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    Arbeitslos... was tun mit der freien Zeit?

    Hallo,

    ich bin seit Mitte letzen Jahres arbeitslos. Die Firma ist in Isolvenz gegangen. Es ist mittlerweile die dritte Firma, bei der ich das Licht ausgemacht habe.

    Meine Fragen:

    Was macht Ihr in Eurer freien Zeit? Wie gestaltet Ihr Euren Tagesablauf?

    Bildet Ihr Euch weiter?

    Wie ist das Gefühl für Euch, morgens aufzuwachen und zu wissen Ihr werden von der Welt nicht gebraucht?

    Wie geht Ihr mit Absagen um? Wie hoch ist Eure Eigenmotivation?

    Viele Grüße
    painkiller

  2. Inaktiver User

    AW: Arbeitslos... was tun mit der freien Zeit?

    Hallo painkiller,

    ich war zum Glück "nur" ein halbes Jahr auf Stellensuche und das war eine furchtbare Zeit für mich!
    Da ich mit meinem Freund zusammen lebe und der einen festen - und zum Glück sicheren - Job hat, hat mir sein Tagesablauf eine Struktur vorgegeben. Ich bin mit ihm aufgestanden und habe mit ihm gefrühstückt, danach habe ich mich vor den Computer gesetzt und Stellen gesucht oder in der Bricom gesurft...
    Ich habe auch darauf geachtet, jeden Tag einmal das Haus zu verlassen, und wenn ich nur in den Supermarkt gegangen bin. Ansonsten habe ich den Haushalt gemacht (na ja...), gelesen, ferngesehen, bin joggen gegangen oder auch mal in die Stadt, um einen Kaffee zu trinken.

    Hätte ich diesen Tagesablauf durch meinen Freund nicht gehabt, hätte ich wahrscheinlich den ganzen Tag im Bett gelegen und dann wäre es alles noch viel schlimmer gewesen.

    Lebst du denn allein? kennst du noch andere Arbeitslose? Ich kannte - leider - keine, ansonsten hätte man sich wahrscheinlich gut zusammen den Tag vertreiben können.
    Außerdem empfand ich es irgendwie schon als "Makel", nichts zu haben.

    Wie sieht es denn aus in deiner Branche? Gibt es freie Stellen?
    Ich wünsche dir, dass du bald wieder was findest!

    Tigercreme

  3. Inaktiver User

    AW: Arbeitslos... was tun mit der freien Zeit?

    naja, ich denke, es geht ja nicht darum, den tag irgendwie nur totzuschlagen.

    ich war vor diversen jahren einmal ein paar monate arbeitslos - und ich muss sagen, ich habe es ehrlich gesagt, nach jahren des stresses, ziemlich genossen. endlich mal wieder mit sporteln angefangen, einige zeit intensive bewerbung und dann aufbau der freiberuflichen tätigkeit. ich hatte genug zu tun.

    voraussetzung ist natürlich, dass man sich nicht schämt ob seiner situation. und dafür ist in der tat ein fester tagesablauf ziemlich wichtig. relativ zeitig aufstehen, sich einen festen rahmen für bewerbungen, recherchen, netzwerken etc. vornehmen. weiterbildung ist sicher eine sehr gut idee - am besten wohl auch außer Haus, damit man unter leute kommt. und eben dann noch etwas sport einplanen, sich etwas gutes tun. in frage kommt auch politisches, ehrenamtliches engagement. setz dich doch einfach mal hin, und überlege dir, welche bereiche in den letzten jahren bei dir zu kurz gekommen sind. da kommt sicher einige zusammen.

    wenn du das alles machst, wird der tag bald eher zu kurz als zu lang sein...

  4. User Info Menu

    AW: Arbeitslos... was tun mit der freien Zeit?

    Hallo painkiller,
    also mit der freien Zeit hatte ich meist kein Problem...bin oft spät aufgestanden, habe nach dem Frühstück die Stellenangebote im Internet abgesucht und die Zeitung ausführlich gelesen. Dann oft im Fernsehen Mittagsmagazine geguckt, nach dem Essen bin ich dann oft raus z.B. Fahrrad gefahren oder einen Ausflug in die Stadt gemacht, gegen Abend gelesen oder wieder fern geschaut, dann bevorzugt Serien, die regelmäßig kamen. So hat sich auch ohne feste Struktur von außen wieder automatisch ein Rhythmus gebildet.

