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    AW: Berufliche Unzufriedenheit - neuer Job - neue Branche - Berufung

    Zitat Zitat von Freiheitsliebende86 Beitrag anzeigen

    Inwiefern meinst du das mit dem Schubladen-Denken? Hinsichtlich meiner Vorgesetzten ?

    Nun, zB das hier:

    Zitat Zitat von Freiheitsliebende86 Beitrag anzeigen
    da die Unternehmenskultur an dem Standort eine ganz andere ist (Großraumbüro, pseudomäßiger Kicker, ‚wir haben uns ja alle so lieb‘ – vorne rum und hinten rum Konkurrenz/wer geht wann; auch wenn in diesem Unternehmen die Policy ‚stay and grow‘ herrscht
    Oder auch das hier:
    Zitat Zitat von Freiheitsliebende86 Beitrag anzeigen
    Nur ‚sie‘ kriegt schon Panik (oder will mich klein halten, oder kann mich nicht ab, was auch immer) wegen des Kontakts zum Kunden.

    Das sind für mich Schubladen. Diese nach drei Monaten schon aufzumachen, finde ich etwas verfrüht. Ich bin selbst Team-Leiterin und kann dir versichern, dass kaum jemand im Alltag Zeit hat, persönliche Animositäten zu pflegen. Die Projektleiterin vermutlich auch nicht. Will heißen: dieser Teil findet vermutlich überwiegend in deinem Kopf statt. Davon solltest du dich frei machen.

    Zitat Zitat von Freiheitsliebende86 Beitrag anzeigen
    Manchmal kann man das von vornherein nur nicht wissen, wie es dann im Job tatsächlich aussieht. Und es sind 2 paar Schuhe, sich zu denken 'Oh geil, ich will gerne hier und dort hinfliegen' und es dann auch am eigenen Leibe zu erfahren.
    Das ist natürlich richtig, aber wenn du weisst, was du willst, kannst du zB beim Vorstellungsgespräch gezielt danach fragen. Wenn du etwas fortgeschrittener bist in deiner beruflichen Laufbahn, wird die Zeit, in der du stumpf Stellenausschreibungen liest, sowieso bald vorbei sein, sondern du wirst wissen, wen du ansprechen musst, wenn du einen neuen Job brauchst bzw eine neue Verantwortung übernehmen willst. Da lohnt es sich schon, potenzielle Arbeitgeber von innen und von außen nach diesen Aspekten abzuklopfen. Du hast ja schon einiges an Erfahrung gesammelt, weil das dein zweiter Job ist. Ich würde dir raten, auf Basis dieser Erfahrungen ein Profil vom für dich idealen Job zu entwerfen. Wenn du bislang immer unterfordert warst, dann bewirb dich auf ein Young Professionals-Auswahlseminar bei den Big Three (McK, BCG, ...). Wenn du da punktest, ist die Zeit der Unterforderung sofort vorbei. Oder bist du eher jemand, der gern unabhängig arbeitet und sich eigene Aufgaben sucht? Dann solltest du ernsthaft in Erwägung ziehen, entweder selbst ein start-up zu gründen oder bei einem solchen mit einzusteigen - mehr Freiheitsgrade gehen meist nicht, und an Unterforderung wirst du da auch nicht leiden.

    Zitat Zitat von Freiheitsliebende86 Beitrag anzeigen
    Zusätzlich spielen leider auch noch solche Aspekte wie Geld, will ich 'Karriere' machen, was bringe ich an Erfahrung mit, etc. mit hinein.
    Wieso denn "leider"? Das sind doch normalerweise eigentlich die essentiellen Fragen. Lebe ich, um zu arbeiten, oder arbeite ich, um zu leben? Letzteres wäre mir zB niemals genug gewesen, ich wollte immer voran kommen.

    Kann es sein, dass die Unzufriedenheit mit diesem und auch mit dem letzten Job im Wesentlichen damit zusammen hängt, dass du eigentlich nicht weißt, was du willst? Wo du zB in fünf Jahren sein willst? Wenn man ein konkretes Ziel vor Augen hat, ist es ja auch meist leichter, ein paar Widrigkeiten wie die etwas "konkrete" Projektleiterin zu ertragen.
    "Battlestar Galactica: The Eye of Jupiter (#3.11)" (2006)
    __________________________________________________ ______________
    Captain Kara 'Starbuck' Thrace: Can I make a suggestion that you won't like?
    Major Lee 'Apollo' Adama: Do you make any other kind?


