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  1. Registriert seit
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    Interner Stellenwechsel- doch noch Rückzieher?

    Hallo zusammen,
    ich stecke gerade in einem Entscheidungsdilemma: ich habe eine interne Stelle angeboten bekommen und mich eigentlich schon dafür entschieden gehabt (und auch kommuniziert), dass ich die neue Stelle annehme. Das ist nun 1 Woche her.
    Seither hadere ich mit der Entscheidung und will sie rückgängig machen.. was natürlich auch doof kommt, denn wie soll ich es begründen. Ich hatte im jetzigen Job keine leichte Zeit, Einarbeitung holprig, viel Verantwortung u wenig Unterstützung durch Chefin. Diese Widrigkeiten sind nun fast überstanden, und dann gehe ich. es kommt mir wie weglaufen vor. Meine Chefin ist nicht einfach und setzt gerne ihre Leute unter Druck, andererseits weiss man bei Ihr, woran man ist.
    Wer weiss was mich in der neuen Abteilung erwartet. Von den Aufgaben her, habe ich großen Respekt vor der Arbeit in der neuen Abteilung und bin mir auch nicht zu 100% sicher, das sich das kann und dass es wirklich besser/gut wird.

    Was meint Ihr dazu, wenn Ihr diese Zeilen lest? Was würdet Ihr mir raten und kennt Ihr solche Situationen?
    Danke
    Eure Arancia aus HH

  2. Avatar von BlueVelvet06
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    AW: Interner Stellenwechsel- doch noch Rückzieher?

    Hast du dich um den neuen Job beworben, weil du ihn als tolle Chance und genau richtig für dich siehst oder weil du aus deinem jetzigen Job wegwillst? Ich klaue mir jetzt mal die Worte einer anderen Userin, die ich sehr treffend finde: willst du von etwas weg oder zu etwas hin? Es wäre besser, wenn du dir Gedanken darüber machst, was du möchtest, wo du dich in 5 oder 10 Jahren siehst und dann aktiv etwas dafür tust, um dorthin zu kommen, in dieser konkreten Situation: welcher der beiden Jobs bringt dich eher dahin? Den neuen Job nur anzunehmen, weil du vom alten weg willst, kann dazu führen, dass du ihn nicht realistisch siehst und die Nachteile vielleicht unterbewertest.

    Hast du schon für jeden Job eine Plus-Minus Liste gemacht? Schriftlich? Das hilft mir immer sehr, wenn ich eine schwierige Entscheidung zu treffen habe. Meist weiß ich schon lange vor Fertigstellung der Liste, was ich will, A oder B. Ich mache die Liste trotzdem zu Ende, weil mir das Aufschreiben hilft, meine Gedanken zu sammeln und zu priorisieren und so kann ich dann meine Entscheidung anderen gegenüber auch klar kommunizieren.
    Ich würde ja gern ein paar Kilos verlieren.
    Aber ich verliere niemals, ich bin ein Gewinnertyp!

  3. Avatar von NicNacNoc
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    AW: Interner Stellenwechsel- doch noch Rückzieher?

    Hallo arancia.

    holt dich möglicherweise die Angst vor dem Unbekannten ein? Will sagen: Du hattest ja deine Gründe, über einen Stellenwechsel sehr ernsthaft nachzudenken. Deine Chefin wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit nicht ändern, somit ist es nicht unwahrscheinlich, dass es auch in Zukunft schwierige Situationen gibt, auch wenn die aktuelle gerade überstanden ist.

    Im neuen Job weißt du nicht, was dich erwartet, das ist das Risiko. Aber eben auch die Chance. Viele Menschen verbleiben (unter Umständen viel zu lange) in den alten, aber eben vertrauten schlechten Strukturen, weil das Unbekannte Angst macht. Angst ist ein wichtiger Hinweisgeber darauf, genau hinzuschauen. Aber es bringt nichts, sich von ihr vor dem Karren spannen zu lassen.

    BlueVelvets Frage finde ich zur Klärung wichtig: Wolltest du lediglich weg - oder ist die neue Aufgabe möglicherweise auch eine interessante Herausforderung, die dich an sich interessiert? Hast du die Möglichkeit, mit deinen potentiellen neuen Kolleginnen mal zu sprechen und dich genauer über die Aufgaben zu informieren? Über die Einarbeitung, Begleitung, Unterstützung bei Schwierigkeiten?

    Und möglicherweise kannst du zur Entscheidungsfindung noch abklären, ob es eventuell ein internes "Sicherungsnetz" gibt. Bei uns ist es beispielsweise so, dass man bei internen Stellenumbesetzungen sechs Wochen in der neuen Tätigkeit Zeit hat, um sich endgültig zu entscheiden, d.h. wenn es eiskalt kommt, kann man wieder zurück auf die alte Stelle. Gibt es so etwas möglicherweise bei euch auch?

