berufen, Karrieremöglichkeiten in Teilzeit und mit mehr Offenheit – denn nur, wenn wir über unser Einkommen sprechen, sehen wir, wie groß die Ungerechtigkeit, mit der wir leben, tatsächlich ist.

    Austausch und Transparenz sehen wir also als wichtigen Schritt in Richtung Veränderung.
    Wie sind Ihre Erfahrungen mit dem Gender Pay Gap? Bekommen Sie, was Sie verdienen? Auch im Vergleich zu den männlichen Kollegen? Oder ist das Gehalt zwar gleich, aber bei Zulagen oder Boni werden eher die Männer bedacht? Welche Erfahrungen haben Sie mit Vorgesetzten, bei Gehaltsgesprächen und mit alltäglicher Frauenfeindlichkeit im Job gemacht?

    Wir freuen uns auf eine spannende Diskussion.

    Herzliche Grüße
    vom BRIGITTE Community-Team
    Das BRIGITTE Community-Team ist Ihr Ansprechpartner bei Fragen, Wünschen oder Problemen rund um die Community. Schreiben Sie uns gerne eine PN oder eine E-Mail.
    Geändert von BRIGITTE Community-Team (06.03.2019 um 09:00 Uhr) Grund: Kleine Anpassung vorgenommen


  2. Registriert seit
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    AW: Bekommen Sie, was Sie verdienen?

    Zitat Zitat von BRIGITTE Community-Team Beitrag anzeigen


    Wie sind Ihre Erfahrungen mit dem Gender Pay Gap? Bekommen Sie, was Sie verdienen? Auch im Vergleich zu den männlichen Kollegen? Oder ist das Gehalt zwar gleich, aber bei Zulagen oder Boni werden eher die Männer bedacht? Welche Erfahrungen haben Sie mit Vorgesetzten, bei Gehaltsgesprächen und mit alltäglicher Frauenfeindlichkeit im Job gemacht?
    Ich weiß nicht, warum das Thema „Pay gap“ immer noch so gehypt wird. Die einzig wirklich seriöse Studie zeigt, dass die Lücke im niedrigen einstelligen Prozentbereich ist, wenn man die Tätigkeiten genau vergleicht.

    Ich halte das eher für eine Ausrede, nicht härter zu verhandeln. Ich habe bislang immer das bekommen, was ich wollte - sofern ich zeigen konnte, dass ich es wert war.

    Frauenfeindlichkeit im eigentlichen Sinne habe ich nie erlebt. Vorurteile ja, aber das wundert einen jetzt ja nicht wirklich, wenn man sieht, wie schnell Frauen nach einem vielversprechenden Karrierestart in die Hauptrolle „Hausfrau und Mutter“abdriften. Am Ende sind es ja doch zur großen Mehrheit die Frauen, welche die „Familienarbeit“ machen. Da man zu sowas nicht gezwungen wird, gehe ich davon aus, dass es freiwillig geschieht.
    Geändert von Kara_Thrace (05.03.2019 um 23:54 Uhr)

  3. Moderation
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    AW: Bekommen Sie, was Sie verdienen?

    Da ich alle Umstände auf meiner Seite habe -- MINT-Beruf, große Firma, tarifliche Bezahlung, Single, kinderlos -- könnten sich Nachteile nur in der Bewertung und den resultierenden Boni verstecken, und dann verstecken sie sich gut. Ich habe ein gutes Maß an Angeboten und an Chancen zur Weiterentwicklung bekommen, und die, die mir paßten, erfolgreich wahrgenommen. Ich hatte auch in dieser Hinsicht immer Glück mit meinen direkten Vorgesetzten; ich weiß von Frauen in der gleichen Firma, die das nicht hatten und mehr dumme Sprüche und geschlechtsspezifische Arbeitszuweisungen unabhängig Qualifikation, Jobbeschreibung und Gehaltsstufe kriegten.

    Ich finde es sehr schade, wenn ich immer mal wieder höre, daß Jobs wie meiner (geregelte Arbeitszeiten, gute Bezahlung, beträchtliche Flexibilität, großzügige Regelungen für Kinderbetreuung oder Pflege) von manchen als familienunvereinbare und einer Frau nicht angemessene "Karriere" betrachtet werden, und denke, solche Einstellungen sind ein großes Hindernis für Frauen, die keinen Spitzenjob oder Führungsposition haben wollen, sondern "nur" ein gutes Auskommen.
    ** Moderatorin in Sparforum, Freundschaftsforum, und "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **


  4. Registriert seit
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    AW: Bekommen Sie, was Sie verdienen?

    Ich finde die Debatte reichlich überzogen.

    Jeder verhandelt doch seinen Lohn selbst. Und da ist eben jeder auch ein Stück weit seines eigenen Glückes Schmied.