    Sometimes you find motivation, and sometimes motivation finds you.

    Run when you can, walk when you have to, crawl if you must, just never give up.(Dean Karnazes)


  2. Registriert seit
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    AW: Berufliche Unzufriedenheit - neuer Job - neue Branche - Berufung

    Hallo Kara_Thrace,

    Zitat Zitat von Kara_Thrace Beitrag anzeigen
    Wenn du bislang immer unterfordert warst, dann bewirb dich auf ein Young Professionals-Auswahlseminar bei den Big Three (McK, BCG, ...). Wenn du da punktest, ist die Zeit der Unterforderung sofort vorbei. Oder bist du eher jemand, der gern unabhängig arbeitet und sich eigene Aufgaben sucht? Dann solltest du ernsthaft in Erwägung ziehen, entweder selbst ein start-up zu gründen oder bei einem solchen mit einzusteigen - mehr Freiheitsgrade gehen meist nicht, und an Unterforderung wirst du da auch nicht leiden.
    danke dir für den Input, aber ich merk gerade, dass mir zumindest bei uns im Unternehmen das Beraten keinen Spass macht. Leider habe ich keine andere Erfahrung. Und ich bin erst wenige Monate dabei. Schwierig für mich sind z.B. diese stubiden Aufgaben, eine ppt für einen Regelmeeting zu erstellen, die dann wegen Kleinigkeiten 100e Schleifen durchläuft und zig mal geändert werden muss. `Das Kästchen bitte etwas größer'. Ich weiß, dass sich da viele drüber aufregen, weil es meines Erachtens 10mal mehr darauf ankommt, was der Inhalt ist und was dazu gesagt wird und v.a. was in dem Meeting dann bei rumkommt. Und oft ist es nur blabla. Diese Ineffizienz von Meetings ist sowieso schwierig zu ertragen.
    Ich bin jetzt gerade mal Berater. Unterste Ebene. Ich muss demnach wie ein Azubi Aufgaben machen, die einfach a) keinen Gribs erfordern, b) nonsens sind teilweise. So ungefähr zumindest - da muss ich wohl durch? Oder? Sagt mir jeder. Erfahrung sammeln, auf dem LL zumindest und es als Durchgangsstation sehen. Wäre es vllt in einer Linienfunktion, in einem KMU oder Konzern oder oder anders gewesen? Da bin ich nicht eine von 50 anderen Beraterinnen, sondern explizit in einer Funktion. Das frage ich mich gerade öfters.

    Dazu sind es schwierige Kunden, in dem Sinne, dass die Hierarchie sehr streng ist (ÖD), dass die Projekte keine direkte Wirkung haben (auch wenn es andere sicherlich anders sehen), also es im Prinzip egal ist, wenn es so weiter läuft. Ggf. sieht man in mehreren Jahren 'irgendwas'. Und dennoch stresst man sich schon jetzt, dass der Projektaufsatz noch nicht fertig ist und ohje, ein MS gerissen wurde. Kann man da nicht seinen normalen Menschenverstand einsetzen und sagen 'OK, dann schieben wird es nach hinten, weil wir sehen, dass es mit den aktuellen Ressourcen nicht so schnell klappt, wie gedacht.' Nein, weil irgendein (ich nenn ihn mal) Chef ganz oben das vllt nicht gut finden würde und das wiederum bei diesem Kunden ganz ganz wichtig ist 'Bloß den Schein wahren, auch wenn alle aus dem letzten Loch pfeifen' (für nix und wieder nix - wohlgemerkt). Keine Fehlerkultur in dem Sinne vorhanden.

    Soooo, ich musste meinen Dampf mal ablassen. Kann sein, dass es in vielen Unternehmen so läuft. Mein Vater z.B. (Industriekonzern) erzählte ähnliches, v.a. was die Wichtigkeit der ppts anbelangt und die Ineffizienz der Meetings.

    Wir kommen aber zu deinem wichtigen Punkt:


    Zitat Zitat von Kara_Thrace Beitrag anzeigen
    Wieso denn "leider"? Das sind doch normalerweise eigentlich die essentiellen Fragen. Lebe ich, um zu arbeiten, oder arbeite ich, um zu leben? Letzteres wäre mir zB niemals genug gewesen, ich wollte immer voran kommen.
    will ich auch! Ich arbeite bzw. möchte endlich an was arbeiten um Erfüllung (auch) darin zu finden! Und weiter zu kommen.

