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  1. Registriert seit
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    Zwei Jobs in einem

    Seit knapp drei Jahren arbeite ich in einer Agentur, in der ich ursprünglich als Assistentin eingestellt wurde. Im Laufe der Zeit wurde ich aber immer mehr in Projekte einbezogen, wofür ich auch die entsprechende Ausbildung habe. Mittlerweile leite ich zwei aufwändige Projekte und das gefällt mir wirklich gut, Chef ist auch zufrieden. Aber: Ich mache trotzdem noch immer nebenbei den Assistenz-Job. Also vom Toilettenpapier besorgen über Büromaterial bestellen, Reiseplanung und vorbereitende Buchhaltung. Dazu muss man sagen, dass ich nur Teilzeit arbeite (22 Stunden). Vor ein paar Wochen hat nun ein Kollege aufgehört, dessen Aufgabengebiet ich nun auch noch teilweise übernehmen soll.

    Ich glaube, so kann es nicht mehr weitergehen. Nicht nur, dass ich fast jede Woche Überstunden mache. Dafür könnte ich evtl. auch noch Stunden aufstocken. Aber ich finde es auch zunehmend schwerer, die ganze Bandbreite vom Hilfsjob bis zur Projektleitung hinzubekommen. Den Rest hat mir heute gegeben, dass eine neue freiberufliche Mitarbeiterin, die privat mit dem Chef verbandelt ist, mich gebeten hat, ihr Informationen für einen Teil des Projekts rauszusuchen, das ich eigentlich leite und sie einen Teil übernommen hat. Andere Freiberufler machen ihren Teil auch komplett selbst. Ich konnte das jetzt aber nicht einfach abschmettern, weil es ja irgendwie noch zum Assistenzjob gehört. Sehe es aber tatsächlich eigentlich nicht mehr als meine Aufgabe an. Ihre persönliche Beziehung zum Chef erleichtert die Sache natürlich nicht gerade.

    Ich muss wohl mit dem Chef sprechen, aber ich möchte nicht, dass es so aussieht, als wolle ich nur ungeliebte Arbeit loswerden oder wäre mir zu schade für die leichteren Arbeiten. Mit welchen sachlichen Argumenten schlage ich da auf?

  2. Avatar von ilazumgeier
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    AW: Zwei Jobs in einem

    Doch, dass kann, darf und soll so aussehen. Du schreibst selbst, dass du nicht alles bewältigen kannst, also musst du dich entscheiden. Bzw dein Chef enscheidet. Er soll ruhig auch wissen, wofür und wogegen er sich entscheidet, wenn er dich wieder zur überqualifizierten Hilfskraft zu macht. Ohne Drohung oder Erpressung, sondern weil du bei ihm erfahren durftest (), dass du mehr kannst und das der Welt nicht vorenthalten möchtest
    Nein, klar: du willst weiter kommen und deine Fähigkeiten nicht brach liegen lassen. Früher oder später wird es ja doch darauf hinauslaufen, warum also nicht früher. Einen ähnlichen Weg bin ich auch gegangen.
    Dass der Chef natürlich nicht von sich aus sagt, du eierlegende Wollmilchsau sollst Eier und Milch sein lassen, ist verständlich

  3. Avatar von Paradigma
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    AW: Zwei Jobs in einem

    Hallo Luna,

    Ich muss wohl mit dem Chef sprechen, aber ich möchte nicht, dass es so aussieht, als wolle ich nur ungeliebte Arbeit loswerden oder wäre mir zu schade für die leichteren Arbeiten. Mit welchen sachlichen Argumenten schlage ich da auf?
    Schau, ein Chef hat in der Regel selber auch ne Menge um die Ohren - in Regel macht man sich da nicht unbedingt einen Plan, welcher Mitarbeiter welche Arbeitskapazität frei hat und verteilt dann die Aufgaben fein säuberlich so, dass auch ja niemand eine Stunde mehr arbeiten muss. Es läuft eher so ab: Man hat eine Aufgabe zu delegieren, überlegt, wer fähig ist, die Aufgabe zu übernehmen und gibt dann die Aufgabe dieser Person.

    Es ist Sache des Mitarbeiters zurückzumelden, wenn die maximale Arbeitskapazität erreicht ist (oder Leerlauf stattfindet). Man kann ohne weiteres zum Chef gehen und zurückmelden, was alles zu tun ist (am Besten mit einer vernünftigen Zeitplanung für jedes Projekt) und um eine Priorisierung bitten, bzw. um Entlastung in bestimmten, weniger wichtigen (und auch von weniger kompetenten Personen zu erledigenden) Bereichen.

