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  1. Registriert seit
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    Mit dem Rücken zur Wand

    Hallo,
    nach 2 Jahren in einem Callcenter, die mit 4 Monaten Krankschreibung und Psychopharmaka endeten, habe ich seit letztem Mai einen neuen Job als Systemadmin in einer sozialen Einrichtung. . Bislang hat der Chef dort die IT selbst gemacht, aber er schaffts zeitlich nicht mehr, weswegen ich quasi als seine rechte Hand eingestellt wurde. Und das ist nicht so einfach,wie es klingt, denn er hat sich die IT-Kenntnisse, die er hat, selbst beigebracht, ist also Quereinsteiger. Ergo ist auch das Computersystem auf seinen Mist gewachsen und in vielen Punkten nicht unbedingt fachgerecht.
    Meine Anregungen, bestimmte Sachen zu ändern,werden fast ausnahmslos in den Wind geschossen, er will immer das letzte Wort haben. Ich hab zu machen Programmen und Servern, die ich eigentlich betreuen soll, nicht mal einen eigenen Zugang.
    Zu den erwähnten Sachen, die in den Wind geschlagen wurden, zählten auch Veränderungen im Sicherheitsbereich (z.B. Einsatz von Antivirensoftware usw) und beim Thema Backups. So wird beispielsweise nur ein Teil unserer Server per Backup gesichert, mehr gibt unsere Uralt-Backupsoftware nicht her. Das ist sicherheitstechnisch gesehen ein Spiel mit dem Feuer.

    Das Ende vom Lied: in 2 Jahren hat die Firma 5 Vireninfektionen auf ihren Servern gehabt, genauergesagt Verschlüsselungstrojaner (davon 3 in der Zeit, in der ich da war). Bei den ersten 4 Infektionen konnten wir die Daten weitestgehend wiederherstellen, aber bei der jüngsten nicht, weil der Trojaner diesmal auch die Backups gelöscht hat (tolle Idee, die Backupserver im laufenden System hängen zu haben).

    Interessiert den Chef natürlich nicht die Bohne, er verlangt von mir, dass ich das System gefälligst auf dem vorherigen Stand bringen soll, da hier auch Abrechnungsdaten draufliegen. Aber wie denn, wenn ich keine Möglichkeit habe ? Zudem möchte er,dass ich den Schuldigen für die Infektion finde. Das dürfte wahrscheinlich über eine verseuchte Bewerbungsmail geschehen sein, wäre nicht das erste Mal. Aber das dürfte ich schon aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht, was ihn genausowenig interessiert.

    Mich persönlich belasten die Zustände hier sehr, weil ich ständig vor´s Loch geschoben werde, wenn irgendwo irgendwas nicht klappt. Auch wenns gar nicht auf meinen Mist gewachsen ist. Genau diese Zustände waren auch der Grund,warum ich in der letzten Firma schließlich gekündigt hab, nachdem ich dort psychisch zusammengeklappt bin. Ich hab echte Probleme damit, wenn ich für etwas zur Rechenschaft gezogen werden soll, woran ich nicht bzw nicht allein Schuld bin. Momentan möchte ich einfach nur hier weg. Aber natürlich kann ich nicht einfach kündigen, da ich momentan noch keine neue Stelle in Aussicht habe und andernfalls eine Sperre vom Amt bekomme.

    Was würdet ihr mir raten ?
    Geändert von Werni (22.01.2019 um 12:34 Uhr)

  2. Moderation Avatar von Promethea71
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    AW: Mit dem Rücken zur Wand

    Zum einen würde ich dringen raten, alle Verbesserungsvorschläge,die du machst immer schriftlich zu machen, so dass du nachweisen kannst, was - insbesondere - deine Sicherheitsbedenken sind.

    Und dann würde ich mir einen neuen Job suchen, diesen Arbeitgeber wirst du vermutlich nicht zur Vernunft bringen können.
    Man muss nicht über jedes Stöckchen springen ... jedenfalls nicht jeder.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

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  3. Registriert seit
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    AW: Mit dem Rücken zur Wand

    Du hast mein Mitgefühl.

    Soziale Einrichtungen scheinen da besonders anfällig für.
    Ich hab auch mal in so einem Laden unter so einer Chefin gearbeitet. Sie wollte mir dann auch ihre Fehler ankreiden.
    Ich hab das Gespräch gesucht, erfolglos. Schließlich hab ich eine lange detaillierte Mail an den Vorgesetzten geschrieben und um Handlungsanweisungen von oben gebeten. Es kam eine verschwurbelte Antwort à la haben-wir-schon-immer-so-gemacht.
    Nach der Elternzeit bin ich nicht zurück gekehrt und habe eine andere Stelle gefunden
    Deutschland, Deutschland über alles,
    über alles wächst mal Gras.
    Ist das Gras so'n Stück gewachsen,
    frißt's ein Schaf und sagt: Das war's!
    J. Dietz

  4. Moderation
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    AW: Mit dem Rücken zur Wand

    @Werni, Sysads haben das Hausfrauenproblem. Wenn alles läuft, heißt es, "was machst du den ganzen Tag?", wenn etwas nicht läuft, bist du schuld. Gute AG kennen den Effekt, und trotzdem muß man trommeln, wie viel Ärger man im Vorfeld vermieden hat. (Und manchmal einen ganz kleinen durchlassen, um zu zeigen, wie schnell man ihn repariert kriegt ).

    Aber wenn du nicht mal dafür sorgen darfst, daß alles läuft: Was Promethea sagt.
    Das hat keinen Wert, wenn du ihnen den Pelz waschen sollst, ohne daß sie naß werden.

    Wenn sie dich beim vorigen Job mit dem Sanka rausgefahren haben (metaphorisch), bist du nur eingeschränkt in der Lage, etwas absurdes und unzumutbares als absurd und unzumutbar zu erkennen, und dir wie die Bremer Stadtmusikanten zu denken, "etwas besseres als den Untergang findest du allemal". Das ist einer der Langzeitschäden solcher Jobs, und deswegen kriegt man so leicht eine Kette davon.

    Dokumnentiere, was du getan hast und was du geplant hast zu tun und nicht durftest -- nicht nur für den Chef, sondern auch für deine Selbsteinschätzung. Und leite einen geordneten Rückzug ein, indem du dich anderweitig bewirbst. Vielleicht bei was weniger "sozialem", wo sie sich mehr bewußt sein, daß die Gesetze der Physik, der Technik, der Wirtschaft, und des
    Landes auch für sie gelten.

    Zwischenzeitlich kann es helfen, herauszufinden, wovor der Chef Angst hat, und das als Buhmann an die Wand zu malen. Eine Aufsichtsbehörde? Der Trägerverband? Das Finanzamt? Die Presse? Abmahnanwälte? "Wenn das-und-das passiert, weil wir (technische Lücke) haben, stürzen sich (Buhmänner) auf uns wie die Geier..."
    ** Moderatorin in Sparforum, Freundschaftsforum, und "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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