    Nur wurde ich irgendwann unruhig, denn dieses auch von dir angesprochene Gefühl, nicht gebraucht zu werden- und auch das neugierige Nachfragen der Leute - gingen mir doch auf die Nerven, so dass ich erst mal einen Honorarjob angenommen habe, der mir wieder ein bisschen was zu tun gibt und dafür sorgt, dass ich weitere Berufserfahrungen sammle.
    Mit Absagen konnte ich bisher ganz gut umgehen, weil ich schon oft gehört hatte, dass der Berufseinstieg schwer sein wird und deshalb die Absage auch auf die mangelnde Erfahrung zurückführen konnte.
    Maura

  5. User Info Menu

    AW: Arbeitslos... was tun mit der freien Zeit?

    hallo painkiller,

    in den letzten Jahren war ich zweimal länger auf Arbeitssuche und habe nun meinen Traumjob gefunden.
    ich habe mich aber nur dort beworben, wo ich wirklich eine Chance sah. (also kein massenversand..)
    Persönl. Vermittlungen sind gut, baue Dir ein Netzwerk auf, telefoniere und maile auch an alte Bekannte....

    Am wichtigsten finde ich: rausgehen, etwas unternehmen, Wandern in der Natur, körperl. Tätigkeiten und über seinen Tellerrand hinausschauen....
    Es gibt auch Treffs für Arbeitssuchende, z.B. von sozialen Einrichtungen. Hüte Dich aber vor Nullbockmenschen und völlig Frustrierten!
    Sieh es nicht als Dein Problem oder Versagen an, sondern es ist ein gesellschaftliches Problem!! Das ist ganz wichtig.
    Die mentale Einstellung in dieser Zeit ist Deine Antriebsfeder, es ist ein Zeitfenster in Deinem Leben.
    Geholfen hat mir ebenfalls ein zeitl. befristeter Job, um etwas zu tun. Und ich war öfter babysitten bei einer Freundin. Vielleicht gibts einen 400€ Job, der Dir gefällt? Oder etwas Ehrenamtliches?
    Vermutlich muß jeder sein eigenes Konzept finden, um gut über die Runden zu kommen.

    Kopf hoch, ich wünsche Dir bessere Zeiten
    LG Bounty
    Fest und stark ist nur der Baum, der unablässig Windstössen ausgesetzt war, denn im Kampf festigen und verstärken sich seine Wurzeln
    (Seneca)

  6. Inaktiver User

    AW: Arbeitslos... was tun mit der freien Zeit?

    Wichtig ist es, für sich zu unterscheiden, ob man selbst arbeitslos ist oder ab man selbst arbeitssuchend ist.
    Der Unterschied ist ganz einfach: der Arbeitslose ist die Arbeit los, sitzt faul herumg und lässt Gott einen guten Mann sein. Der arbeitslose ist ein armes Hascherl, weil ihm keiner Arbeit anbietet.
    Der Arbeitssuchende hingegen hat eine wichtige Arbeit: er sucht eine neue Anstellung, wird aktiv und wartet nicht darauf, dass ihm eine Arbeit angeboten wird. Arbeit hat er eigentlich reichlich, ihm fehlt nur der bezahlte Job. Und den sucht er sich selbst.

    Wie die anderen schon geschrieben haben: gib dem Tag eine Struktur. Ich habe es so gehalten:
    1. mit dem Weckerrappeln aufgestanden
    2. Frühstück bereitet
    3. Compi angeworfen und Stellenbörsen durchgesehen
    4. Einkäufe erledigt
    5. Wohnung aufgeräumt
    6. nach einer passenden Weiterbildung gesucht
    7. Essen bereitet
    8. Bewerbungen geschrieben
    9. den Abend genossen
    10. Arbeitsagentur aufgesucht und mit dem Vermittler gesprochen (einmal in der Woche)
    Bevor ich den ganzen Tag zu Hause abhänge mache ich eine Weiterbildung.

  7. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Arbeitslos... was tun mit der freien Zeit?

    Zitat Zitat von painkiller
    Hallo,

    ich bin seit Mitte letzen Jahres arbeitslos. Die Firma ist in Isolvenz gegangen. Es ist mittlerweile die dritte Firma, bei der ich das Licht ausgemacht habe.

    Meine Fragen:

    Was macht Ihr in Eurer freien Zeit? Wie gestaltet Ihr Euren Tagesablauf?

    Bildet Ihr Euch weiter?

