Puh ich kann dich verstehen. Ich habe zwar auch einige Jahre Berufserfahrung, etc. aber halt nicht in meinem neuen Job.
Ich bin immer etwas unsicher, wenn ich wo neu anfange. Und auch immer froh, wenn ich mich nicht ständig mit anderen absprechen muss. Dazu bin ich noch in zwei Abteilungen, die so rein gar nichts miteinander zu tun haben - je zur Hälfte.
Für mich schon ein harter Brocken.
Und da ich extrem ruhig bin, in einem Umfeld mit lauter Lauten, die ständig mit dem Chef Meetings haben wollen, erzählen was sie so alles machen und ab und an mir, dass ich doch das und das machen müsste, bekomm ich schon Angst, dass das alles nicht passt und ich passiv bin.
Da mir in dem Bereich, die Erfahrung fehlt, kann ich das tatsächlich nicht einschätzen. Ich habe bisher wirklich immer in allen anderen Jobs gehört, dass ich gut schwimmen kann, trotz Wurf ins Wasser - und hatte dann auch immer mal Leerlaufphasen, wo ich mich einlesen konnte, Unterlagen ordnen, etc.
Hier werde ich bombardiert mit Aufgaben. Und manche sind wirklich sehr kurzfristig, so dass ich dann natürlich die langfristigen ohne Prioritäten länger liegen lasse, das dauert dann halt mal nen Monat...Leerlaufphasen habe ich keine.
Aber eben die regelmäßigen Aufgaben, dann die Kleingruschanfragen, die ich nebenbei bearbeite und dann die großen Projekte, die mehr Zeit in Anspruch nehmen - die bleiben dann manchmal auch auf der Strecke im Sinne von, das dauert.
Ab und an bekomme ich dann auch große Aufgaben, die ich dann in 2 Tagen erledigen soll. Das geht dann halt nur, wenn der Rest liegen bleibt und ist auch viel mit Glück verbunden, wenn ich mich da noch mit anderen absprechen und verhandeln soll. Haben die in der Woche Urlaub und fühlt sich sonst keiner zuständig, kann ich die Aufgabe mit der Deadline nicht erfüllen.
Ich sag das aber inzwischen gar nicht mehr. Meistens frage ich bis wann und dann halte ich das ein oder melde mich, und sage bisheriger Stand, daran scheiterts noch, dauert noch. Wenn etwas aber komplett ohne Datum angegeben ist, dann mach ich das, wenn ich Zeit habe, sage beim nächsten Meeting, dass ich die Aufgabe bekommen habe und mir demnächst ansehen werde und wenn ich dann nicht höre, aber bis XY, dann weiß ich, das eilt nicht.
Ich fühl mich zwar auch oft zu passiv, rede nicht so viel in Meetings etc. eher in Zweiermeetings, aber aus irgendeinen mir nicht nachvollziehbaren Grund kommt trotzdem an, dass ich viel mache und ab und an bekomme ich auch positiv verwunderte Reaktionen über meine Ergebnisse. Manche wollen das dann auch so haben, ich soll das anderen Abteilungen zeigen, etc.
Ich gehe auf jede mir angebotene Fortbildung, hab mich zu nem Netzwerkaustausch angemeldet, etc.
Von daher habe ich zwar immer noch nicht viel Ahnung, fange aber irgendwie mit allem an, frag mich durch und überwinde mich jeden Tag, einfach mich durchzuwursteln. Und das fällt mir schwer und wird mir in zehn Jahren auch noch schwer fallen....
Aber neulich hieß es sogar, als wir Umstrukturierungen hatten, dass wir in der Übergangszeit ohne Leitung schaffen müssen, müsst ihr so machen wie Wasserfrosch, Wasserfrosch arbeitet ja eh schon recht selbständig.
Was ich damit sagen will, wenn ich das schaff, dann du schaffst das sicher auch :)
Antworten
Ergebnis 31 bis 33 von 33
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14.10.2017, 19:10
AW: Kritik in der Probezeit - wie verbessern?
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14.10.2017, 19:32
AW: Kritik in der Probezeit - wie verbessern?
Ich vermute, dass der Abteilungsleiter "Befindlichkeiten" hat, also dass es eher mit Sympathie unterschwellig zu tun hat.
Es könnte sein, dass ihm das kommentarlose Weiterleiten aufgestossen ist (weniger die fehlende Analyse)
Eine Email kommentarlos an den Abteilungsleiter weiterzuleiten, halte ich für unklug. Ich würde wenigstens noch einen Satz schreiben wie: "Sehr geehrter Herr SY...wie besprochen leite ich Ihnen das gewünschte Dokument weiter. Falls sich dazu noch Fragen ergeben sollten, bin ich gerne zur STelle..." oder so ähnlich...
Ihr könntet - was Kommunikationsstile angeht - sehr unterschiedlich sein.