    Zitat Zitat von Kara_Thrace Beitrag anzeigen
    Kann es sein, dass die Unzufriedenheit mit diesem und auch mit dem letzten Job im Wesentlichen damit zusammen hängt, dass du eigentlich nicht weißt, was du willst? Wo du zB in fünf Jahren sein willst? Wenn man ein konkretes Ziel vor Augen hat, ist es ja auch meist leichter, ein paar Widrigkeiten wie die etwas "konkrete" Projektleiterin zu ertragen.
    Eben, das weiß ich gerade nicht mehr. Ich dachte immer, ich will UB machen und dann zum Manager etc pp aufsteigen. Und jetzt sehe ich das! Tja, wüsste ich, wo ich hinkann, nach den - sagen wir mal 2 Jahren Zwischenstopp - wäre es leichter, dieses Chaos (aber ich wechsle jetzt das Projekt wahrscheinlich) zu ertragen.

    Darf ich mal fragen, was du für einen Job hast und wie viele Stationen du durchlaufen musstest? Bzw. waren da auch Jobs dabei,die du einfach ertragen hast, um weiter zu kommen?
    Geändert von Freiheitsliebende86 (16.12.2018 um 14:13 Uhr)


  3. Registriert seit
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    AW: Berufliche Unzufriedenheit - neuer Job - neue Branche - Berufung

    Zitat Zitat von Freiheitsliebende86 Beitrag anzeigen
    Schwierig für mich sind z.B. diese stubiden Aufgaben, eine ppt für einen Regelmeeting zu erstellen, die dann wegen Kleinigkeiten 100e Schleifen durchläuft und zig mal geändert werden muss. `Das Kästchen bitte etwas größer'.
    Wenn man seine Pappenheimer kennt, kann man sie durchaus erziehen und weiss mit der Zeit auch, bei wem man was schon im Voraus ansprechen muss, damit es eben nicht hundert Schleifen dreht.



    Ich weiß, dass sich da viele drüber aufregen, weil es meines Erachtens 10mal mehr darauf ankommt, was der Inhalt ist und was dazu gesagt wird und v.a. was in dem Meeting dann bei rumkommt.
    Darstellung ist schon wichtig.

    Was meinst du denn, wie effizient das Meeting ist, wenn der Kollege kurz vor der Rente, der heute die falsche Lesebrille eingesteckt hatte, von deiner Präsentation schlicht nichts sieht, nichts lesen kann? Wenn der Inhalt schon gar nicht beim Empfänger ankommt, da zu klein, zu chaotisch, zu vollgestopft, zu unübersichtlich...?

    Diese Ineffizienz von Meetings ist sowieso schwierig zu ertragen.
    Dann trage deinen Teil dazu bei, sie effizienter zu machen. "Wenn ich wieder auf Punkt 3 der Tagesordnung verweisen darf, wie lösen wir nun das Problem mit Kunde Müllerhans?"



    Ich bin jetzt gerade mal Berater. Unterste Ebene. Ich muss demnach wie ein Azubi Aufgaben machen, die einfach a) keinen Gribs erfordern, b) nonsens sind teilweise.So ungefähr zumindest - da muss ich wohl durch? Oder? Sagt mir jeder.
    ja, musst du durch. Ist so. man fängt unten an und arbeitet sich nach oben.




    Wäre es vllt in einer Linienfunktion, in einem KMU oder Konzern oder oder anders gewesen? Da bin ich nicht eine von 50 anderen Beraterinnen, sondern explizit in einer Funktion. Das frage ich mich gerade öfters.
    Alles hat seine Vor- und Nachteile.

    Grundsätzlich fängt man immer unten an und arbeitet sich langsam hoch. Egal wo.


