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    Aufsteigen in der Firma vs. Alternativen

    Hallo.

    Ich bin Anfang 30, w, und arbeite seit etwas mehr als einem Jahr als Assistentin in einer Firma, die in der Forschung tätig ist. Als ich dort angefangen habe, befand ich mich noch im Doktoratsstudium und arbeitete TZ. Mir wurde von Beginn an seitens der Chefs zugesichert, dass ich mich weiterentwickeln kann, mir eigene Projekte suchen darf und so.

    Mittlerweile habe ich das Studium abgeschlossen. Um mir quasi selbst mehr Stunden zu verschaffen, habe ich mich bemüht, einige Projekte zu konzipieren, was bei meinem Chef sehr gut angekommen ist. Er hat mich bereits gefragt, ob ich an der Mitarbeit an weiteren Projekten Interesse habe und ob ich mir vorstellen kann, mehr zu arbeiten und ich habe ihm auch mitgeteilt, dass ich auf jeden Fall meine Stunden auf Vollzeit aufstocken möchte. Das wäre für mich auch finanziell sehr wichtig. Wir haben allerdings noch nichts Konkretes; es ist wohl davon abhängig, ob die eingereichten Projekte genehmigt werden und die Mittel zur Verfügung stehen.

    Meine Chefin (steht eine Stufe unter dem obersten Chef) beschäftigt mich hauptsächlich mit Dingen, die privater Natur sind und absolut nichts mit dem Job zu tun haben. Als ich noch studiert habe, war es mir großteils egal, da mein Fokus primär auf dem Studienabschluss lag, aber mittlerweile ist mir das Ganze zu blöd und auch zu wenig. Ich hab nicht so lange studiert und gerackert, damit ich dann für jemand Anderen Sachen aus der Reinigung abhole, oder im Büro hinter ihr aufräume . Ich will beruflich vorankommen, was ich in meiner aktuellen Position als Assistentin aber nicht oder nur bedingt kann.

    Für mich sind jetzt 3 Dinge wichtig:
    1.) Auf Vollzeit aufstocken (das kann ich auch als Assistentin)
    2.) Meine Position als Assistentin in die des Researchers zu tauschen
    3.) Im Homeoffice zu arbeiten.

    Als Assistentin verdiene ich überdurchschnittlich gut, sodass ich als Researcher kaum mehr verdiene, allerdings geht es mir einerseits um die Bezeichnung (falls ich mich später wegbewerben will) und andererseits um die Inhalte. Ich habe jetzt schon viele Projekte inhaltlich mitbetreut und habe gemerkt, dass ich öfters Dinge von der Chefin nicht bekomme, die mir zustünden, z.B. namentliche Erwähnung bei Publikationen. Beim Chef und den anderen Kollegen war es immer selbstverständlich, dass ich durch die inhaltliche Mitarbeit auch angeführt werde; für sie ist es selbstverständlich, dass es nicht so ist. Auch habe ich letztens quasi in Eigenregie ein Projekt an Land gezogen, das es ohne mich nie gegeben hätte. Automatisch bin ich wieder nur als Assistentin dabei und ich würde den Chef gerne wissen lassen, dass das für mich in Zukunft nicht mehr in Frage kommt. Wenn ich ein Projekt an Land ziehe + die Förderungen dafür aquiriere und dann auch noch inhaltlich alles ausarbeite, dann muss für mich in Zukunft schon ein bisschen mehr drin sein als wieder nur die Rolle der Assistentin. Eigentlich ist das nämlich die Projektleitung, oder zumindest die Betreuung als Researcher. Zusätzlich würde ich mir dann aber auch etwas mehr Geld erwarten.

    Es gibt auch noch andere Dinge, die mich stören: Ich arbeite in einer Zweigniederlassung. Sämtliche Mitarbeiter, die zu uns gehören, arbeiten im Homeoffice und kommen nur ganz selten zu einberufenen Meetings, nur die Chefin und ich sind im Büro; aber ich darf bis zu 50% im Homeoffice machen. Dadurch, dass das Büro im Prinzip nur von uns beiden genutzt wird und es relativ wenig Besuche durch Kunden gibt, haben wir beispielsweise keine Reinigungskraft. Es hieß, wir müssten selbst putzen. War mir eig. egal, bis ich gesehen habe, dass die Chefin sich null darum kümmert und alles an mir hängen bleibt, ich aber kein Interesse habe, die Putzfrau zu spielen, denn das gehört nicht zu meinem Aufgabengebiet. Außerdem ist das Büro uralt. Die Klospülung funktioniert fast nicht (groß kann man dort nicht gehen, ohne eine Riesenverstopfung zu riskieren) und auch sonst passen einige Dinge nicht. Ich fühle mich dort nur bedingt wohl und da wir ohnehin nur zu weit sind und die Chefin eh fast nicht da ist, möchte ich das einfach lassen und ebenso wie die Anderen ins Homeoffice wechseln, was aber nur mit der Anstellung als Researcher für eigene Projekte geht.