    Wer mit seinem Lohn nicht zufrieden ist, sollte eben verhandeln oder sich was Besseres suchen. Das trifft auf beide Geschlechter zu.

  5. Avatar von Nichtnurmami
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    AW: Bekommen Sie, was Sie verdienen?

    Ich habe letztes Jahr nach 30 Jahren in einer schlecht bezahlten Branche (Apotheke als Angestellte) nochmal gewechselt, Studium mit 50, BA mit 53, grad hab ich die vierte Hausarbeit von 7 im Master weggeschickt....

    Viele meiner Exkollegen, ich lese in einigen Fachforen weiter mit, jammern, heulen und wenn man dann sagt, "Dann ändere doch was!" kommen Sätze wie "Ja, Aber..." Und dann kommen 1000 Gründe, warum man in der Situation verharren MUSS....

    Ich liebe auch Sätze wie: "Kann ja nicht jeder studieren" oder "Setze nicht Deine Maßstäbe an" , ja aber dann sollen die Damen nicht rumjammern....

    Ich persönlich finde dieses "Gender" Gequatsche, Equal Pay Day usw usf genauso unsinnig wie 50% Frauen Quoten....

    In der Firma, in der ich jetzt arbeite, gibt es ein bestimmtes Tarifgehalt dazu eine nette Zulage und viele andere Benefits (z.B. einen HO Tag pro Monat) , ich bin damit sehr zufrieden, weil ich etwa 500€ brutto mehr auf dem Zettel habe UND der Job Spaß macht...Wir bekommen 13 Gehälter UND eine leistungsbezogene Zulage einmal im Jahr, da fließen dann so Dinge wie extra Vertretungen , Zusatzkurse u.ä. ein, es gibt für alle aber eine garantierten Sockelbetrag....Ich finde das bisher ziemlich fair...

    In unserem Team sind etwas über 50% Männer, läuft recht gut, obwohl ich jetzt erfahren musste, dass Männer genauso tratschen wie Frauen (das war mir bisher anders im Kopf )
    Das Leben ist zu kurz, um schlechten Wein mit unsympathischen Leuten zu trinken, wobei ich beim Wein notfalls Kompromisse mache...



  6. Avatar von huppsi
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    AW: Bekommen Sie, was Sie verdienen?

    Zitat Zitat von Kara_Thrace Beitrag anzeigen
    Ich weiß nicht, warum das Thema „Pay gap“ immer noch so gehypt wird. Die einzig wirklich seriöse Studie zeigt, dass die Lücke im niedrigen einstelligen Prozentbereich ist, wenn man die Tätigkeiten genau vergleicht.

    Ich halte das eher für eine Ausrede, nicht härter zu verhandeln. Ich habe bislang immer das bekommen, was ich wollte - sofern ich zeigen konnte, dass ich es wert war.

    Frauenfeindlichkeit im eigentlichen Sinne habe ich nie erlebt. Vorurteile ja, aber das wundert einen jetzt ja nicht wirklich, wenn man sieht, wie schnell Frauen nach einem vielversprechenden Karrierestart in die Hauptrolle „Hausfrau und Mutter“abdriften. Am Ende sind es ja doch zur großen Mehrheit die Frauen, welche die „Familienarbeit“ machen. Da man zu sowas nicht gezwungen wird, gehe ich davon aus, dass es freiwillig geschieht.
    Dem stimme ich vollumfänglich zu. Ich bin nicht nur Frau sondern auch Mutter zweier Kinder, trotzdem habe ich mich kontinuierlich beruflich weiterentwickelt dank kurzer Babypausen und emanzipiertem Ehemann. Gegen Vorurteile ankämpfen muss man als Frau/Mutter definitiv, da haben es die Männer leichter. Ich wurde in fast allen Vorstellungsgesprächen gefragt, wie ich die Kinderbetreuung geregelt habe, mein Mann bekam diese Frage nicht. Vielleicht hätte ein Familienvater auch bei meinem Wechsel in den Großkonzern vor 5 Jahren direkt ein höheres Gehalt bekommen, wobei ich mehr bekam als gefordert. Seither hat sich das Gehalt stark nach oben entwickelt und eine Beförderung steht auch an. Weil ich gezeigt habe, dass ich zuverlässig und gut arbeite...Mutter hin oder her. Wenn Frauen aber automatisch alles an Familienarbeit übernehmen (Kind krank, Ferienbetreuung etc.), dann wirkt sich das auch aufs Gehalt aus. So lange in D die Väter nicht mehr in die Pflicht genommen werden, ändert sich da nix. Das kann man aber nicht auf die Politik oder auf "Ungerechtigkeit" schieben.