    Mach deine endgültige Entscheidung nicht ausschließlich von deiner Angst abhängig, auch nicht von der (vermeintlichen) Beruhigung der aktuell schwierigen Situation, sondern versuche, den Bogen weiter zu spannen vor der Fragestellung, was langfristig (!) für dich besser ist. Dann kannst du den nächsten Schritt gehen. Auch wenn dabei vielleicht ein wenig das Herz bumpert.
    Man kann sein Innerstes nicht verfälschen. Die Wahrheit, die dort wohnt, wird sich letzten Endes durchsetzen. Sie ist ein Gott, dem wir gehorchen müssen, eine Kraft, die uns alle unweigerlich in die Knie zwingt.
    - Cheryl Strayed -


  4. Registriert seit
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    AW: Interner Stellenwechsel- doch noch Rückzieher?

    Danke Euch für die Antworten und prima Anregungen!

    Ganz klar dabei ist die Angst vor dem Unbekannten! Und auch die Angst, nochmals in solch schwierige Jobsituationen zu kommen und das Gefühl zu haben, (erneut) zu versagen.

    Vor ein paar Monaten wollte ich aus der aktuellen Stelle nur weg, fast egal wohin. Ich bekam kaum Unterstützung meiner Chefin sondern mir wurden noch schlechte Bewertungen etc angedroht. Hilfestellung Fehlanzeige. Eigentlich kamen nur Forderungen.
    Nun hat es sich gebessert, weil ich mich auch selbst besser reingefunden habe.

    Ich glaube, das ist es, woran ich hadere- in dem Moment wo es besser wird, gehe ich. Ich habe allerdings auch oft gedacht, dass es das falsche Umfeld ist und mir die Arbeitsweise nicht ganz so liegt.. (Teamführung, ständig berichten, was die Teamitglieder arbeiten, stänidges Auf-dem-Laufen bleiben, ständiges Nachhaken). Zudem ist es auch Mikromanagement - die Chefin will vieles im Detail wissen.

    Von daher wäre ein Wechsel wahrscheinlich eine neue Chance..

    Nochmal zurück auf die alte Stelle kann man glaube ich, sofern diese nicht anderweitig schon vergeben ist..


  5. Registriert seit
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    AW: Interner Stellenwechsel- doch noch Rückzieher?

    Hi, Deine jetzige Chefin ist immer noch blöd, der neue Chef will Dich! Dass ist doch ein positives Zeichen, er würde Dich sonst nicht nehmen....

    Ja ich finde es normal das man Bammel hat, mach das!!!!
    Das Leben macht was es will und ich auch!

  6. Avatar von NicNacNoc
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    AW: Interner Stellenwechsel- doch noch Rückzieher?

    Zitat Zitat von arancia24 Beitrag anzeigen
    Vor ein paar Monaten wollte ich aus der aktuellen Stelle nur weg, fast egal wohin. Ich bekam kaum Unterstützung meiner Chefin sondern mir wurden noch schlechte Bewertungen etc angedroht. Hilfestellung Fehlanzeige. Eigentlich kamen nur Forderungen.
    Nun hat es sich gebessert, weil ich mich auch selbst besser reingefunden habe.

    Ich glaube, das ist es, woran ich hadere- in dem Moment wo es besser wird, gehe ich. Ich habe allerdings auch oft gedacht, dass es das falsche Umfeld ist und mir die Arbeitsweise nicht ganz so liegt.. (Teamführung, ständig berichten, was die Teamitglieder arbeiten, stänidges Auf-dem-Laufen bleiben, ständiges Nachhaken). Zudem ist es auch Mikromanagement - die Chefin will vieles im Detail wissen.
    Wenn die Arbeit und das Team fluppt, ist Chef-Sein einfach. Die Führungsqualitäten zeigen sich, wenn es problematisch wird - meinst du, dass deine Chefin beim nächsten Mal konstruktiver handelt?

    Angst vor dem Unbekannten zu haben ist normal. Das kann man ein wenig runterkochen, indem man sich den alten Spruch "Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen." vor Augen führt: Du wirst im neuen Bereich eingearbeitet und wirst darüber hinaus auch noch etwas "Welpenschutz" haben. Du hast die neue Stelle angeboten bekommen - also traut man sie dir zu.

    Etwas Muffensausen bleibt immer. Das ist gar nicht mal so schlecht, um von Anfang an aufmerksam dabei zu sein. Aber lass dich davon nicht ins Bockshorn jagen. Und auf eins kannst du wahrscheinlich auch noch freuen: zu erleben, wie man seinen Fähigkeiten wieder traut, wenn die neue Umgebung nicht mehr geprägt ist von Misstrauen und Versagensangst.

    Toitoitoi!
    Man kann sein Innerstes nicht verfälschen. Die Wahrheit, die dort wohnt, wird sich letzten Endes durchsetzen. Sie ist ein Gott, dem wir gehorchen müssen, eine Kraft, die uns alle unweigerlich in die Knie zwingt.
    - Cheryl Strayed -

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