Ich persönlich lege auch sehr viel Wert auf Kommunikation im Arbeitskontext, zumindestens registriere ich es unbewußt; z.B. ob jemand kurz auf eine Email antwortet, sich bedankt, nachfragt etc. (habe das also auch eine "Befindlichkeit" :-)
Ich vermute fast, dass es weniger das Fachliche ist, sondern Euer unterschiedliches Mindsetting im Hinblick auf Umgang miteinander.
Ist aber nur ein Bauchgefühl von mir.
Zu Deiner Unsicherheit: völlig verständlich. Ich würde allerdings auch nicht zuviel darauf geben , was Kollegen sagen z.B. "hat noch Zeit" "brauchst Du noch nicht zu wissen" sondern meinen eigenen Masstab finden und letztlich sind es nicht die Kollegen, sondern es ist der Chef der entscheidet. Meist gibt es im Team aber auch (innerlich ranghöhere) Kollegen innerhalb des Teams, die gutes Wissen darüber haben, was der Chef braucht, um zufrieden zu sein. Sowas zu erfragen, zwischen den Zeilen, mitzuhören, genau hinzuhören, was gewünscht ist, ist für Neulinge glaube ich unabdingbar. Ohne zu tratschen oder direkt auszufragen. Aber die Unternehmenskultur - und Führungskultur wird eigentlich sehr schnell spürbar.
Da mit dem Vorpreschen von damals - welches Dich heute evtl. zurückhält - das ist ein spannender Gedanke: was ist denn damals passiert - durch Dein Vorpreschen ? Eigentlich ist es gut, dass dies Szene mit Deinem Chef passiert ist, da er Dich dann an etwas errinnert, was in Dir ja vorhanden ist, aber aus irgendeinem Grund unterm Scheffel gestellt wird.
Zum Gespräch mit dem Chef:
ich würde mich bei Ihm Bedanken für die offenen Worte und nur einen-maximal 2 Sätze sagen:
Sie können sich darauf verlassen, dass ich - aktiver und .... sein werde - wie es von Ihnen gewünscht war.
(Keine Erklärungen geben)
Ich möchte unter Beweis stellen, dass Sie sich 100 % auf mich verlassen können.
Gibt es ein Projekt, an dem ich Ihnen das beweisen kann?
(So in der Art) - ohne unterwürfig zu wirken. Das kann auch auf Augenhöhe passieren.
Fühlst Du Dich denn sonst wohl - mit den Kollegen,den Menschen um Dich herum ?
Wirst Du gemocht ?
Ich finde die Sympathie ist weitaus wichtiger als fachliches, denn das kann man lernen.Geändert von Iris73 (14.10.2017 um 20:11 Uhr)
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24.10.2017, 15:12
AW: Kritik in der Probezeit - wie verbessern?
Hallo AllyPally,
jeder Mensch hat, wenn er etwas Neues macht, eine Lernphase, in der er mehr Fehler macht und nicht so effizient ist wie anderen. Das lässt sich nicht vermeiden.
Es gibt verschiedene Lerntypen, die einen wollen sofort ausprobieren und lernen aus Fehlern (die meisten), die anderen wollen es erst verstehen, bevor sie loslegen (dann aber richtig). Letztes wird bei oberflächiger Betrachtung oft als wenig "Eigeninitiative" missverstanden, weil man den Wissensaufbau zunächst nicht sieht.
Lernen ist nicht nur das fachliche, sondern auch die Abläufe in der Organisation als auch die "ungeschriebenen Gesetze" der Organisation, samt der "grauen Eminenzen" zu erfassen. Wer lernt, macht auch Fehler, glücklicherweise im Laufe der Zeit immer weniger (man denke nur ans Autofahren). Wer lernt, braucht einen Lehrer, der einem Wissen zur Verfügung stellt, Feedback gibt und Fehler aufzeigt. Die Floskel von mehr Eigeninitiative ist leider oft nur die Umschreiben für "ich habe keine Lust, mich um sie in der Anfangszeit intensiver zu kümmern", das klassische "Sie sind schuld!".
Die Form des Feedbacks ist kein Indikator für einen guten Vorgesetzten. Statt einer unterstellenden Pauschalisierung hätte er auch sagen können, "Liebe AllyPally, in solchen Situation fände ich es gut, wenn sie das Dokument analysieren und zusammenfassen, damit ich schnell im Bilde bin. Kann ich Ihnen das Dokument noch 'mal zurückgeben?".
Dummerweise kann man sich Vorgesetzte nicht immer aussuchen. Ich würde an Deiner Stelle jetzt den Vorfall nicht breit treten, sondern einfach sagen, "war ein Missverständnis, habe ich verstanden, denke ich in Zukunft 'dran" (dann aber auch bitte tun!). Ich würde versuchen, dessen Erwartungshaltung zu verstehen, also etwa mit Nachfragen wie "möchten Sie, dass es das zusammenfasse?", idealerweise gleich bei der Delegation von Arbeit. Ich vermute, der Vorgesetzte möchte, dass der Laden läuft, ohne dass er sich um vieles kümmern muss.
Gruß, fclGeändert von Fcl (24.10.2017 um 15:21 Uhr)
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