Ein guter Freund rief mich gestern an und bat mich um Rat. Ich wusste keinen und meine Recherche war bisher auch nicht sehr fundiert.
Er leidet unter Burnout, einige Jahre schon, aktuell hat sich seine Situation zugespitzt, da er (bedingt durch das Burnout) seit einiger Zeit auch noch gemobbt wird. Er überlegt, zu kündigen. Davon habe ich ihm abgeraten, da ich der Meinung bin, dass er für drei Monate beim Arbeitslosengeld gesperrt wird. Er meint jedoch, dass dies nicht der Fall sei, wenn man ein ärztliches Attest vorlegen könnte, das die Notwendigkeit der Kündigung bestätigt. Das kann er wohl, aber ich bin nicht sicher, ob das ausreichend ist.
Hinzu kommt, dass er privat versichert ist, das auch bleiben möchte (und wohl auch muss, da bereits 58), aber ich auch hier der Meinung war, dass nur die Kosten für die GKV (und die auch nur anteilig) übernommen werden. Gelesen habe ich nun, dass man in der PKV bleiben kann und der Zuschuss bei max. 555 Euro liegt. Das finde ich wiederum zu hoch, um glauben zu können, dass das so stimmt (er bezahlt nur 650 Euro, das hiesse dann, er muss selbst nur 95 Euro für die Krankenversicherung beisteuern?).
Er muss ziemlich rechnen, ob der es sich leisten kann, zu kündigen, denn er hatte zuletzt wegen des Burnouts nur noch eine Teilzeitstelle mit 60 oder 70% und entsprechend weniger Gehalt. Seine Fixkosten sind nicht unerheblich, da er großzügig wohnt. Rücklagen sind zwar vorhanden, aber als Rerseve für Zeiten, in denen er evtl. kein ALG mehr bekommt.
Wir wollten uns das morgen nochmals zusammen anschauen, aber da wir gleich wenig wissen, bin ich natürlich keine sehr große Hilfe. Und ich halte die Kündigung, das weiß er auch, generell für keine gute Idee, bin also auch kein neutraler Ratgeber.
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11.11.2018, 14:46Inaktiver User
Burnout, selbst kündigen, Sperre, Zuschuss PKV etc.
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11.11.2018, 14:53Inaktiver User
AW: Burnout, selbst kündigen, Sperre, Zuschuss PKV etc.
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11.11.2018, 14:53Inaktiver User
AW: Burnout, selbst kündigen, Sperre, Zuschuss PKV etc.
Warum geht er nicht in Krankenstand?
Erstmal Pause machen, dann neuen Job suchen? (Ich nehme an, ihr habt beide an die Option gedacht, deswegen frage ich nur zum besseren Verstaendnis nach.)
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11.11.2018, 14:59Inaktiver User
AW: Burnout, selbst kündigen, Sperre, Zuschuss PKV etc.
Die Frage ist eher, was dann weiter passieren soll. Mit 58 einen neuen Job suchen nach jahrelanger Krankengeschichte - schwierig. Gibt es nicht die Möglichkeit, in Vorruhestand oder Altersteilzeit zu gehen? Vermutlich ist der AG froh, wenn er ihn sozialverträglich los wird.

Oder halt reguläre Verrentung. Die Vorschreiberin fragte wegen Krankenstand, ich war jetzt davon ausgegangen, dass er da schon drin ist?
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11.11.2018, 14:59
AW: Burnout, selbst kündigen, Sperre, Zuschuss PKV etc.
Das ist richtig. Ein fachärztliches Attest, dass zur Kündigung geraten wird, zieht keine Sperre nach sich.
Wieso aber lässt sich Dein Freund nicht krankschreiben? Ist er denn in fachärztlicher Behandlung? Wieso gleich kündigen? Das würde ich nun auch nicht tun. Es gibt weitere Möglichkeiten, nach Ablauf des Krankengeldes, wie z.B. Rente wegen Erwerbsunfähigkeit etc.
Der Soziale Dienst der Rentenversicherer gibt hierzu auch Auskunft.
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11.11.2018, 15:06Inaktiver User
AW: Burnout, selbst kündigen, Sperre, Zuschuss PKV etc.
Ich glaube, das will er aus moralischen Gründen nicht, weil es nicht das erste Mal wäre, dass er sich längere Zeit krankschreiben lässt.
Er ist in Behandlung. Und er ist seit drei Jahren angeschlagen. Zuvor war da nie was. Das ging einher mit privaten Belastungen, die ihm neben dem Job sehr zugesetzt haben.Geändert von Inaktiver User (11.11.2018 um 15:11 Uhr)
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11.11.2018, 15:10
AW: Burnout, selbst kündigen, Sperre, Zuschuss PKV etc.
Ich würde Deinem Freund raten, dass er sich einen guten Facharzt sucht. Ein guter Facharzt wird ihm niemals raten, zu kündigen und sich aus moralischen Gründen nicht krankschreiben zu lassen.
Es ist aber natürlich noch die Frage im Raum, wann er das letzte Mal "länger" krankgeschrieben war wegen der selben Diagnose. Hier gibt es natürlich Fristen, was das Krankengeld angeht. Das steht aber auf dem Bescheid der Kasse, sollte er schon einmal Krankengeld deswegen bekommen haben.
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11.11.2018, 15:16Inaktiver User
AW: Burnout, selbst kündigen, Sperre, Zuschuss PKV etc.
Ich habe einen Ex-Kollegen, der seit Jahren psychisch krank ist, der hat schon wer-weiß-wieviele Runden mit mehrwöchiger Krankschreibung und anschließender Wiedereingliederung durch. Ich verstehe schon, dass man sich dann irgendwann fragt, wie lange das noch so weitergehen soll.
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11.11.2018, 15:17
AW: Burnout, selbst kündigen, Sperre, Zuschuss PKV etc.
Ich verstehe die Gedanken auch. Jedoch ist es eine Krankheit. Genauso eine, wie wenn z.B. ein Krebs immer wieder kommt. Macht man sich da dann auch Gedanken "moralische" und kündigt?
Das würde ich nur tun, wenn ich mir das auch leisten könnte. Ich denke aber mal, das können die wenigsten.
Zumal, wenn er in ALG 1 geht, das ja nicht heißt, dass er dann "zu Hause" bleiben kann. Dann ist er für das Arbeitsamt voll arbeitsfähig, heißt, er muss sich überall bewerben und ggf. auch irgendeinen Job annehmen.
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11.11.2018, 15:24Inaktiver User
AW: Burnout, selbst kündigen, Sperre, Zuschuss PKV etc.
Es wäre das dritte Mal in drei Jahren. Wie lange er jeweils krankgeschrieben war, weiß ich nicht, aber es war nie monatelang, es ging um Wochen, vielleicht zehn oder auch zwölf.
Weiß denn jemand etwas zu meinen Fragen, z. B. wegen der PKV?


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