    Ich möchte definitiv in der Firma bleiben, weil es im Endeffekt genau das ist, was ich machen möchte. Das Arbeitsklima passt und die Kollegen sind nett. Außerdem gibt es im Umkreis von 200km keinen anderen Arbeitgeber, bei dem ich mit meiner Qualifikation und demselben Gehalt anfangen könnte.

    Meine Frage an euch ist jetzt, wie ich es anstelle, dass der Chef mich als Researcher im Homeoffice anstellt? Als Researcher an sich wäre ja kein Problem, da ich promoviert bin und mittlerweile auch die inhaltliche Erfahrung habe, das weiß er. Es geht aber darum, mich aus meinen ursprünglichen 25 Stunden als Assistentin zu lösen und auch nicht mehr in diesem Büro arbeiten zu wollen, generell nicht, weil es mich ekelt und annervt.

    Einer meiner Pläne ist, wieder eigene Projekte zu initiieren und an Land zu ziehen und dann dem Chef aber klar zu machen, dass das MEINE Projekte sind, die ich als Researcher bearbeiten will. Ich hoffe, dass ich dann auch den Mut dazu habe, das echt durchzuziehen, weil ja das Risiko besteht, dass er ablehnt. Viel eher geht es mir aber um die Frage, wie ich ihm vermittle, dass ich auf Dauer den Job als Assistentin nicht mehr haben will. Es haben schon so viele diesen Job hingeschmissen (ich bin am längsten dabei) und daher befürchte ich, dass es Gegenwind geben könnte. Ich erwarte jetzt nichts von heute auf morgen, aber Ende des Jahres muss sich schon etwas getan haben. Es geht hier mitunter auch ums Geld, das mir ohne Vollzeitanstellung fehlt und darum, dass ich nicht länger Assistentin sein will, wirklich nicht. Theoretisch fehlt mir auch eine Idee, was die Alternativen zu dieser Anstellung sein könnten. In einer neuen Firma würde ich wieder neu anfangen und ich denke aber, dass diese Firma richtig für mich ist.

    Nachtrag: Ich fühle mich in der Position als Assistentin unterfordert.


    Danke fürs Lesen und danke für eure Meinungen.
    Geändert von lolo999 (07.01.2019 um 13:00 Uhr)


  2. Registriert seit
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    AW: Aufsteigen in der Firma vs. Alternativen

    Ist denn eine Stelle als Researcher frei?

  3. Avatar von BlueVelvet06
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    AW: Aufsteigen in der Firma vs. Alternativen

    Warum sprichst du das nicht genau so an?
    Die zwei häufigsten Motive für Mord sind Liebe und Geld.
    Ich werde definitiv eines natürlichen Todes sterben.


  4. Registriert seit
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    AW: Aufsteigen in der Firma vs. Alternativen

    Wir generieren unsere Stellen quasi selbst, indem wir Projekte an Land ziehen. Kommen neue Projekte rein, sind neue Stellen frei, also ja.

    Ich würde das gerne so ansprechen, allerdings wurde die Stelle als Assistentin vor mir nie lange besetzt und daher befürchte ich, dass dann nur die Bezeichnung geändert wird, der Dienstort wieder das Büro sein wird und ich dann die Sachen für die Assistenz quasi nebenbei erledigen muss/soll, was ich aber nicht will. Ich möchte mich endgültig davon lösen und befürchte, dass ich die Chefin damit ordentlich verstimme und den Chef ev. auch. Das könnte dann schlecht auf mich zurückfallen, vor allem ist es schwer zu argumentieren, wieso ich Homeoffice verlange, wenn das Büro in unmittelbarer Nähe ist.