  7. Avatar von TrishaTT
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    AW: Bekommen Sie, was Sie verdienen?

    Ich arbeite im öffentlichen Dienst nach Tarif, da sind also die Gehälter von Männern und Frauen nicht unterschiedlich (die Gehaltsstufe steht schon in der Stellenausschreibung).

    Ich habe aber auch schon in der freien Wirtschaft gearbeitet, und da war ich leider immer zu bescheiden, was die Gehaltsfrage anging. Das ist vielleicht eine Frage der Erziehung? Frauen denken, sie sollen froh sein, wenn jemand ihnen überhaupt einen Job gibt. Männer glauben, die Arbeitswelt hätte nur auf sie gewartet - so das Klischee.

    Allerdings habe ich freche Gehaltsvorschläge (30.000 Euro p.a. brutto, MINT-Fach) auch abgelehnt. "Wir können nicht mehr zahlen", ja nee, ist klar. Dann sucht mal schön weiter

    Ich habe leider keine Kinder (unerfüllter Kinderwunsch), kann dazu also nichts sagen. Allerdings wurde ich mit Ende 20 in einem Vorstellungsgespräch allen Ernstes gefragt, ob ich vorhätte, in den nächsten 3 Jahren (befristeter Vertrag) schwanger zu werden. Na schönen Dank auch.
    Wenn wir Narben haben, heißt es, dass die Wunden verheilt sind

    (Thomas D.)


  8. Registriert seit
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    AW: Bekommen Sie, was Sie verdienen?

    Ein Titel mit gerade zu diabolischem "Frame" wie man ja neuerdings so sagt....

    Bekomme ich, was ich verdiene - ich hätte da spontan geantwortet "hoffentlich nicht"


  9. Registriert seit
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    8

    AW: Bekommen Sie, was Sie verdienen?

    Man könnte "Boot Camps" speziell für Mütter anbieten, die sich in der Elternzeit neu orientieren wollen. In einem Intensivkurs könnten sie eine Programmiersprache lernen, später als Junior Softwareentwicklerin einsteigen. Das Gehalt lässt sich da meist schnell steigern, die Aufstiegschancen sind super, Homeoffice und Teilzeit kein Problem. Kurz: Ein Traumjob!"
    Also meine Erfahrung, als Mann, ist eine ganz andere. Das Gehalt ist ok, aber so schnell sind die Steigerungen auch nicht. Die Aufstiegschancen sind bei den meisten Firmen gleich Null. Vielleicht wird man noch Senior Entwickler, aber das ist kein Aufstieg, ansonsten sind nur Junior Entwickler gefragt, Senior Entwickler mit Leitungserfahrung eher nicht.
    Homeoffice sollte man meinen in der Branche, auch da ist meine Erfahrung eine andere. Bei den meisten Firmen geht inzwischen im Ausnahmefall mal Homeoffice, dauerhafte Tage sind selten und mehr als einer die Woche noch viel seltener. Teilzeit mag gehen, ich habe aber auch bei Vollzeit schon jede Menge Überstunden. Ich würde gerne weniger arbeiten, aber wenn ich bei 40h Woche schon rund 50h am arbeiten bin, sehe ich es nicht ein für 30h bezahlt zu werden und dann noch 40h zu arbeiten, auch wenn es auf das gleiche rauskommt. Noch dazu ist in einem anderen Beruf die Erwartung so hoch, sich in seiner Freizeit weiter zu bilden.

    Zitat Zitat von TrishaTT Beitrag anzeigen
    Allerdings habe ich freche Gehaltsvorschläge (30.000 Euro p.a. brutto, MINT-Fach) auch abgelehnt. "Wir können nicht mehr zahlen", ja nee, ist klar. Dann sucht mal schön weiter
    Ich habe vor 15 Jahren mit weit weniger angefangen, erst als ich nach Stuttgart gezogen bin, hatte ich die 30k geknackt.
    Mag jetzt vielleicht nicht direkt vergleichbar sein, aber ich bekomme mit 15 Berufserfahrung als Entwickler auch Angebote die unter 50k liegen, bei Firmen mitten in Stuttgart, zum Teil mit Reisetätigkeit. Das hat nichts mit dem Geschlecht zu tun.


  10. Registriert seit
    10.09.2018
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    1.377

    AW: Bekommen Sie, was Sie verdienen?

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Ein Titel mit gerade zu diabolischem "Frame" wie man ja neuerdings so sagt....

    Bekomme ich, was ich verdiene - ich hätte da spontan geantwortet "hoffentlich nicht"
    Doch wir bekommen immer was wir verdienen - Karma sei Dank.

    Nur Gehaltstechnisch? Einen Teil bekommt das FA, die KK, die RV das AA.... also nein ich bekomme nicht alles was ich verdiene.

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