Hallo
Mir ist ein Arbeitsvertrag mit Beginn 01.08. angeboten worden. Der Vertrag liegt mir vor und es ist ein regional renommiertes Unternehmen. Das heißt, ich kann endlich aus diesem Strukturvertrieb als Angestellte raus. Das Problem besteht aus mehreren Teilproblemen. Ich war heute beim Anwalt und bin noch etwas durcheinander. Er hat mir eigentlich nur Fakten genannt, aber zu keiner bestimmten Vorgehensweise geraten. Deshalb...
Meine Probezeit endet diesen Sonntag, 08.07., und ich kann noch die zweiwöchige Kündigungsfrist nutzen. An diesem Tag werfe ich mit Zeuge die Kündigung in den Briefkasten des jetzigen Arbeitgebers. Laut Anwalt ist das eine rechtskräftige Zustellung.
Ich wollte erst zum 31.07. kündigen, doch der Anwalt wies mich darauf hin, dass es zwei Wochen Kündigungsfrist heißt, nicht mindestens zwei Wochen. Hieraus ergibt sich Problem Nr. 1: Die Kündigung ergeht dann zum 22.07. und vom 23.-31.07. hänge ich in der Luft (ohne Krankenversicherung?).
Der Anwalt meinte, ich könnte alternativ/gleichzeitig einen Aufhebungsvertrag zum 31.07. anbieten, der den Chef eigentlich in vielerelei Hinsicht besser käme.
Das Problem 2 ist nämlich, dass der Chef (Einzelunternehmer) bis zum 12.07. im Urlaub ist und erst am 13.07. wiederkommt.
Mir steht ja noch, Problem 3, Urlaub zu. Laut Bundesurlaubsgesetz habe ich den vollen Urlaubsanspruch erworben, da in jedem Fall die Wartezeit erfüllt ist. Das Gesetz ist für mich aber nicht ganz verständlich und ich habe den Anwalt vergessen zu fragen, wie das gemeint ist, denn vertraglich wird mir ein gesetzlicher Mindesturlaub von 20 Arbeitstagen im Kalenderjahr auf Basis einer 5 Tage-Arbeitswoche zuzüglich 6 weiterer Urlaubstage gewährt. Habe ich nun Anspruch auf Gewährung von 20 oder 26 Urlaubstagen?
Muss ich den vollen Anspruch ausschöpfen oder ist es für mich nachteilig, wenn ich die Zwölftelregelung in Anspruch nehme?
Problem 4 ist: Mit der Zwölftelregelung (26 Urlaubstage durch 12 Monate mal 6 Monate) stünden mir, abzüglich eines bereits genommenen Urlaubstages, noch 12 Tage Urlaub zu.
Nehme ich die zweiwöchige Kündigungsfrist und kündige zum 22.07., sind das in jedem Fall weniger Arbeits- als Urlaubstage, zumal ich nicht weiß, wann und ob der Chef mir den Urlaub gewährt. So oder so müsste er Urlaubstage finanziell abgelten.
Auch wenn ich nichts gegen Geld habe, aber Zeit zum Erholen wäre mir lieber. Wenn er mir den oder einen Teil Urlaub nicht gewährt, sondern finanziell abgilt, habe ich beim neuen Arbeitgeber ja sicherlich keinen Anspruch auf "Nachholen" des Urlaubs? Die Frage ist mir leider erst nach dem Anwaltstermin eingefallen.
Am günstigen wäre es, der Chef lässt sich auf einen Aufhebungsvertrag ein. Dann wäre alles optimal: Ich kündige zum 31.07. und bin sozialversichert ohne Unterbrechnung. Am 13.07., wenn er wiederkommt, kann noch ganz ordentlich eine Übergabe erfolgen und dann könnte ich auch ohne Probleme 12 Urlaubstage bis Monatsende nehmen.
Aber ich kenne den Chef ja nun und bin mir sicher, dass er mir das Leben so schwer wie möglich machen wird. Ich bin nicht rechtsversichert. Ich möchte so gut und fair wie möglich aus dem Vertrag heraus, und zwar ohne Nachteile zu meinen Lasten.
Wie würdet ihr vorgehen? Etwas Input zum Gedanken sortieren und Fahrplan zurecht legen wäre prima.![]()
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 86
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04.07.2018, 18:55
Ich werde kündigen. Es wird kompliziert.
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04.07.2018, 19:02Inaktiver User
AW: Ich werde kündigen. Es wird kompliziert.
Ich hab nicht verstanden, warum du nicht heute zum 31.07.2018 kündigst, anteilig deinen Urlaub nimmst, dann wäre dein letzter Arbeitstag irgendwann nächste Woche und gut ist’s? Warum so kompliziert?
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04.07.2018, 19:13
AW: Ich werde kündigen. Es wird kompliziert.
Weil im Vertrag steht, dass ich innerhalb der Probezeit "unter Berücksichtigung ener zweiwöchigen Frist" kündigen kann. Die Frist zu kündigen, beträgt zwei Wochen. Nicht mindestens zwei Wochen. So war der Tenor des Anwalts, denn eigentlich wollte ich auch zum 31.07. kündigen.
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04.07.2018, 19:18Inaktiver User
AW: Ich werde kündigen. Es wird kompliziert.
Wie lang ist denn die Kündigungsfrist nach der Probezeit?
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04.07.2018, 19:29
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04.07.2018, 19:37
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04.07.2018, 19:41
AW: Ich werde kündigen. Es wird kompliziert.
Habe ich oben eigentlich beschrieben.
Kündige ich mit zwei Wochen Frist noch in der Probezeit, muss er mir Urlaub finanziell abgelten, weil mir (egal ob anteilig oder kompletter Urlaubsanspruch) mehr Urlaubstage als verfügbare Arbeitstage zustehen.
Ein Aufhebungsvertrag wäre eine gute Alternative, um für ihn die Urlaubsabgeltung bei anteiliger Urlaubsregelung zu vermeiden und für mich eine sozialversicherungsfreie Zeit zu vermeiden.
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04.07.2018, 20:00
AW: Ich werde kündigen. Es wird kompliziert.
Wenn Du zum 1.8.wieder in Lohn und Brot stehst, bist Du für diese paar Tage rückwirkend GKV-versichert.
Du mußt Dir schon überlegen, was Du willst. Willst Du raus aus dem Vertrag oder Deinen Urlaub optimal nutzen ? Da der Chef bis zum 12. im Urlaub ist, Du aber bis zum 8. gekündigt haben mußt, ist es für Verhandlungen zu spät. Du hättest früher tätig werden müssen.Be yourself no matter what they say (Sting).
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04.07.2018, 20:09
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04.07.2018, 20:09Inaktiver User
AW: Ich werde kündigen. Es wird kompliziert.
Du wirst wohl nicht umhin kommen, mit dem Chef zu reden. Als Einzelunternehmer ist er doch sicherlich telefonisch im Urlaub erreichbar.




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