    Kann sein, dass es in vielen Unternehmen so läuft. Mein Vater z.B. (Industriekonzern) erzählte ähnliches, v.a. was die Wichtigkeit der ppts anbelangt und die Ineffizienz der Meetings.
    von Powerpointpräsentationen blieb ich glücklicherweise grösstenteils verschont, und ja, es ist eine Kunst, eine Sitzung effizient zu leiten. Wenn du die lernst, werden dir deine Kollegen ewig dankbar sein.

    man kann auch als Sitzungsteilnehmer (also nicht Sitzungsleiter) schon so einiges machen, um die Sitzung auf der richtigen Spur zu halten und sich nicht in den Fussballergebnissen des letzten Wochenendes oder dem neusten Firmenklatsch oder irrelevanten Details ewig hinzugeben. Aber ich bin da auch skrupellos bis unhöflich und hab wenig Hemmungen, mein Missfallen zu äussern.


    Ich arbeite bzw. möchte endlich an was arbeiten um Erfüllung (auch) darin zu finden! Und weiter zu kommen.
    Welche Art von Erfüllung stellst du dir denn vor und in welche Richtung willst du gehen?

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao


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    AW: Berufliche Unzufriedenheit - neuer Job - neue Branche - Berufung

    Zitat Zitat von Freiheitsliebende86 Beitrag anzeigen


    Darf ich mal fragen, was du für einen Job hast und wie viele Stationen du durchlaufen musstest? Bzw. waren da auch Jobs dabei,die du einfach ertragen hast, um weiter zu kommen?
    Ich bin tatsächlich Unternehmensberaterin 😎

    Was dir fehlt, ist das Vermögen, dich in andere hineinzuversetzen. Du bist offenbar recht vorschnell mit deinen Einschätzungen und machst dir nicht die Mühe, das große Ganze zu begreifen. Ansonsten wäre dir sicherlich schon aufgegangen, dass PowerPoint viel mit „Attention to Detail“ zu tun hat, das man als Kunde eines teuren Beratungsunternehmens sicherlich erwarten kann.

    Und der „schwierige“ Kunde zahlt Dir dein sicherlich nicht so schlechtes Gehalt. Wenn der Kunde nämlich nicht in sich „schwierig“ wäre, bräuchte er auch kein Beratungsunternehmen.

    Wenn du das alles doof und überflüssig findest, ist Beratung tatsächlich nichts für dich. Dann solltest du eher eine Fachkarriere mit wenig Kundenkontakt anstreben.

    Führung hat im Übrigen auch ganz viel mit Zuhören und wenig mit „anderen die Welt erklären“ zu tun. Wenn „beruflich voran kommen“ für dich mit einer Führungsposition verbunden ist, sehe ich da gewisse Herausforderungen. Vielleicht lernst du das noch, vielleicht auch nicht. Just food for thought.

    Ich hatte bislang noch keinen Job, in dem ich nicht wertvolle Dinge gelernt habe, auch, wenn ich in den Jobs vielleicht nicht „alt“ geworden bin. Und ich habe mehr als ein Dutzend „Stationen“ in 13 Jahren durchlaufen.


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    AW: Berufliche Unzufriedenheit - neuer Job - neue Branche - Berufung

    Zitat Zitat von Kara_Thrace Beitrag anzeigen
    Führung hat im Übrigen auch ganz viel mit Zuhören und wenig mit „anderen die Welt erklären“ zu tun.
    jetzt fehlt mir grad der neonfarbene blinkende Rand rundherum, um diesen Satz gebührend hervorzuheben!

    Zuhören ist etwas, das die meisten erstaunlich schlecht beherrschen.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao


  6. Registriert seit
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    AW: Berufliche Unzufriedenheit - neuer Job - neue Branche - Berufung

    Freiheitsliebende,

    ich meine mich zu erinnern, dass Du zuletzt, auch eher für eine kürzere Zeitspanne, im Suchtbereich tätig warst. Auch dort warst Du wie hier schnell mit Bewertungen bei der Hand, erschienst ungeduldig und wenig frustrationstolerant, wenn die Dinge Deines Erachtens nicht so "optimal" liefen wie Du Dir dachtest, dass es sein müsste. Die Kollegen merken Deine Ablehnung und Geringschätzung unter Umständen.

    Vielleicht könnte es hilfreich für Dich sein, zwischen beiden Stellen noch einmal zu vergleichen, wo sich ähnliche Konflikte zeigten, weil manches vielleicht doch auch mehr mit Dir zu tun hat als mit der Stelle...
    Solche Dinge frühzeitig zu erkennen und daran zu arbeiten kann Dir viele unangenehme Erfahrungen ersparen.

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