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    AW: Aufsteigen in der Firma vs. Alternativen

    Zitat Zitat von lolo999 Beitrag anzeigen
    Wir generieren unsere Stellen quasi selbst, indem wir Projekte an Land ziehen. Kommen neue Projekte rein, sind neue Stellen frei, also ja.
    Dann schreib dir doch dein Projekt selbst - Fördermittel gibt‘s wie Sand am Meer, gerade für KMU. Wärst du weiter an der Uni beschäftigt, müsstest du ja auch Anträge schreiben.
    "Battlestar Galactica: The Eye of Jupiter (#3.11)" (2006)
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    Captain Kara 'Starbuck' Thrace: Can I make a suggestion that you won't like?
    Major Lee 'Apollo' Adama: Do you make any other kind?

    Life should not be a journey to the grave with the intention of arriving safely in a well preserved body, but rather to skid in broadside, totally worn out, and loudly proclaiming "Wow!" (Hunter S. Thompson)


  6. Registriert seit
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    AW: Aufsteigen in der Firma vs. Alternativen

    Ja, das Problem ist, dass wir immer "größere" Projekte machen, in denen mindestens drei Mitarbeiter teilhaben sollen. Hier ist eben wieder meine Befürchtung, dass ich dann als Assistentin abgeschoben werde und den Kürzeren ziehe.


  7. Registriert seit
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    AW: Aufsteigen in der Firma vs. Alternativen

    Zitat Zitat von lolo999 Beitrag anzeigen
    Ja, das Problem ist, dass wir immer "größere" Projekte machen, in denen mindestens drei Mitarbeiter teilhaben sollen. Hier ist eben wieder meine Befürchtung, dass ich dann als Assistentin abgeschoben werde und den Kürzeren ziehe.
    In dem Fall würde ich wohl trotzdem mir das Projekt selber schreiben und beantragen und dann eben die Fäden nicht loslassen, heißt gleich nen Plan vorlegen, was ihr braucht an personellen Kapazitäten usw. und dich dann halt mit als Researcher oder Projektleitung einplanen und vorstellen. Die meisten freuen sich doch über Aufgabenabnahme und oft sind so Pläne mit vollendeten Tatsachen ne gute Gelegenheit das als Aufgabenabnahme zu verkaufen. Wirkt so als würdest du dir Gedanken machen und wärst eifrig und du bekommst eher was du willst.


  8. Registriert seit
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    AW: Aufsteigen in der Firma vs. Alternativen

    Zitat Zitat von lolo999 Beitrag anzeigen
    Ja, das Problem ist, dass wir immer "größere" Projekte machen, in denen mindestens drei Mitarbeiter teilhaben sollen. Hier ist eben wieder meine Befürchtung, dass ich dann als Assistentin abgeschoben werde und den Kürzeren ziehe.
    Wie groß ist denn die Firma (wieviele Mitarbeiter insgesamt)?

    Ansonsten würde ich sagen: einen Tod wirst du sterben müssen, wenn du was erreichen willst, und wenn es nur der ist, dem Chef gegenüber mal ein offenes Wort zu reden. Dabei solltest du aber nicht mit 87 Kleinkram-Sachen kommen, die dich nerven, sondern am besten mit etwas, was dich maximal voran bringt, wenn es so umgesetzt wird.

    Ansonsten muss ich sagen, dass ich die Aussage „der einzige Arbeitgeber in 200 km Umkreis“ jetzt nicht so shocking finde. Viele der Foristinnen hier pendeln täglich ähnliche Strecken. Wenn man studiert hat, gibt es leider viele Bereiche, wo die Jobs nicht so abundant am Wunschort zu finden sind. Damit muss man immer rechnen, dass man sich gerade am Anfang seiner Laufbahn ein paarmal neu orientieren und umziehen muss.
    "Battlestar Galactica: The Eye of Jupiter (#3.11)" (2006)
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  9. Avatar von Horus
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    AW: Aufsteigen in der Firma vs. Alternativen

    „Chef, ich hab jetzt promoviert, ich ziehe Projekte an Land samt Finanzierung und leite sie gut. Ich bin also nicht nur mehr Assistentin, sondern Researcher. Das ist der Job, den ich mache. Bitte formalisiere das mit neuem Vertrag ind entsprechenden Konditionen, wie die anderen Researcher auch. Muss nicht schon morgen sein, per 1.3. reicht auch.
    Ich helf‘ dir auch, eine neue Assistentin anzustellen, die meinen bisherigen Job macht.“

    Achtung, Lesen gefährdet die Dummheit!
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    Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas anderes wichtiger ist als die eigene Angst.

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