    Ein Chef kann nur managen, wenn er informiert ist über die jeweilige Arbeitsbelastung. In der Produktion wird eine Maschinen- und Personalplanung durchgeführt - im Büro redet man miteinander und gibt Feedback über den aktuellen Stand der Arbeitsbelastung.

    Es hat also nichts von "ich bin zu faul zu arbeiten", wenn du dem Chef die Rückmeldung gibst, dass bei dir der Tisch überläuft. Es ist statt dessen eine Grundvorraussetzung für eine gute Zusammenarbeit im Team.

    Indem man sich unentbehrlich bei wichtigeren Tätigkeiten macht wird man übrigens auch zeitfressende, ungeliebte Aufgaben - wie Klorollen zählen - los.

  4. Avatar von BlueVelvet06
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    AW: Zwei Jobs in einem

    Zitat Zitat von LunaPetunia Beitrag anzeigen
    Ich muss wohl mit dem Chef sprechen, aber ich möchte nicht, dass es so aussieht, als wolle ich nur ungeliebte Arbeit loswerden oder wäre mir zu schade für die leichteren Arbeiten. Mit welchen sachlichen Argumenten schlage ich da auf?
    Dass du in deiner Tätigkeit als Projektleiterin dem Unternehmen wesentlich mehr nutzt als wenn du die Assistenzaufgaben machst. Das ist doch vollkommen normal, dass man Karriere machen will. Mach dir nicht zuviel Gedanken über die „leichteren“ Aufgaben, sag ihm, du möchtest dich auf die Tätigkeiten konzentrieren, die Dir richtig Spaß machen und erkläre ihm, dass er den größten Vorteil von Dir hat, wenn du X machst und nicht Y. Für die Assistenztätigkeiten müsstet ihr dann was anderes / jemand anderen finden, dafür hast du dann keine Zeit mehr.

    Hast du einen Plan, wie du das Gespräch mit ihm führen willst?
    Ich würde ja gern ein paar Kilos verlieren.
    Aber ich verliere niemals, ich bin ein Gewinnertyp!


  5. Registriert seit
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    AW: Zwei Jobs in einem

    was ist langfristig dein ziel?
    mehr wochenstunden arbeiten oder eine entlastung bei den aufgaben?
    MEINE MENTALE VERFASSUNG IST BESÄUFNISERREGEND.


  6. Registriert seit
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    AW: Zwei Jobs in einem

    Hallo,
    ich würde so argumentieren, dass du mittlerweile so gut in die Projekte eingearbeitet bist und darum keine Kapazitäten mehr für die Assistenzaufgaben hast. Die zusätzliche Übernahme der Assistenzaufgaben verringert die Zeit und Energie, die du in die Projekte stecken kannst und es ist dein oberstes Ziel, dass die Projekte erfolgreich abgeschlossen werden. Aus diesem Grund ist es nötig, eine neue Assistenz einzustellen.


  7. Registriert seit
    09.01.2018
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    AW: Zwei Jobs in einem

    Danke Euch schonmal für die Antworten.

    Langfristig wäre mein Ziel eigentlich, erstmal meine Stunden so zu erhöhen, dass ich nicht dauernd bezahlte Überstunden mache. Das bedeutet, bei gleichem Arbeitsaufkommen hätte ich mehr Stunden. Ich würde die Stunden aber nur so weit erhöhen, dass ich auch noch gut ausgelastet wäre, wenn einiges von dem Assistenzjob wegfallen würde.

    Mich ärgert gerade eigentlich am meisten, dass die neue Freiberuflerin, die ich noch nicht mal persönlich kennengelernt habe, nur am Telefon gesprochen, mich scheinbar in der Rolle der Zuarbeiterin für ihre Aufgaben sieht. Was ihr vom Chef (wie gesagt, privat verbandelt) wohl so vermittelt wurde.

    Da wundere ich mich gerade etwas über mich selbst, denn eigentlich habe kann ich sowas ganz gut schlucken. Aber das hat scheinbar einen wunden Punkt getroffen, sodass ich wohl doch mal für klarere Verhältnisse sorgen muss, bevor sich noch mehr Unmut bei mir staut.

  8. Avatar von ilazumgeier
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    AW: Zwei Jobs in einem

    Da würde ich aber (erst mal) kein Wort von Aufstocken reden, sondern die Zuständigkeiten klären.

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