    Wie ist das Gefühl für Euch, morgens aufzuwachen und zu wissen Ihr werden von der Welt nicht gebraucht?

    Wie geht Ihr mit Absagen um? Wie hoch ist Eure Eigenmotivation?

    Viele Grüße
    painkiller
    Mach das Beste draus! Es ist doch egal, wenn Dich keiner braucht. Man lebt doch nicht um gebraucht zu werden. Sehe zu, dass Du aus Deiner Zeit den größtmöglichen Nutzen ziehst.

    Als ich arbeitslos war, bin ich immer früh morgens zu Sport gegangen: Eislauf im Winter, Golf im Sommer. Oft habe ich auch richtig lange Radtouren unternommen. Manchmal 100 km und mehr an einem Tag. Das war richtig toll!

    Mittags war ich davon oft richtig müde, dann habe ich oft eine halbe Stunde geschlafen. Danach war dann Zeit zum schmökern (was so eine Stadtbücherei alles bietet!) oder für die Weiterbildung. Oft habe ich auch an Preisausschreiben teilgenommen. Einmal hatte ich einen all-you-can-learn-Sprachkurs in einer Sprachschule gewonnen. 4 Monate lang bin ich fast täglich in der Sprachschule gewesen und habe Englisch gelernt. Das war klasse. Die Schulleitung war schon ziemlich verzweifelt, soviel habe ich ihr Personal beansprucht ;-). Aber auch ein VHS-Kurs mit zusätzlichem Lernen zuhause ist nicht verkehrt.

    Gartenarbeit oder die Bepflanzung des Balkons ist auch gut. Pflanzt man Gemüse, entlastet das außerdem die Haushaltskasse. Das hat mir auch viel Spaß gemacht. In meinen Lieblingssportarten habe ich auch Übungsleiter/Trainerlehrgänge besucht und später sogar Kinder unterrichtet. Damit konnte ich mir etwas dazu verdienen. Als Arbeitslose kann man sowas auch dann machen, wenn andere Übungsleiter noch mit ihrem Job beschäftigt sind.

    Mir war es in der Zeit wichtig, möglichst jeden Tag etwas Sinnvolles zu tun. Manchmal war das auch mal nur etwas Hausarbeit, aber ich habe immer darauf geachtet, dass ich jede Woche mindestens auf 5 "richtige" Aktivitäten kam. Um den Überblick zu behalten, habe ich das alles in einen Kalender eingetragen. Zeitmanagement und sich nicht hängen lassen sind wichtige Aspekte wenn man wieder eine richtige Arbeit oder eine Maßnahme vom Arbeitsamt bekommt. Dann gewöhnt man sich schneller wieder ein.

    Vieles von dem, was ich als Arbeitslose gelernt hatte (eigentlich nur zum Spaß) hat mir aber später geholfen, mich selbstständig zu machen. Ich habe dabei gelernt, wie vielseitig ich sein kann, wieviel ich lernen kann, dass es wichtig ist, auch mal links und rechts zu gucken und Alternativen zu finden. Ich habe dabei gelernt, dass ich viel mehr kann, als ich früher im Job gemacht hatte.

    Wäre ich traurig zu Hause geblieben und hätte Trübsal geblasen, säße ich da heute vermutlich immer noch.

  8. Inaktiver User

    AW: Arbeitslos... was tun mit der freien Zeit?

    Hallo!
    ich bin auch zur zeit arbeitslos (seit 4 monaten), habe keinen festen tagesablauf, aber trotzdem immer was zu tun. ich stelle mir keinen wecker, sondern schlafe aus (wenn ich wieder nen job hab, ist es damit eh wieder vorbei, deshalb gönne ich mir das jetzt). dann gehe ich in die bücherei, surfe nach stellen, gucke die zeitungen durch. dadurch, dass ich kein internet zu hause habe, muss ich schonmal min. einmal am tag raus in die stadt. dann einkaufen, kochen, kaffeetrinken. nachmittags schreibe ich meistens bewerbungen - dann wieder raus, zur post. ich laufe eigentlich dauernd durch die stadt oder gehe am rhein spazieren.
    abends treffe ich mich mit freundinnen oder auch tagsüber mal mit einer freundin, die auch arbeitslos ist.
    obowohl ich mich nicht langweile - langsam werde ich unzufrieden und es fehlt mir, etwas SINNVOLLES zu tun. werde mich nun mal nach möglichkeiten zur ehrenamtlichen arbeit umschauen.
    viele grüße & alles gute,
    lillan

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